Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Absender und Empfänger des Briefes. Auftrag und Botschaft des Apostels Paulus

11Paulus, Diener Jesu Christi1,1 W Diener (od Sklave) Christi Jesu., ´an die Gemeinde in Rom`.

Gott hat mich zum Apostel berufen und dazu bestimmt, seine Botschaft1,1 Od Christus hat mich zum Apostel berufen und dazu bestimmt, Gottes Botschaft. bekannt zu machen, 2die er schon vor langer Zeit durch seine Propheten in der Heiligen Schrift angekündigt hatte. 3Es handelt sich um das Evangelium von seinem Sohn. Dieser stammt seiner irdischen Herkunft nach1,3 Od seiner menschlichen Seite nach. W dem Fleisch nach. von David ab, 4und nachdem er von den Toten auferstanden ist, ist ihm – wie es das Wirken des Heiligen Geistes zeigt1,4 Od weil der Heilige Geist in ihm war. Od durch den Heiligen Geist. weil sein Geist Gott geweiht war. – die Macht gegeben worden, die ihm als dem Sohn Gottes zukommt1,4 Od ist er – wie das Wirken des Heiligen Geistes zeigt – durch Gottes Macht (od auf machtvolle Weise) als Sohn Gottes eingesetzt worden. W 4 und er ist eingesetzt worden als Sohn Gottes in Macht entsprechend dem Geist der Heiligkeit infolge der Totenauferstehung.. 5Durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn, hat Gott mich in seiner Gnade zum Apostel für alle Völker gemacht, damit sie das Evangelium annehmen und an Jesus glauben und damit auf diese Weise sein Name geehrt wird1,5 W unseren Herrn, haben wir Gnade und Apostelamt empfangen für den Glaubensgehorsam unter allen Völkern (od unter allen nichtjüdischen Völkern) für seinen Namen..

6Darum gilt mein Auftrag auch euch in Rom, euch1,6 W 6 Unter ihnen seid auch ihr., die ihr von Jesus Christus berufen seid1,6 Od die ihr, weil ihr ´von Gott` berufen seid, zu Jesus Christus gehört.. 7Ihr seid von Gott geliebt, ihr seid berufen, und ihr gehört zu seinem heiligen Volk1,7 W geliebt, ihr seid berufene Heilige.. Euch allen ´wünsche ich` Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn.

Der Wunsch des Apostels, die Christen in Rom zu besuchen

8Als Erstes möchte ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle danken, denn in der ganzen Welt spricht man von eurem Glauben. 9Gott weiß, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht1,9 W dass ich unaufhörlich. ´im Gebet` an euch denke. Er ist mein Zeuge – er, dem ich diene, indem ich mich mit meinem ganzen Leben für das Evangelium von seinem Sohn einsetze1,9 Od dem ich bei meinem Einsatz für das Evangelium von seinem Sohn mit ständigem Gebet (od nicht nur auf äußerliche Weise) diene. W dem ich in meinem Geist am Evangelium von seinem Sohn diene.. 10Gott weiß auch, dass es mein Wunsch ist, endlich einmal zu euch zu kommen. Jedes Mal, wenn ich bete, bitte ich ihn darum, mir das möglich zu machen, wenn es sein Wille ist. 11Denn ich sehne mich danach, euch persönlich kennen zu lernen und euch etwas von dem, was Gottes Geist mir geschenkt hat,1,11 W etwas an geistlicher Gabe. weiterzugeben, damit ihr ´in eurem Glauben` gestärkt werdet – 12besser gesagt: damit wir, wenn ich bei euch bin, durch unseren Glauben gegenseitig ermutigt werden, ich durch euch und ihr durch mich1,12 ermutigt werden, weil euer Glaube und mein Glaube derselbe ist..

13Ihr sollt wissen, Geschwister1,13 Traditionell: Brüder. Das griechische Wort wird aber nicht nur exklusiv gebraucht (zur Bezeichnung von Männern), sondern auch inklusiv (Männer und Frauen). An Stellen wie dieser, wo die ganze Gemeinde angeredet wird, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit das zweite zu. – Entsprechend im ganzen Brief und in allen anderen neutestamentlichen Schriften., dass ich mir schon oft vorgenommen hatte, euch zu besuchen, nur stand dem bisher jedes Mal etwas im Weg. Ich möchte nämlich, dass meine Arbeit auch bei euch ´in Rom` Früchte trägt, genauso, wie es bei den anderen Völkern der Fall ist. 14Allen weiß ich mich verpflichtet: sowohl den Völkern griechischer Kultur1,14 Damit sind alle griechischsprachigen oder unter dem Einfluss der griechischen Kultur stehenden Völker jener Zeit gemeint, einschliesslich der lateinischsprachigen römischen Nation. als auch den übrigen Völkern1,14 W 14 Sowohl den Griechen als auch den Barbaren bin ich ein Schuldner. Als Griechen werden hier alle griechischsprachigen oder unter dem Einfluss der griechischen Kultur stehenden Völker jener Zeit bezeichnet (also auch die lateinischsprachige römische Nation), als Barbaren alle übrigen Völker., sowohl den Gebildeten als auch den Ungebildeten. 15Darum ist es mein Wunsch1,15 Od Darum bin ich, soweit es an mir liegt, bereit., auch euch in Rom die Botschaft des Evangeliums zu verkünden.

Die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes durch das Evangelium – das Thema des Briefes

16Zu dieser Botschaft bekenne ich mich offen und ohne mich zu schämen, denn das Evangelium ist die Kraft Gottes, die jedem, der glaubt, Rettung bringt. Das gilt zunächst für die Juden, es gilt aber auch für jeden anderen Menschen1,16 W für die Griechen (hier im Sinn von »Nichtjuden«). Ebenso in Kapitel 2,9 und 10.. 17Denn im Evangelium zeigt uns Gott seine Gerechtigkeit1,17 Od zeigt uns Gott die Gerechtigkeit, die von ihm gewirkt ist. zeigt uns Gott die Gerechtigkeit, mit der wir vor ihm bestehen können., eine Gerechtigkeit, zu der man durch den Glauben Zugang hat; sie kommt dem zugute, der ihm vertraut1,17 Od eine Gerechtigkeit, zu der man durch den Glauben Zugang hat und die zum Glauben führt. Od eine Gerechtigkeit, die von Anfang bis Ende auf den Glauben gegründet ist. eine Gerechtigkeit, die auf Gottes Treue (im Griechischen dasselbe Wort wie Glaube) zurückgeht und die zum Glauben führt. W Denn im Evangelium wird Gottes Gerechtigkeit offenbart aus Glauben zu Glauben / auf der Grundlage des Glaubens ´und` mit dem Ziel des Glaubens.. Darum heißt es in der Schrift: »Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.1,17 Od Der, der aufgrund des Glaubens gerecht ist, wird leben. Habakuk 2,4.«1,17 Habakuk 2,4.

Gottes Zorn über die Gottlosigkeit der Menschen

18Gott lässt nämlich auch seinen Zorn sichtbar werden. Vom Himmel her lässt er ihn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen hereinbrechen. Denn mit dem Unrecht, das sie tun, treten sie die Wahrheit mit Füßen1,18 Od unterdrücken sie die Wahrheit. W 18 Offenbart wird nämlich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.. 19Dabei ist doch das, was man von Gott erkennen kann, für sie deutlich sichtbar; er selbst hat es ihnen vor Augen gestellt. 20Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht1,20 W 20 Denn seit der Erschaffung der Welt wird sein Unsichtbares (griechisch Mehrzahl) anhand des Gemachten (griechisch Mehrzahl) geschaut und verstanden, seine ewige Macht. und sein göttliches Wesen.

Die Menschen haben also keine Entschuldigung, 21denn trotz allem, was sie über Gott wussten, erwiesen sie ihm nicht die Ehre, die ihm zukommt, und blieben ihm den Dank schuldig. Sie verloren sich in sinnlosen Gedankengängen, und in ihren Herzen, denen jede Einsicht fehlte, wurde es finster. 22Weil sie sich für klug hielten, sind sie zu Narren geworden. 23An die Stelle der Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes setzten sie das Abbild des vergänglichen Menschen und die Abbilder von Vögeln, vierfüßigen Tieren und Kriechtieren.

24Deshalb hat Gott sie den Begierden ihres Herzens überlassen und der Unsittlichkeit1,24 W der Unreinheit. preisgegeben, sodass sie ihre eigenen Körper entwürdigten1,24 Od sodass sie ihre Körper gegenseitig entwürdigten.. 25Denn sie vertauschten die Wahrheit, die Gott sie hatte erkennen lassen,1,25 W die Wahrheit Gottes / die Wahrheit über Gott. mit der Lüge; sie verehrten das Geschaffene und dienten ihm statt dem Schöpfer, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen.

26Aus diesem Grund hat Gott sie entehrenden Leidenschaften preisgegeben. Die Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen, 27und genauso machten es die Männer. Statt mit Frauen zu verkehren, wie es der natürlichen Ordnung entspricht, wurden sie von wildem Verlangen zueinander gepackt; Männer ließen sich in schamlosem Treiben mit anderen Männern ein. So rächte sich, wie es nicht anders sein konnte, ihr Abirren von der Wahrheit an ihnen selbst.1,27 mit anderen Männern ein. Die Folgen dieser Verirrung bekamen sie, wie es nicht anders sein konnte, am eigenen Leib zu spüren. W mit anderen Männern ein und erhielten an sich selbst für ihr Abirren den Lohn, der sein musste.

28Und da die Menschen es nach ihrem eigenen Urteil nicht nötig hatten, Gott anzuerkennen1,28 Od Gott zu kennen. Od an der Gotteserkenntnis festzuhalten., hat Gott sie ihrem Verstand preisgegeben, der zu keinem vernünftigen Urteil mehr fähig ist, sodass sie Dinge tun, die sie nie tun dürften. 29Es gibt keine Art von Unrecht, Bosheit, Gier oder Gemeinheit, die bei ihnen nicht zu finden ist. Ihr Leben ist voll von Neid, Mord, Streit, Betrug und Hinterhältigkeit. Sie reden abfällig über ihre Mitmenschen 30und verleumden sie. Gottesverächter sind sie, gewalttätige1,30 Od frevlerische., arrogante und großtuerische Menschen, erfinderisch, wenn es darum geht, Böses zu tun. Sie gehorchen ihren Eltern nicht 31und sind unbelehrbar, gewissenlos, gefühllos und unbarmherzig. 32Und obwohl sie genau wissen, dass die, die so handeln, nach Gottes gerechtem Urteil den Tod verdienen, lassen sie sich nicht von ihrem Tun abbringen, im Gegenteil, sie finden es sogar noch gut, wenn andere genauso verkehrt handeln wie sie.

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Jeder muss sich vor Gott für das verantworten, was er getan hat

21Deshalb darfst du allerdings nicht meinen, du seist entschuldigt, wenn du das alles verurteilst. Denn wer du auch bist: Indem du2,1 W Deshalb hast du keine Entschuldigung, o Mensch, jeder, der verurteilt. Denn wenn/worin du. über einen anderen zu Gericht sitzt, sprichst du dir selbst das Urteil, weil du genau dasselbe tust wie der, zu dessen Richter du dich machst. 2Nun wissen wir aber, dass Gott die zu Recht verurteilt, die jene Dinge tun; wir wissen, dass sein Urteil der Wahrheit entspricht. 3Und da meinst du2,3 W du, o Mensch., du könnest dem Gericht Gottes entgehen, wo du doch genauso handelst wie die, die du verurteilst?2,3 W die du verurteilst, weil sie solche Dinge tun. 4Oder betrachtest du seine große Güte, Nachsicht und Geduld als selbstverständlich?2,4 W Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Nachsicht und Geduld? Begreifst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr bringen will? 5Doch du bist verhärtet; dein Herz ist nicht zur Umkehr bereit. So sorgst du selbst dafür, dass sich Gottes Zorn gegen dich immer weiter anhäuft, bis er schließlich am »Tag seines Zorns« über dich hereinbricht – an dem Tag, an dem Gott Gericht hält und für alle sichtbar werden lässt, dass sein Urteil gerecht ist2,5 W an dem Tag der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes..

6Gott wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat.2,6 Vergleiche Psalm 62,13; Sprüche 24,12. 7Denen, die unbeirrbar tun, was gut ist, und alles daran setzen, an ´Gottes` Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit teilzuhaben, wird er das ewige Leben geben. 8Diejenigen dagegen, die sich in selbstsüchtiger Gesinnung2,8 Od aus Streitsucht. weigern, der Wahrheit zu gehorchen, und sich stattdessen zu gehorsamen Werkzeugen des Unrechts machen lassen, wird Gottes Zorn in seiner ganzen Härte treffen. 9Ja, Not und qualvolle Angst wird das Los jedes Menschen2,9 W jeder Menschenseele. sein, der tut, was böse ist. Das gilt zunächst für die Juden, es gilt aber auch für jeden anderen Menschen. 10´Ewige` Herrlichkeit jedoch und Ehre und Frieden werden jedem gegeben, der tut, was gut ist. Auch das gilt zunächst für die Juden und gilt ebenso für alle anderen Menschen. 11Denn Gott ist ein unbestechlicher Richter.2,11 W Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person.

Für Juden und Nichtjuden gilt derselbe Maßstab

12Wenn die, die das Gesetz Gottes nicht kennen, sündigen, werden sie wegen ihrer Sünde verloren gehen, ohne dass das Gesetz dabei eine Rolle spielt. Und wenn die sündigen, die das Gesetz Gottes kennen, werden sie2,12 W 12 Denn so viele unabhängig vom Gesetz gesündigt haben, werden auch unabhängig vom Gesetz verloren gehen. Und so viele unter dem Gesetz gesündigt haben, werden. aufgrund dieses Gesetzes verurteilt werden. 13Denn vor Gott sind nicht die gerecht, die hören, was das Gesetz sagt; für gerecht erklären wird Gott vielmehr die, die tun, was das Gesetz sagt. 14Wenn nun Menschen, die nicht zum jüdischen Volk gehören und mit dem Gesetz Gottes daher nicht in Berührung gekommen sind, von sich aus2,14 W von Natur aus. so handeln, wie es das Gesetz fordert, dann ist dieses Gesetz, auch wenn sie es nicht kennen, offensichtlich ein Teil von ihnen selbst. 15Ihr Verhalten beweist, dass das, was das Gesetz fordert,2,15 W 14 … dann sind sie, auch wenn sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein/das Gesetz. 15 Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes. ihnen ins Herz geschrieben ist. Das zeigt sich auch im Urteil2,15 W Zeugnis. ihres Gewissens und am Widerstreit von Anklagen und Rechtfertigungen in ihren Gedanken. 16Der Tag des Gerichts wird das alles bestätigen, der Tag2,16 Nach anderer Auffassung bilden die Verse 14 und 15 eine Zwischenbemerkung, und Vers 16 schließt an Vers 13 an: 16 ´Gott wird sie für gerecht erklären` am Tag des Gerichts, an dem Tag., an dem Gott durch Jesus Christus2,16 durch Jesus Christus wird von manchen auf den Schluss des Verses bezogen: So lehrt es das Evangelium, das mir durch Jesus Christus (w durch Christus Jesus) anvertraut ist. auch über die verborgensten Dinge im Leben der Menschen sein Urteil sprechen wird. So lehrt es das Evangelium, das mir anvertraut ist.

Vor dem Gericht Gottes schützt weder der Besitz des Gesetzes …

17Nun gut, du kannst von dir sagen, dass du ein Jude bist. Du fühlst dich sicher, weil du das Gesetz hast, und bist stolz darauf, den wahren Gott zu kennen2,17 Od und bist stolz auf deine Beziehung zu Gott. W Du verlässt dich auf das Gesetz und bist stolz auf Gott.. 18Du kennst seinen Willen und hast ein sicheres Urteil in allen Fragen, bei denen es um Gut und Böse geht2,18 W und kannst beurteilen, worauf es ankommt., weil du dich im Gesetz auskennst2,18 Od weil du im Gesetz unterrichtet worden bist.. 19Du bist überzeugt, ´dass es dein Auftrag ist,` ein Führer der Blinden zu sein und ein Licht für die, die in der Finsternis sind, 20ein Erzieher derer, denen es an Einsicht fehlt, und ein Lehrer der Unwissenden2,20 W der Unmündigen.. Schließlich besitzt du ja das Gesetz, den Inbegriff2,20 W besitzt du ja im Gesetz die Verkörperung. der Erkenntnis und der Wahrheit.

21Wenn du nun andere belehrst, warum dann nicht auch dich selbst? Du predigst, man dürfe nicht stehlen; warum stiehlst du dann? 22Du sagst, man solle die Ehe nicht brechen; warum brichst du sie dann? Du verabscheust die Götzen; warum ´bereicherst du dich dann an ihnen, indem` du ihre Tempel plünderst? 23Du redest voller Stolz vom Gesetz, und gleichzeitig brichst du es und raubst Gott damit die Ehre, 24genau wie es in der Schrift heißt: »Euretwegen wird der Name Gottes bei den Völkern in den Schmutz gezogen.«2,24 Jesaja 52,5; vergleiche Hesekiel (Ezechiel) 36,20-23.

… noch die Beschneidung

25Auch die Beschneidung nützt dir nur etwas, wenn du nach dem Gesetz lebst. Wenn du tust, was das Gesetz verbietet, bist du in Wirklichkeit nicht mehr ein Beschnittener, sondern ein Unbeschnittener. 26Und ist es umgekehrt nicht genauso? Wenn ein Unbeschnittener so lebt, wie es der vom Gesetz geforderten Gerechtigkeit entspricht, gilt er – unbeschnitten wie er ist – vor Gott als ein Beschnittener. 27Was seine Herkunft2,27 Od seinen Körper. W seine Natur. betrifft, gehört er nicht zu denen, die beschnitten sind, aber er erfüllt das Gesetz und wird daher über dich zu Gericht sitzen, denn obwohl du als Jude den genauen Text des Gesetzes besitzt und beschnitten bist,2,27 Od denn gerade wegen deiner verkehrten Auffassung vom Buchstaben des Gesetzes und von der Beschneidung. W denn mit/durch Buchstaben und Beschneidung. lebst du nicht nach dem Gesetz. 28Nicht der ist nämlich ein Jude, der es ´nur` nach außen hin ist, und die ´wirkliche` Beschneidung ist nicht die, die äußerlich sichtbar am Körper vollzogen wird. 29Ein ´wahrer` Jude ist der, der es im Innersten seines Wesens2,29 W im Verborgenen. ist, und die ´wahre` Beschneidung ist die, die am Herzen geschieht. Sie kommt nicht durch die äußerliche Befolgung einer Gesetzesvorschrift zustande, sondern ist das Werk des Heiligen Geistes.2,29 W Sie geschieht durch den Geist, nicht durch den Buchstaben. Das Lob, das der erhält, der in diesem Sinn Jude ist,2,29 W Sein Lob. Vielleicht eine Anspielung darauf, dass der Name Juda/Jude in 1. Mose 29,35 von »loben/preisen« abgeleitet wird (vergleiche 1. Mose 49,8). kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

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Gottes Treue angesichts der Untreue des Menschen

31Aber was haben dann die Juden gegenüber den anderen Menschen noch für einen Vorteil? Und was ist der Nutzen der Beschneidung? 2Nun, die Juden haben den anderen Menschen in jeder Hinsicht viel voraus. Vor allem ist es das eine, dass Gott ihnen seine Worte3,2 seine Zusagen. anvertraut hat.

3Aber wie steht es damit, dass einige von ihnen Gott nicht geglaubt haben, sondern ihm untreu geworden sind? Hebt ihre Untreue3,3 Od ihr Unglaube. Gottes Treue auf? 4Niemals! Was vielmehr klar werden soll, ist dies: Gott ist zuverlässig, und was er sagt, ist wahr3,4 W Gott ist wahr/wahrhaftig., und jeder Mensch ist ´letztlich` ein Lügner, genau wie es in der Schrift heißt:

»Es soll deutlich werden, dass du, Gott, im Recht bist

und dass deine Worte wahr sind3,4 W »Damit du gerechtfertigt wirst in deinen Worten / durch deine Worte.;

du wirst dich siegreich behaupten,

wenn man über dich zu Gericht sitzt3,4 Od wenn du einen Rechtsstreit führst. Psalm 51,6.3,4 Psalm 51,6.

5Wenn nun aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erst richtig zur Geltung bringt, welchen Schluss sollen wir daraus ziehen? Etwa den, dass Gott ungerecht ist, wenn er seinen Zorn ´über uns` hereinbrechen lässt? (Ich rede ´bewusst einmal rein` menschlich.) 6Nein, niemals! Sonst wäre es ja undenkbar, dass Gott die Welt richten wird. 7Aber wenn ich doch nun ein Lügner bin, wird dann nicht gerade dadurch umso deutlicher, dass Gott zuverlässig ist und dass das, was er sagt, wahr ist3,7 W dass Gott wahr/wahrhaftig ist.? Ich trage also dazu bei, dass Gottes Ruhm noch größer wird. Wieso werde ich von ihm dann noch als Sünder verurteilt? 8Und überhaupt – warum nicht noch einen Schritt weiter gehen und sagen: »Tun wir doch Böses, damit Gutes dabei herauskommt!«? Einige, die schlecht über uns reden, behaupten ja sogar, das sei es, was wir lehren. Die, ´die uns so etwas unterstellen3,8 die tatsächlich so etwas lehren.,` trifft Gottes Gericht mit vollem Recht.

Das Urteil Gottes: Die ganze Welt ist schuldig

9Wie ist es denn nun? Sind wir ´als Juden den anderen Menschen gegenüber` im Vorteil, ´oder sind wir es nicht`?3,9 Od Versuchen wir (die Juden bzw. Paulus) uns etwa herauszureden? Sind wir ´als Juden` etwa schlechter daran? Wir sind es ganz und gar nicht!3,9 Od Wir sind es nicht unbedingt. Ich habe3,9 W Wir haben. ja jetzt den Beweis erbracht, dass alle schuldig sind, die Juden ebenso wie die anderen Menschen3,9 W wie die Griechen., und dass alle unter der Herrschaft der Sünde stehen, 10genau wie es in der Schrift heißt:

»Keiner ist gerecht, auch nicht einer.

11Keiner ist klug, keiner fragt nach Gott.

12Alle sind vom richtigen Weg abgewichen,

keinen Einzigen kann ´Gott` noch gebrauchen.

Keiner handelt so, wie es gut wäre3,12 handelt gütig., nicht ein Einziger.3,12 Prediger (Kohelet) 7,20; Psalm 14,1-3; 53,2-4.

13Ihr Rachen ist ein offenes Grab.

Ihre Zunge gebrauchen sie, um zu betrügen.3,13 Psalm 5,10.

Schlangengift verbirgt sich unter ihren Lippen.3,13 Psalm 140,4.

14Ihr Mund ist voller Flüche und gehässiger Worte3,14 W und Bitterkeit. Psalm 10,7..3,14 Psalm 10,7.

15Nichts hemmt ihre Schritte3,15 W Ihre Füße sind schnell., wenn es gilt, Blut zu vergießen.

16Verwüstung und Elend lassen sie auf ihren Wegen zurück,

17und vom Weg, der zum Frieden führt, wollen sie nichts wissen3,17 W und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt. Jesaja 59,7.8; Sprüche 1,16..3,17 Jesaja 59,7.8; Sprüche 1,16.

18Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihnen nie in den Sinn.3,18 Psalm 36,2.«

19So sagt es das Gesetz, und wir wissen: Alles, was das Gesetz sagt, richtet sich an die, denen es gegeben wurde3,19 W an die, die unter dem Gesetz sind.. Damit wird jeder Mund zum Schweigen gebracht; die ganze Welt ist vor Gott als schuldig erwiesen. 20Denn auch durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften steht kein Mensch vor Gott gerecht da.3,20 Od 20 Denn niemand kann das Gesetz einhalten, und darum ist niemand vor Gott gerechtfertigt. W 20 Denn aufgrund von Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden. Das Gesetz führt vielmehr dazu, dass man seine Sünde erkennt.

Der Opfertod Jesu: die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes

21Doch jetzt hat Gott – unabhängig vom Gesetz, aber in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten – seine Gerechtigkeit3,21 Od die Gerechtigkeit, die von ihm gewirkt ist. die Gerechtigkeit, mit der man vor ihm bestehen kann. sichtbar werden lassen. 22Es ist eine Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube an Jesus Christus3,22 die Treue Jesu Christi. ist und die allen zugute kommt, die glauben. Dabei macht es keinen Unterschied, ´ob jemand Jude oder Nichtjude ist,` 23denn alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck3,23 Od haben gesündigt, sodass ihnen die Anerkennung vonseiten Gottes fehlt., 24und dass sie für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es ist sein freies Geschenk aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus3,24 W aufgrund der Erlösung, die in/durch Christus Jesus ist..

25Ihn hat Gott vor den Augen aller Welt zum Sühneopfer für unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute. Damit hat Gott unter Beweis gestellt, dass er gerecht gehandelt hatte, als er die bis dahin begangenen Verfehlungen der Menschen ungestraft ließ. 26Wenn er Nachsicht übte, geschah das im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu. Durch dieses3,26 Od Damit hat Gott seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt. Es ging ihm darum, die bis dahin begangenen Verfehlungen der Menschen in seiner Nachsicht zu vergeben. 26 Ja, durch das Sühneopfer Jesu. hat er jetzt, in unserer Zeit, seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt; er hat gezeigt, dass er gerecht ist, wenn3,26 Od dass er selber gerecht ist und dass. er den für gerecht erklärt, der sein ganzes Vertrauen auf Jesus setzt.3,26 W 25 Ihn hat Gott öffentlich (od allen zugänglich) als Sühneort (od Sühneopfer; od Sühnemittel) hingestellt durch den Glauben (in seiner Treue) in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Ungestraftlassens (od wegen des Vergebens) der vorher geschehenen Verfehlungen 26 in der (od in der Zeit der) Nachsicht Gottes, zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht ist und den für gerecht erklärt, der aus dem Glauben an Jesus ist. – Mit dem Ausdruck Sühneort wird wahrscheinlich an den »Sühnedeckel« erinnert, die Deckplatte der alttestamentlichen Bundeslade. Auf sie sprengte der Hohepriester am Versöhnungstag das Blut des Opfertieres, das als Sühneopfer für die Sünden des Volkes bestimmt war; siehe 3. Mose 16; Hebräer 9,5. – Statt öffentlich … hingestellt übersetzen andere im Voraus … bestimmt. – Statt durch den Glauben in seinem Blut übersetzen andere durch den Glauben an sein Blut.

Zugang zu Gottes Gerechtigkeit: nicht durch eigene Leistungen, sondern durch den Glauben

27Hat da noch irgendjemand einen Grund, auf etwas stolz zu sein? Nein, das ist jetzt ausgeschlossen. Folgt das etwa aus dem Gesetz? Sofern das Gesetz zu Leistungen auffordert: nein; sofern das Gesetz jedoch zum Glauben auffordert: ja.3,27 Od ausgeschlossen. Aus welchem Grundsatz folgt das? Aus dem, dass Leistungen gefordert sind? Nein, sondern aus dem Grundsatz, dass es auf den Glauben ankommt. W ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28Denn wir gehen davon aus, dass man aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird, und zwar unabhängig von Leistungen, wie das Gesetz sie fordert3,28 W für gerecht erklärt wird ohne Werke des Gesetzes..

29Oder ist Gott etwa nur der Gott der Juden? Ist er nicht ebenso auch der Gott aller anderen Menschen3,29 Od Völker.? Natürlich ist er das, 30so wahr es nur einen Gott gibt – den Gott, der auf ein und derselben Grundlage des Glaubens Beschnittene und Unbeschnittene für gerecht erklärt3,30 W der den Beschnittenen aufgrund des Glaubens und den Unbeschnittenen durch den Glauben für gerecht erklären wird..

31Setzen wir nun dadurch, dass wir alles vom Glauben abhängig machen,3,31 W Setzen wir nun durch den Glauben. das Gesetz außer Kraft? Keineswegs! Das Gegenteil ist der Fall: Wir bringen das Gesetz dadurch erst richtig zur Geltung.3,31 Od 31 Widersprechen wir nun dadurch, dass wir alles vom Glauben abhängig machen, dem Gesetz? Keineswegs! Das Gegenteil ist der Fall: Wir zeigen, dass das Gesetz damit übereinstimmt.