Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
67

Gottes Segen für Israel und für die ganze Welt

671Für den Dirigenten67,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten. Ein Psalm. Ein Lied.

2Gott schenke uns seine Gnade und seinen Segen.

Er wende sich uns freundlich zu

und begleite uns mit strahlendem Angesicht.67,2 W Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Angesicht bei uns leuchten. /​/67,2 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

3Denn so erkennt man auf der ganzen Erde dein Wirken, o Gott,

und alle Völker werden sehen,

was du zur Rettung der Menschen tust.67,3 W Damit man auf der Erde deinen Weg erkenne, bei allen Völkern deine Rettung.

4Die Völker sollen dir danken, o Gott,

ja, alle Völker mögen dich preisen!

5Die Nationen sollen sich freuen und dir zujubeln,

denn du richtest alle Völker aufrichtig und gerecht.

Ja, du leitest alle Nationen auf Erden. /​/

6Die Völker sollen dir danken, o Gott,

ja, alle Völker mögen dich preisen!

7Der Erdboden bringt seine Frucht hervor –

Gott, unser Gott, wird uns ´mit einer reichen Ernte` segnen.

8Ja, segnen wird uns Gott,

und bis in die fernen Gegenden der Erde werden Menschen Ehrfurcht vor ihm haben67,8 W und fürchten werden ihn alle Enden der Erde..

68

Gott schenkt seinem Volk den Sieg

681Für den Dirigenten68,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David. Ein Psalm. Ein Lied.

2Ach, möge Gott sich doch erheben,

damit seine Feinde sich in alle Richtungen zerstreuen!

Alle, die ihn hassen, sollen vor ihm68,2 W vor seinem Angesicht. die Flucht ergreifen.

3Wie Rauch vom Wind vertrieben wird,

so vertreibe sie, ´o Gott`68,3 AL(2) so werden sie verweht.!

Wie Wachs durch Feuer schmilzt,

so sollen die Gottlosen umkommen in Gottes Nähe68,3 W vor Gottes Angesicht..

4Doch alle, die nach Gottes Willen leben,

werden sich freuen und jubeln in Gottes Gegenwart.68,4 W Die Gerechten werden sich freuen und jubeln vor Gottes Angesicht.

Ja, sie sollen jauchzen vor lauter Freude!

5Singt Gott ein Lied,

lasst einen Psalm erklingen zur Ehre seines Namens!

Bereitet den Weg für ihn, der durch die Steppen herbeireitet68,5 der auf den Wolken einherfährt. W der durch die Steppen herbeifährt.

»HERR« wird er genannt. Empfangt ihn mit Jubel!68,5 W Jubelt vor ihm.

6Ein Vater für die Waisen, ein Anwalt für die Witwen

ist Gott in seinem Heiligtum.

7Gott schenkt vereinsamten Menschen ein Zuhause,

Gefangene führt er in Freiheit und Wohlergehen68,7 Gefangene führt er heraus unter Freudengesang..

Doch wer sich ihm widersetzt, der muss bleiben in dürrem Land.

8Gott, als du auszogst an der Spitze deines Volkes,

als du einhergeschritten bist durch die Wüste, /​/68,8 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

9da bebte die Erde, da spendete der Himmel Wasser vor dir, Gott,

vor dem Gott, der am Sinai gesprochen hat68,9 Od dieser Sinai dort vor Gott. In diesem Fall verstehen manche den zweiten Versteil auch im Sinne von: Auch der Sinai bebte und spendete Wasser vor Gott. W vor Gott, dem dort vom Sinai., dem Gott Israels!

10Regen in Fülle ließt du strömen, o Gott,

und so oft dein eigenes Land auch ermattet war –

du hast es wieder gestärkt und aufgerichtet.

11Dein Volk68,11 W Deine Schar. wurde darin sesshaft.

In deiner Güte hast du, Gott, für die Armen gesorgt.

12Der Herr hat ein Machtwort gesprochen68,12 W Der Herr hat einen Spruch erlassen.,

und eine große Schar von Frauen hat dann den Sieg verkündet.

13Die Könige der feindlichen Heere fliehen,

ja sie ergreifen die Flucht.

Und die Frauen zu Hause können nun reiche Beute austeilen.68,13 So in Anlehnung an die Septuaginta. Der Masoretische Text lautet: Und an der Stätte des Hauses verteilt man Beute.

14Wollt ihr da noch bei euren Herden lagern?

´Eure Pracht gleicht der einer` Taube, deren schillernde Flügel wie mit Silber überzogen sind,

und ihre Schwungfedern wie mit feinstem Gelbgold68,14 W und ihre Schwungfedern mit grüngelbem Gold. – Wahrscheinlich soll mit diesem Bild die Kostbarkeit der Beute beschrieben werden. Manche Ausleger meinen, dass die Taube ein Bild für Israel ist..

15Als der allmächtige Gott die feindlichen Könige auseinandertrieb,

da fiel Schnee auf dem Berg Zalmon.

16Ein wahrhaft majestätischer Berg68,16 W Ein Gottesberg. ist der Baschan,

ein Höhenzug mit vielen Gipfeln.

17Doch warum blickt ihr gipfelreichen Berge so voller Neid?

Warum schaut ihr auf jenen anderen Berg,

den Gott sich als Wohnsitz auserkoren hat?

Kein Zweifel, der HERR wird dort für immer wohnen!

18Gottes Streitwagen sind unzählbar, tausendmal Tausende.

Der Herr selbst ist mitten unter ihnen,

erhaben und heilig wie der Berg Sinai.68,18 mit leichter Textänderung: Gottes Streitwagen sind zehntausend mal Tausende – Erhabenheit, der Herr ist gekommen vom Sinai ins Heiligtum. W Gottes Streitwagen sind zehntausend mal Tausende – Erhabenheit, der Herr ist unter ihnen, Sinai im Heiligtum / ein Sinai an Heiligkeit.

19Du bist im Triumphzug zur Höhe hinaufgefahren,

hast Gefangene mit dir geführt.

Geschenke hast du entgegengenommen von den Menschen,

auch von den Widerspenstigen.

Gewiss, Gott, der HERR, wird hier wohnen bleiben!68,19 W Auf dass der HERR, Gott, ´hier` wohnen bleibe.

20Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last68,20 Od trägt er uns als Last.;

ja, er, Gott, ist unsere Rettung. /​/

21Gott schenkt uns Rettung auf vielfältige Weise.

Der HERR, ja, er, der Herr hat Auswege selbst da,

wo man dem Tod preisgegeben ist!

22Gewiss, Gott wird seinen Feinden den Kopf zerschmettern,

das stolz erhobene Haupt eines jeden,

der sich von seiner Sünde nicht abbringen lässt.

23Der Herr hat gesagt:

»Deine Feinde68,23 W Sie. bringe ich zurück aus Baschan,

selbst aus den Tiefen des Meeres hole ich sie wieder hervor.

24Denn du sollst deine Füße baden im Blut deiner Feinde,

und auch deine Hunde sollen es auflecken mit ihrer Zunge.«

25Gott, alle sehen deinen Triumphzug,

wie du, mein König und mein Gott, einziehst ins Heiligtum.

26Ganz vorne schreiten die Sänger,

dann folgen die Musiker mit ihren Saiteninstrumenten,

sie alle sind umringt von Mädchen mit Handpauken.

27Preist Gott in euren Chören68,27 Od in Versammlungen.!

Preist alle den HERRN,

die ihr vom Stammvater Israels herkommt

wie Wasser von einer Quelle68,27 W ihr aus Israels Quelle.!

28´Die nächste Abteilung` führt Benjamin an,

der kleinste der Stämme68,28 Od Da ist Benjamin, der Jüngste, der sie beherrscht.,

die Fürsten von Juda folgen in großer Schar,

dahinter die Fürsten von Sebulon, dann die von Naftali.

29Du sollst mächtig sein, ´Israel`, das ist der Wille deines Gottes!68,29 W Entboten hat dein Gott deine Macht. So heißt es im Masoretischen Text und wird von einigen Auslegern auf Israel bezogen. Viele alte Übersetzungen haben hier jedoch: Entbiete, Gott, deine Macht.

Alles, was du, o Gott, für uns vollbracht hast,

das erhalte in deiner Kraft!

30Dort in deinem Heiligtum über Jerusalem

werden Könige dir ihre Gaben bringen.

31Weise das Tier im Schilf in seine Schranken,

ebenso die Gewaltherrscher und ihre Völker,

die einer Horde Stiere mit ihren Kälbern gleichen!68,31 W Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Stiere mit den Kälbern der Völker. Das Tier im Schilf ist Bild für Ägypten (vergleiche Jesaja 36,6 und 19,6), damals eine Großmacht. Die auf ihre Macht pochenden Herrscher der Völker werden bildhaft als Stiere bezeichnet.

Sie sollen sich dir unterwerfen und dir Tribut aus Silber zollen!68,31 Unterwerfe sie, die gierig sind auf Silber.

Ja, Gott zerstreut68,31 AL(2) Gott zerstreue. die Völker, die am Krieg Gefallen haben.

32Aus Ägypten kommen die Würdenträger herbei68,32 Aus Ägypten bringt man ihm bronzene Gegenstände / rote Stoffe. W Es schreiten daher die Vornehmen Ägyptens.,

Äthiopien bringt Gott mit vollen Händen Geschenke dar.

33Ihr Königreiche der Erde, preist Gott mit Gesang!

Singt und spielt Psalmen für ihn, den Herrn, /​/

34der durch die Himmel reitet, die seit Urzeiten bestehen68,34 W der in den Himmeln der Himmel der Vorzeit daherreitet. Siehe die Anmerkung zu Psalm 19,2..

Hört! Er lässt seine Stimme erschallen, gewaltig wie ein Donner!

35Erkennt Gottes Herrschaft an!68,35 W Gebt Gott die Macht.

Über Israel erstreckt sich seine Majestät

und seine Macht über alle Wolken hinaus.

36Ehrfurchtgebietend bist du, o Gott, in deinem Heiligtum.68,36 W Furchterregend ist Gott aus deinen Heiligtümern.

Der Gott Israels verleiht Macht und Stärke seinem Volk.

Gelobt sei Gott!

69

In schwerer Not

691Für den Dirigenten69,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Auf die gleiche Weise wie das Lied »Lilien« zu begleiten. Von David.

2Rette mich, Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals69,2 W denn die Wasser kommen bis an die Seele.!

3Ich versinke in tiefem Schlamm und finde keinen Halt.

Das Wasser reißt mich in die Tiefe,

die Flut überschwemmt mich.

4Erschöpft bin ich durch mein ständiges Rufen,

meine Kehle brennt,

meine Augen erlöschen –

ich aber warte weiter sehnsüchtig auf meinen Gott69,4 Od meine Augen erlöschen, mit denen ich nun lange vergeblich Ausschau hielt nach meinem Gott..

5So viele Menschen hassen mich ohne Grund,

sie sind zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf.

Ihre Macht ist groß,

und sie wollen mich zum Schweigen bringen69,5 Od Eine mächtige Schar ist es, die mich zum Schweigen bringen will.,

verlogene Feinde sind sie allesamt.

Ich soll ihnen ersetzen, was ich gar nicht gestohlen habe.

6Du allein, mein Gott, weißt, wo ich unverständig bin;

meine Schuld ist dir nicht verborgen.

7Lass es mit mir nicht so weit kommen,

allmächtiger Herr, du HERR über alles69,7 W Herr, HERR über alle Heere.,

dass sich nun alle, die auf dich hoffen,

meinetwegen schämen müssen!

Lass nicht zu, dass durch mich Schimpf und Schande die trifft,

die deine Nähe suchen, du Gott Israels!

8Denn weil ich zu dir gehöre,

werde ich mit Hohn und Spott überschüttet,

die Scham ist mir ins Gesicht geschrieben.

9Selbst meinen Brüdern bin ich fremd geworden,

meine eigenen Geschwister begegnen mir,

als gehörte ich nicht zum selben Volk wie sie.

10Denn die Leidenschaft für dein Haus

hat meine ganze Kraft verzehrt,

gegen mich richten sich die Beschimpfungen derer,

die sonst dich beschimpfen.

11Als ich weinte und fastete69,11 W Und weinte ich, meine Seele, unter Fasten.,

selbst dann haben sie mich noch verhöhnt.

12Legte ich in Trauer ein Gewand aus Sackleinen an,

so dichteten sie Spottverse auf mich.

13Beim Stadttor, ´wo die Leute sich treffen`, ziehen sie über mich her,

und die Betrunkenen verhöhnen mich in ihren Saufliedern.

14Ich aber bete zu dir, HERR, jetzt zur gelegenen Zeit.

Gott, antworte mir doch in deiner großen Gnade,

rette mich, so wie du es in deiner Treue schon immer getan hast69,14 W durch die Zuverlässigkeit deiner Rettung.!

15Zieh mich heraus aus dem Schlamm, damit ich nicht versinke!

Rette mich vor dem Zugriff meiner Feinde, die mich hassen,

lass mich dem tiefen Wasser entkommen!

16Sorge dafür, dass die Flut mich nicht überschwemmt

und die tiefen Strudel mich nicht verschlingen,

möge der Brunnen mich nicht für immer in seinem Schlund begraben69,16 W der Brunnen schließe nicht über mir seinen Mund.!

17Antworte mir, HERR, denn deine Gnade ist wohltuend69,17 W ist gut.!

Wende dich mir zu in der ganzen Fülle deines Erbarmens.

18Verbirg dein Gesicht nicht vor mir, deinem Diener,

denn mir ist angst und bange. Antworte mir doch rasch!

19Schenk meiner Seele deine Nähe und erlöse mich69,19 W Nahe dich meiner Seele und erlöse sie.,

befreie mich meinen Feinden zum Trotz!

20Du weißt, wie viel Spott und Verachtung ich ernte,

welche Schande ich ertragen muss.

Alle meine Widersacher sind dir vor Augen.

21Der Hohn hat mir das Herz gebrochen, ich verzweifle.

Ich hoffte auf Mitleid – es gab keins.

Ich sah mich um nach Tröstern – es waren keine zu finden.

22Man gab mir Galle zur Speise,

und Essig reichte man mir zu trinken, als ich durstig war.

23Dafür sollen ihnen ihre Opferfeste69,23 W soll ihnen ihr Tisch. zur Falle werden,

ja, zum Fangnetz für diese gleichgültig dahinlebenden Menschen!

24Lass es finster werden vor ihren Augen,

so dass sie nichts mehr sehen können!

Ihre Hüften sollen so schwach sein,

dass sie nie mehr sicher auf den Beinen sind!69,24 W Ihre Hüften lass beständig schlottern.

25Überschütte sie mit deinem Grimm,

ja, dein glühender Zorn soll sie treffen.

26Ihr Wohngebiet soll öde und verlassen sein,

und in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen.

27Denn eigenmächtig verfolgen sie den,

der von dir bereits gestraft wurde;

und leichtfertig erzählen sie vom Schmerz derer69,27 AL(2) fügen sie zum Schmerz derer hinzu.,

die du verwundet hast.

28Füge ihrer Schuld neue Schuld hinzu,

und lass sie nicht teilhaben an deinem Heil69,28 W und sie mögen nicht hineinkommen in deine Gerechtigkeit..

29Ihre Namen sollen aus dem Buch des Lebens gestrichen werden,

damit sie nicht darin stehen zusammen mit denen,

die nach deinem Willen leben69,29 W zusammen mit den Gerechten..

30Ich aber bin vom Leid gebeugt und voller Schmerzen,

greif ein, o Gott, und bring mich in Sicherheit!

31Rühmen will ich den Namen Gottes mit einem Lied,

voller Dank will ich ihn preisen.

32Das gefällt dem HERRN viel besser als ein Opferstier,

besser als das vorzüglichste Jungtier mit Hörnern und gespaltenen Hufen.

33Alle, die wie ich Unrecht geduldig ertragen,

werden es sehen und sich freuen.

Ihr alle, die ihr Gottes Nähe sucht – euer Herz lebe auf!

34Denn der HERR gibt acht auf Menschen, die seine Hilfe brauchen.

Er verachtet keinen, der gefangen ist und zu ihm gehört.69,34 W Und seine Gefangenen verachtet er nicht.

35Himmel und Erde sollen ihn loben,

auch die Meere und alle Lebewesen darin!

36Denn Gott wird die Stadt Zion retten und die Städte in Juda wieder aufbauen,

damit sein Volk in ihnen wohnt und das Land besitzt.

37Ja, die Nachkommen derer, die ihm dienen, werden es als Erbe erhalten.

Alle, die seinen Namen lieben, werden dort wohnen.