Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
82

Gott hält Gericht über die Götter

821Ein Psalm Asafs.

Gott steht da in der Gottesversammlung,

inmitten der Götter82,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 58,2. hält er Gericht:

2»Wie lange noch wollt ihr ungerechte Urteile fällen

und die gottlosen Verbrecher begünstigen? /​/82,2 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

3Schafft Recht den Schutzlosen und Waisen;

sorgt dafür, dass den Unterdrückten und Armen Gerechtigkeit zuteil wird!

4Befreit die Schutzlosen und Bedürftigen,

entreißt sie der Gewalt der gottlosen Verbrecher!

5Aber es fehlt ihnen an Einsicht und Erkenntnis,

in Finsternis gehen sie ihren Weg.

Da geraten sogar die Fundamente der Erde ins Wanken!

6Ich selbst hatte zwar gesagt: Ihr seid Götter,

Söhne des Höchsten seid ihr alle.

7Aber ihr werdet sterben wie ganz gewöhnliche Menschen,

und ihr werdet stürzen wie irgendein Machthaber!«

8Mache dich auf, Gott! Halte Gericht über die Welt!

Denn alle Völker gehören dir als Erbbesitz.

83

Verschwörung der Völker gegen Israel und gegen Gott

831Ein Lied. Ein Psalm Asafs.

2Gott, bleibe nicht untätig!

Schweige nicht und sieh nicht tatenlos zu, o Gott!

3Sieh doch, wie deine Feinde in Aufruhr geraten!

Menschen, die dich hassen, lehnen sich auf mit hoch erhobenem Haupt.

4Sie planen eine Verschwörung gegen dein Volk,

sie rotten sich zusammen gegen die, die bei dir Schutz finden83,4 AL(2) gegen dein Kleinod..

5»Kommt!«, sagen sie, »wir wollen dieses ganze Volk auslöschen!

In Zukunft soll sich niemand mehr an den Namen Israel erinnern!«

6Bei ihren Beratungen sind sie sich völlig einig,

gegen dich, ´Gott`, richtet sich ihr Bündnis!

7Es sind die Edomiter und die Ismaëliter,

die alle in Zelten wohnen,

die Moabiter und Hagariter,

8dann die von Gebal, Ammon und Amalek,

die Philister samt denen, die in Tyrus wohnen.

9Auch die Assyrer haben sich ihnen angeschlossen

und unterstützen ´die Moabiter und die Ammoniter`,

die Nachkommen Lots. /​/83,9 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

10Geh mit ihnen um wie damals mit den Midianitern,

wie mit Sisera und Jabin am Fluss Kischon!

11Bei En-Dor wurden sie vernichtend geschlagen,

und ihre Leichen wurden zum Dünger für den Erdboden.

12Lass es ihren Fürsten ergehen wie damals Oreb und Seëb,

lass all ihre Anführer enden wie Sebach und Zalmunna!

13Auch sie sagten sich: »Wir wollen

das ganze Herrschaftsgebiet Gottes83,13 W die Weideplätze Gottes. für uns erobern!«

14Mein Gott, mach sie ausgedörrten Disteln gleich,

die der Sturm umherwirbelt83,14 W mach sie der Raddistel (od dem Wirbel) gleich. Es handelt sich um eine distelähnliche Pflanze, die sich von der Wurzel löst und im Wind wie ein Rad spiralförmig über das Feld rollt. Statt an die Raddistel denken andere Ausleger an einen Windwirbel, der alles Mögliche mit sich reißt.,

zerstreue sie wie Spreu im Wind!

15Wie ein Feuer, das den Wald verbrennt,

und wie sengende Flammen, die Bergkuppen kahlfressen,

16so komme du über sie und jage sie im Unwetter davon,

sprenge sie auseinander83,16 W schrecke sie. wie durch einen Wirbelsturm.

17Lass ihnen die Schamröte ins Gesicht steigen,

damit sie dich suchen und nach deinem Namen fragen, o HERR.

18Schmach und Schrecken soll sie für immer zeichnen,

mögen sie in Schande zugrunde gehen.

19Denn sie sollen endlich erkennen,

dass du allein, der du HERR genannt wirst,

der höchste Herrscher über die ganze Erde bist.

84

Sehnsucht nach Gottes Heiligtum

841Für den Dirigenten84,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf beschwingte Weise zu begleiten84,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 8,1.. Von den Korachitern84,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 42,1.. Ein Psalm.

2Wie schön sind doch deine Wohnungen, allmächtiger HERR84,2 W HERR über alle Heere. So auch in den Versen 4 und 13.!

3Ich sehne mich von ganzem Herzen,

ja, ich verzehre mich vor Verlangen84,3 W Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele.

nach den Vorhöfen ´am Heiligtum` des HERRN.

Mit Leib und Seele juble ich dem lebendigen Gott zu.

4Selbst der Spatz hat ein Zuhause gefunden,

die Schwalbe ein Nest für sich,

wo sie ihre Jungen versteckt hat –

nämlich bei deinen Altären,

du allmächtiger HERR, mein König und mein Gott.

5Glücklich zu nennen sind alle,

die in deinem Haus wohnen dürfen,

sie werden dich für immer preisen. /​/84,5 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

6Glücklich zu nennen ist, wer seine Stärke in dir gefunden hat,

alle die, deren Herz erfüllt ist von dem Wunsch,

zu deinem Heiligtum zu pilgern84,6 W gebahnte Wege sind in ihrem Herzen. Jeder Israelit musste zu den drei großen Jahresfesten (Passa, Wochenfest, Laubhüttenfest) nach Jerusalem kommen. Wem dieser Weg etwa aufgrund einer gefährlichen politischen Situation verwehrt war, konnte dennoch die Absicht für eine künftige Wallfahrt im Herzen hegen..

7Durchqueren sie das Tal der Dürre84,7 Tränental. W das Tal des Bakastrauchs. Vielleicht handelt es sich um ein bestimmtes Tal in der Nähe von Jerusalem, eventuell bekannt durch seine Dürre. Oder aber der Name bedeutet allgemein Tal der Dürre.,

so wird es durch sie zu einem Ort mit Quellen,

und auch der Herbstregen84,7 W der Frühregen.

schenkt dem Tal wieder Fruchtbarkeit84,7 W bedeckt es mit Segnungen..

8Sie empfangen auf Schritt und Tritt neue Kraft84,8 W Sie gehen von Kraft zu Kraft.,

bis sie dann vor Gott auf dem Berg Zion stehen.

9HERR, du allmächtiger Gott84,9 W HERR, du Gott über alle Heere., höre mein Gebet,

schenk mir ein offenes Ohr,

du Gott der Nachkommen Jakobs! /​/

10Achte doch auf unseren König, der uns Schutz bietet, o Gott,

ja, blicke wohlwollend auf den, der von dir gesalbt wurde!84,10 Andere Übersetzungen verstehen den Anfang des Verses als Anrede an Gott: Du unser Schutzschild, achte auf uns. W Unser Schild, sieh, Gott, und blicke auf das Gesicht deines Gesalbten. Siehe die Anmerkung zu Psalm 2,2.

11Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend andere sonst.

Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes

als dort zu wohnen, wo die Gottlosigkeit herrscht!

12Denn Gott, der HERR, ist unsere Sonne,

er beschützt uns wie ein Schild.

Gnade schenkt der HERR, und er lässt uns zu Ehren kommen.

Denen, die aufrichtig ihren Weg gehen,

enthält er nichts Gutes vor.

13Allmächtiger HERR,

glücklich zu nennen ist der Mensch, der auf dich vertraut!