Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
8

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

81Für den Dirigenten8,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf beschwingte Weise zu begleiten.8,1 W Auf/nach der Gittith. Die Bedeutung von Gittith ist unklar. Es kann sich entweder um ein Musikinstrument handeln oder um die Art und Weise der Begleitung. Ein Psalm Davids.

2HERR, unser Herrscher8,2 W unser Herr. So auch in Vers 10.,

wie berühmt ist dein Name in aller Welt!

Ja, auch am Himmel zeigst du deine Größe und Herrlichkeit.

3Schon Säuglingen und kleinen Kindern

hast du dein Lob in den Mund gelegt,

damit sie deine Macht bezeugen.8,3 W Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir eine Macht zugrunde gelegt.

Das hast du so bestimmt, um deine Gegner zu beschämen,

um jeden Feind und Rachsüchtigen zum Schweigen zu bringen.

4Wenn ich den Himmel sehe, das Werk deiner Hände,

den Mond und die Sterne, die du erschaffen

und ´an ihren Ort` gesetzt hast, ´dann staune ich`:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

Wer ist er schon, dass du dich um ihn kümmerst!8,5 W Was ist der Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst?

6Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott8,6 als die Engel. Das hebräische Wort elohim, das Gott bedeutet, wird von einigen Übersetzungen in diesem Zusammenhang mit Gottwesen oder Engel wiedergegeben. So übersetzt es auch die Septuaginta an dieser Stelle.,

mit Ehre und Würde hast du ihn gekrönt.

7Du hast ihn zum Herrn eingesetzt über deine Geschöpfe,

die aus deinen Händen hervorgingen;

alles hast du ihm zu Füßen gelegt.

8Du hast ihm Schafe und Rinder unterstellt

und dazu alle frei lebenden Tiere in Feld und Flur,

9die Vögel, die am Himmel fliegen,

ebenso wie die Fische im Meer

und alles, was die Meere durchzieht.

10HERR, unser Herrscher,

wie berühmt ist dein Name in aller Welt!

9

Der Herr spricht ein gerechtes Urteil9,1 Die Versanfänge dieses Psalms folgen im hebräischen Text mit nur kleinen Abweichungen dem hebräischen Alphabet. Man nimmt heute an, dass dies als Gedächtnisstütze dienen sollte. Ein solcher alphabetischer Aufbau findet sich auch in den Psalmen 10; 25; 34; 37; 111; 112; 119 und 145 sowie in anderen alttestamentlichen Texten.

91Für den Dirigenten9,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf die gleiche Weise zu begleiten wie das Lied ´Der Sohn muss sterben`.9,1 Od In hoher/heller Stimmlage zu begleiten; Über die dem Sohn eigenen Geheimnisse. Die Deutung ist unsicher. Ein Psalm Davids.

2Dich, HERR, will ich loben von ganzem Herzen,

von all deinen Wundern will ich erzählen.

3Über dich will ich mich freuen und jubeln,

zur Ehre deines Namens ein Lied singen, du Höchster!

4Denn jetzt treten meine Feinde den Rückzug an,

dein zorniger Blick wirft sie zu Boden

und lässt sie umkommen.9,4 Als meine Feinde zurückwichen, da strauchelten sie und kamen vor deinem Angesicht um.

5Du hast für meine Gerechtigkeit gesorgt

und mir zu meinem Recht verholfen.

Du hast dich auf den Richterstuhl gesetzt

und gerecht geurteilt.

6Du hast ganze Völker in ihre Schranken verwiesen9,6 W Du hast Völker gescholten.,

die Gottlosen hast du umkommen lassen

und ihre Namen für immer und ewig ausgelöscht.

7Der Feind ist völlig vernichtet,

seine Macht für immer zerschlagen.

Du hast seine Städte dem Erdboden gleichgemacht;

nichts erinnert mehr an sie.

8Der HERR aber regiert für immer und ewig,

er hat seinen Thron zum Gericht aufgestellt.

9Er selbst wird die Welt in Gerechtigkeit richten,

wird den Völkern ein aufrichtiges und gerechtes Urteil sprechen.

10Den Unterdrückten gewährt der HERR seinen Schutz,

in Zeiten der Not ist er für sie eine Burg in sicherer Höhe.

11Auf dich, HERR, werden alle vertrauen,

die dich und deinen Namen kennen,

denn wer deine Nähe sucht, den lässt du nie allein.

12Singt dem HERRN, der auf dem Berg Zion wohnt, eure Lieder,

verkündet unter allen Völkern seine großen Taten!

13Denn er zieht all die zur Rechenschaft, die Blut vergießen,

er kümmert sich um die Verfolgten

und überhört nicht die Schreie der Unterdrückten.

14Sei mir gnädig, HERR, sieh auch meine Not,

in die mich der Hass meiner Feinde bringt,

hol mich herauf aus dem Totenreich9,14 W hol mich empor von den Toren des Todes.!

15Dann will ich deinen Ruhm verbreiten

in den Toren der Stadt Zion,

jubeln will ich über deine Rettung.

16Da sind Völker in die Gruben gestürzt, die sie für andere gegraben hatten,

sie sind mit ihren Füßen im eigenen Fangnetz hängen geblieben.

17Der HERR hat sich zu erkennen gegeben, indem er Gericht übte:

Wer Gott ablehnt, der verstrickt sich in seinen eigenen Machenschaften. /​/9,17 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3. Hier ist als musikalische Anweisung noch besonders hinzugefügt: Zwischenspiel.

18Mögen alle Gottlosen im Totenreich enden,

alle die Völker, denen Gott gleichgültig ist!

19Der Unterdrückte aber ist nicht für immer vergessen,

und die vom Leid gebeugt sind, müssen ihre Hoffnung nicht aufgeben.

20Erhebe dich, HERR,

lass nicht zu, dass Menschen sich dir widersetzen!

Lass alle Völker vor dich treten und zieh sie zur Rechenschaft!

21Versetze sie in Schrecken, HERR,

lass alle Völker begreifen, dass sie nur Menschen sind! /​/

10

Herr, hilf uns gegen Unrecht und Gewalt!10,1 Siehe die erste Anmerkung zu Psalm 9,1.

101Warum, HERR, bist du so fern,

warum verbirgst du dich in Zeiten der Not?

2Hochmütige Menschen, die Gott ablehnen,

verfolgen die Wehrlosen

und bringen sie durch ihre Intrigen zu Fall.

3Diese Gottlosen prahlen auch noch damit,

dass ihre Gier keine Grenzen kennt.10,3 W Der Gottlose prahlt mit dem Verlangen seiner Seele.

In ihrer Habsucht verspotten sie den HERRN

und verachten ihn.10,3 Er (= der Gottlose) segnet den Habsüchtigen und verachtet den HERRN. W Der Habsüchtige segnet, er verachtet den HERRN. Das Segnen in der wörtlichen Wiedergabe ist beschönigend im Sinne von »verspotten« gebraucht.

4Stolz behaupten sie:

»Gott kümmert sich sowieso nicht um das, was wir tun!

Es gibt ja gar keinen Gott!«

Weiter reichen ihre Gedanken nicht.

5Dennoch führt ihr Weg sie stets zum Erfolg.

Unendlich fern liegt ihnen der Gedanke,

dass du sie einmal zur Rechenschaft ziehen könntest.10,5 Od Deine Gerichte scheinen himmelweit weg von ihnen zu sein. W Hoch oben sind deine Gerichte, fern von ihm (= dem Gottlosen).

Sie pfeifen auf jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

6Sie reden sich ein: »Uns bringt nichts zu Fall,

kein Unglück wird uns jemals treffen,

auch nicht in künftigen Generationen.«

7Wenn sie fluchen, betrügen und erpressen,

sind sie um Worte nicht verlegen;

was sie von sich geben, bringt anderen Unheil und Schaden.10,7 W Sein Mund ist voll Fluchen, voll Betrug und Unterdrückung. Unter seiner Zunge ist Mühsal und Unheil.

8Dort, wo ihre Opfer wohnen, legen sie sich in den Hinterhalt;

wo niemand es sieht, bringen sie den Unschuldigen um.

Ihre Augen spähen nach Menschen,

die sich nicht wehren können.

9Sie liegen auf der Lauer wie Löwen im Dickicht,

aus dem Hinterhalt fallen sie über ihr Opfer her

und fangen es in ihrem Netz.

10Sie halten sich versteckt, sind auf dem Sprung,

und schon geht ein Wehrloser unter ihren Pranken zu Boden10,10 W und es fallen die Wehrlosen durch ihre Starken (= durch ihre starken Kräfte)..

11Sie reden sich ein: »Gott hat alles sowieso schon vergessen,

er hat sich abgewandt und sieht nie wieder hin.«

12Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine ´mächtige` Hand!

Vergiss die nicht, die erlittenes Unrecht geduldig ertragen!

13Warum dürfen diese Gottlosen Gott verachten

und sich einreden, dass du dich sowieso um nichts kümmerst?

14Du hast doch alles genau gesehen!

Du achtest doch darauf, ob jemand Not leidet oder Kummer hat,

und nimmst das Schicksal dieser Menschen in deine Hände!

Die Armen und die Verwaisten dürfen dir ihre Anliegen anvertrauen,

denn du bist ihr Helfer.

15Zerbrich die Macht dieser gottlosen und boshaften Menschen,

zieh sie zur Rechenschaft dafür, dass sie sich dir widersetzen!

Keiner von ihnen soll mehr zu finden sein!

16Der HERR ist König für immer und ewig.

Einst werden alle Völker, die ihn missachten,

aus seinem Land verschwunden sein.

17Du hast die Wünsche derer gehört,

die erlittenes Unrecht geduldig ertragen, HERR;

aufmerksam hast du dich ihnen zugewandt

und ihr Herz wieder stark gemacht.

18Du wirst den Verwaisten und den Unterdrückten

zu ihrem Recht verhelfen.

Du wirst nicht zulassen, dass Menschen

auf der Erde Angst und Schrecken verbreiten.10,18 Od zu ihrem Recht verhelfen, dass kein Mensch von der Erde mehr zusammenschrecke.