Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Das siebte Siegel: Die sieben Engel mit den sieben Posaunen

81Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, war es im Himmel zunächst etwa eine halbe Stunde lang vollkommen still. 2Dann sah ich die sieben Engel, die vor Gott stehen, ´um ihm zu dienen`; ich sah, wie jedem von ihnen eine Posaune gegeben wurde.

Der Engel mit dem Räuchergefäß

3Ein anderer Engel trat mit einem goldenen Räuchergefäß zum8,3 Od hinauf zum. Altar. Ihm wurde eine große Menge Räucherwerk gegeben; sein Auftrag war, das Räucherwerk zusammen mit den Gebeten aller, die zu Gottes heiligem Volk gehören,8,3 W zusammen mit den Gebeten (od für die Gebete; als ein Sinnbild der Gebete) aller Heiligen. Entsprechend im nächsten Vers. auf dem goldenen Altar darzubringen, der vor dem Thron stand. 4So stieg nun der Duft8,4 W der Rauch. des Räucherwerks zusammen mit den Gebeten der Gläubigen8,4 W der Heiligen. aus der Hand des Engels zu Gott empor8,4 Od aus der Hand des Engels empor, der vor Gott stand.. 5Anschließend nahm der Engel das Räuchergefäß, füllte es mit glühenden Kohlen8,5 W mit Feuer. vom Altar und schüttete es auf die Erde aus8,5 Od und schleuderte es auf die Erde.. Daraufhin waren Donnerschläge und Donnergrollen zu hören, Blitze zuckten, und die Erde bebte.

Die sieben Posaunen (Kapitel 8,6 bis 11,19)

Die ersten vier Posaunen: Umweltkatastrophen

6Nun machten sich die sieben Engel bereit, die sieben Posaunen zu blasen.

7Der erste Engel blies seine Posaune. Da prasselten Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, auf die Erde nieder.8,7 W Da kamen/entstanden Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurden auf die Erde geschleudert. Ein Drittel der Erdoberfläche, ein Drittel der Bäume und alles Gras verbrannte.

8Der zweite Engel blies seine Posaune. Da stürzte etwas ins Meer8,8 W Da wurde etwas ins Meer geschleudert., was wie ein riesiger brennender Berg aussah. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut, 9ein Drittel aller Lebewesen im Meer starb, und ein Drittel aller Schiffe wurde zerstört.

10-11Der dritte Engel blies seine Posaune. Da stürzte ein großer Stern brennend wie eine Fackel vom Himmel herab. Der Stern – er hieß Wermut8,10-11 Bitterkeit. – fiel auf ein Drittel aller Flüsse und Quellen8,10-11 und auf alle Quellen., sodass ein Drittel aller Gewässer ´bitter` wurde wie Wermut und viele Menschen an dem verseuchten8,10-11 W bitter gemachten. Wasser starben.

12Der vierte Engel blies seine Posaune. Diesmal traf es den dritten Teil der Sonne8,12 W Diesmal wurde der dritte Teil der Sonne geschlagen., den dritten Teil des Mondes und ein Drittel der Sterne. Sonne, Mond und Sterne verloren ein Drittel ihrer Helligkeit, und den dritten Teil des Tages und den dritten Teil der Nacht schien kein Licht mehr8,12 Od ihrer Helligkeit, sodass es am Tag und in der Nacht um ein Drittel dunkler wurde..

13Hierauf sah ich einen Adler, der hoch oben am Himmel flog, und hörte ihn mit lauter Stimme rufen: »Weh denen, die auf der Erde leben! Weh ihnen, wenn die letzten drei Engel ihre Posaunen blasen! Weh ihnen, denn dann werden noch furchtbarere Dinge geschehen!«8,13 W »Weh, weh, weh denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Posaunenstöße der drei Engel, die ihre Posaunen blasen werden!«

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Die fünfte Posaune: Heuschrecken aus dem Abgrund

91Daraufhin blies der fünfte Engel seine Posaune. Ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde herabgestürzt war. Diesem Stern wurde der Schlüssel zu dem Schacht gegeben, der in den Abgrund hinunterführt. 2Als er den Schacht zum Abgrund aufschloss, quoll Rauch heraus wie aus einem riesigen Schmelzofen und erfüllte die Luft; sogar die Sonne wurde9,2 W Schmelzofen, und die Sonne und die Luft wurden. davon verdunkelt. 3Aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor, denen die Fähigkeit gegeben war, wie Skorpione zu stechen. Sie schwärmten über die ganze Erde aus9,3 W kamen Heuschrecken hervor auf die Erde, und es wurde ihnen Macht gegeben, wie die Skorpione der Erde Macht haben., 4doch wurde ihnen ausdrücklich verboten, das Gras abzufressen oder an Bäumen oder anderen Pflanzen irgendwelchen Schaden anzurichten. Sie durften nur Menschen angreifen, und zwar alle diejenigen, die nicht das Siegel Gottes auf der Stirn trugen. 5Töten durften sie sie zwar nicht, aber sie bekamen die Macht, ihnen fünf Monate lang qualvolle Schmerzen zuzufügen – Schmerzen, die so ´unerträglich` sind wie der Stich eines Skorpions. 6Während dieser Zeit werden die Menschen den Tod suchen, ihn aber nicht finden. Sie werden sich danach sehnen zu sterben, aber der Tod wird vor ihnen fliehen.

7Das Aussehen der Heuschrecken erinnerte an Pferde, die für die Schlacht gerüstet sind. Auf ihren Köpfen hatten sie etwas, was wie eine goldschimmernde Krone aussah, und ihre Gesichter glichen Menschengesichtern. 8Sie hatten ´lange` Haare wie Frauen und Zähne wie die eines Löwen. 9Ihr Rumpf war wie mit Eisen gepanzert, und ihre Flügel machten einen Lärm, als würde ein ganzes Heer von Pferden und Streitwagen in den Kampf ziehen. 10Ihre Hinterleiber waren wie der Schwanz eines Skorpions geformt und mit einem Stachel versehen. Mit diesem Teil ihres Körpers verursachen sie die Qualen, denen die Menschen fünf Monate lang ausgesetzt sein werden. 11Der König dieser Heuschrecken ist der Engel aus dem Abgrund; er heißt ´»der Verderber«`– auf Hebräisch Abaddon und auf Griechisch Apollyon.

12Das erste Unheil, das der Wehruf angekündigt hat,9,12 Siehe Kapitel 8,13. ist vorüber; das zweite und das dritte stehen noch bevor.

Die sechste Posaune: Ein todbringendes Reiterheer

13Nun blies der sechste Engel seine Posaune. Ich hörte eine Stimme, die von den vier Hörnern des goldenen Altars kam, der vor ´dem Thron` Gottes stand. 14Sie befahl dem Engel, der die sechste Posaune ´geblasen` hatte: »Binde die vier Engel los, die am großen Strom, dem Euphrat, in Fesseln gelegt sind!« 15Da wurden die vier Engel von ihren Fesseln befreit. Auf Jahr, Monat, Tag und Stunde genau waren sie ´für diesen Zeitpunkt` bereitgehalten worden, um ein Drittel der Menschheit zu töten. 16Sie verfügten über ein riesiges Heer von zweihundert Millionen Reitern; diese Zahl wurde mir ausdrücklich genannt.9,16 W 16 Und die Zahl der berittenen Truppen war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl.

17Die Pferde und ihre Reiter sahen in der Vision, die ich hatte, folgendermaßen aus: Die Reiter9,17 Od Die Reiter und die Pferde. trugen feuerrote, violette9,17 Od dunkelblaue. W hyazinthfarbene. und schwefelgelbe Brustpanzer. Die Pferde hatten Köpfe, die wie Löwenköpfe aussahen, und aus ihren Mäulern schossen Feuer, Rauch und Schwefel. 18Diesen drei schrecklichen Plagen – dem Feuer, dem Rauch und dem Schwefel aus den Mäulern der Pferde – fiel ein Drittel der Menschheit zum Opfer. 19Aber die tödliche Wirkung ging nicht nur von den Mäulern der Pferde aus, sondern auch von ihren Schwänzen.9,19 W 19 Denn die Macht der Pferde ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen. Denn diese Schwänze glichen Schlangen und hatten Köpfe, mit denen sie die Menschen angriffen.

20Doch diejenigen, die diese Plagen überlebten, waren nicht zur Umkehr bereit. Sie hörten nicht auf, Dämonen anzubeten und sich vor Götzenbildern aus Gold, Silber, Bronze, Stein und Holz niederzuwerfen, die sie mit eigenen Händen gemacht hatten und die9,20 W 20 Und die Übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, kehrten auch ´jetzt` nicht um von den Werken ihrer Hände, sodass sie die Dämonen und die Götzenbilder aus Gold, Silber, Bronze, Stein und Holz nicht mehr (sich niederwerfend) angebetet hätten, die. weder sehen noch hören, noch sich von der Stelle bewegen können. 21Statt umzukehren, mordeten sie weiter, übten okkulte Praktiken aus, lebten in sexueller Ausschweifung und bestahlen einander, ´wie sie es schon immer getan hatten`.

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Der Engel mit der kleinen Buchrolle

101Dann sah ich, wie ein mächtiger Engel – ein anderer ´als der, den ich zuvor gesehen hatte` – vom Himmel herabkam. Der Engel war in eine Wolke gehüllt, über seinem Kopf stand ein10,1 W der. Regenbogen, sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Beine sahen aus wie Säulen aus Feuer. 2Er hielt eine kleine geöffnete Buchrolle in der Hand. Seinen rechten Fuß setzte er auf das Meer und den linken auf das Festland. 3Mit einer gewaltigen Stimme, die wie das Brüllen eines Löwen klang, rief er etwas. Kaum hatte er geendet, ließen die sieben Donner ihre ´dröhnenden` Stimmen hören. 4Als es wieder still war, wollte ich aufschreiben, was die sieben Donner gesagt hatten.10,4 W Als die sieben Donner redeten / geredet hatten, wollte ich es aufschreiben. Doch da hörte ich eine Stimme aus dem Himmel rufen: »Betrachte das, was die sieben Donner gesagt haben, als versiegelt10,4 W Versiegle das, was die sieben Donner gesagt haben.; schreibe es nicht auf!«

5Nun erhob der Engel, den ich ´mit dem einen Fuß` auf dem Meer und ´mit dem anderen Fuß` auf dem Land stehen sah, seine rechte Hand zum Himmel 6und rief: »Ich schwöre bei dem, der in alle Ewigkeit lebt und der alles erschaffen hat – den Himmel und alles, was im Himmel ist, die Erde und alles, was auf der Erde ist, das Meer und alles, was im Meer ist; ich schwöre, dass es keinen Aufschub mehr geben wird10,6 dass die Zeit aufgehoben sein wird.! 7Denn wenn der siebte Engel auftreten und seine Posaune blasen wird, wird Gottes Plan, dieses große Geheimnis, zur Vollendung kommen. Alles, was Gott seinen Dienern, den Propheten, angekündigt hat, wird dann erfüllt sein.10,7 Od zur Vollendung kommen. So hat Gott es seinen Dienern, den Propheten, angekündigt. W wird Gottes Geheimnis vollendet werden (od vollendet sein), wie er es seinen Dienern, den Propheten (od durch seine Diener, die Propheten), angekündigt hat.«

8Daraufhin sprach die Stimme aus dem Himmel, die ich eben schon gehört hatte, ein zweites Mal zu mir. Sie sagte: »Geh zu dem Engel, der auf dem Meer und auf dem Land steht, und lass dir von ihm die kleine geöffnete Buchrolle geben, die er in seiner Hand hält!« 9Ich ging zu dem Engel und bat ihn, mir die Buchrolle zu geben. »Nimm sie und iss sie!«, sagte er. »Der Magen wird sich dir zusammenziehen, so bitter ist sie10,9 W Sie wird deinen Magen bitter machen.; aber solange du sie im Mund hast, wird sie süß sein wie Honig.« 10Ich nahm die Buchrolle aus seiner Hand und aß sie. Und ´wirklich,` als ich sie im Mund hatte, war sie süß wie Honig; aber als ich sie hinuntergeschluckt hatte, war sie so bitter, dass sich mir der Magen zusammenzog10,10 W hinuntergeschluckt hatte, wurde mein Magen bitter gemacht..

11Danach wurde mir gesagt: »Du wirst noch mehr verkünden müssen – prophetische Worte über zahlreiche Völker, über Menschen verschiedenster Sprachen und Kulturen und über viele Könige.«