Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
76

Gott, du bist ehrfurchtgebietend!

761Für den Dirigenten76,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten. Ein Psalm Asafs. Ein Lied.

2Wohl bekannt ist Gott in Juda,

groß ist sein Name in ganz Israel.

3In Salem76,3 Eine alte Bezeichnung des Ortes, der später unter Jerusalem bekannt wurde. Siehe schon 1. Mose 14,18. wurde sein heiliges Zelt errichtet,

auf dem Berg Zion hat er Wohnung genommen.

4Dort zerbrach er die Brandpfeile76,4 W des Bogens Brände.,

die Schilde, Schwerter und alle Kriegswaffen der Feinde76,4 W Schild, Schwert und Krieg.. /​/76,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5In Licht bist du gehüllt, ´o Gott`,

erhabener als76,5 Od Glanzvoller und herrlicher bist du als. die Berge,

von denen die Raubzüge der Feinde ausgingen76,5 W als die Berge der Beute. AL(1) in Anlehnung an die Septuaginta: als die ewigen Berge..

6Selbst die mutigsten Helden76,6 W die Starkherzigen. wurden ihrer Waffen beraubt,

nun schlafen sie den Todesschlaf,

und keiner der sonst so starken Krieger vermag die Hände zum Kampf zu erheben76,6 W findet seine Hände..

7Dein Drohen, du Gott Jakobs, genügte –

und schon fielen die Pferde vor den Streitwagen in einen betäubenden Schlaf.

8Du – ja, furchterregend bist du!

Wer kann vor dir bestehen,

wenn du deinem Zorn freien Lauf lässt?

9Vom Himmel her lässt du dein Gerichtsurteil hören,

Furcht ergreift die Erde, und sie wird ganz still.

10Ja, das geschieht, wenn Gott aufsteht, um Recht zu sprechen,

um den Unterdrückten im Land Rettung zu bringen. /​/

11Selbst das schlimmste Wüten von Menschen

trägt noch bei zu deinem Lob;

du schmückst dich mit allen, die diesem Toben entgehen,

wie mit einem ´schönen` Gürtel.76,11 Od Du umgürtest dich mit dem Rest deines Zornes. W Denn der Grimm des Menschen preist dich, mit dem Rest des Zornes gürtest du dich.

12Legt vor dem HERRN, eurem Gott, eure Gelübde ab

und erfüllt sie auch,

ihr alle, die ihr euch um ihn versammelt.

Ihm, dem Ehrfurchtgebietenden, bringt eure Gaben dar!

13Dem Hochmut der Gewaltherrscher bereitet er ein Ende76,13 W Er schneidet ab den Geist der Fürsten.,

als furchterregend erweist er sich gegenüber allen Königen der Erde.

77

Du bist der Gott, der Wunder tut

771Für den Dirigenten77,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Für Jedutun77,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 39,1.. Von Asaf. Ein Psalm.

2Mit lauter Stimme rufe ich zu Gott, ja, ich schreie zu ihm!

Mit lauter Stimme rufe ich, damit er mir ein offenes Ohr schenkt.

3In meiner Not suche ich den Herrn;

nachts strecke ich im Gebet meine Hände zu ihm aus und lasse sie nicht sinken.

Doch im tiefsten Herzen finde ich keinen Trost.77,3 W Meine Seele weigert sich, getröstet zu werden.

4Denke ich an Gott, dann seufze ich.

Grüble ich über alles nach, so verlässt mich der Mut. /​/77,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5Du lässt mich die ganze Nacht keinen Schlaf finden.77,5 W Du hältst meine Augenlider offen.

Ich bin so aufgewühlt, dass mir die Worte fehlen.

6So denke ich nach über vergangene Zeiten,

über Jahre, die schon ewig lange zurückliegen.

7Ich erinnere mich an mein Saitenspiel in der Nacht.77,7 Einige Übersetzungen lauten in Anlehnung an die Septuaginta: Ich will mich erinnern, Gedanken bewegen in der Nacht.

Tief in meinem Herzen sinne ich nach,

ich versuche eine Antwort auf meine Fragen zu finden77,7 W und es forscht mein Geist.:

8Wird der Herr ´sein Volk` für immer verstoßen?

Will er uns in Zukunft keine Gnade mehr erweisen?

9Ist es denn mit seiner Güte für immer und ewig vorbei?

Finden seine Zusagen keine Erfüllung mehr in künftigen Generationen?

10Hat Gott denn vergessen, barmherzig und gnädig zu sein?

Hat er uns im Zorn sein Erbarmen entzogen? /​/

11Ja, das ist es, was mich so sehr quält:

dass der Höchste nicht mehr so eingreift wie früher.77,11 Od Was mich so sehr quält, sind die Jahre, die uns von der Hand des Höchsten auferlegt wurden. W Das ist mein Schmerz, dass sich die rechte ´Hand` des Höchsten geändert hat.

12Doch ich will mir die Taten des HERRN in Erinnerung rufen.

Ja, ich will an deine Wunder aus längst vergangener Zeit denken.

13Ich sinne über all dein Wirken nach,

dein Handeln erfüllt meine Gedanken.

14Gott, heilig ist alles, was du tust77,14 W dein Weg ist in Heiligkeit..

Wer sonst ist ein so großer Gott wie du?

15Du bist der Gott, der Wunder vollbringt!

Den Völkern hast du deine Macht gezeigt.

16Dein Volk hast du mit starker Hand erlöst,

die Nachkommen Jakobs und Josefs. /​/

17Die Wasser des Meeres sahen dich, Gott;

die Wassermassen sahen dich und kamen in Bewegung.

Auch die Meerestiefen erbebten.

18Die Wolken gossen Regenfluten aus,

sie ließen Donnerschläge hören,

und wie Brandpfeile schossen Blitze hin und her.

19Laut erschallte dein Donner im Wirbelwind,

Blitze erleuchteten den Erdkreis,

die Erde zitterte und bebte.

20Dein Weg führte mitten durch das Meer,

deine Pfade verliefen durch die Wassermassen.

Doch Fußspuren von dir sah man nicht.

21Du hast dein Volk geleitet wie ein Hirte seine Herde

unter der Führung von Mose und Aaron.

78

Gottes Wege mit seinem Volk

781Ein kunstvoll gestaltetes Lied78,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 32,1.. Von Asaf.

Höre, mein Volk, auf meine Weisung,

habt ein offenes Ohr für meine Worte.

2Sprüche der Weisheit will ich vortragen,

ich will verkünden, was seit grauer Vorzeit verborgen war.

3Was wir gehört und erfahren haben

und was unsere Väter uns erzählt haben,

4das wollen wir auch unseren78,4 W ihren. Kindern nicht vorenthalten.

Denen, die nach uns kommen,

wollen wir von den großartigen Taten des HERRN erzählen,

von seiner Macht und den Wundern, die er vollbracht hat.

5Für die Nachkommen Jakobs hat er Verordnungen erlassen,

die seinen Willen bezeugen78,5 W Er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob.,

ja, für ganz Israel hat er Gesetze aufgestellt.

Unseren Vorfahren befahl er, sie ihren Kindern weiterzugeben.

6Denn die ganze Nachwelt sollte gut Bescheid darüber wissen,

alle, die später geboren würden,

sollten immer wieder bereit sein, es ihren Kindern zu erzählen.

7So würden sie alle ihr Vertrauen auf Gott setzen

und seine großen Taten nicht vergessen.

Ja, dann würden sie nach seinen Geboten leben.

8Auf keinen Fall sollten sie wie ihre Vorfahren werden,

die sich immer wieder voller Trotz gegen Gott auflehnten –

eine Generation, deren Herz nie ganz Gott gehörte

und die ihm nie treu war78,8 W deren Herz nicht fest war und deren Geist nicht treu war Gott gegenüber..

9Die Männer vom Stamm Efraïm, gut gerüstete Bogenschützen,

sind am entscheidenden Kampftag zurückgewichen.

10Sie hielten sich nicht an Gottes Bund,

den er mit seinem Volk geschlossen hatte,

sie weigerten sich, sein Gesetz zu befolgen.

11Seine großartigen Taten vergaßen sie,

auch die Wunder, die er sie erleben ließ.

12Dabei hatte er vor den Augen ihrer Vorfahren Wunder vollbracht,

in Ägypten, im Gebiet der Stadt Zoan.

13Er teilte das Meer und ließ sie hindurchziehen,

zu beiden Seiten staute er das Wasser auf wie einen Damm.

14Er leitete das Volk am Tag durch eine Wolke

und in der Nacht durch einen leuchtenden Feuerschein.

15In der Wüste spaltete er Felsen, Wasser in Fülle ließ er hervorströmen wie Meeresfluten

und gab ihnen reichlich zu trinken.

16Bäche ließ er hervorbrechen aus dem Gestein,

und das Wasser schoss herunter wie ein reißender Fluss.

17Sie aber sündigten weiter gegen ihn

und lehnten sich dort in der Wüste gegen ihn, den Höchsten, auf.

18Ganz bewusst78,18 W In ihren Herzen. stellten sie Gott auf die Probe

und forderten von ihm die Speise, nach der sie Verlangen hatten.

19Sie beleidigten Gott und fragten:

»Ist Gott wohl in der Lage, uns auch in der Wüste einen gedeckten Tisch vorzusetzen?

20Nun gut, er schlug auf den Felsen, das Wasser floss heraus,

sogar ganze Bäche strömten hervor.

Aber kann er seinem Volk auch Brot geben

oder gar Fleisch verschaffen?«

21Der HERR hörte es und wurde so zornig,

dass er ein Feuer um sich greifen ließ bei den Nachkommen Jakobs,

sein Zorn entbrannte78,21 W ein Zorn stieg auf. gegen Israel.

22Denn sie glaubten Gott nicht,

und sie vertrauten nicht auf seine Hilfe.

23Und trotzdem gab er den Wolken über ihnen einen Befehl,

ja, er öffnete die Türen des Himmels.

24Er ließ Manna auf sie regnen, damit sie zu essen hatten,

Getreide aus dem Himmel gab er ihnen.

25Jeder von ihnen aß das Brot der Engel78,25 W Brot der Starken.,

und Gott gab ihnen Speise in Fülle.

26Den Ostwind ließ er am Himmel aufkommen,

und auch den Südwind trieb er mit Macht herbei.

27´Auf sein Volk` ließ er Fleisch regnen, unzählbar wie Staubkörner,

Geflügel gab es wie Sand am Meer.

28Über den Lagerplatz seines Volkes ließ er die Vögel fallen,

mitten hinein, rings um ihre Zelte.

29Sie aßen davon und wurden reichlich satt,

alles, was sie so gierig verlangten, gab er ihnen.

30Doch noch war ihre Gier nicht gestillt,

noch war die Speise in ihrem Mund,

31da brach Gottes Zorn gegen sie los.

Er tötete viele ihrer starken, gesunden Leute,

ja, zahlreiche junge Männer Israels streckte er nieder.

32Doch trotz allem sündigten sie weiter und weiter

und schenkten seinen Wundern keinen Glauben.

33Da ließ er ihre Lebenstage wie nichts zerrinnen

und ihre Jahre schwinden in Angst und Schrecken.

34Wenn er viele von ihnen umkommen ließ,

fragten die Übrigen wieder nach ihm.

Ja, sie kehrten um von ihren falschen Wegen und suchten Gott.

35Sie besannen sich darauf, dass Gott ihr Fels ist,

und er, der Höchste, ihr Erlöser.

36Doch wieder betrogen sie ihn mit ihren Worten,

sie belogen ihn mit allem, was über ihre Lippen kam.

37Sie blieben nicht von ganzem Herzen bei ihm

und hielten sich nicht treu an den Bund,

den er mit ihnen geschlossen hatte.

38Doch er war barmherzig,

er vergab ihre Schuld und tötete sie nicht.

Immer wieder hielt er seinen Zorn zurück

und ließ seinem Unwillen keinen freien Lauf.

39Er dachte daran, dass sie Menschen aus Fleisch und Blut sind –

ein Windhauch, der kurz aufkommt und nicht mehr wiederkehrt.

40Doch wie oft lehnten sie sich in der Wüste gegen ihn auf

und bereiteten ihm Kummer dort in der Steppe!

41Wieder und wieder stellten sie ihn auf die Probe

und beleidigten ihn, den heiligen Gott Israels.

42Sie dachten nicht mehr daran,

wie er mit starker Hand eingegriffen

und sie aus der Gewalt ihrer Unterdrücker befreit hatte.

43Damals vollbrachte er Zeichen und Wunder in Ägypten,

im Gebiet der Stadt Zoan.

44Er ließ dort Flüsse und Bäche zu Blut werden,

so dass man nicht mehr aus ihnen trinken konnte.

45Er schickte ´den Ägyptern` Schwärme von Ungeziefer, die sie zerfraßen,

und Frösche, die ihnen Verderben brachten.

46Die Frucht ihres Feldes gab er den Insekten preis;

die Ernte, für die sie so mühsam gearbeitet hatten, überließ er den Heuschrecken.

47Ihre Weinstöcke schlug er durch Hagel nieder,

und ihre Maulbeerbäume durch Brocken von Eis.

48Dem Hagel ließ er auch ihr Vieh zum Opfer fallen,

ihre Herden dem Blitzschlag.

49Sein glühender Zorn brach gegen sie los,

mit Wut und Grimm stürzte er sie ins Unglück.

Er sandte eine Schar von Engeln, die Unheil über sie bringen sollten.78,49 W Er schickte gegen sie seinen glühenden Zorn los, Wut, Grimm, Bedrängnis, eine Gesandtschaft von Unheilsboten/Unheilsengeln.

50Seinem Zorn ließ er freien Lauf,

selbst vor dem Tod verschonte er sie nicht,

sondern ließ sie78,50 W ihre Seele. durch die Pest umkommen.

51Alle Erstgeborenen in Ägypten streckte er nieder,

ja, er tötete die ältesten Söhne,

die kräftigsten im Land der Nachkommen Hams78,51 Ham ist hier eine Bezeichnung für Ägypten..

52Dann führte er sein Volk heraus wie ein Hirte seine Schafe,

und in der Wüste leitete er sie wie eine Herde.

53Er führte sie sicher, darum hatten sie keine Angst.

Ihre Feinde jedoch begrub das Meer.

54Er brachte sie in sein heiliges Land78,54 W zur Grenze seiner Heiligkeit (od seines Heiligtums).

und führte sie zu dem Berg,

den er mit eigener Hand zu seinem Eigentum gemacht hatte.

55Die anderen Völker vertrieb er vor ihnen aus dem Land

und verteilte es als Erbbesitz an die Stämme Israels.

So konnten sie in den Zelten dieser Völker wohnen.

56Doch wieder forderten sie Gott heraus;

sie lehnten sich gegen ihn, den Höchsten, auf

und hielten sich nicht an seine Mahnungen.

57Sie sagten sich von ihm los

und brachen ihm die Treue wie schon zuvor ihre Väter.

Unzuverlässig waren sie wie ein Bogen,

dessen Pfeile in die falsche Richtung schnellen.78,57 W Sie wandten sich wie ein trügerischer Bogen.

58Sie bereiteten ihm Kummer

durch ihre heidnischen Altäre auf den Anhöhen,

mit ihren Götterbildern reizten sie ihn zur Eifersucht.

59Als Gott hörte, wie sie zu anderen Göttern beteten,

entbrannte sein Zorn78,59 W Gott hörte es und sein Zorn entbrannte.;

voll Abscheu wandte er sich von Israel ab.

60Er gab sein Heiligtum in Silo auf,

das Zelt, in dem er unter den Menschen gewohnt hatte.

61Die Bundeslade, das Sinnbild seiner Macht, ließ er zur Beute werden78,61 W Er gab in Gefangenschaft seine Macht.,

ja, seinen Ruhm gab er in die Hand des Feindes.

62Er lieferte sein Volk dem Schwert aus,

sein Zorn traf die Nation, die ihm gehörte.

63Die jungen Männer wurden vom Feuer verzehrt,

und den jungen Frauen sang man keine Hochzeitslieder mehr.

64Die Priester kamen durch das Schwert um,

und die Witwen konnten nicht einmal die Totenklage halten.

65Da aber machte sich der Herr auf

wie einer, der vom Schlaf erwacht,

wie ein Held, der gestärkt durch Wein nur noch mutiger wird78,65 der nüchtern wird vom Wein..

66Nun schlug er seine Feinde zurück,

in ewige Schande stürzte er sie.

67Er entzog den Nachkommen Josefs die Führung seines Volkes,

seine Wahl fiel nicht mehr auf den Stamm Efraïm.78,67 W Und er verschmähte das Zelt Josefs, und den Stamm Efraïm erwählte er nicht. Der Stamm Efraïm gehörte zu den Nachkommen Jakobs; das nunmehr zerstörte Heiligtum in Silo war im Gebiet von Efraïm gelegen.

68Vielmehr erwählte Gott nun den Stamm Juda

´und damit` den Berg Zion, dem seine Liebe gilt.

69Dort errichtete er sein Heiligtum,

majestätisch wie die hohen Berge78,69 Od sein Heiligtum, den Höhen des Himmels gleich. W Er baute sein Heiligtum wie Höhen.,

unverrückbar wie die Erde,

deren Fundament er für immer befestigt hat.

70Er erwählte David, seinen Diener,

und holte ihn weg von den Schafpferchen:

71Von den Muttertieren nahm er ihn fort,

damit er in Zukunft der Hirte sei für die Nachkommen Jakobs,

für Gottes eigenes Volk Israel78,71 W für Israel, sein Erbteil..

72Und David leitete sie wie ein Hirte mit aufrichtigem Herzen,

ja, er führte sie mit Weisheit und geschickter Hand.