Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
7

Gott sorgt für Gerechtigkeit

71Ein Klagelied7,1 Gemeint ist im Hebräischen wohl ein Lied mit bewegendem, wechselndem Inhalt oder wechselnder musikalischer Begleitung. Die genaue Bedeutung ist unsicher. von David, das er dem HERRN sang, nachdem Kusch, ein Mann aus Benjamin, ihn verleumdet hatte.7,1 Od Ein Klagelied von David, mit dem er sich an den HERRN wandte wegen der Sache mit Kusch, dem Benjaminiter. Dieser Kusch aus dem Stamm Benjamin wird nur hier erwähnt.

2HERR, mein Gott, bei dir finde ich Zuflucht.

Hilf mir und rette mich vor all meinen Verfolgern!

3Mein Feind wird sonst wie ein Löwe über mich7,3 W über meine Seele. herfallen

und mich zerfleischen, und niemand ist da, der mich rettet.

4HERR, mein Gott, wenn das stimmt, was mir vorgeworfen wird7,4 W wenn ich solches getan habe.,

wenn ich mit meinen Händen Unrecht begangen habe,

5wenn ich Freunden gegenüber den Frieden gebrochen

und jene Menschen ausgeplündert habe,

die mich jetzt grundlos bedrängen,

6dann mögen meine Feinde mich7,6 W meine Seele. verfolgen und einholen.

Sie mögen mich zu Boden treten

und mich in Schande verenden lassen7,6 W und meine Ehre in den Staub strecken.! /​/7,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Steh auf, HERR, in deinem Zorn,

und begegne den wütenden Angriffen meiner Feinde;

wach auf und komm mir zu Hilfe,

denn du hast ja bereits Gericht angekündigt7,7 W Gericht hast du befohlen..

8Versammle alle Völker um dich und sprich dein Urteil,

nimm deinen Platz hoch oben auf dem Richterstuhl ein!7,8 W Die Versammlung der Völker umringe dich, kehre zurück zur Höhe über ihnen.

9Der HERR ist Richter über die Völker.

Sprich du, HERR, auch über mich ein gerechtes Urteil;

denn ich lebe nach deinem Willen,

ich bin rein von aller Schuld.7,9 W Richte mich, HERR, gemäß meiner Gerechtigkeit und gemäß meiner Reinheit, die auf mir ist.

10Mach der Bosheit dieser gottlosen Verleumder ein Ende

und richte den wieder auf, der nach deinem Willen lebt7,10 W und richte den Gerechten wieder auf.!

Du bist ein gerechter Gott!

Du prüfst die Herzen der Menschen und weißt,

was in ihnen vorgeht.7,10 W Du prüfst auf Herzen und Nieren.

11Gott ist über mir wie ein schützender Schild7,11 W Mein Schild ist auf Gott (= meinen Schild hat Gott in der Hand).;

er rettet Menschen, die ein aufrichtiges Herz haben.

12Gott ist ein gerechter Richter,

ein Gott, der täglich ´die Schuldigen` zur Rechenschaft zieht.

13Schärft der Feind nicht schon wieder sein Schwert,

spannt seinen Bogen und zielt ´auf mich`?7,13 Od Wenn er (= man) nicht umkehrt, so wetzt er (= Gott) sein Schwert, spannt seinen Bogen und zielt. In diesem Fall müsste Vers 14 lauten: Seine tödlichen Waffen hat er bereitgelegt, seine Pfeile brennend gemacht.

14Doch seine tödlichen Waffen kehren sich um,

seine Brandpfeile treffen ihn selbst!

15Sieh doch: Da brütet jemand Böses aus,

er geht schwanger mit Unheil,

er gebiert nichts als Lüge.

16Er gräbt anderen eine Grube und schaufelt sie aus –

dann stürzt er in seine selbstgemachte Falle!

17Das Unheil, das er plant, es trifft nun ihn,

was er sich ausgedacht hat, bricht jetzt über ihn herein.7,17 W Das Unheil, das er plant, fällt auf sein eigenes Haupt; seine Bosheit fährt herab auf seinen eigenen Scheitel.

18Ich will den HERRN für seine Gerechtigkeit preisen.

Zur Ehre seines Namens singe ich einen Psalm –

für ihn, den HERRN, den Höchsten!

8

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

81Für den Dirigenten8,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf beschwingte Weise zu begleiten.8,1 W Auf/nach der Gittith. Die Bedeutung von Gittith ist unklar. Es kann sich entweder um ein Musikinstrument handeln oder um die Art und Weise der Begleitung. Ein Psalm Davids.

2HERR, unser Herrscher8,2 W unser Herr. So auch in Vers 10.,

wie berühmt ist dein Name in aller Welt!

Ja, auch am Himmel zeigst du deine Größe und Herrlichkeit.

3Schon Säuglingen und kleinen Kindern

hast du dein Lob in den Mund gelegt,

damit sie deine Macht bezeugen.8,3 W Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir eine Macht zugrunde gelegt.

Das hast du so bestimmt, um deine Gegner zu beschämen,

um jeden Feind und Rachsüchtigen zum Schweigen zu bringen.

4Wenn ich den Himmel sehe, das Werk deiner Hände,

den Mond und die Sterne, die du erschaffen

und ´an ihren Ort` gesetzt hast, ´dann staune ich`:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

Wer ist er schon, dass du dich um ihn kümmerst!8,5 W Was ist der Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst?

6Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott8,6 als die Engel. Das hebräische Wort elohim, das Gott bedeutet, wird von einigen Übersetzungen in diesem Zusammenhang mit Gottwesen oder Engel wiedergegeben. So übersetzt es auch die Septuaginta an dieser Stelle.,

mit Ehre und Würde hast du ihn gekrönt.

7Du hast ihn zum Herrn eingesetzt über deine Geschöpfe,

die aus deinen Händen hervorgingen;

alles hast du ihm zu Füßen gelegt.

8Du hast ihm Schafe und Rinder unterstellt

und dazu alle frei lebenden Tiere in Feld und Flur,

9die Vögel, die am Himmel fliegen,

ebenso wie die Fische im Meer

und alles, was die Meere durchzieht.

10HERR, unser Herrscher,

wie berühmt ist dein Name in aller Welt!

9

Der Herr spricht ein gerechtes Urteil9,1 Die Versanfänge dieses Psalms folgen im hebräischen Text mit nur kleinen Abweichungen dem hebräischen Alphabet. Man nimmt heute an, dass dies als Gedächtnisstütze dienen sollte. Ein solcher alphabetischer Aufbau findet sich auch in den Psalmen 10; 25; 34; 37; 111; 112; 119 und 145 sowie in anderen alttestamentlichen Texten.

91Für den Dirigenten9,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf die gleiche Weise zu begleiten wie das Lied ´Der Sohn muss sterben`.9,1 Od In hoher/heller Stimmlage zu begleiten; Über die dem Sohn eigenen Geheimnisse. Die Deutung ist unsicher. Ein Psalm Davids.

2Dich, HERR, will ich loben von ganzem Herzen,

von all deinen Wundern will ich erzählen.

3Über dich will ich mich freuen und jubeln,

zur Ehre deines Namens ein Lied singen, du Höchster!

4Denn jetzt treten meine Feinde den Rückzug an,

dein zorniger Blick wirft sie zu Boden

und lässt sie umkommen.9,4 Als meine Feinde zurückwichen, da strauchelten sie und kamen vor deinem Angesicht um.

5Du hast für meine Gerechtigkeit gesorgt

und mir zu meinem Recht verholfen.

Du hast dich auf den Richterstuhl gesetzt

und gerecht geurteilt.

6Du hast ganze Völker in ihre Schranken verwiesen9,6 W Du hast Völker gescholten.,

die Gottlosen hast du umkommen lassen

und ihre Namen für immer und ewig ausgelöscht.

7Der Feind ist völlig vernichtet,

seine Macht für immer zerschlagen.

Du hast seine Städte dem Erdboden gleichgemacht;

nichts erinnert mehr an sie.

8Der HERR aber regiert für immer und ewig,

er hat seinen Thron zum Gericht aufgestellt.

9Er selbst wird die Welt in Gerechtigkeit richten,

wird den Völkern ein aufrichtiges und gerechtes Urteil sprechen.

10Den Unterdrückten gewährt der HERR seinen Schutz,

in Zeiten der Not ist er für sie eine Burg in sicherer Höhe.

11Auf dich, HERR, werden alle vertrauen,

die dich und deinen Namen kennen,

denn wer deine Nähe sucht, den lässt du nie allein.

12Singt dem HERRN, der auf dem Berg Zion wohnt, eure Lieder,

verkündet unter allen Völkern seine großen Taten!

13Denn er zieht all die zur Rechenschaft, die Blut vergießen,

er kümmert sich um die Verfolgten

und überhört nicht die Schreie der Unterdrückten.

14Sei mir gnädig, HERR, sieh auch meine Not,

in die mich der Hass meiner Feinde bringt,

hol mich herauf aus dem Totenreich9,14 W hol mich empor von den Toren des Todes.!

15Dann will ich deinen Ruhm verbreiten

in den Toren der Stadt Zion,

jubeln will ich über deine Rettung.

16Da sind Völker in die Gruben gestürzt, die sie für andere gegraben hatten,

sie sind mit ihren Füßen im eigenen Fangnetz hängen geblieben.

17Der HERR hat sich zu erkennen gegeben, indem er Gericht übte:

Wer Gott ablehnt, der verstrickt sich in seinen eigenen Machenschaften. /​/9,17 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3. Hier ist als musikalische Anweisung noch besonders hinzugefügt: Zwischenspiel.

18Mögen alle Gottlosen im Totenreich enden,

alle die Völker, denen Gott gleichgültig ist!

19Der Unterdrückte aber ist nicht für immer vergessen,

und die vom Leid gebeugt sind, müssen ihre Hoffnung nicht aufgeben.

20Erhebe dich, HERR,

lass nicht zu, dass Menschen sich dir widersetzen!

Lass alle Völker vor dich treten und zieh sie zur Rechenschaft!

21Versetze sie in Schrecken, HERR,

lass alle Völker begreifen, dass sie nur Menschen sind! /​/