Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
13

Das Tier aus dem Meer

131Da sah ich ein Tier aus dem Meer heraufsteigen, ein Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf jedem seiner zehn Hörner trug es eine Krone, und auf den Köpfen standen Namen, mit denen13,1 AL(1) stand ein Name, mit dem. Gott verhöhnt wurde. 2Das Tier13,2 W Das Tier, das ich sah. glich einem Leoparden; seine Füße allerdings sahen wie Bärentatzen aus und sein Rachen wie der eines Löwen. Der Drache übertrug dem Tier seine Macht; er übergab ihm seinen Thron und stattete es mit außergewöhnlichen Vollmachten aus.

3Dem Tier war, so schien es, an einem seiner Köpfe eine schwere Verletzung zugefügt worden, eine tödliche Wunde; aber es wurde geheilt.13,3 W Und ´ich sah` einen von seinen Köpfen wie zu Tode getroffen/geschlachtet (vergleiche Kapitel 5,6), und seine Todeswunde wurde geheilt (od war geheilt worden). Die ganze Welt staunte darüber und ließ sich völlig in den Bann des Tieres ziehen.13,3 W Die ganze Welt staunte hinter dem Tier her.

4Alle beteten den Drachen an, weil er es war, von dem das Tier seine Macht erhalten hatte. Aber auch das Tier beteten sie an. »Wer kann sich mit dem Tier vergleichen?«, sagten sie. »Und wer dürfte es wagen, sich ihm zu widersetzen13,4 W mit ihm zu kämpfen.

5Zweiundvierzig Monate lang ließ Gott es zu, dass das Tier seine Macht ausübte und überhebliche und gotteslästerliche Reden führte.13,5 W Und es wurde ihm ein Mund gegeben, um große Dinge und Lästerungen zu reden, und es wurde ihm Macht gegeben, zweiundvierzig Monate lang (so) zu wirken. 6Es riss sein Maul auf und stieß Lästerungen gegen ihn aus; es verhöhnte seinen Namen und seine heilige Wohnung sowie alle13,6 Od seine heilige Wohnung, genauer gesagt: alle. W seine Wohnung – die. AL(2) seine Wohnung und die. – Das griechische Wort für Wohnung bedeutet auch Zelt und ruft das Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit ihrer Wüstenwanderung in Erinnerung., die ihre Heimat im Himmel haben.

7Dem Tier wurde sogar erlaubt, mit denen, die zu Gottes Volk gehören, Krieg zu führen, und Gott ließ zu, dass es sie besiegte13,7 W mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu besiegen.. Über jeden Stamm und jedes Volk durfte es seine Macht ausüben, über die Menschen aller Sprachen und Kulturen. 8Alle Bewohner der Erde werden das Tier anbeten13,8 W werden ihn anbeten. Die männliche Form des griechischen Pronomens deutet möglicherweise darauf hin, dass mit dem Tier eine (männliche) Person gemeint ist. Entsprechend steht auch in Vers 14 im Griechischen statt des sächlichen Relativpronomens (das) ein männliches (der). – alle außer denen, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Buch des Lebens eingetragen sind, im Buch des Lammes, das geopfert wurde13,8 Od deren Namen im Buch des Lebens eingetragen sind, im Buch des seit der Erschaffung der Welt geopferten (w geschlachteten) Lammes (d. h. wohl: des Lammes, das schon immer von Gott als Opfer vorgesehen war)..

9Wer bereit ist zu hören, der gebe jetzt besonders Acht13,9 Od Wer fähig ist zu hören, der gebe jetzt besonders Acht. W Wenn jemand ein Ohr hat, höre er.:

10Wenn jemand für die Gefangenschaft bestimmt ist,

wird er13,10 AL(2) Wenn jemand andere in Gefangenschaft führt, wird er selbst. in Gefangenschaft geraten.

Und wenn jemand durch das Schwert umkommen soll,

wird er13,10 AL(2) Und wenn jemand andere mit dem Schwert umbringt, wird er selbst. durch das Schwert umkommen.

Hier ist die ganze Standhaftigkeit und Treue derer gefordert, die zu Gottes heiligem Volk gehören.13,10 W Hier ist die Standhaftigkeit und die Treue (od der Glaube / das Vertrauen) der Heiligen.

Das Tier aus der Erde

11Dann sah ich ein zweites Tier. Es stieg nicht wie das erste aus dem Meer herauf, sondern aus der Erde, hatte13,11 W Dann sah ich ein anderes Tier aus der Erde heraufsteigen. Es hatte. zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. 12Dieses zweite Tier handelte unter der Aufsicht13,12 Od im Auftrag. W in der Gegenwart. und mit der ganzen Autorität des ersten, und es brachte die Bewohner der ganzen Erde dazu, das erste Tier anzubeten, das Tier, das eine tödliche Wunde gehabt hatte und geheilt worden war13,12 W anzubeten, dessen Todeswunde geheilt worden war.. 13Es tat große und Aufsehen erregende Dinge13,13 W große Zeichen. und ließ vor den Augen der Menschen sogar Feuer vom Himmel auf die Erde fallen.

14Mit Hilfe solcher außergewöhnlicher Taten13,14 W Wegen der Zeichen., zu denen es vom ersten Tier ermächtigt war und die es in seiner Gegenwart vollbrachte, gelang es ihm, die Bewohner der Erde irrezuführen. Es überredete sie13,14 Od Es befahl ihnen., ein Standbild zu Ehren des Tieres zu errichten, das vom Schwert tödlich getroffen13,14 W das/der die Schwertwunde hat. und trotzdem wieder lebendig geworden war13,14 trotzdem am Leben geblieben war.. 15Es wurde sogar dazu befähigt, dieser Nachbildung des ersten Tieres Leben einzuhauchen13,15 W Geist/Atem zu geben., sodass das Standbild reden konnte und alle töten ließ, die sich weigerten, es anzubeten13,15 AL(1) und es (das zweite Tier) ließ alle töten, die sich weigerten, das Standbild anzubeten.. 16Außerdem sorgte das zweite Tier dafür, dass alle – Kleine und Große, Reiche und Arme, Freie und Sklaven – sich ein Kennzeichen auf die rechte Hand oder auf die Stirn machen ließen13,16 Od machten.. 17Ohne dieses Kennzeichen – den Namen des ersten Tieres oder vielmehr die Zahl, die für diesen Namen steht13,17 Sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen dienen die Buchstaben des Alphabets zugleich als Zahlzeichen, sodass sich für jedes Wort ein Zahlenwert errechnen lässt. – war es unmöglich, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.

18Hier ist Weisheit ´gefragt`. Wer Verstand und Einsicht hat, der finde heraus, was die Zahl des Tieres bedeutet13,18 Od auf wen die Zahl des Tieres hinweist.. Sie bezeichnet einen Menschen13,18 W der berechne die Zahl des Tieres. Denn es ist die Zahl eines (od des) Menschen.; es ist die Zahl sechshundertsechsundsechzig.

14

Das Lamm und die 144.000 Freigekauften

141Nun sah ich das Lamm auf dem Zionsberg stehen und bei ihm hundertvierundvierzigtausend14,1 Vergleiche Kapitel 7,4. Menschen, auf deren Stirn sein Name und der Name seines Vaters geschrieben waren. 2Aus dem Himmel ertönte ein Brausen, das sich wie das Tosen einer mächtigen Brandung und wie gewaltiges Donnerrollen anhörte und gleichzeitig wie Musik von Harfenspielern klang. 3Was ich hörte, war ein neues Lied, das vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten gesungen wurde.14,3 W 3 Und sie singen etwas wie ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten. Unter sie sind wohl die 144.000 zu verstehen, nach anderer Auffassung ein nicht näher bezeichneter himmlischer Chor; noch andere denken dabei an die Harfenspieler. Niemand war imstande, es zu lernen, außer den Hundertvierundvierzigtausend, die aus allen Völkern der Erde14,3 die von dem, was sie an diese Erde band. W die von der Erde. freigekauft sind. 4Sie haben sich durch keinerlei Untreue dem Lamm gegenüber schuldig gemacht, sondern haben sich rein bewahrt wie eine Braut für ihren Bräutigam14,4 W 4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich. Die Aussage ist wahrscheinlich in einem übertragenen Sinn zu verstehen (vergleiche das alttestamentliche Bild vom Ehebruch als Umschreibung der Götzenverehrung). und folgen dem Lamm, wohin es auch geht. Unter allen Menschen sind sie diejenigen, die freigekauft wurden und wie eine Erstlingsgabe Gott und dem Lamm geweiht sind14,4 Vergleiche 3. Mose 23,10.. 5Über ihre Lippen ist nie eine Lüge gekommen; es ist nichts an ihnen, was Tadel verdient.

Die Gerichtsbotschaft der drei Engel

6Dann sah ich einen Engel14,6 W einen anderen Engel., der hoch oben am Himmel flog. Ihm war eine Botschaft von ewiger Bedeutung14,6 Od das ewig gültige Evangelium. anvertraut, die er allen Bewohnern der Erde zu verkünden hatte, allen Völkern und Stämmen, den Menschen aller Sprachen und Kulturen. 7Mit lauter Stimme rief er: »Unterstellt euch Gottes Herrschaft14,7 W Habt Ehrfurcht vor Gott. und erweist ihm die Ehre, ´die ihm gebührt`! Denn jetzt ist die Stunde gekommen, in der er Gericht hält. Fallt vor ihm nieder und betet ihn an, den Schöpfer des Himmels und der Erde, des Meeres und aller Quellen.«

8Auf den ersten Engel folgte ein zweiter. Er rief: »Sie ist gefallen! Gefallen ist die mächtige ´Stadt` Babylon, die allen Völkern vom Wein ihrer Unmoral zu trinken gab und damit den furchtbaren Zorn Gottes über sie brachte14,8 Od die allen Völkern vom Wein ihrer leidenschaftlichen Unmoral zu trinken gab. W die allen Völkern vom Wein des furchtbaren Zorns (od der Leidenschaft) ihrer Unmoral zu trinken gab.

9Diesen beiden Engeln folgte ein dritter. Er rief mit lauter Stimme: »Wenn jemand das Tier und sein Standbild anbetet und sich das Kennzeichen des Tieres auf der Stirn oder auf der Hand anbringen lässt, 10muss er14,10 Od muss auch er. aus dem Becher des Gerichts den starken, unverdünnten Wein von Gottes furchtbarem Zorn trinken. In Gegenwart der heiligen Engel und in Gegenwart des Lammes wird er in Feuer und ´brennendem` Schwefel Qualen erleiden. 11Keiner von denen, die das Tier und sein Standbild anbeten und das Kennzeichen tragen, das für seinen Namen steht14,11 W und sich das Kennzeichen seines Namens anbringen lassen., wird jemals Ruhe finden, weder am Tag noch in der Nacht; der Rauch des Feuers, in dem sie Qualen leiden,14,11 W der Rauch ihrer Qual. wird für immer und ewig aufsteigen.«

12Hier ist die ganze Standhaftigkeit derer gefordert, die zu Gottes heiligem Volk gehören – die unbeirrbare Treue derer, die seine Gebote befolgen und auf Jesus vertrauen.14,12 W Hier ist die Standhaftigkeit der Heiligen, die Gottes Gebote und den Glauben an Jesus / das Vertrauen auf Jesus bewahren. – Nach Auffassung mancher Ausleger gehört Vers 12 noch zur Rede des Engels (Verse 9 bis 11).

13Aus dem Himmel hörte ich eine Stimme, die mir befahl: »Schreibe: Glücklich zu nennen sind die, die dem Herrn bis zu ihrem Tod treu bleiben14,13 Od sind die, die ihre Treue zum Herrn das Leben kostet. W sind die Toten, die im Herrn sterben.! ´Das gilt` von jetzt an ´mehr als je zuvor`.« – »Ja«, sagt der Geist, »sie werden sich von aller Mühe ausruhen, denn was sie getan haben, wird nicht unbelohnt bleiben14,13 W denn ihre Werke folgen ihnen / begleiten sie.

Die Erde – reif für das Gericht

14Dann sah ich eine leuchtend weiße Wolke, auf der jemand saß, der wie der Menschensohn14,14 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 1,13. aussah. Er trug eine goldene Krone auf dem Kopf und hielt eine scharfe Sichel in der Hand. 15Ein Engel14,15 W Ein anderer Engel. Gemeint ist wohl: ein anderer als die in den Versen 6, 8 und 9 genannten. kam aus dem Tempel ´im Himmel` und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: »Mach dich mit deiner Sichel an die Arbeit14,15 W Schick deine Sichel. und bring die Ernte ein! Die Zeit dafür ist gekommen; die Erde ist reif14,15 Od überreif. für die Ernte.« 16Da ließ der, der auf der Wolke saß, seine Sichel über die Erde gleiten, und die Erde wurde abgeerntet.

17Nun kam aus dem Tempel im Himmel ein anderer Engel; auch er hatte ´ein Erntewerkzeug` bei sich, ein scharfes Winzermesser14,17 Im Griechischen dasselbe Wort wie Sichel in den Versen 14 bis 16.. 18Und ein weiterer Engel kam vom Altar her; es war der Engel, dem das Feuer unterstellt war. Mit lauter Stimme rief er dem, der das Winzermesser in der Hand hielt, zu: »Mach dich mit deinem scharfen Winzermesser an die Arbeit14,18 W Schick dein scharfes Winzermesser. und ernte die Trauben vom Weinberg der Erde! Sie14,18 W Seine Beeren. sind reif.« 19Da ließ der Engel sein Messer durch den Weinberg der Erde fahren und erntete ihn ab. Die Früchte warf er in eine riesige Weinpresse außerhalb der Stadt, die Weinpresse von Gottes furchtbarem Zorn. 20Als die Trauben gekeltert wurden14,20 W Als die Kelter getreten wurde. Die Trauben wurden durch Stampfen mit den bloßen Füßen ausgepresst., schoss ´ein Strom von` Blut aus der Presse, der den Pferden bis an die Zügel reichte und tausendsechshundert Stadien14,20 Etwa 300 Kilometer. weit floss14,20 Od der noch in einer Entfernung von tausendsechshundert Stadien den Pferden bis an die Zügel reichte. 1600 Stadien: etwa 300 Kilometer..

15

Abschluss der Gerichte Gottes (Kapitel 15 und 16)

Die sieben Engel mit den sieben letzten Plagen

151Daraufhin sah ich am Himmel von neuem etwas Außergewöhnliches und Bedeutungsvolles. Es war eine Furcht erregende Erscheinung: sieben Engel, deren Auftrag es war, die sieben letzten Plagen über die Erde hereinbrechen zu lassen. Erst wenn diese Plagen vorüber sind, ist das Gericht, das Gott in seinem furchtbaren Zorn über die Erde verhängt hat, zum Abschluss gekommen.15,1 W 1 Daraufhin sah ich am (od im) Himmel ein anderes Zeichen, groß und Furcht erregend (od Staunen erregend): sieben Engel, die die sieben letzten Plagen hatten, denn mit diesen wurde der furchtbare Zorn Gottes vollendet.

2Ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, das mit Feuer vermischt zu sein schien. An seinem Ufer sah ich die stehen, die siegreich aus dem Kampf mit dem Tier hervorgegangen waren – alle, die sein Standbild nicht angebetet hatten und sich die Zahl seines Namens nicht hatten anbringen lassen.15,2 W An (Auf) dem gläsernen Meer sah ich die Sieger über das Tier und über sein Standbild und über die Zahl seines Namens stehen. Sie hatten von Gott Harfen bekommen 3und sangen nun das Lied des Lammes, jenes Lied, das schon Mose, der Diener Gottes, gesungen hatte15,3 Vergleiche 2. Mose 15,1-19 und 5. Mose 32,1-43.:

»Groß und wunderbar sind deine Werke,

Herr, du allmächtiger Gott!

Gerecht und gut15,3 W wahr/wahrhaftig. sind deine Wege,

du König der Völker15,3 AL(2) der Ewigkeiten..

4Wer sollte sich dir nicht in Ehrfurcht unterstellen, Herr?

Wer sollte deinen Namen nicht ehren?

Denn du allein bist heilig!

Ja, alle Völker werden kommen

und vor dir niederfallen, um dich anzubeten.

Denn dein gerechtes Tun ist15,4 Od deine gerechten Entscheidungen/Urteile sind. für alle sichtbar geworden.«

5Danach sah ich, wie sich der Tempel im Himmel öffnete, das heilige Zelt15,5 Vergleiche das Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit ihrer Wüstenwanderung., 6und wie die sieben Engel herauskamen, die die sieben Plagen über die Erde hereinbrechen lassen sollten15,6 W die die sieben Plagen hatten.. Sie waren in reines, strahlend weißes Leinen gekleidet und trugen ein breites goldenes Band um die Brust. 7Eines der vier lebendigen Wesen reichte den sieben Engeln sieben goldene Schalen, die mit dem furchtbaren Zorn Gottes gefüllt waren – dem Zorn dessen, der in alle Ewigkeit lebt.

8Der ganze Tempel füllte sich mit Rauch, weil die Herrlichkeit Gottes und seine Macht gegenwärtig waren15,8 W mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Macht.. Und niemand konnte den Tempel betreten, bis die sieben Plagen vorüber waren, mit denen die sieben Engel das Gericht Gottes vollstreckten15,8 W bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren..