Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Befreit vom Gesetz – frei für Gott

71Nun spreche ich ja zu Leuten, die etwas vom Gesetz verstehen. Dann ist euch doch sicher auch klar, Geschwister, dass das Gesetz für einen Menschen nur so lange Geltung hat, wie er lebt. 2Eine verheiratete7,2 W ihrem Mann unterstellte. Frau zum Beispiel ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn ihr Mann stirbt, ist die Bestimmung, durch die sie an ihn gebunden war, für sie hinfällig geworden7,2 W ist sie losgemacht vom Gesetz des Mannes.. 3Folglich wird sie, wenn sie sich zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen Mann einlässt, als Ehebrecherin angesehen. Stirbt ihr Mann jedoch, dann ist sie nicht mehr durch das Gesetz gebunden. Es ist ihr freigestellt, einen anderen Mann zu heiraten; sie wird deswegen nicht zur Ehebrecherin.

4Auch bei euch ist es so, Geschwister. Indem Christus für euch starb, wurde an seinem Leib das Urteil vollzogen, das sich aufgrund des Gesetzes gegen euch richtete. Damit aber seid ihr dem Gesetz gegenüber tot7,4 W 4 Daher, meine Geschwister, seid auch ihr dem Gesetz gegenüber getötet worden durch den Leib Christi., sodass ihr jetzt einem anderen gehören könnt, dem, der von den Toten auferstanden ist. Und das bedeutet: Jetzt kann unser Leben für Gott fruchtbar werden7,4 dem, der dazu von den Toten auferstanden ist (w auferweckt worden ist), dass unser Leben für Gott fruchtbar werden kann.. 5Denn als unser Leben noch von unserer eigenen Natur bestimmt war, wirkten sich in allem, was wir taten, die sündigen Leidenschaften7,5 Od die Leidenschaften, die zum Sündigen führten. aus, die vom Gesetz geweckt wurden. Und die einzige Frucht, die das brachte, war der Tod.7,5 W Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz ´geweckt` wurden, in unseren Gliedern, sodass wir für den Tod Frucht brachten. 6Jetzt aber, wo wir dem Gesetz gegenüber gestorben sind, das uns gefangen hielt, unterstehen wir ihm nicht länger. Wir stehen jetzt im Dienst einer neuen Ordnung, der des Geistes, und unterstehen nicht mehr der alten Ordnung, die vom Buchstaben des Gesetzes bestimmt war.7,6 W Wir dienen daher im Neuen des Geistes und nicht im Alten des Buchstabens.

Der Missbrauch des Gesetzes durch die Sünde

7Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Ist das Gesetz denn ´im Grunde genommen` Sünde? Niemals! Aber7,7 Od Im Gegenteil. ohne das Gesetz hätte ich nicht erkannt, was Sünde ist. Ich hätte7,7 Od hätte zum Beispiel. nicht begriffen, was Begierde ist7,7 Od Die Begierde wäre nicht in mir erwacht., wenn das Gesetz nicht sagen würde: »Gib der Begierde keinen Raum!«7,7 2. Mose 20,17; 5. Mose 5,21. 8Die Sünde ergriff die Gelegenheit und weckte in mir durch das Verbot7,8 W Gebot. jede nur denkbare Begierde.

Ohne das Gesetz ist also die Sünde tot. 9Ich dagegen war am Leben, solange ich das Gesetz nicht kannte7,9 Od als das Gesetz noch nicht da war. W ohne (das) Gesetz.. Doch als dann das Gesetz mit seinen Forderungen an mich herantrat7,9 W Doch als das Gebot kam., ´war es umgekehrt:` Jetzt war es die Sünde, die zum Leben erwachte, 10ich aber starb. Ich musste feststellen, dass das Gesetz7,10 W Gebot. Ebenso im nächsten Vers., das dazu bestimmt war, mir das Leben zu bringen, mir den Tod brachte. 11Denn die Sünde ergriff die Gelegenheit, die sich ihr durch das Gesetz bot: Zuerst benutzte sie es, um mich zu betrügen, und dann, um mich zu töten.

12Es bleibt also dabei, dass das Gesetz heilig ist; seine Forderungen sind7,12 W heilig ist; das Gebot ist. heilig, gerecht und gut.

13Aber heißt das dann, dass etwas, was gut ist, für mich zur Ursache des Todes wurde? Niemals! Es ist die Sünde gewesen; sie hat mir den Tod gebracht und hat dazu das Gute benutzt.7,13 Od Niemals! Aber die Sünde hat das Gute dazu benutzt, mir den Tod zu bringen. Damit zeigte sie ihr wahres Gesicht; gerade die Forderungen des Gesetzes mussten dazu dienen, die grenzenlose Schlechtigkeit der Sünde ans Licht zu bringen.7,13 W Damit wurde sie als Sünde sichtbar; denn die Sünde sollte durch das Gebot über die Maßen sündig werden.

Der Zwiespalt zwischen Wollen und Tun: die Ohnmacht des Gesetzes

14Das Gesetz ist durch Gottes Geist gegeben worden7,14 W ist geistlich., das wissen wir. Ich aber bin meiner eigenen Natur ausgeliefert; ich bin an die Sünde verkauft und ihr unterworfen.7,14 W Ich aber bin fleischern/fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15Ich verstehe selbst nicht, warum7,15 Od Ich heiße selbst nicht gut, dass. ich so handle, wie ich handle. Denn ich tue nicht das, was ich tun will; im Gegenteil, ich tue das, was ich verabscheue. 16Wenn ich aber das, was ich tue, gar nicht tun will, dann gebe ich damit dem Gesetz recht und heiße es gut. 17Und das bedeutet: Der, der handelt, bin nicht mehr ich, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

18Ich weiß ja, dass in mir, das heißt in meiner eigenen Natur7,18 W in meinem Fleisch., nichts Gutes wohnt. Obwohl es mir nicht am Wollen fehlt, bringe ich es nicht zustande, das Richtige zu tun. 19Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will. 20Wenn ich aber das, was ich tue, gar nicht tun will, dann handle nicht mehr ich selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

21Ich stelle also folgende Gesetzmäßigkeit bei mir fest7,21 So sieht also die Erfahrung aus, die ich mit dem Gesetz mache.: So sehr ich das Richtige tun will – was bei mir zustande kommt, ist das Böse. 22Zwar stimme ich meiner innersten Überzeugung nach7,22 W dem inneren Menschen nach. dem Gesetz Gottes mit Freude zu, 23doch in meinem Handeln7,23 W in meinen Gliedern. sehe ich ein anderes Gesetz am Werk. Es steht im Kampf mit dem Gesetz, dem ich innerlich zustimme, und macht mich zu seinem Gefangenen. Darum stehe ich nun unter dem Gesetz der Sünde, und mein Handeln wird von diesem Gesetz bestimmt.7,23 W Es steht im Kampf mit dem Gesetz meines Denkens / meiner Vernunft und nimmt mich gefangen im (durch das) Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

24Ich unglückseliger Mensch! Mein ganzes Dasein ist dem Tod verfallen. Wird mich denn niemand aus diesem elenden Zustand befreien?7,24 W … Mensch! Wer wird mich befreien/retten aus diesem Todesleib? 25Doch! Und dafür danke ich Gott7,25 Od danke ich Gott; er wird es tun (er hat es getan). W 25 Dank aber sei Gott. AL(1) Ich danke Gott. durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Es gilt also beides7,25 Wenn ich auf mich selbst gestellt bin, sieht es also folgendermaßen aus.: Während ich meiner innersten Überzeugung nach dem Gesetz Gottes diene, bin ich doch gleichzeitig, so wie ich von Natur aus bin, an das Gesetz der Sünde versklavt.7,25 W Also diene ich selbst nun mit dem Denken / der Vernunft dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. – dienen ist im Griechischen dasselbe Wort wie versklavt sein.

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Überwindung der Sünde durch Gottes Geist

81Müssen wir denn nun noch damit rechnen, verurteilt zu werden? Nein, für die, die mit Jesus Christus verbunden sind8,1 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hinzu: und die sich nicht mehr von ihrer eigenen Natur bestimmen lassen, sondern vom Geist ´Gottes`. Vergleiche Vers 4., gibt es keine Verurteilung mehr.8,1 W 1 Es gibt jetzt also keine Verurteilung für die, die in Christus Jesus sind. 2Denn wenn du mit Jesus Christus verbunden bist, bist du nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde und des Todes; das Gesetz des Geistes, der lebendig macht, hat dich davon befreit.8,2 Od Denn du bist dann nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde und des Todes; das Gesetz des Geistes, der durch Jesus Christus lebendig macht, hat dich (aL(1) mich; aL(2) uns) davon befreit. 3Das Gesetz des Mose war dazu nicht imstande; es scheiterte am Widerstand der menschlichen Natur. Deshalb hat Gott als Antwort auf8,3 Od als Opfer für. die Sünde seinen eigenen Sohn gesandt. Dieser war der sündigen Menschheit insofern gleich, als er ein Mensch von Fleisch und Blut war, und indem Gott an ihm das Urteil über die Sünde vollzog, vollzog er es an der menschlichen Natur.8,3 W 3 Denn wozu das Gesetz nicht imstande war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in der Gleichheit des Fleisches der Sünde und für die Sünde / als Sündopfer sandte und (dadurch) die Sünde im Fleisch verurteilte. 4So kann sich nun in unserem Leben die Gerechtigkeit verwirklichen, die das Gesetz fordert, und zwar dadurch, dass wir uns vom Geist ´Gottes` bestimmen lassen und nicht mehr von unserer eigenen Natur8,4 W vom Fleisch..

5Wer sich von seiner eigenen Natur8,5 W vom Fleisch. bestimmen lässt, dessen Leben ist auf das ausgerichtet, was die eigene Natur will8,5 W ist auf die Dinge des Fleisches ausgerichtet.; wer sich vom Geist ´Gottes` bestimmen lässt, ist auf das ausgerichtet, was der Geist will8,5 W ist auf die Dinge des Geistes ausgerichtet.. 6Was der Geist will, bringt Leben und Frieden, aber was die menschliche Natur will, bringt den Tod. 7Denn der menschliche Eigenwille steht dem Willen Gottes feindlich gegenüber8,7 Od 6 Das zu wollen, was der Geist will, bringt Leben und Frieden, aber das zu wollen, was die menschliche Natur will, bringt den Tod. 7 Denn das zu wollen, was die menschliche Natur will, heißt, dem Willen Gottes feindlich gegenüberzustehen. W 6 Das Wollen / die Gesinnung des Fleisches ist Tod, aber das Wollen / die Gesinnung des Geistes ist Leben und Frieden. 7 Denn das Wollen / die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott.; er unterstellt sich dem Gesetz Gottes nicht und ist dazu auch gar nicht fähig. 8Darum kann Gott an dem, der sich von seiner eigenen Natur beherrschen lässt8,8 W der im Fleisch ist., keine Freude haben.

9Ihr jedoch steht nicht mehr unter der Herrschaft eurer eigenen Natur, sondern unter der Herrschaft des Geistes, da ja, wie ich voraussetze,8,9 W Ihr jedoch seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, da ja / wenn wirklich. Gottes Geist in euch wohnt. Denn wenn jemand ´diesen Geist`, den Geist Christi, nicht hat, gehört er nicht zu Christus. 10Wenn aber nun Christus in euch ist, dann habt ihr aufgrund der Gerechtigkeit, die Gott euch geschenkt hat, den Geist empfangen und mit ihm das Leben8,10 Od dann ist aufgrund der Gerechtigkeit, die Gott euch geschenkt hat, euer Geist lebendig., auch wenn euer Körper als Folge der Sünde dem Tod verfallen ist8,10 W dann ist zwar der Körper tot wegen der Sünde, aber der Geist Leben wegen der Gerechtigkeit.. 11Nun ist ja der Geist, der in euch wohnt, der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Und weil ´Gott` Christus von den Toten auferweckt hat, wird er auch euren sterblichen Körper durch seinen Geist lebendig machen, durch den Geist, der in euch wohnt8,11 AL(1) euren sterblichen Körper lebendig machen, weil sein Geist in euch wohnt..

12All das, liebe Geschwister, verpflichtet uns – aber nicht unserer eigenen Natur8,12 W nicht dem Fleisch. gegenüber, so als müssten wir unser Leben von ihr bestimmen lassen. 13Wenn ihr euer Leben von eurer eigenen Natur8,13 W vom Fleisch. bestimmen lasst, müsst ihr sterben. Doch wenn ihr in der Kraft von Gottes Geist die alten Verhaltensweisen tötet8,13 W Doch wenn ihr durch den Geist die Handlungen des Körpers tötet., werdet ihr leben.

14Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen8,14 Od die von Gottes Geist geleitet werden., sind seine Söhne ´und Töchter`. 15Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir8,15 15 Denn ihr habt nicht eine sklavische Gesinnung erhalten, sodass …; ihr habt eine Sohnesgesinnung erhalten, und in ihr rufen wir. W 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Sklaverei empfangen, von neuem zur Furcht, sondern habt einen Geist der Sohnschaft empfangen, durch den / in dem wir rufen., ´wenn wir beten`: »Abba8,15 Hebräisch-aramäisches Wort mit der Bedeutung (mein) Vater (Anrede des Vaters durch sein Kind)., Vater!« 16Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten8,16 Od bestätigt es uns in unserem Innersten. Od bezeugt zusammen mit unserem Geist. W bezeugt (zusammen mit) unserem Geist., dass wir Gottes Kinder sind. 17Wenn wir aber Kinder sind, sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben mit Christus. Dazu gehört allerdings, dass wir jetzt mit ihm leiden; dann werden wir auch an seiner Herrlichkeit teilhaben.

Die große Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit

18Im Übrigen meine ich, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen, wenn wir an die Herrlichkeit denken, die Gott bald sichtbar machen und an der er uns teilhaben lassen wird8,18 W ins Gewicht fallen angesichts der bevorstehenden Herrlichkeit, die an (od in; od für) uns offenbart werden wird.. 19Ja, die gesamte Schöpfung wartet sehnsüchtig darauf, dass die Kinder Gottes in ihrer ganzen Herrlichkeit sichtbar werden8,19 W dass die Herrlichkeit der Söhne Gottes offenbart wird.. 20Denn die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, allerdings ohne etwas dafür zu können. Sie musste sich dem Willen dessen beugen, der ihr dieses Schicksal auferlegt hat.8,20 W zu können, sondern wegen dem, der sie unterworfen hat. Gemeint ist wohl Gott, nach anderer Auffassung der Satan; noch andere denken an Adam und übersetzen: sondern wegen ´der Schuld` dessen, der sie unterworfen hat. Aber damit verbunden ist eine Hoffnung: 21Auch sie, die Schöpfung, wird von der Last8,21 W von der Sklaverei. der Vergänglichkeit befreit werden und an der Freiheit teilhaben, die den Kindern Gottes mit der künftigen Herrlichkeit geschenkt wird8,21 Od und an der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes teilhaben. W befreit werden zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes..

22Wir wissen allerdings, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch unter ihrem Zustand seufzt, als würde sie in Geburtswehen liegen8,22 W dass die gesamte Schöpfung bis jetzt zusammen seufzt und zusammen Schmerzen leidet / in Geburtswehen liegt.. 23Und sogar wir, denen Gott doch bereits seinen Geist gegeben hat, den ersten Teil des künftigen Erbes8,23 W wir, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben., sogar wir seufzen innerlich noch, weil die volle Verwirklichung dessen noch aussteht, wozu wir als Gottes Söhne und Töchter bestimmt sind: Wir warten darauf, dass auch unser Körper erlöst wird.8,23 W weil wir auf die Annahme als Söhne warten, die Erlösung unseres Körpers. AL(1) weil wir auf die Erlösung unseres Körpers warten. 24Unsere Errettung schließt ja diese Hoffnung mit ein.8,24 W Denn mit/auf/durch Hoffnung sind wir gerettet worden. Nun ist aber eine Hoffnung, die sich bereits erfüllt hat8,24 W die gesehen wird., keine Hoffnung mehr. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon ´verwirklicht` sieht? 25Da wir also das, worauf wir hoffen, noch nicht sehen, warten wir unbeirrbar, ´bis es sich erfüllt`.

26Und auch der Geist ´Gottes` tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können8,26 W tritt mit unaussprechbaren (od wortlosen) Seufzern ´für uns` ein.. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten. 27Und Gott, der alles durchforscht, was im Herzen des Menschen vorgeht8,27 W Und der, der die Herzen durchforscht., weiß, was der Geist ´mit seinem Flehen und Seufzen sagen` will; denn der Geist tritt für die, die zu Gott gehören,8,27 W für die Heiligen. so ein, wie es vor Gott richtig ist.

28Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten8,28 W zum Guten. derer bei8,28 AL(1) In allem wirkt Gott zum Besten derer., die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen. 29Schon vor aller Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören sollen8,29 Od hat Gott gewusst, dass sie einmal ihm gehören werden.. Darum hat er auch von Anfang an vorgesehen, dass ihr ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass sie seinem Sohn gleich sind. Er ist das Bild, dem sie ähnlich werden sollen8,29 W 29 Denn die, die er im Voraus gekannt/erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden., denn er soll der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein. 30Und weil Gott sie für dieses Ziel bestimmt hat, hat er sie auch berufen. Und weil er sie berufen hat, hat er sie auch für gerecht erklärt. Und weil er sie für gerecht erklärt hat, hat er ihnen auch Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben.

Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen

31Was können wir jetzt noch sagen, nachdem wir uns das alles vor Augen gehalten haben8,31 W jetzt zu diesen Dingen sagen.? Gott ist für uns; wer kann uns da noch etwas anhaben8,31 W wer ist dann gegen uns.? 32Er hat ja nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle hergegeben. Wird uns dann zusammen mit seinem Sohn nicht auch alles andere geschenkt werden?8,32 W Wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? 33Wer wird es noch wagen, Anklage gegen die zu erheben, die Gott erwählt hat? Gott selbst erklärt sie ja für gerecht.8,33 erwählt hat? Etwa Gott, der sie für gerecht erklärt? 34Ist da noch jemand, der sie verurteilen könnte? Jesus Christus ist doch ´für sie` gestorben8,34 verurteilen könnte? Etwa Jesus Christus (w Christus Jesus), der ´für sie` gestorben ist?, mehr noch: Er ist auferweckt worden, und er ´sitzt` an Gottes rechter Seite und tritt für uns ein. 35Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen?8,35 W Wer wird uns von der Liebe Christi trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen8,35 W Nacktheit.? Lebensgefahr? Das Schwert ´des Henkers`? 36´Mit all dem müssen wir rechnen,` denn es heißt in der Schrift:

»Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht8,36 W werden wir den ganzen Tag getötet.;

man behandelt uns wie Schafe,

die zum Schlachten bestimmt sind.«8,36 Psalm 44,23.

37Und doch: In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns ´so sehr` geliebt hat. 38Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch ´unsichtbare` Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch ´gottfeindliche` Kräfte8,38 noch Kräfte ´irgendwelcher Art`., 39weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus8,39 W die in Christus Jesus ist., unserem Herrn.
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Der Schmerz des Apostels über die Ablehnung des Evangeliums durch Israel, sein eigenes Volk

91Was ich jetzt sage, sage ich in der Gegenwart Christi. Mein Gewissen bezeugt mir, und der Heilige Geist bestätigt mir, dass es die Wahrheit ist und dass ich nicht übertreibe: 2-3Der Gedanke an die Angehörigen meines Volkes, an meine Brüder, mit denen mich die gemeinsame Herkunft verbindet, erfüllt mein Herz mit tiefer Traurigkeit. Ihretwegen bin ich in ständiger innerer Not; ich wäre sogar bereit, für sie ein Verfluchter zu sein, ausgestoßen aus der Gemeinschaft mit Christus.9,2-3 W 1 Ich sage in Christus die Wahrheit, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt es (mit) mir im Heiligen Geist, 2 dass ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen. 3 Denn ich selbst würde wünschen/beten, von Christus weg ein Verfluchter zu sein für meine Brüder, meine Angehörigen nach dem Fleisch. 4Sie sind ja Israeliten; ihnen hat Gott die Sohneswürde geschenkt. Ihnen hat er sich in seiner Herrlichkeit gezeigt, mit ihnen hat er seine Bündnisse9,4 /AL(1) seinen Bund. geschlossen, ihnen hat er das Gesetz und die Ordnungen des Gottesdienstes gegeben, ihnen gelten seine Zusagen. 5Sie sind Nachkommen der Stammväter, die Gott erwählt hat, und aus ihrer Mitte ist seiner irdischen Herkunft nach der Messias hervorgegangen, Christus9,5 W 4 Sie sind ja Israeliten; ihnen gehören die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung / das Gesetz und der Gottesdienst und die Zusagen, 5 ihnen gehören die Väter, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Messias/Christus., der Herr über alles, der für immer und ewig zu preisende Gott9,5 Od Christus, der als Gott über allem steht und für immer und ewig zu preisen ist. Christus, der Herr über alles. Gott ist für immer und ewig zu preisen. Christus. Gott, der über allem steht, ist für immer und ewig zu preisen.. Amen.

Das wahre Israel

6Es ist nun nicht etwa so, dass Gottes Zusagen9,6 W Gottes Wort. hinfällig geworden wären. Aber es gehören eben nicht alle Israeliten zum ´wahren` Israel. 7Nicht alle, die von Abraham abstammen, sind deshalb schon seine ´wahren` Kinder. Vielmehr ´war zu Abraham gesagt worden`: »Als deine Nachkommen sollen die gelten, die von ´deinem Sohn` Isaak abstammen.«9,7 1. Mose 21,12. Neben Isaak, dessen Mutter Sara war, Abrahams Frau, hatte Abraham noch einen anderen Sohn, Ismael; dessen Mutter war Abrahams Nebenfrau Hagar. 8Mit anderen Worten: Nicht die leibliche Abstammung macht Menschen zu Kindern Gottes; zur wahren Nachkommenschaft Abrahams werden nur die gerechnet, die aufgrund der Zusage, die Gott ihm gegeben hatte, von ihm abstammen.9,8 W Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes. Vielmehr werden die Kinder der Zusage als Nachkommenschaft gerechnet. 9Diese Zusage lautete nämlich so9,9 Od Es handelte sich nämlich um eine Zusage, ´als Gott sagte`.: »´Nächstes Jahr` um diese Zeit werde ich wiederkommen, und dann wird Sara einen Sohn haben.«9,9 1. Mose 18,10.14.

10Und nicht nur dieses eine Mal war es so, sondern auch bei Rebekka, als sie Zwillinge bekam. Beide waren zwar Söhne unseres Stammvaters Isaak, 11-12aber Gott ist es, der beruft. Noch bevor sie daher geboren waren und irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten, sagte er zu Rebekka: »Der Ältere wird sich dem Jüngeren unterordnen müssen.«9,11-12 1. Mose 25,23. Damit bekräftigte Gott die bleibende Gültigkeit seines Plans, nach dem seine Wahl nicht von menschlichen Leistungen abhängig ist, sondern einzig und allein von seiner eigenen freien Entscheidung.9,11-12 W sondern auch bei Rebekka, als sie von Einem schwanger war, unserem Vater Isaak. 11 Denn als sie noch nicht geboren waren und weder etwas Gutes noch etwas Böses getan hatten – weil der in Verbindung mit Erwählung gefasste Plan Gottes bleiben sollte, 12 nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund von dem, der beruft –, wurde zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.« 1. Mose 25,23. 13Darum heißt es in der Schrift auch:

»Jakob habe ich meine Liebe zugewandt,

aber Esau habe ich von mir gestoßen9,13 W habe ich gehasst. Maleachi 1,2.3.9,13 Maleachi 1,2.3.

Gott schenkt sein Erbarmen, wem er will

14Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Ist Gott etwa ungerecht? Niemals! 15Er sagt ja zu Mose:

»Wenn ich jemand mein Erbarmen schenke,

tue ich es, weil ich Erbarmen mit ihm habe;

wenn ich jemand mein Mitleid erfahren lasse,

geschieht es, weil ich Mitleid mit ihm habe.«9,15 2. Mose 33,19.

16Es liegt also nicht am Menschen mit seinem Wollen und Bemühen9,16 W nicht am Wollenden oder am Laufenden., sondern an Gott und seinem Erbarmen. 17Aus diesem Grund steht in der Schrift auch folgendes Wort, das Gott dem Pharao sagt: »Die Macht, die du hast, habe ich dir deshalb gegeben9,17 W 17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Ich habe dich deshalb erweckt., weil ich an dir meine eigene Macht zeigen will und weil dadurch mein Name überall in der Welt bekannt werden soll.«9,17 2. Mose 9,16. 18Wir sehen also, dass Gott so handelt, wie er es will: Er lässt den einen sein Erbarmen erfahren, und er bewirkt, dass ein anderer sich ihm gegenüber verschließt.9,18 W 18 Also nun: Wen er will, lässt er sein Erbarmen erfahren, und wen er will, verhärtet er.

19Man wird9,19 W Du wirst. mir jetzt entgegenhalten: »Warum zieht er uns dann noch zur Rechenschaft? Dem, was er beschlossen hat, kann sich ja doch niemand widersetzen9,19 Od beschlossen hat, widersetzt sich im Grunde genommen ja doch niemand.20So? Was bildest du dir ein? Du bist ein Mensch und willst anfangen, mit Gott zu streiten? Sagt etwa ein Gefäß9,20 W das Geformte. zu dem, der es geformt hat: »Warum hast du mich so gemacht, ´wie ich bin`?«9,20 Vergleiche Jesaja 29,16; 45,9. 21Hat der Töpfer nicht das Recht, über den Ton zu verfügen und aus ein und derselben Masse zwei verschiedene Gefäße zu machen – eines für einen ehrenvollen Zweck und eines für einen weniger ehrenvollen Zweck?

22Und ´was sagst du dazu,` dass Gott die, die ´gewissermaßen` als Gefäße seines Zorns für das Verderben bereitgestellt sind, bisher mit so großer Geduld getragen hat? Er will zwar, dass man ´an ihnen die Auswirkungen` seines Zorns sieht und seine Macht erkennt. 23Andererseits will er aber auch, dass man erkennt, in welch reichem Maß er seine Herrlichkeit den Gefäßen seines Erbarmens schenkt – uns, für die er diese Herrlichkeit vorbereitet hat. Er hat uns dazu bestimmt, an ihr teilzuhaben9,23 W will er aber auch, dass man den Reichtum seiner Herrlichkeit für die Gefäße / an den Gefäßen des Erbarmens erkennt, die er für (seine) Herrlichkeit im Voraus bereitet hat., 24und hat uns auch berufen, nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus den anderen Völkern, 25wie er es im ´Buch des Propheten` Hosea sagt:

»Ich werde die mein Volk nennen9,25 Im Griechischen dasselbe Wort wie rufen/berufen (Vers 24).,

die nicht mein Volk waren;

ich werde die meine geliebte Frau nennen,

die bisher ungeliebt war.«9,25 Hosea 2,25.

26»Gerade dort9,26 Od Überall dort., wo zu ihnen gesagt wurde:

›Ihr seid nicht Gottes9,26 W mein. Volk!‹,

werden sie ›Söhne ´und Töchter` des lebendigen Gottes‹ genannt werden.«9,26 Hosea 2,1.

27Und Jesaja ruft im Hinblick auf Israel aus:

»Selbst wenn die Israeliten so zahlreich wären

wie der Sand am Meer,

wird doch nur ein kleiner Teil von ihnen

übrig bleiben und9,27 W wird der Überrest. gerettet werden.

28Denn was der Herr angekündigt hat,

das wird er ohne Einschränkung und ohne Verzögerung

auf der ganzen Erde ausführen9,28 das wird er auf der ganzen Erde vollständig ausführen, allerdings auf diesen Überrest beschränkt. W Denn das/sein Wort wird der Herr auf der Erde (im Land) ausführen, vollendend und abkürzend/einschränkend. Jesaja 10,22.23.9,28 Jesaja 10,22.23.

29Was Jesaja hier über Israel vorausgesagt hat, sagt er auch an einer anderen Stelle. Es heißt dort9,29 W 29 Und wie Jesaja vorausgesagt hat.:

»Hätte der Herr, der allmächtige Gott,

nicht einige von unserem Volk9,29 W Hätte der Herr Zebaot uns nicht Nachkommenschaft. – »Herr Zebaot«: eine aus dem Hebräischen übernommene Gottesbezeichnung (»Herr der Heere« – Engelheere oder Heerscharen Israels oder beides), die auf Gottes Allmacht hinweist. übrig gelassen,

dann wäre es uns wie Sodom ergangen;

es wäre mit uns dasselbe geschehen wie mit Gomorra.«9,29 Jesaja 1,9; vergleiche 1. Mose 19,24.25.

Das Scheitern Israels in seinem Bemühen um Gerechtigkeit

30Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Menschen, die nicht zum jüdischen Volk gehören, sind von Gott für gerecht erklärt worden, ohne sich darum bemüht zu haben. Sie haben9,30 W gehören und sich nicht um Gerechtigkeit bemühten, haben. die Gerechtigkeit empfangen, deren Grundlage der Glaube ist. 31Israel hingegen hat bei all seinem Bemühen, das Gesetz zu erfüllen und dadurch zur Gerechtigkeit zu gelangen9,31 Od das Gesetz zu erfüllen, das den Weg zur Gerechtigkeit zeigt., das Ziel nicht erreicht, um das es beim Gesetz geht.9,31 W Israel hingegen, das sich um das Gesetz der Gerechtigkeit bemühte, hat das Gesetz nicht erreicht. 32Und warum nicht? Weil die Grundlage, auf die sie bauten, nicht der Glaube war; sie meinten, sie könnten das Ziel durch ihre eigenen Leistungen9,32 W aufgrund von Werken. erreichen. Das Hindernis, an dem sie sich stießen, war der »Stein des Anstoßes«, 33von dem es9,33 W wie es. in der Schrift heißt:

»An dem Grundstein, den ich in Zion lege, wird man sich stoßen9,33 W »Seht, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes.;

er ist ein Fels, an dem man zu Fall kommen wird.

Aber wer ihm vertraut9,33 Od wer an ihn glaubt.,

wird vor dem Verderben bewahrt werden9,33 W wird nicht zuschanden werden. Jesaja 8,14; 28,16.9,33 Jesaja 8,14; 28,16.