Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
75

Gott greift zur rechten Zeit ein

751Für den Dirigenten75,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Verschone und erhalte!«75,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 57,1.. Ein Psalm Asafs. Ein Lied.

2Wir danken dir, Gott, wir danken dir.

Du bist uns nahe – dein Name ist unter uns bekannt.

Von den Wundern, die du vollbringst, erzählt man überall.75,2 Od Wir danken dir, Gott, wir danken, und nahe ist dein Name denen, die deine Wunder erzählen. W Wir danken dir, Gott, wir danken, und nahe ist dein Name; man erzählt deine Wunder.

3Du sagst ja:

»Ich wähle den richtigen Zeitpunkt –

und dann werde ich unparteiisch Gericht halten.

4Mag auch die Erde wanken,

mögen ihre Bewohner beben vor Angst –

ich selbst habe ihre Grundpfeiler unverrückbar befestigt. /​/75,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5Ich rufe den Stolzen zu: Schluss mit eurer Überheblichkeit!

Und zu den Gottlosen sage ich: Brüstet euch nicht mit eurer vermeintlichen Stärke!

6Tragt sie nicht zur Schau, so als reiche sie bis an den Himmel!75,6 W 5 …Und zu den Gottlosen: Hebt nicht das Horn empor. 6 Hebt nicht zur Höhe empor euer Horn. Hier ist das Horn emporheben ein bildhafter Ausdruck für selbstbewusstes Demonstrieren von Stärke.

Redet nicht herausfordernd mit stolz gerecktem Hals!«

7Denn weder von Osten, wo die Sonne aufgeht,

noch von Westen, wo sie untergeht,

auch nicht von der Steppe her ist Hilfe zu erwarten75,7 kommt Erhöhung..

8Nein, Gott selbst sorgt für Recht:

den einen erniedrigt er,

den anderen bringt er zu großem Ansehen.

9Der HERR hält einen Kelch in seiner Hand,

gefüllt mit dem Wein seines Zorns –

schäumend und von betäubender Wirkung.

Und Gott schenkt allen auf dieser Erde, die ihn verachten, davon ein:

Bis zum letzten bitteren Tropfen müssen sie ihn austrinken!75,9 W Denn ein Becher ist in der Hand des HERRN, und der schäumt von Wein, ist voll von Gemischtem; und er (= der HERR) schenkt daraus ein, ja sogar dessen Hefen schlürfen sie (= müssen sie mittrinken), austrinken müssen alle Gottlosen der Erde.

10Ich aber will für alle Zeiten Gottes Taten verkünden,

für den Gott Jakobs will ich Psalmen singen.

11´Er spricht`: »Alle Macht der Gottlosen werde ich brechen,

doch zunehmen wird die Macht all derer,

die nach Gottes Willen leben.«75,11 W Und alle Hörner der Gottlosen werde ich abhauen, erhöht werden sollen die Hörner der Gerechten.

76

Gott, du bist ehrfurchtgebietend!

761Für den Dirigenten76,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten. Ein Psalm Asafs. Ein Lied.

2Wohl bekannt ist Gott in Juda,

groß ist sein Name in ganz Israel.

3In Salem76,3 Eine alte Bezeichnung des Ortes, der später unter Jerusalem bekannt wurde. Siehe schon 1. Mose 14,18. wurde sein heiliges Zelt errichtet,

auf dem Berg Zion hat er Wohnung genommen.

4Dort zerbrach er die Brandpfeile76,4 W des Bogens Brände.,

die Schilde, Schwerter und alle Kriegswaffen der Feinde76,4 W Schild, Schwert und Krieg.. /​/76,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5In Licht bist du gehüllt, ´o Gott`,

erhabener als76,5 Od Glanzvoller und herrlicher bist du als. die Berge,

von denen die Raubzüge der Feinde ausgingen76,5 W als die Berge der Beute. AL(1) in Anlehnung an die Septuaginta: als die ewigen Berge..

6Selbst die mutigsten Helden76,6 W die Starkherzigen. wurden ihrer Waffen beraubt,

nun schlafen sie den Todesschlaf,

und keiner der sonst so starken Krieger vermag die Hände zum Kampf zu erheben76,6 W findet seine Hände..

7Dein Drohen, du Gott Jakobs, genügte –

und schon fielen die Pferde vor den Streitwagen in einen betäubenden Schlaf.

8Du – ja, furchterregend bist du!

Wer kann vor dir bestehen,

wenn du deinem Zorn freien Lauf lässt?

9Vom Himmel her lässt du dein Gerichtsurteil hören,

Furcht ergreift die Erde, und sie wird ganz still.

10Ja, das geschieht, wenn Gott aufsteht, um Recht zu sprechen,

um den Unterdrückten im Land Rettung zu bringen. /​/

11Selbst das schlimmste Wüten von Menschen

trägt noch bei zu deinem Lob;

du schmückst dich mit allen, die diesem Toben entgehen,

wie mit einem ´schönen` Gürtel.76,11 Od Du umgürtest dich mit dem Rest deines Zornes. W Denn der Grimm des Menschen preist dich, mit dem Rest des Zornes gürtest du dich.

12Legt vor dem HERRN, eurem Gott, eure Gelübde ab

und erfüllt sie auch,

ihr alle, die ihr euch um ihn versammelt.

Ihm, dem Ehrfurchtgebietenden, bringt eure Gaben dar!

13Dem Hochmut der Gewaltherrscher bereitet er ein Ende76,13 W Er schneidet ab den Geist der Fürsten.,

als furchterregend erweist er sich gegenüber allen Königen der Erde.

77

Du bist der Gott, der Wunder tut

771Für den Dirigenten77,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Für Jedutun77,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 39,1.. Von Asaf. Ein Psalm.

2Mit lauter Stimme rufe ich zu Gott, ja, ich schreie zu ihm!

Mit lauter Stimme rufe ich, damit er mir ein offenes Ohr schenkt.

3In meiner Not suche ich den Herrn;

nachts strecke ich im Gebet meine Hände zu ihm aus und lasse sie nicht sinken.

Doch im tiefsten Herzen finde ich keinen Trost.77,3 W Meine Seele weigert sich, getröstet zu werden.

4Denke ich an Gott, dann seufze ich.

Grüble ich über alles nach, so verlässt mich der Mut. /​/77,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5Du lässt mich die ganze Nacht keinen Schlaf finden.77,5 W Du hältst meine Augenlider offen.

Ich bin so aufgewühlt, dass mir die Worte fehlen.

6So denke ich nach über vergangene Zeiten,

über Jahre, die schon ewig lange zurückliegen.

7Ich erinnere mich an mein Saitenspiel in der Nacht.77,7 Einige Übersetzungen lauten in Anlehnung an die Septuaginta: Ich will mich erinnern, Gedanken bewegen in der Nacht.

Tief in meinem Herzen sinne ich nach,

ich versuche eine Antwort auf meine Fragen zu finden77,7 W und es forscht mein Geist.:

8Wird der Herr ´sein Volk` für immer verstoßen?

Will er uns in Zukunft keine Gnade mehr erweisen?

9Ist es denn mit seiner Güte für immer und ewig vorbei?

Finden seine Zusagen keine Erfüllung mehr in künftigen Generationen?

10Hat Gott denn vergessen, barmherzig und gnädig zu sein?

Hat er uns im Zorn sein Erbarmen entzogen? /​/

11Ja, das ist es, was mich so sehr quält:

dass der Höchste nicht mehr so eingreift wie früher.77,11 Od Was mich so sehr quält, sind die Jahre, die uns von der Hand des Höchsten auferlegt wurden. W Das ist mein Schmerz, dass sich die rechte ´Hand` des Höchsten geändert hat.

12Doch ich will mir die Taten des HERRN in Erinnerung rufen.

Ja, ich will an deine Wunder aus längst vergangener Zeit denken.

13Ich sinne über all dein Wirken nach,

dein Handeln erfüllt meine Gedanken.

14Gott, heilig ist alles, was du tust77,14 W dein Weg ist in Heiligkeit..

Wer sonst ist ein so großer Gott wie du?

15Du bist der Gott, der Wunder vollbringt!

Den Völkern hast du deine Macht gezeigt.

16Dein Volk hast du mit starker Hand erlöst,

die Nachkommen Jakobs und Josefs. /​/

17Die Wasser des Meeres sahen dich, Gott;

die Wassermassen sahen dich und kamen in Bewegung.

Auch die Meerestiefen erbebten.

18Die Wolken gossen Regenfluten aus,

sie ließen Donnerschläge hören,

und wie Brandpfeile schossen Blitze hin und her.

19Laut erschallte dein Donner im Wirbelwind,

Blitze erleuchteten den Erdkreis,

die Erde zitterte und bebte.

20Dein Weg führte mitten durch das Meer,

deine Pfade verliefen durch die Wassermassen.

Doch Fußspuren von dir sah man nicht.

21Du hast dein Volk geleitet wie ein Hirte seine Herde

unter der Führung von Mose und Aaron.