Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
15

Abschluss der Gerichte Gottes (Kapitel 15 und 16)

Die sieben Engel mit den sieben letzten Plagen

151Daraufhin sah ich am Himmel von neuem etwas Außergewöhnliches und Bedeutungsvolles. Es war eine Furcht erregende Erscheinung: sieben Engel, deren Auftrag es war, die sieben letzten Plagen über die Erde hereinbrechen zu lassen. Erst wenn diese Plagen vorüber sind, ist das Gericht, das Gott in seinem furchtbaren Zorn über die Erde verhängt hat, zum Abschluss gekommen.15,1 W 1 Daraufhin sah ich am (od im) Himmel ein anderes Zeichen, groß und Furcht erregend (od Staunen erregend): sieben Engel, die die sieben letzten Plagen hatten, denn mit diesen wurde der furchtbare Zorn Gottes vollendet.

2Ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, das mit Feuer vermischt zu sein schien. An seinem Ufer sah ich die stehen, die siegreich aus dem Kampf mit dem Tier hervorgegangen waren – alle, die sein Standbild nicht angebetet hatten und sich die Zahl seines Namens nicht hatten anbringen lassen.15,2 W An (Auf) dem gläsernen Meer sah ich die Sieger über das Tier und über sein Standbild und über die Zahl seines Namens stehen. Sie hatten von Gott Harfen bekommen 3und sangen nun das Lied des Lammes, jenes Lied, das schon Mose, der Diener Gottes, gesungen hatte15,3 Vergleiche 2. Mose 15,1-19 und 5. Mose 32,1-43.:

»Groß und wunderbar sind deine Werke,

Herr, du allmächtiger Gott!

Gerecht und gut15,3 W wahr/wahrhaftig. sind deine Wege,

du König der Völker15,3 AL(2) der Ewigkeiten..

4Wer sollte sich dir nicht in Ehrfurcht unterstellen, Herr?

Wer sollte deinen Namen nicht ehren?

Denn du allein bist heilig!

Ja, alle Völker werden kommen

und vor dir niederfallen, um dich anzubeten.

Denn dein gerechtes Tun ist15,4 Od deine gerechten Entscheidungen/Urteile sind. für alle sichtbar geworden.«

5Danach sah ich, wie sich der Tempel im Himmel öffnete, das heilige Zelt15,5 Vergleiche das Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit ihrer Wüstenwanderung., 6und wie die sieben Engel herauskamen, die die sieben Plagen über die Erde hereinbrechen lassen sollten15,6 W die die sieben Plagen hatten.. Sie waren in reines, strahlend weißes Leinen gekleidet und trugen ein breites goldenes Band um die Brust. 7Eines der vier lebendigen Wesen reichte den sieben Engeln sieben goldene Schalen, die mit dem furchtbaren Zorn Gottes gefüllt waren – dem Zorn dessen, der in alle Ewigkeit lebt.

8Der ganze Tempel füllte sich mit Rauch, weil die Herrlichkeit Gottes und seine Macht gegenwärtig waren15,8 W mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Macht.. Und niemand konnte den Tempel betreten, bis die sieben Plagen vorüber waren, mit denen die sieben Engel das Gericht Gottes vollstreckten15,8 W bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren..

16

Die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes

161Nun hörte ich aus dem Inneren des Tempels eine mächtige Stimme, die den sieben Engeln zurief: »Geht und gießt die sieben Schalen mit dem furchtbaren Zorn Gottes über die Erde aus!«

2Der erste Engel trat vor16,2 W ging weg. und goss seine Schale über das Festland16,2 Od über die Erde. aus. Da wurden die Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten, von einem bösartigen und schmerzhaften Geschwür befallen.

3Der zweite Engel goss seine Schale über das Meer aus. Da wurde das Wasser im Meer zu Blut, das aussah wie das Blut eines Leichnams, und alles Leben16,3 W jedes Lebewesen. im Meer ging zugrunde.

4Der dritte Engel goss seine Schale über die Flüsse und über die Quellen aus. Da wurden auch sie zu Blut.

5Daraufhin hörte ich den Engel, dem die Gewässer unterstellt waren16,5 Od hörte ich diesen Engel, den Engel, dem die Gewässer unterstellt waren. W hörte ich den Engel der Gewässer., sagen:

»Gerecht bist du, heiliger ´Gott`,

der du bist und der du warst,

und gerecht sind die Strafen, die du verhängt hast16,5 W und der du warst, dass du diese Urteile/Strafen verhängt hast.!

6An den Händen dieser Menschen klebt Blut –

das Blut derer, die zu deinem heiligen Volk gehören,

und das Blut der Propheten.16,6 W 6 Sie haben das Blut von Heiligen und Propheten vergossen.

Darum hast du ihnen Blut zu trinken gegeben;

sie haben es nicht anders verdient.«

7Und vom Altar her hörte ich ´eine Stimme` sagen16,7 Und den Altar hörte ich sagen.:

»Ja, Herr, du allmächtiger Gott,

deine Gerichtsurteile sind richtig16,7 W wahr/wahrheitsgemäß. und gerecht.«

8Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne aus. Da erhielt die Sonne eine solche Kraft, dass die Menschen von ihrer Glut versengt wurden.16,8 W Da wurde es ihr gegeben, die Menschen mit ´ihrem` Feuer zu verbrennen. 9Die Hitze war so furchtbar, dass ihnen die Haut am Körper verbrannte. Sie wussten genau, dass Gott in seiner Macht diese Plagen über sie hereinbrechen ließ, aber statt umzukehren und ihm Ehre zu erweisen, verfluchten sie seinen Namen.16,9 W 9 Die Menschen wurden von der großen Hitze verbrannt und lästerten den Namen Gottes, der die Macht über diese Plagen hat, und kehrten nicht um, um ihm Ehre zu geben.

10Der fünfte Engel goss seine Schale über den Thron des Tieres aus. Da wurde das ganze Reich des Tieres in Finsternis gehüllt. ´Die Menschen litten so unerträgliche Qualen, dass` sie sich vor Schmerzen die Zunge zerbissen. 11Doch auch jetzt bereuten sie nicht, was sie getan hatten, und kehrten nicht zu Gott um. Nein, wegen ihrer qualvollen Schmerzen und wegen der Geschwüre, von denen sie geplagt wurden, verfluchten sie den, der im Himmel thront, nur umso mehr.16,11 W 11 Doch sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und kehrten nicht um von ihren Werken.

12Der sechste Engel goss seine Schale über den großen Strom, den Euphrat, aus. Da trocknete der Strom aus, sodass der Weg für die Könige aus dem Osten ´und ihre Armeen` frei wurde. 13Ich sah, wie aus dem Maul des Drachen, aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei böse16,13 W unreine. Geister herauskamen, die wie Frösche aussahen. 14Es handelte sich um Dämonen, die Aufsehen erregende Wunder vollbrachten16,14 W um Dämonengeister, die Zeichen taten.. Sie machten sich zu den Königen der ganzen Erde auf, um sie zusammenzubringen und ´ihre Armeen` in den Kampf zu führen, der am großen Tag Gottes, des allmächtigen Herrschers, stattfinden wird.

15»Vergesst es nicht: Ich komme so unerwartet wie16,15 W »Siehe, ich komme wie. ein Dieb«, ´sagt der Herr.` »Glücklich, wer wach bleibt und seine Kleider anbehält16,15 Od (zum Anziehen) bereithält.! Dann wird er, ´wenn ich komme,` nicht nackt dastehen und sich nicht schämen müssen16,15 W und man wird seine Scham nicht sehen.

16Jene dämonischen Geister versammelten nun die Könige an dem Ort, der auf Hebräisch Harmagedon16,16 Wahrscheinlich: »Berg (Hügel? Bergland?) von Megiddo«. Megiddo, eine strategisch wichtige Stadt im Norden Palästinas, war Schauplatz bedeutender Schlachten in der alttestamentlichen Geschichte Israels. heißt.

17Der siebte Engel goss seine Schale in die Luft aus. Daraufhin verkündete eine mächtige Stimme, die vom Thron im Tempel kam: »Jetzt ist alles geschehen!16,17 W Es ist geschehen!« 18Blitze zuckten auf, begleitet von Donnergrollen und Donnerschlägen, und ein schreckliches Beben erschütterte die Erde. Solange Menschen auf der Erde leben, hat es noch nie ein Beben von solcher Heftigkeit gegeben. 19Die große Stadt barst in drei Teile, und überall auf der Erde sanken die Städte in Trümmer16,19 W und die Städte der Nationen fielen.. Die Stunde war gekommen, in der Gott mit Babylon, der großen Stadt, abrechnete16,19 W Und Babylons, der großen ´Stadt`, wurde vor Gott gedacht.; jetzt wurde ihr der Becher des Gerichts gereicht, der mit dem Wein seines unerbittlichen Zorns gefüllt war. 20Sämtliche Inseln versanken im Meer16,20 W flohen., und auch die Berge verschwanden, ohne eine Spur zu hinterlassen. 21Ein furchtbares Hagelwetter entlud sich über der Erde; zentnerschwer16,21 W schwer wie Talente. 1 Talent: etwa 40 Kilogramm. fielen die Eisbrocken vom Himmel auf die Menschen. Und die Menschen verfluchten16,21 W lästerten. Gott wegen des Hagels, denn diese Plage war noch schrecklicher als alles, was sie bereits erlebt hatten16,21 W war außerordentlich groß..

17

Das Ende aller gottfeindlichen Mächte (Kapitel 17,1 bis 19,10)

Die große Hure und das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern

171Einer von den sieben Engeln mit den sieben Schalen trat zu mir und sagte: »Komm, ich will dir zeigen, wie Gott die große Hure richten wird, deren Einfluss so weit reicht wie die vielen Wasserläufe, an denen sie thront, 2die Hure, deren Liebhaber die Mächtigen der ganzen Erde waren17,2 W ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an vielen Wassern sitzt 2 und mit der die Könige der Erde Hurerei getrieben haben. und die mit dem Wein ihrer Unmoral die ganze Menschheit betrunken gemacht hat.«

3Daraufhin nahm der Geist Gottes Besitz von mir, und ich sah mich vom Engel in eine Wüste versetzt.17,3 Od Im Geist sah ich mich daraufhin vom Engel in eine Wüste versetzt. W Daraufhin versetzte er mich durch ´Gottes` Geist / in ´meinem` Geist in eine Wüste. Dort sah ich eine Frau, die auf einem scharlachroten Tier saß. Das Tier hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und war über und über mit Namen bedeckt, mit denen Gott verhöhnt wurde. 4Die Frau selbst war in Purpur und scharlachrote ´Seide` gekleidet, und alles an ihr glitzerte von Gold, Edelsteinen und Perlen. Sie hielt einen goldenen Becher in der Hand, der überquoll von den Abscheulichkeiten ´ihrer Götzenverehrung` und vom widerlichen Schmutz17,4 Od der überquoll vom abscheulichen und widerlichen Schmutz. ihrer Unmoral. 5Ein geheimnisvoller Name stand auf ihrer Stirn: »Babylon17,5 Od Ein Name stand auf ihrer Stirn: »Geheimnis: Babylon. die Mächtige, die Mutter aller Hurer17,5 Od aller Huren. aller Hurerei. und ´die Urheberin` aller Abscheulichkeiten auf der Erde.« 6Ich sah, dass die Frau betrunken war, berauscht vom Blut derer, die zu Gottes heiligem Volk gehörten und17,6 Od und vom Blut derer, die. wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus umgebracht worden waren17,6 W betrunken war vom Blut der Heiligen und (zwar) vom Blut der Zeugen Jesu..

Mich schauderte vor Entsetzen17,6 Od Ich war aufs äußerste erstaunt., als ich die Frau sah. 7Aber der Engel sagte zu mir: »Warum bist du so entsetzt17,7 Od erstaunt.? Ich werde dir erklären, welches Geheimnis sich hinter dieser Frau verbirgt – hinter ihr und dem Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, auf dem sie sitzt17,7 W das sie trägt.. 8Das Tier, das du gesehen hast, war schon einmal da, und obwohl es jetzt nicht mehr da ist, wird es wieder aus dem Abgrund heraufsteigen, doch nur, um dann endgültig ins Verderben zu gehen17,8 W war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben.. Alle Bewohner der Erde – alle außer denen, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Buch des Lebens eingetragen sind – werden fassungslos sein vor Staunen, wenn sie das Tier wiederkommen sehen, das schon einmal da war und gegenwärtig nicht da ist17,8 W werden staunen, wenn sie das Tier sehen, dass/weil es war und nicht ist und da sein wird..

9Hier ist Verstand nötig; hier braucht es Weisheit von Gott.17,9 W Hier ist der Verstand, der Weisheit hat. Die sieben Köpfe des Tieres sind sieben Hügel17,9 Od Berge.; auf diesen thront die Frau. Gleichzeitig stehen die sieben Köpfe für sieben Könige17,9 Und es gibt sieben Könige., 10von denen fünf schon gestürzt sind17,10 Od schon nicht mehr regieren. W gefallen sind. und einer ´jetzt an der Macht` ist. Der letzte17,10 W andere. dieser sieben Könige ist noch nicht gekommen, aber wenn er kommt, wird seine Herrschaft – so ist es ihm bestimmt – nur von kurzer Dauer sein17,10 W aber wenn er kommt, muss er (d. h. darf er nur) eine kurze Zeit bleiben.. 11Das Tier, das schon einmal da war und jetzt nicht mehr da ist, ist ein achter König und zugleich einer der sieben17,11 und gehört zu den sieben / und ist von derselben Art wie die sieben., und er geht seinem Verderben entgegen.

12Die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die ihre Herrschaft noch nicht angetreten haben. Doch an der Seite des Tieres werden sie für eine Stunde zu königlicher Macht aufsteigen.17,12 W noch nicht empfangen haben. Doch zusammen mit dem Tier empfangen sie für eine Stunde Macht als Könige. 13Diese zehn verfolgen alle dasselbe Ziel und stellen ihre ganze Kraft und Macht in den Dienst des Tieres. 14Gemeinsam werden sie gegen das Lamm in den Kampf ziehen. Aber das Lamm wird sie besiegen, denn es ist Herr über alle Herren und König über alle Könige; und mit ihm siegen werden alle, die bei ihm sind – die von Gott Berufenen und Auserwählten, die treuen Mitstreiter des Lammes17,14 W über alle Könige, und die, die bei ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue.

15»Die Wasserläufe, an denen du die Hure hast thronen sehen«, erklärte mir der Engel weiter, »sind ein Bild für Völker und Menschenscharen, ein Bild für Menschen aller Sprachen und Kulturen.

16Die zehn Hörner, die du gesehen hast, – ´also die zehn Könige` – werden sich zusammen mit dem Tier gegen die Hure wenden. In ihrem Hass auf sie werden sie ihr alles rauben, sodass sie nackt und mit leeren Händen dasteht. Zuletzt werden sie ihr Fleisch fressen und das, was von ihr übrig bleibt, verbrennen17,16 W ihr Fleisch fressen und sie verbrennen.. 17Gott selbst hat ihnen den Gedanken eingegeben, mit dem Tier gemeinsame Sache zu machen und diesem ihre ganze Macht zur Verfügung zu stellen, ´um gegen die Hure zu kämpfen`. Denn damit führen sie den Plan Gottes aus, bis alles geschehen ist, was er angekündigt hat17,17 W bis die Worte Gottes vollendet/erfüllt sind..

18Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die über alle Könige der Erde regiert.«