Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
89

Gelten Gottes Zusagen nicht mehr?

891Ein kunstvoll gestaltetes Lied89,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 32,1.. Von Etan, dem Esrachiter.

2Ewig will ich die Gnade besingen, die der HERR erwiesen hat.

Auch den künftigen Generationen will ich verkünden, wie treu du bist.

3Ja, ich weiß: Deine Gnade erweist du immer wieder neu89,3 W Ich sage (AL(1) Du sagst): Ewig wird Gnade gebaut.,

deine Treue steht fest wie der Himmel89,3 So in Anlehnung an hebräische Handschriften und an alte Übersetzungen. Der Masoretische Text lautet: im Himmel..

4´Du hast gesagt:` »Ich habe einen Bund geschlossen mit dem Mann, den ich erwählt habe,

meinem Diener David habe ich geschworen:

5Ich will deinem Königsgeschlecht für immer Bestand geben,

deinen Thron festige ich jetzt und in allen künftigen Generationen.« /​/89,5 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

6Der Himmel preist deine Wunder, HERR,

alle versammelten heiligen Engel loben deine Treue89,6 W in der Versammlung der Heiligen deine Treue..

7Denn wer dort über den Wolken hält einem Vergleich mit dem HERRN stand?

Welches himmlische Wesen steht auf derselben Stufe mit dem HERRN?

8Ehrfurchtgebietend ist Gott im Kreis der heiligen Engel89,8 W im Kreis der Heiligen.,

herrlich und erschreckend zugleich ist er für alle rings um ihn her.

9HERR, allmächtiger Gott89,9 W HERR, Gott über alle Heere., wer ist wie du?

Stark bist du, HERR! Du bist die Treue in Person.89,9 W Deine Treue ist rings um dich her.

10Du bändigst das tobende Meer,

auch wenn sich seine Wogen auftürmen –

du bringst sie wieder zur Ruhe.

11Du hast Ägypten89,11 W Rahab. Rahab ist nach Jesaja 30,7 ein Name für Ägypten. zu Boden getreten, dass es da lag wie ein Gefallener.

Mit deinem starken Arm hast du deine Feinde in alle Winde zerstreut.

12Dir gehört der Himmel und dir gehört die Erde,

ja, die Welt mit allem, was auf ihr lebt – du hast sie geschaffen.

13Norden und Süden – du warst ihr Schöpfer;

der Berg Tabor wie auch der Hermon, sie rühmen deinen Namen.

14Dein Arm ist kraftvoll,

stark ist deine Hand, siegreich erhoben deine Rechte.

15Gerechtigkeit und Recht – darauf gründet sich dein Thron,

Gnade und Treue gehen wie deine Boten vor dir her.

16Glücklich zu preisen ist das Volk, dem es vertraut ist, dich zu loben.

HERR, du wendest ihnen dein Angesicht freundlich zu, und so gehen sie ihren Weg.

17Den ganzen Tag freuen sie sich über deinen großen Namen;

dass du ihnen deine Treue erweist, verschafft ihnen hohes Ansehen89,17 W durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht..

18Durch dich allein gelangen sie zu Ehre und Macht.

Weil du Gefallen an uns hast, sind wir ein mächtiges Volk.89,18 W Und durch dein Wohlgefallen ist erhoben unser Horn. Siehe die Anmerkung zu Psalm 18,3.

19Denn unser Herrscher, der uns Schutz bietet, gehört dem HERRN,

ja, unser König ist in der Hand von Israels heiligem Gott.89,19 Od Denn dem HERRN gehört unser Schild, und der Heilige Israels, der ist unser König. W Denn dem HERRN gehört unser Schild, und dem Heiligen Israels unser König.

20Damals sprachst du in einer Vision zu denen, die dir treu sind:

»Ich bringe Hilfe durch einen mutigen Mann;

ja, einen Mann aus dem Volk habe ich erwählt und zu Ehren gebracht.

21Es ist mein Diener David, ihn habe ich gefunden,

mit meinem heiligen Öl habe ich ihn ´zum König` gesalbt89,21 Siehe die Anmerkung zu Psalm 2,2..

22Ständig will ich ihn mit starker Hand begleiten,

mein Arm soll ihn stützen und stärken.

23Kein Feind soll ihn überwältigen,

und gewalttätige Menschen sollen ihn nicht bezwingen.

24Vielmehr will ich seine Gegner vor seinen Augen zerschmettern,

und alle, die ihn hassen, will ich niederschlagen.

25Meine Treue und Gnade sollen ihn stets begleiten,

und durch meinen Namen soll er mächtig und siegreich sein89,25 W und durch meinen Namen wird sein Horn erhoben sein..

26Ich will seine Macht ausdehnen bis ans Meer

und seinen Herrschaftsbereich bis an die Ströme.89,26 W Ich will seine Hand legen auf das Meer und seine Rechte auf die Ströme.

27Er wird zu mir rufen: ›Du bist mein Vater!

Du bist mein Gott, mein Fels und meine sichere Rettung!‹

28Und ich will ihn zu meinem erstgeborenen Sohn ernennen,

zum höchsten unter allen Königen der Erde.

29Für immer will ich ihm meine Gnade erweisen,

und mein Bund mit ihm soll für alle Zeiten Bestand haben.

30Sein Königsgeschlecht will ich für immer erhalten

und seinen Thron, solange der Himmel besteht.

31Wenn aber seine Nachkommen meinem Gesetz den Rücken kehren

und sich nicht nach meinen Rechtsbestimmungen richten,

32wenn sie meine Ordnungen mit Füßen treten

und sich nicht an meine Gebote halten,

33dann werde ich ihr Vergehen mit dem Stock bestrafen

und ihre Schuld mit Schlägen ahnden.

34Meine Gnade jedoch will ich David nicht entziehen

und meinen Zusagen nicht untreu werden.

35Ich werde meinen Bund nicht mit Füßen treten

und die Worte, die über meine Lippen kamen, nicht abändern.

36Eines habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen –

und niemals werde ich David gegenüber zum Lügner werden:

37Sein Königsgeschlecht soll für immer Bestand haben

und sein Thron, solange es die Sonne gibt.

38Ja, seine Herrschaft ist beständig wie der Mond,

der ein zuverlässiger Zeuge in den Wolken ist89,38 W der Zeuge in den Wolken ist treu. Andere Ausleger denken bei dem Zeugen in den Wolken an den Regenbogen (vergleiche 1. Mose 9,16) und wiederum andere meinen, dass hier von Gott selbst die Rede ist (vergleiche Hiob (Ijob) 16,19)./​/

39Doch dann hast du ´den König` verstoßen und verschmäht,

hast deinem Zorn freien Lauf gelassen gegen ihn, den du gesalbt hast!

40Du wolltest vom Bund mit deinem Diener nichts mehr wissen,

hast seine Krone zu Boden geworfen und entweiht.

41Du hast seine Mauern durchbrochen,

seine Befestigungsanlagen in Trümmer gelegt.

42Alle, die vorbeikommen, dürfen sein Land plündern,

und seine Nachbarvölker verhöhnen ihn.

43Denen, die ihn bedrängen, hast du zum Sieg verholfen,

all seinen Feinden hast du Freude bereitet.

44Sein scharfes Schwert ließt du stumpf werden89,44 W Du hast zurückweichen lassen die Schärfe seines Schwertes.,

und im Krieg gabst du ihm nicht die Oberhand.

45All seinen Glanz hast du schwinden lassen,

seinen Thron hast du umgestürzt.

46Du hast die Jahre seiner Jugend vorschnell enden lassen

und ihn mit Schande überhäuft. /​/

47Wie lange noch willst du dich verbergen, HERR?

Doch nicht für immer?

Wie lange soll dein Zorn wüten wie ein verzehrendes Feuer?

48Denke an mich! Wie kurz ist mein Leben!

Wie vergänglich hast du doch alle Menschen erschaffen!

49Gibt es denn auch nur einen Menschen, der niemals sterben muss?

Wer kann sein Leben schon vor der Macht des Totenreichs retten? /​/

50Wo sind die früheren Erweise deiner Gnade geblieben, Herr?

Du hast sie doch deinem Diener David mit einem Treueschwur zugesagt!

51Denke doch daran, welche Schande deine Diener ertragen müssen, Herr!

Mein Herz ist schwer durch den Hohn der Nachbarvölker!89,51 In meiner Brust trage ich die Verantwortung für die vielen Völker. W In meinem Gewand (= in meiner Brust) trage ich die vielen Völker ´mit ihrem Hohn`.

52Letztlich verhöhnen deine Feinde doch dich damit, HERR!

Sie verspotten auch alles, was dein gesalbter König unternimmt.89,52 W Sie haben verhöhnt die Fußstapfen deines Gesalbten.

53Gepriesen sei der HERR in Ewigkeit.

Amen, ja, Amen.

90

Viertes Buch

Gott ist unsere Zuflucht

901Ein Gebet von Mose, dem Mann Gottes.

Herr, eine Zuflucht bist du uns gewesen, wo man sicher wohnen kann,

du warst es für uns durch alle Generationen.

2Ehe die Berge geboren wurden,

ehe du die Erde mit ihren Lebensräumen hervorbrachtest –

da warst du, Gott, schon da von Ewigkeit zu Ewigkeit.

3Die sterblichen Menschen lässt du zu Staub werden

und sprichst: »Kehrt ´zum Staub` zurück, ihr Menschenkinder!«

4Denn tausend Jahre sind in deinen Augen so kurz

wie ein gerade vergangener Tag90,4 W wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist.

sie sind nicht länger als ein paar Stunden in der Nacht90,4 W ´sie sind` wie eine Nachtwache..

5Du reißt die Menschen aus dem Leben, sie entschlafen,

sie sind so vergänglich wie frisch emporgewachsenes Gras90,5 W sie sind am Morgen wie sprossendes Gras.,

6das am Morgen sprießt und blüht

und am Abend welkt und verdorrt.

7Ja, wir vergehen durch deinen Grimm,

wir erschrecken, wenn dein Zorn uns trifft.

8Du führst dir unsere Vergehen vor Augen,

selbst unsere verborgenen Sünden kommen vor dir ans Licht.

9Ach, alle unsere Tage schwinden dahin,

weil dein Zorn auf uns lastet,

wir durchleben unsere Jahre so rasch,

als wären sie ein kurzer Seufzer.

10Unser Leben dauert siebzig Jahre,

und wenn wir noch Kraft haben, dann auch achtzig Jahre.

Und was uns daran so wichtig erschien90,10 W Und ihr Stolz.,

ist letztlich nur Mühe und trügerische Sicherheit.

Denn schnell eilen unsere Tage vorüber, als flögen wir davon.

11Wer aber erkennt wirklich,

wie gewaltig dein Zorn und dein Grimm ist?

Wer begreift, welche Ehrfurcht dir gebührt?90,11 W Wer erkennt die Stärke deines Zorns und deines Grimms, wie es der Ehrfurcht vor dir entspricht.

12Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben,

damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen!

13HERR, wende dich ´uns` wieder zu!

Wie lange ´hält dein Zorn noch an`?

Erbarme dich über alle, die dir dienen!

14Schenk uns schon am Morgen deine reiche Gnade!90,14 W Sättige uns am Morgen mit deiner Gnade.

Dann werden wir jubeln und uns freuen unser Leben lang.

15Erfreue uns nun eben so viele Tage,

wie du uns ´bisher` gedemütigt hast –

für die Jahre, in denen wir Schlimmes erleben mussten,

gib uns nun gute Jahre!

16Lass deine Diener dein mächtiges Handeln erleben,

über ihren Kindern lass deine Herrlichkeit sichtbar werden!

17So zeige sich nun an uns die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes!

Gib dem Bestand, was wir mit eigenen Händen tun,

ja, fördere unserer Hände Arbeit!

91

Geborgen unter dem Schutz Gottes

911Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt,

darf bleiben im Schatten des Allmächtigen.

2Darum sage ich zum HERRN:

»Du bist meine Zuflucht und meine sichere Festung,

du bist mein Gott, auf den ich vertraue.«

3Ja, er rettet dich ´wie einen Vogel` aus dem Netz des Vogelfängers,

er bewahrt dich vor der tödlichen Pest.

4Er deckt dich schützend mit seinen Schwingen,

unter seinen Flügeln findest du Geborgenheit.

Seine Treue gibt dir Deckung,

sie ist dein Schild, der dich schützt.

5Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht

oder vor den Pfeilen, die am Tag abgeschossen werden,

6nicht vor der Pest, die im Finstern umgeht,

nicht vor der Seuche, die mitten am Tag wütet.

7Selbst wenn Tausend neben dir fallen,

gar Zehntausend zu deiner Rechten –

dich trifft es nicht!

8Aber anschauen wirst du es mit eigenen Augen,

du wirst sehen, wie die Feinde Gottes ihre gerechte Strafe bekommen.

9Denn du ´hast gesagt`: »Der HERR ist meine Zuflucht!«

Den Höchsten hast du zum Schutz dir erwählt91,9 W zu deiner Wohnstatt gemacht..

10So wird dir kein Unglück zustoßen,

und kein Schicksalsschlag wird dich in deinem Zuhause treffen91,10 W wird sich deinem Zelt nähern..

11Denn er hat für dich seine Engel entsandt und ihnen befohlen,

dich zu behüten auf all deinen Wegen.

12Sie werden dich auf Händen tragen,

damit du mit deinem Fuß nicht an einen Stein stößt.

13Über Löwen und Ottern wirst du hinwegschreiten,

starke junge Löwen und Schlangen wirst du zu Boden treten.

14´So sagt nun der HERR:`

»Weil er mit ganzer Liebe an mir hängt, will ich ihn befreien;

ich hole ihn heraus aus der Gefahr91,14 Od ich erhöhe ihn. W ich hebe ihn empor.,

denn er kennt meinen Namen.

15Wenn er zu mir ruft, werde ich ihm antworten.

In Zeiten der Not stehe ich ihm bei,

ja, ich reiße ihn heraus und bringe ihn zu Ehren.

16Ich schenke ihm ein erfülltes und langes Leben

und zeige ihm, wie ich Rettung schaffe.«