Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
9

Der Schmerz des Apostels über die Ablehnung des Evangeliums durch Israel, sein eigenes Volk

91Was ich jetzt sage, sage ich in der Gegenwart Christi. Mein Gewissen bezeugt mir, und der Heilige Geist bestätigt mir, dass es die Wahrheit ist und dass ich nicht übertreibe: 2-3Der Gedanke an die Angehörigen meines Volkes, an meine Brüder, mit denen mich die gemeinsame Herkunft verbindet, erfüllt mein Herz mit tiefer Traurigkeit. Ihretwegen bin ich in ständiger innerer Not; ich wäre sogar bereit, für sie ein Verfluchter zu sein, ausgestoßen aus der Gemeinschaft mit Christus.9,2-3 W 1 Ich sage in Christus die Wahrheit, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt es (mit) mir im Heiligen Geist, 2 dass ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen. 3 Denn ich selbst würde wünschen/beten, von Christus weg ein Verfluchter zu sein für meine Brüder, meine Angehörigen nach dem Fleisch. 4Sie sind ja Israeliten; ihnen hat Gott die Sohneswürde geschenkt. Ihnen hat er sich in seiner Herrlichkeit gezeigt, mit ihnen hat er seine Bündnisse9,4 /AL(1) seinen Bund. geschlossen, ihnen hat er das Gesetz und die Ordnungen des Gottesdienstes gegeben, ihnen gelten seine Zusagen. 5Sie sind Nachkommen der Stammväter, die Gott erwählt hat, und aus ihrer Mitte ist seiner irdischen Herkunft nach der Messias hervorgegangen, Christus9,5 W 4 Sie sind ja Israeliten; ihnen gehören die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung / das Gesetz und der Gottesdienst und die Zusagen, 5 ihnen gehören die Väter, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Messias/Christus., der Herr über alles, der für immer und ewig zu preisende Gott9,5 Od Christus, der als Gott über allem steht und für immer und ewig zu preisen ist. Christus, der Herr über alles. Gott ist für immer und ewig zu preisen. Christus. Gott, der über allem steht, ist für immer und ewig zu preisen.. Amen.

Das wahre Israel

6Es ist nun nicht etwa so, dass Gottes Zusagen9,6 W Gottes Wort. hinfällig geworden wären. Aber es gehören eben nicht alle Israeliten zum ´wahren` Israel. 7Nicht alle, die von Abraham abstammen, sind deshalb schon seine ´wahren` Kinder. Vielmehr ´war zu Abraham gesagt worden`: »Als deine Nachkommen sollen die gelten, die von ´deinem Sohn` Isaak abstammen.«9,7 1. Mose 21,12. Neben Isaak, dessen Mutter Sara war, Abrahams Frau, hatte Abraham noch einen anderen Sohn, Ismael; dessen Mutter war Abrahams Nebenfrau Hagar. 8Mit anderen Worten: Nicht die leibliche Abstammung macht Menschen zu Kindern Gottes; zur wahren Nachkommenschaft Abrahams werden nur die gerechnet, die aufgrund der Zusage, die Gott ihm gegeben hatte, von ihm abstammen.9,8 W Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes. Vielmehr werden die Kinder der Zusage als Nachkommenschaft gerechnet. 9Diese Zusage lautete nämlich so9,9 Od Es handelte sich nämlich um eine Zusage, ´als Gott sagte`.: »´Nächstes Jahr` um diese Zeit werde ich wiederkommen, und dann wird Sara einen Sohn haben.«9,9 1. Mose 18,10.14.

10Und nicht nur dieses eine Mal war es so, sondern auch bei Rebekka, als sie Zwillinge bekam. Beide waren zwar Söhne unseres Stammvaters Isaak, 11-12aber Gott ist es, der beruft. Noch bevor sie daher geboren waren und irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten, sagte er zu Rebekka: »Der Ältere wird sich dem Jüngeren unterordnen müssen.«9,11-12 1. Mose 25,23. Damit bekräftigte Gott die bleibende Gültigkeit seines Plans, nach dem seine Wahl nicht von menschlichen Leistungen abhängig ist, sondern einzig und allein von seiner eigenen freien Entscheidung.9,11-12 W sondern auch bei Rebekka, als sie von Einem schwanger war, unserem Vater Isaak. 11 Denn als sie noch nicht geboren waren und weder etwas Gutes noch etwas Böses getan hatten – weil der in Verbindung mit Erwählung gefasste Plan Gottes bleiben sollte, 12 nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund von dem, der beruft –, wurde zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.« 1. Mose 25,23. 13Darum heißt es in der Schrift auch:

»Jakob habe ich meine Liebe zugewandt,

aber Esau habe ich von mir gestoßen9,13 W habe ich gehasst. Maleachi 1,2.3.9,13 Maleachi 1,2.3.

Gott schenkt sein Erbarmen, wem er will

14Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Ist Gott etwa ungerecht? Niemals! 15Er sagt ja zu Mose:

»Wenn ich jemand mein Erbarmen schenke,

tue ich es, weil ich Erbarmen mit ihm habe;

wenn ich jemand mein Mitleid erfahren lasse,

geschieht es, weil ich Mitleid mit ihm habe.«9,15 2. Mose 33,19.

16Es liegt also nicht am Menschen mit seinem Wollen und Bemühen9,16 W nicht am Wollenden oder am Laufenden., sondern an Gott und seinem Erbarmen. 17Aus diesem Grund steht in der Schrift auch folgendes Wort, das Gott dem Pharao sagt: »Die Macht, die du hast, habe ich dir deshalb gegeben9,17 W 17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Ich habe dich deshalb erweckt., weil ich an dir meine eigene Macht zeigen will und weil dadurch mein Name überall in der Welt bekannt werden soll.«9,17 2. Mose 9,16. 18Wir sehen also, dass Gott so handelt, wie er es will: Er lässt den einen sein Erbarmen erfahren, und er bewirkt, dass ein anderer sich ihm gegenüber verschließt.9,18 W 18 Also nun: Wen er will, lässt er sein Erbarmen erfahren, und wen er will, verhärtet er.

19Man wird9,19 W Du wirst. mir jetzt entgegenhalten: »Warum zieht er uns dann noch zur Rechenschaft? Dem, was er beschlossen hat, kann sich ja doch niemand widersetzen9,19 Od beschlossen hat, widersetzt sich im Grunde genommen ja doch niemand.20So? Was bildest du dir ein? Du bist ein Mensch und willst anfangen, mit Gott zu streiten? Sagt etwa ein Gefäß9,20 W das Geformte. zu dem, der es geformt hat: »Warum hast du mich so gemacht, ´wie ich bin`?«9,20 Vergleiche Jesaja 29,16; 45,9. 21Hat der Töpfer nicht das Recht, über den Ton zu verfügen und aus ein und derselben Masse zwei verschiedene Gefäße zu machen – eines für einen ehrenvollen Zweck und eines für einen weniger ehrenvollen Zweck?

22Und ´was sagst du dazu,` dass Gott die, die ´gewissermaßen` als Gefäße seines Zorns für das Verderben bereitgestellt sind, bisher mit so großer Geduld getragen hat? Er will zwar, dass man ´an ihnen die Auswirkungen` seines Zorns sieht und seine Macht erkennt. 23Andererseits will er aber auch, dass man erkennt, in welch reichem Maß er seine Herrlichkeit den Gefäßen seines Erbarmens schenkt – uns, für die er diese Herrlichkeit vorbereitet hat. Er hat uns dazu bestimmt, an ihr teilzuhaben9,23 W will er aber auch, dass man den Reichtum seiner Herrlichkeit für die Gefäße / an den Gefäßen des Erbarmens erkennt, die er für (seine) Herrlichkeit im Voraus bereitet hat., 24und hat uns auch berufen, nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus den anderen Völkern, 25wie er es im ´Buch des Propheten` Hosea sagt:

»Ich werde die mein Volk nennen9,25 Im Griechischen dasselbe Wort wie rufen/berufen (Vers 24).,

die nicht mein Volk waren;

ich werde die meine geliebte Frau nennen,

die bisher ungeliebt war.«9,25 Hosea 2,25.

26»Gerade dort9,26 Od Überall dort., wo zu ihnen gesagt wurde:

›Ihr seid nicht Gottes9,26 W mein. Volk!‹,

werden sie ›Söhne ´und Töchter` des lebendigen Gottes‹ genannt werden.«9,26 Hosea 2,1.

27Und Jesaja ruft im Hinblick auf Israel aus:

»Selbst wenn die Israeliten so zahlreich wären

wie der Sand am Meer,

wird doch nur ein kleiner Teil von ihnen

übrig bleiben und9,27 W wird der Überrest. gerettet werden.

28Denn was der Herr angekündigt hat,

das wird er ohne Einschränkung und ohne Verzögerung

auf der ganzen Erde ausführen9,28 das wird er auf der ganzen Erde vollständig ausführen, allerdings auf diesen Überrest beschränkt. W Denn das/sein Wort wird der Herr auf der Erde (im Land) ausführen, vollendend und abkürzend/einschränkend. Jesaja 10,22.23.9,28 Jesaja 10,22.23.

29Was Jesaja hier über Israel vorausgesagt hat, sagt er auch an einer anderen Stelle. Es heißt dort9,29 W 29 Und wie Jesaja vorausgesagt hat.:

»Hätte der Herr, der allmächtige Gott,

nicht einige von unserem Volk9,29 W Hätte der Herr Zebaot uns nicht Nachkommenschaft. – »Herr Zebaot«: eine aus dem Hebräischen übernommene Gottesbezeichnung (»Herr der Heere« – Engelheere oder Heerscharen Israels oder beides), die auf Gottes Allmacht hinweist. übrig gelassen,

dann wäre es uns wie Sodom ergangen;

es wäre mit uns dasselbe geschehen wie mit Gomorra.«9,29 Jesaja 1,9; vergleiche 1. Mose 19,24.25.

Das Scheitern Israels in seinem Bemühen um Gerechtigkeit

30Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Menschen, die nicht zum jüdischen Volk gehören, sind von Gott für gerecht erklärt worden, ohne sich darum bemüht zu haben. Sie haben9,30 W gehören und sich nicht um Gerechtigkeit bemühten, haben. die Gerechtigkeit empfangen, deren Grundlage der Glaube ist. 31Israel hingegen hat bei all seinem Bemühen, das Gesetz zu erfüllen und dadurch zur Gerechtigkeit zu gelangen9,31 Od das Gesetz zu erfüllen, das den Weg zur Gerechtigkeit zeigt., das Ziel nicht erreicht, um das es beim Gesetz geht.9,31 W Israel hingegen, das sich um das Gesetz der Gerechtigkeit bemühte, hat das Gesetz nicht erreicht. 32Und warum nicht? Weil die Grundlage, auf die sie bauten, nicht der Glaube war; sie meinten, sie könnten das Ziel durch ihre eigenen Leistungen9,32 W aufgrund von Werken. erreichen. Das Hindernis, an dem sie sich stießen, war der »Stein des Anstoßes«, 33von dem es9,33 W wie es. in der Schrift heißt:

»An dem Grundstein, den ich in Zion lege, wird man sich stoßen9,33 W »Seht, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes.;

er ist ein Fels, an dem man zu Fall kommen wird.

Aber wer ihm vertraut9,33 Od wer an ihn glaubt.,

wird vor dem Verderben bewahrt werden9,33 W wird nicht zuschanden werden. Jesaja 8,14; 28,16.9,33 Jesaja 8,14; 28,16.

10

101Liebe Geschwister, was ich den Israeliten von ganzem Herzen wünsche und von Gott für sie erbitte, ist, dass sie gerettet werden. 2Denn an Eifer für Gottes Sache fehlt es ihnen nicht; das kann ich bezeugen. Was ihnen fehlt, ist die richtige Erkenntnis. 3Sie haben nicht erkannt, worum es bei der Gerechtigkeit Gottes geht, und versuchen, durch ihre eigene Gerechtigkeit vor Gott bestehen zu können. Damit lehnen sie sich gegen Gottes Gerechtigkeit auf, statt sich ihr zu unterstellen.10,3 W 3 Denn weil sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten (od nicht anerkannten)und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterstellt. 4Denn mit Christus ist das Ziel erreicht, um das es im Gesetz geht: Jeder, der an ihn glaubt, wird für gerecht erklärt.10,4 Od Denn Christus ist das Ende der Herrschaft des Gesetzes; jetzt wird jeder, der an ihn glaubt, für gerecht erklärt. W Denn Christus ist das Ziel / das Ende / die Erfüllung des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.

Der Weg zur Gerechtigkeit ist für Juden und Nichtjuden derselbe

5Wenn jemand für gerecht erklärt werden will, indem er das Gesetz befolgt, gilt für ihn, was Mose schreibt: »Das Gesetz bringt dem das Leben, der seine Forderungen erfüllt.«10,5 3. Mose 18,5. 6Die Gerechtigkeit jedoch, die für den da ist, der glaubt, sagt: »Du brauchst dich nicht zu fragen10,6 W jedoch, deren Grundlage der Glaube ist, sagt so: »Sage nicht in deinem Herzen.: Kann denn jemand in den Himmel hinaufsteigen?« – so als müsste man Christus von dort herabholen – 7oder: »Kann jemand in den Abgrund hinuntersteigen?« – so als müsste man Christus von den Toten heraufholen. 8Im Gegenteil, sie sagt:

»Das Wort, das Gott spricht,

ist für dich nicht in unerreichbarer Ferne10,8 W Das Wort / Die Botschaft ist dir nahe.;

es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.«10,8 5. Mose 30,12-14.

Mit dem Wort ist die Botschaft des Glaubens gemeint, die wir verkünden.

9Wenn du also10,9 Od 9 Sie lautet: Wenn du. mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und mit deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. 10Denn man wird für gerecht erklärt, wenn man mit dem Herzen glaubt; man wird gerettet, wenn man ´den Glauben` mit dem Mund bekennt. 11Darum heißt es in der Schrift: »Jeder, der ihm vertraut, wird vor dem Verderben bewahrt werden.10,11 W Keiner, der ihm vertraut / der an ihn glaubt, wird zuschanden werden. Jesaja 28,16.«10,11 Jesaja 28,16. 12Ob jemand Jude oder Nichtjude10,12 W Grieche. ist, macht dabei keinen Unterschied: Alle haben denselben Herrn, und er lässt alle an seinem Reichtum teilhaben, die ihn ´im Gebet` anrufen. 13Denn »jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«.10,13 Joel 3,5.

Voraussetzungen dafür, das Evangelium annehmen zu können

14Nun ist es aber doch so: Den Herrn anrufen kann man nur, wenn man an ihn glaubt. An ihn glauben kann man nur, wenn man von ihm gehört hat. Von ihm hören10,14 Od wenn man ihn gehört hat. Ihn hören. kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von ihm verkündet. 15Und die Botschaft kann nur verkündet werden, wenn jemand den Auftrag dazu bekommen hat. ´Genau das ist ja auch geschehen,` denn es heißt in der Schrift: »Was für eine Freude ist es, die kommen zu sehen, die eine gute Nachricht bringen!10,15 W Wie lieblich sind (Wie rechtzeitig kommen) die Füße derer, die das Gute verkünden (aL(2) die Füße derer, die Frieden verkünden, die das Gute verkünden)! Jesaja 52,7.«10,15 Jesaja 52,7.

Das Nein Israels zum Evangelium

16Aber nicht alle haben das Evangelium angenommen. Schon Jesaja sagt: »Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt?«10,16 Jesaja 53,1.

17Wie wir gesehen haben, setzt der Glaube das Hören der Botschaft von Christus voraus.10,17 W 17 Der Glaube kommt also aus dem Hören (od aus dem Gehörten / aus der Botschaft), das Hören (od das Gehörte / die Botschaft) aber durch das Wort / die Botschaft Christi (aL(2) Gottes). 18Im Hinblick auf Israel stellt sich daher die Frage: Hatten sie etwa keine Gelegenheit, die Botschaft zu hören? Natürlich haben sie sie gehört! In der Schrift heißt es ja von denen, die sie verkünden:

»Überall auf der Erde ist ihre Stimme zu hören10,18 W 18 Aber ich sage: Haben sie etwa nicht gehört? Natürlich: »Zu der ganzen Erde ist ihr Schall hinausgegangen.;

ihre Botschaft ist bis in die entlegensten Gebiete der Welt gedrungen.«10,18 Psalm 19,5.

19Aber, so könnte man weiter fragen, hat Israel vielleicht nicht verstanden, worum es bei dieser Botschaft geht? Die Antwort darauf ist schon bei Mose zu finden. Dort heißt es10,19 W 19 Aber ich sage: Hat Israel etwa nicht verstanden? Als Erster sagt Mose.:

»Ich werde euch auf ein Volk eifersüchtig machen,

das gar keines ist, ´sagt der Herr`;

ich werde euch zum Zorn über ein Volk reizen,

das nichts ´von mir` weiß.«10,19 5. Mose 32,21.

20Und bei Jesaja findet sich die erstaunliche Feststellung10,20 W Jesaja aber wagt es und sagt::

»Ich habe mich von denen finden lassen,

die mich nicht suchten, ´sagt der Herr`;

ich habe mich denen zu erkennen gegeben,

die nicht nach mir fragten.«10,20 Jesaja 65,1.

21Im Hinblick auf Israel dagegen heißt es bei Jesaja:

»Von früh bis spät10,21 W Im Hinblick auf Israel (od Zu Israel) aber sagt er: »Den ganzen Tag. habe ich die Hände nach einem Volk ausgestreckt,

das nicht bereit ist, mir zu gehorchen,

und das sich mir ständig widersetzt.«10,21 Jesaja 65,2.

11

Glaube bei einem Teil von Israel – Verhärtung bei den Übrigen

111Was will ich damit sagen? Hat Gott sein Volk etwa verstoßen? Niemals! Ich bin ja selbst ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams aus dem Stamm Benjamin. 2Nein, Gott hat sein Volk nicht verstoßen; schließlich hat er schon vor aller Zeit die Entscheidung getroffen, dass es ihm gehören soll11,2 W nicht verstoßen, das er im Voraus gekannt/erkannt hatte.. Ihr kennt doch den Abschnitt in der Schrift, wo Elia sich in seiner Auseinandersetzung mit Israel an Gott wendet und sagt: 3»Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre niedergerissen. Ich bin der Einzige, der übrig geblieben ist, und auch mich wollen sie umbringen.«11,3 1. Könige 19,10.14. 4Und wie lautet Gottes Antwort? »Ich habe siebentausend Männer übrig bleiben lassen, die mir treu geblieben sind, siebentausend, die11,4 W Ich habe mir siebentausend Männer übrig bleiben lassen, die. sich nicht vor dem ´Götzen` Baal auf die Knie geworfen haben.«11,4 1. Könige 19,18.

5Genauso ist es auch heute: Gott hat von seinem Volk einen kleinen Teil übrig gelassen, den er in seiner Gnade erwählt hat.11,5 W Genauso ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Rest nach Wahl der Gnade entstanden/vorhanden. 6Wenn das nun aber aus Gnade geschah, dann geschah es nicht aufgrund von irgendwelchen Leistungen11,6 W aufgrund von Werken.; sonst wäre ja Gnade keine Gnade mehr.

7Was heißt das also? Israel ´in seiner Gesamtheit` hat nicht erreicht, worum es sich so sehr bemüht. Das Ziel erreicht hat nur der Teil des Volkes, den Gott erwählt hat. Bei den Übrigen ist es zu einer inneren Verhärtung gekommen11,7 W Die Übrigen aber sind verhärtet gemacht worden / haben sich verhärtet., 8genau wie es in der Schrift heißt:

»Gott hat einen Geist der Verblendung11,8 W Betäubung. über sie kommen lassen;

er hat ihnen Augen gegeben, mit denen sie nicht sehen,

und Ohren, mit denen sie nicht hören,

und so ist es bis zum heutigen Tag.«11,8 Jesaja 29,10; 5. Mose 29,3.

9Und David sagt:

»Ihre Opferfeste11,9 W Ihr Tisch, d. h. ihre (Opfer-)Mahlzeiten. sollen ihnen zur Schlinge und zum Fangnetz werden,

zum Hindernis, an dem sie zu Fall kommen;

das soll ihre gerechte Strafe sein11,9 W zum Hindernis / zur Falle und zur Vergeltung..

10Lass es finster werden vor ihren Augen11,10 W Ihre Augen sollen verfinstert werden.,

sodass sie nichts mehr sehen können.

Ihr Rücken soll sich unter der ständigen Last krümmen.11,10 W Krümme ihren Rücken immerfort (für immer). Psalm 69,23.24.«11,10 Psalm 69,23.24.

Israels Unglaube: Rettung für die anderen Völker

11Will ich damit sagen, dass sie zu Fall gekommen sind, um nie wieder aufzustehen? Keineswegs! Sie haben zwar einen falschen Schritt getan, aber das hat den anderen Völkern Rettung gebracht, und dadurch wiederum sollen sie selbst eifersüchtig werden. 12Wenn aber schon dieser falsche Schritt Israels die Welt so reich gemacht hat und wenn schon das, was für Israel ein Verlust war11,12 und wenn schon die Tatsache, dass Israel so eine kleine Schar geworden ist / so erniedrigt worden ist., für die anderen Völker einen so großen Gewinn bedeutet – wie wird es dann erst sein, wenn Israel in voller Zahl umkehrt11,12 wenn Israel vollständig wiederhergestellt wird. wenn Israel alles erfüllt, was Gott von ihm erwartet. W 12 Wenn aber ihr falscher Schritt der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der (nichtjüdischen) Völker ist, wieviel mehr ihre Fülle/Erfüllung.!

13Denen unter euch, die keine Juden sind, möchte ich Folgendes sagen: Als Apostel der nichtjüdischen Völker setze ich alles daran, dass durch meinen Dienst an diesen Völkern die Herrlichkeit des Evangeliums sichtbar wird11,13 Od dass mein Dienst an diesen Völkern von Erfolg gekrönt ist. Od sagen: Mein Auftrag als Apostel gilt den nichtjüdischen Völkern, und ich preise Gott für diesen Dienst. W sagen: Insofern ich Apostel der (nichtjüdischen) Völker bin, verherrliche ich meinen Dienst.. 14Denn vielleicht gelingt es mir gerade dadurch, mein eigenes Volk11,14 W mein Fleisch. eifersüchtig zu machen und einige von ihnen zu retten. 15Wenn nämlich schon die Verwerfung Israels der Welt die Versöhnung ´mit Gott` brachte, was wird dann erst Israels Wiederannahme bedeuten! Nichts Geringeres, als dass Tote lebendig werden!11,15 W bedeuten, wenn nicht Leben aus Toten!

16Im Übrigen: Wenn nach der Ernte das erste Brot Gott geweiht worden ist, ist ihm damit alles Brot geweiht, das noch vom Korn dieser Ernte gebacken wird.11,16 Siehe 4. Mose 15,17-21. Und wenn die Wurzel des Ölbaums Gott geweiht ist, sind auch die Zweige ihm geweiht.11,16 W Im Übrigen: Wenn die Erstlingsgabe heilig ist, dann auch der Teig. Und wenn die Wurzel heilig ist, dann auch die Zweige.

17Nun wurden aber einige dieser Zweige ausgebrochen, und unter die ´übrig gebliebenen` Zweige11,17 Od und an ihrer Stelle. bist du, ´der Zweig` eines wilden Ölbaums, eingepfropft worden und wirst jetzt wie sie vom Saft aus der Wurzel des edlen Ölbaums genährt11,17 W und hast an der Wurzel (und) der Fettigkeit des Ölbaums Anteil bekommen.. 18Doch das ist kein Grund, verächtlich auf die anderen Zweige herabzusehen. Wenn du meinst, du hättest das Recht dazu11,18 W 18 Doch rühme dich deswegen nicht unter Herabsetzung der Zweige! Wenn du dich unter Herabsetzung von ihnen rühmst., ´dann lass dir gesagt sein`: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich. 19»Aber«, entgegnest du vielleicht, »damit ich eingepfropft werden konnte, sind andere Zweige ausgebrochen worden!« 20Einverstanden. Aber dass sie ausgebrochen wurden, lag an ihrem Unglauben, und dass du da stehst, wo du stehst, liegt an deinem Glauben. Darum sei nicht überheblich, sondern sei dir bewusst, in welcher Gefahr du dich befindest11,20 W sondern fürchte dich.. 21Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, warum sollte er dann dich verschonen?11,21 AL(1) wird er dich auch nicht verschonen!

22Du hast hier11,22 Od Halte dir. also beides vor Augen, Gottes Güte und Gottes Strenge: seine Strenge denen gegenüber, die sich von ihm abgewendet haben, und seine Güte dir gegenüber – vorausgesetzt, du hörst nicht auf, dich auf seine Güte zu verlassen11,22 W vorausgesetzt, du bleibst bei der Güte.; sonst wirst auch du abgehauen werden. 23Die ausgebrochenen Zweige dagegen werden wieder eingepfropft werden, sofern sie nicht an ihrem Unglauben festhalten11,23 W nicht beim Unglauben bleiben.. Denn es steht sehr wohl in Gottes Macht, sie wieder einzupfropfen. 24Wenn nämlich du aus dem wilden Ölbaum herausgeschnitten wurdest, zu dem du von Natur aus gehörtest11,24 aus dem von Natur aus wilden Ölbaum herausgeschnitten wurdest., und auf den edlen Ölbaum aufgepfropft worden bist, mit dem du doch von Natur aus nichts gemeinsam hast11,24 W aufgepfropft worden bist gegen die Natur., wie viel leichter wird es dann sein, die Zweige, die von Natur aus zum edlen Ölbaum gehören, wieder auf ihren eigenen Baum aufzupfropfen!

Ankündigung der Rettung ganz Israels

25Ich möchte euch, liebe Geschwister, über das Geheimnis ´der Absichten Gottes mit Israel` nicht im Unklaren lassen, damit ihr nicht in vermeintlicher Klugheit aus der gegenwärtigen Verhärtung Israels falsche Schlüsse zieht. Es stimmt, dass ein Teil von Israel sich verhärtet hat, aber das wird nur so lange dauern, bis die volle Zahl von Menschen aus den anderen Völkern zum Glauben gekommen ist.11,25 W damit ihr nicht euch selbst für klug haltet. Verhärtung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Fülle der (nichtjüdischen) Völker hineingegangen ist. 26Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, wird ganz Israel gerettet werden. Es heißt ja in der Schrift:

»Aus Zion wird der Retter kommen,

der ´die Nachkommen` Jakobs von all ihrer Gottlosigkeit befreien wird.

27Denn das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen werde, ´sagt der Herr`:

Ich werde ihnen ´die Last` ihrer Sünden abnehmen.11,27 Od 27 Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen werde, wenn ich ihnen ´die Last` ihrer Sünden abnehmen werde, ´sagt der Herr`. Jesaja 59,20.21; 27,9.«11,27 Jesaja 59,20.21; 27,9.

28Ihre Einstellung zum Evangelium macht sie zu Feinden Gottes, und das kommt euch zugute.11,28 Weil das Evangelium zu euch kommen sollte, sind sie Gottes Feinde geworden. Andererseits folgt aus der Wahl, die Gott getroffen hat, dass sie von ihm geliebt sind. Er hat ja ihre Stammväter erwählt, 29und wenn Gott in seiner Gnade Gaben gibt oder jemand beruft, macht er das nicht rückgängig.11,29 W 28 Zwar sind sie hinsichtlich des Evangeliums Feinde wegen euch, aber hinsichtlich der Wahl sind sie Geliebte wegen der Väter. 29 Denn unbereubar (d. h. unwiderruflich) sind die Gnadengaben und die Berufung vonseiten Gottes.

30In der Vergangenheit wart ihr es, die Gott nicht gehorcht hatten, und durch den Ungehorsam Israels ist es dazu gekommen, dass ihr jetzt sein Erbarmen erfahren habt. 31Umgekehrt sind sie es, die gegenwärtig Gott ungehorsam sind, und dass ihr dadurch sein Erbarmen kennen gelernt habt, soll11,31 ungehorsam sind, weil ihr sein Erbarmen kennen gelernt habt, und das soll. dazu führen, dass schließlich11,31 W jetzt. AL(1) ohne jetzt. auch sie sein Erbarmen erfahren. 32So hat Gott alle ohne Ausnahme zu Gefangenen ihres Ungehorsams werden lassen11,32 W alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen., weil er allen sein Erbarmen erweisen will.

Gottes unbegreifliche Größe

33Wie unerschöpflich ist Gottes Reichtum! Wie tief ist seine Weisheit, wie unermesslich sein Wissen!11,33 Od 33 Wie unerschöpflich reich sind Gottes Weisheit und sein Wissen! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen11,33 Od Urteile., wie unerforschlich seine Wege!

34»Hat jemals ein ´Mensch` die Gedanken des Herrn ergründet?

Ist je einer sein Berater gewesen?«11,34 Jesaja 40,13.

35»Wer hat Gott jemals etwas gegeben11,35 W etwas vorher gegeben.,

sodass Gott es ihm zurückerstatten müsste?«11,35 Hiob (Ijob) 41,3.

36Gott ist es, von dem alles kommt, durch den alles besteht und in dem alles sein Ziel hat. Ihm gebührt die Ehre für immer und ewig. Amen.