Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Jeder muss sich vor Gott für das verantworten, was er getan hat

21Deshalb darfst du allerdings nicht meinen, du seist entschuldigt, wenn du das alles verurteilst. Denn wer du auch bist: Indem du2,1 W Deshalb hast du keine Entschuldigung, o Mensch, jeder, der verurteilt. Denn wenn/worin du. über einen anderen zu Gericht sitzt, sprichst du dir selbst das Urteil, weil du genau dasselbe tust wie der, zu dessen Richter du dich machst. 2Nun wissen wir aber, dass Gott die zu Recht verurteilt, die jene Dinge tun; wir wissen, dass sein Urteil der Wahrheit entspricht. 3Und da meinst du2,3 W du, o Mensch., du könnest dem Gericht Gottes entgehen, wo du doch genauso handelst wie die, die du verurteilst?2,3 W die du verurteilst, weil sie solche Dinge tun. 4Oder betrachtest du seine große Güte, Nachsicht und Geduld als selbstverständlich?2,4 W Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Nachsicht und Geduld? Begreifst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr bringen will? 5Doch du bist verhärtet; dein Herz ist nicht zur Umkehr bereit. So sorgst du selbst dafür, dass sich Gottes Zorn gegen dich immer weiter anhäuft, bis er schließlich am »Tag seines Zorns« über dich hereinbricht – an dem Tag, an dem Gott Gericht hält und für alle sichtbar werden lässt, dass sein Urteil gerecht ist2,5 W an dem Tag der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes..

6Gott wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat.2,6 Vergleiche Psalm 62,13; Sprüche 24,12. 7Denen, die unbeirrbar tun, was gut ist, und alles daran setzen, an ´Gottes` Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit teilzuhaben, wird er das ewige Leben geben. 8Diejenigen dagegen, die sich in selbstsüchtiger Gesinnung2,8 Od aus Streitsucht. weigern, der Wahrheit zu gehorchen, und sich stattdessen zu gehorsamen Werkzeugen des Unrechts machen lassen, wird Gottes Zorn in seiner ganzen Härte treffen. 9Ja, Not und qualvolle Angst wird das Los jedes Menschen2,9 W jeder Menschenseele. sein, der tut, was böse ist. Das gilt zunächst für die Juden, es gilt aber auch für jeden anderen Menschen. 10´Ewige` Herrlichkeit jedoch und Ehre und Frieden werden jedem gegeben, der tut, was gut ist. Auch das gilt zunächst für die Juden und gilt ebenso für alle anderen Menschen. 11Denn Gott ist ein unbestechlicher Richter.2,11 W Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person.

Für Juden und Nichtjuden gilt derselbe Maßstab

12Wenn die, die das Gesetz Gottes nicht kennen, sündigen, werden sie wegen ihrer Sünde verloren gehen, ohne dass das Gesetz dabei eine Rolle spielt. Und wenn die sündigen, die das Gesetz Gottes kennen, werden sie2,12 W 12 Denn so viele unabhängig vom Gesetz gesündigt haben, werden auch unabhängig vom Gesetz verloren gehen. Und so viele unter dem Gesetz gesündigt haben, werden. aufgrund dieses Gesetzes verurteilt werden. 13Denn vor Gott sind nicht die gerecht, die hören, was das Gesetz sagt; für gerecht erklären wird Gott vielmehr die, die tun, was das Gesetz sagt. 14Wenn nun Menschen, die nicht zum jüdischen Volk gehören und mit dem Gesetz Gottes daher nicht in Berührung gekommen sind, von sich aus2,14 W von Natur aus. so handeln, wie es das Gesetz fordert, dann ist dieses Gesetz, auch wenn sie es nicht kennen, offensichtlich ein Teil von ihnen selbst. 15Ihr Verhalten beweist, dass das, was das Gesetz fordert,2,15 W 14 … dann sind sie, auch wenn sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein/das Gesetz. 15 Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes. ihnen ins Herz geschrieben ist. Das zeigt sich auch im Urteil2,15 W Zeugnis. ihres Gewissens und am Widerstreit von Anklagen und Rechtfertigungen in ihren Gedanken. 16Der Tag des Gerichts wird das alles bestätigen, der Tag2,16 Nach anderer Auffassung bilden die Verse 14 und 15 eine Zwischenbemerkung, und Vers 16 schließt an Vers 13 an: 16 ´Gott wird sie für gerecht erklären` am Tag des Gerichts, an dem Tag., an dem Gott durch Jesus Christus2,16 durch Jesus Christus wird von manchen auf den Schluss des Verses bezogen: So lehrt es das Evangelium, das mir durch Jesus Christus (w durch Christus Jesus) anvertraut ist. auch über die verborgensten Dinge im Leben der Menschen sein Urteil sprechen wird. So lehrt es das Evangelium, das mir anvertraut ist.

Vor dem Gericht Gottes schützt weder der Besitz des Gesetzes …

17Nun gut, du kannst von dir sagen, dass du ein Jude bist. Du fühlst dich sicher, weil du das Gesetz hast, und bist stolz darauf, den wahren Gott zu kennen2,17 Od und bist stolz auf deine Beziehung zu Gott. W Du verlässt dich auf das Gesetz und bist stolz auf Gott.. 18Du kennst seinen Willen und hast ein sicheres Urteil in allen Fragen, bei denen es um Gut und Böse geht2,18 W und kannst beurteilen, worauf es ankommt., weil du dich im Gesetz auskennst2,18 Od weil du im Gesetz unterrichtet worden bist.. 19Du bist überzeugt, ´dass es dein Auftrag ist,` ein Führer der Blinden zu sein und ein Licht für die, die in der Finsternis sind, 20ein Erzieher derer, denen es an Einsicht fehlt, und ein Lehrer der Unwissenden2,20 W der Unmündigen.. Schließlich besitzt du ja das Gesetz, den Inbegriff2,20 W besitzt du ja im Gesetz die Verkörperung. der Erkenntnis und der Wahrheit.

21Wenn du nun andere belehrst, warum dann nicht auch dich selbst? Du predigst, man dürfe nicht stehlen; warum stiehlst du dann? 22Du sagst, man solle die Ehe nicht brechen; warum brichst du sie dann? Du verabscheust die Götzen; warum ´bereicherst du dich dann an ihnen, indem` du ihre Tempel plünderst? 23Du redest voller Stolz vom Gesetz, und gleichzeitig brichst du es und raubst Gott damit die Ehre, 24genau wie es in der Schrift heißt: »Euretwegen wird der Name Gottes bei den Völkern in den Schmutz gezogen.«2,24 Jesaja 52,5; vergleiche Hesekiel (Ezechiel) 36,20-23.

… noch die Beschneidung

25Auch die Beschneidung nützt dir nur etwas, wenn du nach dem Gesetz lebst. Wenn du tust, was das Gesetz verbietet, bist du in Wirklichkeit nicht mehr ein Beschnittener, sondern ein Unbeschnittener. 26Und ist es umgekehrt nicht genauso? Wenn ein Unbeschnittener so lebt, wie es der vom Gesetz geforderten Gerechtigkeit entspricht, gilt er – unbeschnitten wie er ist – vor Gott als ein Beschnittener. 27Was seine Herkunft2,27 Od seinen Körper. W seine Natur. betrifft, gehört er nicht zu denen, die beschnitten sind, aber er erfüllt das Gesetz und wird daher über dich zu Gericht sitzen, denn obwohl du als Jude den genauen Text des Gesetzes besitzt und beschnitten bist,2,27 Od denn gerade wegen deiner verkehrten Auffassung vom Buchstaben des Gesetzes und von der Beschneidung. W denn mit/durch Buchstaben und Beschneidung. lebst du nicht nach dem Gesetz. 28Nicht der ist nämlich ein Jude, der es ´nur` nach außen hin ist, und die ´wirkliche` Beschneidung ist nicht die, die äußerlich sichtbar am Körper vollzogen wird. 29Ein ´wahrer` Jude ist der, der es im Innersten seines Wesens2,29 W im Verborgenen. ist, und die ´wahre` Beschneidung ist die, die am Herzen geschieht. Sie kommt nicht durch die äußerliche Befolgung einer Gesetzesvorschrift zustande, sondern ist das Werk des Heiligen Geistes.2,29 W Sie geschieht durch den Geist, nicht durch den Buchstaben. Das Lob, das der erhält, der in diesem Sinn Jude ist,2,29 W Sein Lob. Vielleicht eine Anspielung darauf, dass der Name Juda/Jude in 1. Mose 29,35 von »loben/preisen« abgeleitet wird (vergleiche 1. Mose 49,8). kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

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Gottes Treue angesichts der Untreue des Menschen

31Aber was haben dann die Juden gegenüber den anderen Menschen noch für einen Vorteil? Und was ist der Nutzen der Beschneidung? 2Nun, die Juden haben den anderen Menschen in jeder Hinsicht viel voraus. Vor allem ist es das eine, dass Gott ihnen seine Worte3,2 seine Zusagen. anvertraut hat.

3Aber wie steht es damit, dass einige von ihnen Gott nicht geglaubt haben, sondern ihm untreu geworden sind? Hebt ihre Untreue3,3 Od ihr Unglaube. Gottes Treue auf? 4Niemals! Was vielmehr klar werden soll, ist dies: Gott ist zuverlässig, und was er sagt, ist wahr3,4 W Gott ist wahr/wahrhaftig., und jeder Mensch ist ´letztlich` ein Lügner, genau wie es in der Schrift heißt:

»Es soll deutlich werden, dass du, Gott, im Recht bist

und dass deine Worte wahr sind3,4 W »Damit du gerechtfertigt wirst in deinen Worten / durch deine Worte.;

du wirst dich siegreich behaupten,

wenn man über dich zu Gericht sitzt3,4 Od wenn du einen Rechtsstreit führst. Psalm 51,6.3,4 Psalm 51,6.

5Wenn nun aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erst richtig zur Geltung bringt, welchen Schluss sollen wir daraus ziehen? Etwa den, dass Gott ungerecht ist, wenn er seinen Zorn ´über uns` hereinbrechen lässt? (Ich rede ´bewusst einmal rein` menschlich.) 6Nein, niemals! Sonst wäre es ja undenkbar, dass Gott die Welt richten wird. 7Aber wenn ich doch nun ein Lügner bin, wird dann nicht gerade dadurch umso deutlicher, dass Gott zuverlässig ist und dass das, was er sagt, wahr ist3,7 W dass Gott wahr/wahrhaftig ist.? Ich trage also dazu bei, dass Gottes Ruhm noch größer wird. Wieso werde ich von ihm dann noch als Sünder verurteilt? 8Und überhaupt – warum nicht noch einen Schritt weiter gehen und sagen: »Tun wir doch Böses, damit Gutes dabei herauskommt!«? Einige, die schlecht über uns reden, behaupten ja sogar, das sei es, was wir lehren. Die, ´die uns so etwas unterstellen3,8 die tatsächlich so etwas lehren.,` trifft Gottes Gericht mit vollem Recht.

Das Urteil Gottes: Die ganze Welt ist schuldig

9Wie ist es denn nun? Sind wir ´als Juden den anderen Menschen gegenüber` im Vorteil, ´oder sind wir es nicht`?3,9 Od Versuchen wir (die Juden bzw. Paulus) uns etwa herauszureden? Sind wir ´als Juden` etwa schlechter daran? Wir sind es ganz und gar nicht!3,9 Od Wir sind es nicht unbedingt. Ich habe3,9 W Wir haben. ja jetzt den Beweis erbracht, dass alle schuldig sind, die Juden ebenso wie die anderen Menschen3,9 W wie die Griechen., und dass alle unter der Herrschaft der Sünde stehen, 10genau wie es in der Schrift heißt:

»Keiner ist gerecht, auch nicht einer.

11Keiner ist klug, keiner fragt nach Gott.

12Alle sind vom richtigen Weg abgewichen,

keinen Einzigen kann ´Gott` noch gebrauchen.

Keiner handelt so, wie es gut wäre3,12 handelt gütig., nicht ein Einziger.3,12 Prediger (Kohelet) 7,20; Psalm 14,1-3; 53,2-4.

13Ihr Rachen ist ein offenes Grab.

Ihre Zunge gebrauchen sie, um zu betrügen.3,13 Psalm 5,10.

Schlangengift verbirgt sich unter ihren Lippen.3,13 Psalm 140,4.

14Ihr Mund ist voller Flüche und gehässiger Worte3,14 W und Bitterkeit. Psalm 10,7..3,14 Psalm 10,7.

15Nichts hemmt ihre Schritte3,15 W Ihre Füße sind schnell., wenn es gilt, Blut zu vergießen.

16Verwüstung und Elend lassen sie auf ihren Wegen zurück,

17und vom Weg, der zum Frieden führt, wollen sie nichts wissen3,17 W und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt. Jesaja 59,7.8; Sprüche 1,16..3,17 Jesaja 59,7.8; Sprüche 1,16.

18Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihnen nie in den Sinn.3,18 Psalm 36,2.«

19So sagt es das Gesetz, und wir wissen: Alles, was das Gesetz sagt, richtet sich an die, denen es gegeben wurde3,19 W an die, die unter dem Gesetz sind.. Damit wird jeder Mund zum Schweigen gebracht; die ganze Welt ist vor Gott als schuldig erwiesen. 20Denn auch durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften steht kein Mensch vor Gott gerecht da.3,20 Od 20 Denn niemand kann das Gesetz einhalten, und darum ist niemand vor Gott gerechtfertigt. W 20 Denn aufgrund von Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden. Das Gesetz führt vielmehr dazu, dass man seine Sünde erkennt.

Der Opfertod Jesu: die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes

21Doch jetzt hat Gott – unabhängig vom Gesetz, aber in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten – seine Gerechtigkeit3,21 Od die Gerechtigkeit, die von ihm gewirkt ist. die Gerechtigkeit, mit der man vor ihm bestehen kann. sichtbar werden lassen. 22Es ist eine Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube an Jesus Christus3,22 die Treue Jesu Christi. ist und die allen zugute kommt, die glauben. Dabei macht es keinen Unterschied, ´ob jemand Jude oder Nichtjude ist,` 23denn alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck3,23 Od haben gesündigt, sodass ihnen die Anerkennung vonseiten Gottes fehlt., 24und dass sie für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es ist sein freies Geschenk aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus3,24 W aufgrund der Erlösung, die in/durch Christus Jesus ist..

25Ihn hat Gott vor den Augen aller Welt zum Sühneopfer für unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute. Damit hat Gott unter Beweis gestellt, dass er gerecht gehandelt hatte, als er die bis dahin begangenen Verfehlungen der Menschen ungestraft ließ. 26Wenn er Nachsicht übte, geschah das im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu. Durch dieses3,26 Od Damit hat Gott seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt. Es ging ihm darum, die bis dahin begangenen Verfehlungen der Menschen in seiner Nachsicht zu vergeben. 26 Ja, durch das Sühneopfer Jesu. hat er jetzt, in unserer Zeit, seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt; er hat gezeigt, dass er gerecht ist, wenn3,26 Od dass er selber gerecht ist und dass. er den für gerecht erklärt, der sein ganzes Vertrauen auf Jesus setzt.3,26 W 25 Ihn hat Gott öffentlich (od allen zugänglich) als Sühneort (od Sühneopfer; od Sühnemittel) hingestellt durch den Glauben (in seiner Treue) in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Ungestraftlassens (od wegen des Vergebens) der vorher geschehenen Verfehlungen 26 in der (od in der Zeit der) Nachsicht Gottes, zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht ist und den für gerecht erklärt, der aus dem Glauben an Jesus ist. – Mit dem Ausdruck Sühneort wird wahrscheinlich an den »Sühnedeckel« erinnert, die Deckplatte der alttestamentlichen Bundeslade. Auf sie sprengte der Hohepriester am Versöhnungstag das Blut des Opfertieres, das als Sühneopfer für die Sünden des Volkes bestimmt war; siehe 3. Mose 16; Hebräer 9,5. – Statt öffentlich … hingestellt übersetzen andere im Voraus … bestimmt. – Statt durch den Glauben in seinem Blut übersetzen andere durch den Glauben an sein Blut.

Zugang zu Gottes Gerechtigkeit: nicht durch eigene Leistungen, sondern durch den Glauben

27Hat da noch irgendjemand einen Grund, auf etwas stolz zu sein? Nein, das ist jetzt ausgeschlossen. Folgt das etwa aus dem Gesetz? Sofern das Gesetz zu Leistungen auffordert: nein; sofern das Gesetz jedoch zum Glauben auffordert: ja.3,27 Od ausgeschlossen. Aus welchem Grundsatz folgt das? Aus dem, dass Leistungen gefordert sind? Nein, sondern aus dem Grundsatz, dass es auf den Glauben ankommt. W ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28Denn wir gehen davon aus, dass man aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird, und zwar unabhängig von Leistungen, wie das Gesetz sie fordert3,28 W für gerecht erklärt wird ohne Werke des Gesetzes..

29Oder ist Gott etwa nur der Gott der Juden? Ist er nicht ebenso auch der Gott aller anderen Menschen3,29 Od Völker.? Natürlich ist er das, 30so wahr es nur einen Gott gibt – den Gott, der auf ein und derselben Grundlage des Glaubens Beschnittene und Unbeschnittene für gerecht erklärt3,30 W der den Beschnittenen aufgrund des Glaubens und den Unbeschnittenen durch den Glauben für gerecht erklären wird..

31Setzen wir nun dadurch, dass wir alles vom Glauben abhängig machen,3,31 W Setzen wir nun durch den Glauben. das Gesetz außer Kraft? Keineswegs! Das Gegenteil ist der Fall: Wir bringen das Gesetz dadurch erst richtig zur Geltung.3,31 Od 31 Widersprechen wir nun dadurch, dass wir alles vom Glauben abhängig machen, dem Gesetz? Keineswegs! Das Gegenteil ist der Fall: Wir zeigen, dass das Gesetz damit übereinstimmt.

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Das Beispiel Abrahams: Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens und nicht aufgrund der Beschneidung

41Wie war es denn bei Abraham, unserem Stammvater? (Wir Juden sind ja seine leiblichen Nachkommen.) Was hat dazu geführt, 2dass er für gerecht erklärt wurde? Seine eigenen Leistungen? Dann4,2 W 1 Was hat denn, so wollen wir fragen, Abraham gefunden, unser Vorvater nach dem Fleisch (Abraham, unser Vorvater, nach dem Fleisch gefunden, d. h. durch eigenes Bemühen)? 2 Denn wenn Abraham aufgrund von Werken für gerecht erklärt worden ist, dann. hätte er allen Grund, stolz zu sein. Aber sie sind nicht das, was vor Gott zählt. 3Und warum nicht? Die Schrift sagt: »Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.«4,3 1. Mose 15,6. 4Wenn jemand durch eigene Leistungen für gerecht erklärt werden will, ist er wie ein Arbeiter, dessen Lohn auf der Grundlage des Geleisteten berechnet wird. Was er bekommt, bekommt er nicht aus Gnade, sondern weil man es ihm schuldet. 5Wenn hingegen jemand, ohne irgendwelche Leistungen vorweisen zu können, sein Vertrauen auf Gott setzt, wird sein Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet, denn er vertraut auf den, der uns trotz all unserer Gottlosigkeit für gerecht erklärt.4,5 W 4 Dem, der Werke tut, wird der Lohn nicht nach Gnade angerechnet, sondern nach Schuldigkeit. 5 Dem aber, der keine Werke tut, aber an den glaubt, der den Gottlosen für gerecht erklärt, wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.

6Genauso nennt auch David den glücklich, dem Gott ohne irgendeine Gegenleistung Gerechtigkeit schenkt4,6 W den Menschen glücklich, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke anrechnet.. Er sagt:

7»Wie gut hat es der,

dem sein Ungehorsam gegen ´Gottes` Gesetz vergeben ist

und dessen Sünden zugedeckt sind!

8Wie gut hat es der,

dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!«4,8 Psalm 32,1.2.

9Werden hier nur die glücklich genannt, die beschnitten sind, oder gilt das, ´was David sagt,` auch für die Unbeschnittenen?

Wir haben gesehen, dass der Glaube Abraham als Gerechtigkeit angerechnet wurde. 10In welche Zeit fiel das?4,10 W Wie nun wurde er ihm angerechnet? War er damals schon beschnitten, oder war er noch unbeschnitten? Er war noch unbeschnitten, 11und dass er dann beschnitten wurde, war ein äußeres Zeichen, eine Besiegelung der Tatsache, dass Gott ihm, als er noch unbeschnitten war, aufgrund seines Glaubens4,11 Od dass Gott ihm aufgrund des Glaubens, den er schon hatte, als er noch unbeschnitten war. Gerechtigkeit zugesprochen hatte. Denn Abraham sollte der Vater all derer werden4,11 Od So ist Abraham der Vater all derer geworden., die glauben, auch wenn sie nicht beschnitten sind, und denen darum genau wie ihm der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet wird. 12´Durch seine Beschneidung` ist Abraham aber auch der Vater der Beschnittenen geworden, und zwar der Vater derer, die sich nicht damit begnügen, beschnitten zu sein, sondern die in seine Fußstapfen treten und dem Beispiel folgen, das er, unser Stammvater, uns durch seinen Glauben gab, noch bevor er beschnitten war.

Gottes Zusage an Abraham – nur an den Glauben gebunden

13Nicht anders ist es mit der Zusage Gottes an Abraham, ihm als Erben die ganze Welt zum Eigentum zu geben. Auch diese Zusage, die ihm und darüber hinaus seinen Nachkommen galt, war nicht an die Befolgung des Gesetzes gebunden. Sie wurde ihm vielmehr gegeben, weil er aufgrund des Glaubens in Gottes Augen gerecht war.4,13 W galt, wurde nicht durch (das) Gesetz gegeben, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens. 14Wenn das Erbe denen in Aussicht gestellt wäre, denen das Gesetz gegeben ist4,14 Od die das Gesetz befolgen. W die vom Gesetz sind., wäre der Glaube überflüssig. Außerdem wäre die Zusage dann hinfällig, 15denn das Gesetz zieht Gottes Zorn nach sich, weil es übertreten wird4,15 W denn das Gesetz bewirkt Zorn.. Übertretungen gibt es nur dort nicht, wo es kein Gesetz gibt.

16Deshalb also ist die Zusage an den Glauben gebunden; ihre Erfüllung soll ein Geschenk der Gnade sein.4,16 W Deshalb geschieht es aufgrund des Glaubens, damit es entsprechend der Gnade geschieht. Damit ist sichergestellt, dass die Zusage für die gesamte Nachkommenschaft Abrahams Gültigkeit hat. Sie gilt nicht nur für die Nachkommen, denen das Gesetz gegeben wurde4,16 Od die das Gesetz befolgen. W die vom Gesetz sind., sondern auch für die, die – ohne das Gesetz zu haben – so glauben, wie Abraham glaubte4,16 W sondern auch für die vom Glauben Abrahams.. Denn er ist der Vater von uns allen, 17genau wie es in der Schrift heißt: »Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht4,17 Od bestimmt. 1. Mose 17,5.4,17 1. Mose 17,5. Ja, in Gottes Augen ist er das, denn er vertraute auf ihn4,17 Od gemacht.« Er lebte in der Gegenwart Gottes und vertraute auf ihn (od glaubte an ihn)., den Gott, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft4,17 Od und von dem, was noch nicht ist, spricht, als wäre es schon da.. 18Da, wo es nichts zu hoffen gab, gab er die Hoffnung nicht auf, sondern glaubte, und so wurde er der Vater vieler Völker4,18 Od sondern glaubte, dass er der Vater vieler Völker werden würde.. Es war ihm ja vorausgesagt worden: »So zahlreich werden deine Nachkommen sein.«4,18 1. Mose 15,5.

19Abraham war damals fast hundert Jahre alt und konnte keine Kinder mehr zeugen; in dieser Hinsicht war sein Körper gewissermaßen schon tot. Nicht anders war es bei seiner Frau Sara, denn auch sie konnte keine Kinder mehr bekommen. Und obwohl Abraham seine Augen nicht vor dem allem verschloss, ließ er sich in seinem Glauben nicht entmutigen.4,19 AL(2) Aber weil Abraham sich in seinem Glauben nicht entmutigen ließ, schenkte er dem allem keine Beachtung. W 19 Und nicht schwach werdend im Glauben, betrachtete er (aL(2) betrachtete er nicht) seinen schon erstorbenen Körper – er war etwa hundertjährig – und das Erstorbensein des Mutterleibes der Sara. 20Statt die Zusage Gottes in Frage zu stellen, wie es der Unglaube tun würde, ehrte er Gott, ´indem er ihm vertraute,` und wurde dadurch in seinem Glauben gestärkt. 21Er war fest davon überzeugt, dass Gott die Macht hat, das, was er zugesagt hat, auch zu tun.

22Das ist also der Grund, weshalb ihm – ´wie es in der Schrift heißt` – der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet wurde.

Abrahams Glaube: Vorbild für alle, die glauben

23Die Aussage, dass der Glaube Abraham angerechnet wurde, betrifft nicht nur ihn, 24sondern steht auch unseretwegen in der Schrift. Auch uns wird4,24 Od soll. der Glaube angerechnet werden. Denn der ´Gott`, auf den wir unser Vertrauen setzen4,24 Od an den wir glauben., hat Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt – 25ihn, der wegen unserer Verfehlungen dem Tod preisgegeben wurde und dessen Auferstehung uns den Freispruch bringt4,25 W und der wegen unseres Freispruchs / wegen unserer Rechtfertigung auferweckt worden ist..