Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
94

Herr, halte Gericht!

941Du Gott, der Vergeltung übt, HERR,

du Gott, der Vergeltung übt, erscheine in deinem herrlichen Glanz!

2Erhebe dich, du Richter der Erde,

zahle den Stolzen ihre hochmütigen Taten heim!

3HERR, wie lange sollen diese Gottlosen triumphieren?

Wie lange noch sollen sie sich hämisch freuen?

4Sie sprudeln nur so über von Gemeinheit, reden vermessen;

sie richten Unheil an und brüsten sich ´auch noch` damit.

5Dein Volk, HERR, zertreten sie,

dein Eigentum94,5 W Erbe. So auch in Vers 14. drücken sie zu Boden.

6Witwen und Menschen, die nicht zu unserem Volk gehören, bringen sie um,

und selbst Waisen ermorden sie.

7Und dabei sagen sie noch: »Der HERR sieht es doch nicht!

Der Gott der Nachkommen Jakobs bemerkt es gar nicht!«

8Kommt zur Einsicht, ihr Unvernünftigen im Volk!

Ihr Törichten, wann wollt ihr endlich Vernunft annehmen?

9Der das Ohr der Menschen erschaffen hat,

sollte er wirklich nicht hören?

Und der das Auge gebildet hat,

sollte er nicht hinsehen?

10Er, der sogar ganze Völker straft,

wird er nicht ´jeden Einzelnen` zur Rechenschaft ziehen?

Schließlich ist er es doch, der den Menschen Erkenntnis gibt!

11Der HERR kennt die Gedanken der Menschen,

´er weiß,` dass ihre Überlegungen94,11 W sie. vergänglich sind wie ein Hauch.

12Glücklich zu preisen ist der Mensch, den du, HERR, erziehst

und aus deinem Gesetz belehrst.

13So verschaffst du ihm Ruhe vor Tagen des Unglücks,

bis dem Gottlosen das Grab geschaufelt wird.

14Denn der HERR wird doch sein Volk niemals verstoßen –

sein Eigentum lässt er nicht im Stich!

15Die Rechtsprechung wird sich wieder auf Gerechtigkeit gründen,

und alle, die von Herzen aufrichtig sind, werden sich gerne danach richten94,15 Od werden ihm (= dem Herrn) gerne folgen..

16Wer ist bereit,

mit mir gegen die verbrecherischen Feinde anzutreten?

Wer hilft mir, standzuhalten gegen Leute, die Unheil anrichten?

17Hätte der HERR mir nicht geholfen,

dann hätte nicht viel gefehlt, und ich befände mich94,17 W meine Seele befände sich. bereits in der Stille des Totenreichs.

18Doch immer wenn ich dachte: »Jetzt gerate ich ins Stolpern!«,

dann stützte mich, HERR, deine Gnade.

19Als viele Sorgen mich quälten,

erfüllte dein Trost mein Herz mit Freude.94,19 W Bei der Menge meiner Sorgen in meinem Inneren erquickten deine Tröstungen meine Seele.

20Kann es wirklich sein, dass diese Leute, die uns jetzt regieren,

ein Bündnis mit dir eingegangen sind?

Sie bringen doch nichts als Verderben über uns!94,20 W Hat der Thron des Unheils sich wirklich mit dir verbündet?

Sie berufen sich zwar auf deine Ordnungen,

richten aber nur Unheil an!94,20 Od Sie verstoßen gegen deine Ordnungen und richten Unheil an.

21Sie rotten sich zusammen gegen den, der nach Gottes Willen lebt94,21 W gegen die Seele des Gerechten.,

unschuldige Menschen verurteilen sie.

22Doch der HERR ist meine sichere Burg geworden,

mein Gott ist der Fels, bei dem ich Zuflucht finde.

23Er lässt das Unheil, das von diesen Leuten ausgeht,

auf sie selbst zurückfallen,

und für ihre Bosheit wird er sie vernichten.

Ja, vernichten wird sie der HERR, unser Gott!

95

Öffnet euer Herz dem Reden Gottes!

951Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln,

ihm laut unsere Freude zeigen, dem Fels, bei dem wir Rettung finden.

2Lasst uns voll Dank vor ihn treten,

mit Liedern ihm unsere Freude zeigen.

3Denn der HERR ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

4Die tiefsten Abgründe der Erde – er hält sie in seiner Hand,

und die Gipfel der Berge – auch sie gehören ihm.

5Ihm gehört das Meer, er hat es ja geschaffen,

und auch das Festland haben seine Hände gebildet.

6Kommt, wir wollen ihn anbeten und uns vor ihm niederwerfen,

wir wollen niederknien vor dem HERRN, der uns geschaffen hat!

7Denn er ist unser Gott,

und wir sind sein Volk, die Schafe auf seiner Weide,

er leitet uns mit eigener Hand.95,7 W Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Herde seiner Hand.

Wenn ihr heute seine Stimme hört,

8dann verschließt euch seinem Reden nicht!

Macht es nicht wie das Volk damals in Meriba95,8 Siehe die Anmerkung zu Psalm 81,8.,

in Massa in der Wüste, als es sich gegen ihn auflehnte.

9Da, ´sagt Gott`, haben mich eure Vorfahren herausgefordert,

sie haben einen Beweis meiner Macht von mir verlangt,

obwohl sie meine großen Taten mit eigenen Augen gesehen hatten.

10Vierzig Jahre lang war mir jene ganze Generation zuwider,

und ich sprach: Sie sind ein Volk, das sich ständig

von den eigenen Wünschen irreleiten lässt.95,10 W Ein Volk mit in die Irre gehendem Herzen sind sie.

Aber zu begreifen, welche Wege ich sie führen will,

dazu waren sie nicht imstande.

11Schließlich schwor ich in meinem Zorn:

Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!

96

Preist die Herrlichkeit und Macht des Herrn!

961Singt dem HERRN ein neues Lied!

Alle Länder der Erde, singt zur Ehre des HERRN!96,1 W Singe dem HERRN, ganze Erde!

2Singt für den HERRN und preist seinen Namen,

verkündet Tag für Tag, dass er uns Rettung schenkt!

3Erzählt unter den Nationen von seiner Herrlichkeit,

unter allen Völkern von seinen Wundern!

4Denn groß ist der HERR, und ihm gebührt das höchste Lob.

Ehrfurchtgebietend steht er über allen Göttern.

5Alle Götter der Völker sind schließlich nur Götzen,

aber der HERR ist es, der den Himmel erschaffen hat.

6Majestät und Pracht umgeben ihn96,6 W sind vor seinem Angesicht.,

Macht und Herrlichkeit erfüllen sein Heiligtum.

7Erweist dem HERRN Ehre, ihr Völkerstämme!

Preist die Herrlichkeit und Macht des HERRN!

8Ja, erweist dem HERRN die Ehre, die seinem Namen gebührt.

Bringt Opfergaben und kommt in die Vorhöfe seines Heiligtums!

9Betet den HERRN an in heiligem Festschmuck!

Alle Welt soll vor ihm in Ehrfurcht erbeben.

10Verkündet es den anderen Völkern: »Der HERR ist König!«

Fest gegründet ist die Erde96,10 AL(2) fest gegründet hat er die Erde., sie wird nicht wanken.

Und der HERR wird für alle Völker ein gerechter Richter sein.

11Der Himmel soll sich freuen,

und die Erde soll jubeln,

rauschen soll das Meer mit allem, was in ihm lebt.

12Die Felder sollen in Jubel ausbrechen

mit allem, was auf ihnen wächst!

Auch alle Bäume im Wald sollen jauchzen,

13wenn der HERR kommt!

Ja, er kommt, um auf der Erde Gericht zu halten.

Er wird die Welt gerecht richten

und über alle Völker ein Urteil sprechen,

durch das sich seine Wahrhaftigkeit zeigt.96,13 W Er wird die Welt richten in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Wahrhaftigkeit.