Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
79

Gott, wie lange willst du noch zornig sein?

791Ein Psalm Asafs.

Gott, fremde Völker sind in deinen Besitz eingedrungen,

deinen heiligen Tempel haben sie entweiht

und Jerusalem zu einem Trümmerhaufen gemacht.

2Sie haben deine Diener getötet

und deren Leichen den Vögeln zum Fraß überlassen.

Menschen, die dir zu Lebzeiten treu ergeben waren,

haben sie den wilden Tieren vorgeworfen.

3Ihr Blut haben sie rings um Jerusalem vergossen,

als wäre es Wasser,

und niemand ist da, der die Toten begräbt.

4Wir wurden zum Gespött unserer Nachbarvölker,

wir ernten nur Hohn und Schmach von allen ringsum.

5Wie lange noch bekommen wir deinen Unwillen zu spüren, HERR?

Doch nicht für immer?

Wie lange soll dein Zorn wüten wie ein verzehrendes Feuer?

6Lass ihn an den anderen Völkern aus,

die nichts von dir wissen wollen,

an den Königreichen,

in denen man deinen Namen nicht anruft!

7Denn ganz Israel79,7 W ganz Jakob. Siehe die Anmerkung zu Psalm 14,7. haben sie sich einverleibt

und sein gesamtes Wohngebiet verwüstet.

8Rechne uns doch die Schuld unserer Vorfahren79,8 unsere früheren Verfehlungen. nicht an!

Komm uns rasch mit deinem reichen Erbarmen entgegen!

Denn wir sind sehr schwach geworden.

9Hilf uns, du Gott, der uns Rettung schenkt,

damit dein Name überall geehrt wird!

Befreie uns, vergib uns unsere Sünden –

es geht doch um das Ansehen deines Namens79,9 W um deines Namens willen.!

10Warum sollen die anderen Völker sagen:

»Wo ist er denn nun, der Gott Israels?«?

Zeig ihnen vor unseren Augen,

dass du das ´achtlos` vergossene Blut deiner Diener rächst.

11Lass das Stöhnen der Gefangenen zu dir dringen,

zeig, wie weit dein mächtiger Arm reicht,

und erhalte die Todgeweihten am Leben79,11 W und lass übrigbleiben die Kinder des Todes.!

12Lass den Hohn unserer Nachbarvölker

siebenfach auf sie selbst zurückfallen –

letztlich haben sie doch dich, Herr, damit verspottet!

13Wir aber sind dein Volk, die Schafe auf deiner Weide;

wir wollen dir für immer und ewig danken,

deinen Ruhm weitertragen von Generation zu Generation.

80

Gebet für Israel, den Weinstock Gottes

801Für den Dirigenten80,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf die gleiche Weise wie das Lied »Lilien« zu begleiten. Ein feierliches Bekenntnis von Asaf. Ein Psalm.

2Du Hirte Israels, der du die Nachkommen Josefs80,2 Die Nachkommen von Josef, dem elften Sohn des Stammvaters Jakob, bildeten zwei Stämme: Efraïm und Manasse. Josef ist hier ein Oberbegriff für die beiden Stämme, die nach der Eroberung Kanaans eine führende Stellung einnahmen. führst

wie ein Hirte seine Herde, höre uns doch!

Du, der du thronst über den Kerub-Engeln80,2 Siehe die Anmerkung zu Psalm 18,11.,

erscheine in deinem herrlichen Glanz!

3Vor den Augen der Stämme Efraïm, Benjamin und Manasse

lass deine Kraft wirksam werden

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, richte uns wieder auf80,4 führe uns zurück ´aus der Verbannung`. So auch in den Versen 8 und 20.!

Wende uns dein Angesicht freundlich zu80,4 W Lass dein Angesicht leuchten. So auch in den Versen 8 und 20.,

damit wir gerettet werden!

5HERR, du allmächtiger Gott80,5 W HERR, du Gott über alle Heere.,

wie lange hüllst du dich noch in Zorn,

während dein Volk zu dir betet80,5 W wie lange raucht dein Zorn beim Gebet deines Volkes.?

6Du gibst ihnen immer noch Brot zu essen,

das von ihren Tränen benetzt ist.

Und voller Tränen ist auch der Becher,

den du ihnen zum Trinken reichst.80,6 W Du hast sie maßweise getränkt mit Tränen.

7Du hast uns zum Zankapfel für unsere Nachbarvölker gemacht80,7 Od Du hast uns bei unseren Nachbarvölkern zum Anlass ständigen Streits gegen uns gemacht.,

und unsere Feinde spotten über uns80,7 So in Anlehnung an die Septuaginta. Der Masoretische Text lautet: spotten untereinander..

8Allmächtiger Gott80,8 W Gott über alle Heere., richte uns wieder auf!

Wende uns dein Angesicht freundlich zu,

damit wir gerettet werden!

9Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgeholt,

fremde Völker hast du ´aus Israel` vertrieben

und ihn ´an ihrer Stelle` eingepflanzt.

10Du gabst ihm weiten Raum,

er schlug Wurzeln und breitete sich aus im ganzen Land.

11Sein Schatten bedeckte die Berge,

seine Ranken die mächtigen Zedern des Libanon80,11 W die Zedern Gottes. Die Zedern des Libanon galten als Inbegriff von Gottes Schöpfermacht. In Psalm 104,16 heißt es, dass Gott sie gepflanzt hat..

12Er streckte seine Zweige aus bis ans Meer

und seine jungen Triebe bis hin zum Eufrat80,12 W bis zum Strom..

13Warum aber hast du seine schützende Mauer niedergerissen,

so dass nun alle, die vorbeikommen, seine Früchte und Zweige abreißen können?

14Die Wildschweine aus dem Wald fressen ihn kahl,

und die Tiere des Feldes weiden ihn ab.

15Du allmächtiger Gott80,15 W Du Gott über alle Heere., kehr doch zu uns zurück;

schau vom Himmel herab und sieh dir alles an!

Kümmere dich doch wieder liebevoll um diesen Weinstock!

16Umhege und schütze ihn, den80,16 15 um diesen Weinstock, 16 um den Setzling, den. du selbst gepflanzt hast80,16 W den deine Rechte gepflanzt hat.,

den jungen Spross80,16 W den Sohn. Gott bezeichnet Israel in 2. Mose 4,22 als seinen erstgeborenen Sohn, vergleiche auch Hosea 11,1., den du für dich hast stark werden lassen!

17Teile deines Weinstocks sind verbrannt,

andere wurden abgeschnitten –

dein Volk geht zugrunde,

solange du deinen Blick voller Zorn auf sie richtest80,17 W vor dem Schelten deines Angesichts gehen sie zugrunde. Andere Übersetzungen halten den zweiten Teil von Vers 17 für eine Aussage über Israels Feinde und übersetzen: seine Feinde sollen zugrunde gehen, weil du deinen Blick voller Zorn auf sie richtest..

18Halte doch deine mächtige Hand schützend über den König,

der an deiner rechten Seite sitzt,

über den Menschen,

den du für dich hast stark werden lassen.80,18 W Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir gestärkt hast. Vergleiche Psalm 110,1.

19Dann werden wir uns nicht mehr von dir abwenden.

Schenk uns neues Leben,

und wir werden deinen Namen wieder anrufen.

20HERR, du allmächtiger Gott80,20 W HERR, du Gott über alle Heere., richte uns wieder auf!

Wende uns dein Angesicht freundlich zu,

damit wir gerettet werden!

81

Eine Festrede Gottes an sein Volk

811Für den Dirigenten81,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf beschwingte Weise zu begleiten81,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 8,1.. Von Asaf.

2Jubelt Gott zu, der unsere Stärke ist!

Brecht in Freudenrufe aus ihm zu Ehren,

dem Gott der Nachkommen Jakobs!

3Stimmt an den Gesang, lasst die Pauke ertönen,

die wohlklingende Zither mitsamt der Harfe.

4Bei Neumond blast das Widderhorn

und auch an unserem Festtag bei Vollmond!

5Denn dies ist eine Ordnung für Israel,

eine Weisung vom Gott der Nachkommen Jakobs.

6Damals tat er den Nachkommen Josefs seinen Willen kund,

als er sich aufmachte, um über Ägypten Gericht zu halten.

Ich höre Worte, die ich bisher noch nicht vernommen habe:

7»Ich habe seine Schulter von der drückenden Last befreit,

seine Hände müssen den schweren Korb nicht mehr tragen.

8In deiner Not hast du zu mir geschrien,

und ich habe dir herausgeholfen.

Verhüllt durch Gewitterwolken antwortete ich dir;

und in Meriba, wo ich dir später Wasser gab81,8 W bei den Wassern von Meriba. Meriba bedeutet Streit, deshalb könnte man auch übersetzen: an den Streit-Wassern. Weil dort zunächst kein Wasser vorhanden war, beschwerten sich die Israeliten bei Mose. Siehe 2. Mose 17,7; 4. Mose 20,13., stellte ich dich auf die Probe. /​/81,8 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

9Höre nun, mein Volk, ich will dich ermahnen!

Israel, würdest du doch auf mich hören!

10Kein fremder Gott soll bei dir sein;

vor keinem Gott, den andere Völker verehren,

sollst du dich niederwerfen.

11Ich allein bin der HERR, dein Gott,

der dich aus Ägypten herausgeführt hat.

Öffne deinen Mund weit, damit ich ihn ´mit Gutem` füllen kann!

12Aber mein Volk hörte nicht auf meine Stimme,

Israel hat mir nicht gehorcht.

13Da überließ ich sie den Folgen ihres Starrsinns;

sie lebten so, wie sie es selbst für richtig hielten.

14Ach, würde mein Volk doch auf mich hören,

würde Israel doch auf meinen Wegen gehen!

15Wie schnell würde ich ihre Feinde in die Knie zwingen

und meine strafende Hand erheben gegen alle, die sie bedrängen.«

16Ja, alle, die den HERRN hassen,

müssten ihm Ergebenheit zeigen81,16 Od müssten sich Israel unterwerfen. W müssten ihm schmeicheln.,

und ihre Strafe würde ewig dauern81,16 Od sein Volk jedoch würde auf ewig bestehen. W ihre Zeit würde ewig sein..

17Israel aber würde er81,17 AL(1) würde ich. mit dem besten Weizen speisen

und mit wildem Honig aus den Bergen sättigen.