Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
63

Deine Güte ist besser als das Leben

631Ein Psalm Davids aus der Zeit, als er sich in der Wüste von Juda aufhielt.63,1 Siehe 1. Samuel 22,5–24,1; 2. Samuel 15,18; 17,16.

2Gott, mein Gott bist du, dich suche ich.

Wie ein Durstiger, der nach Wasser lechzt,

so verlangt meine Seele nach dir.

Mit meinem ganzen Körper spüre ich,

wie groß meine Sehnsucht nach dir ist

in einem dürren, ausgetrockneten Land,

wo es kein Wasser mehr gibt.63,2 W Es dürstet meine Seele nach dir, es schmachtet nach dir mein Fleisch, in dürrem Land und matt geworden ohne Wasser.

3Mit dem gleichen Verlangen hielt ich im Heiligtum Ausschau nach dir,

um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

4Denn deine Güte ist besser als das Leben,

mit meinem Mund will ich dich loben.

5Ja, so will ich dich preisen mein Leben lang,

im Gebet will ich meine Hände zu dir erheben

und deinen Namen rühmen63,5 W in deinem Namen will ich meine Hände erheben..

6Deine Nähe sättigt den Hunger meiner Seele wie ein Festmahl63,6 W Wie von Fett und Mark ist meine Seele gesättigt.,

mit meinem Mund will ich dich loben,

ja, über meine Lippen kommt großer Jubel.

7Nachts auf meinem Lager denke ich an dich,

stundenlang63,7 W eine Nachtwache nach der anderen. sinne ich über dich nach:

8So viele Male hast du mir geholfen63,8 W Denn du bist mir zur Hilfe geworden.,

und im Schutz deiner Flügel kann ich jubeln.

9Von ganzem Herzen hänge ich an dir63,9 W Meine Seele hängt dir hinterher.,

und deine Hand63,9 W deine rechte Hand. hält mich fest.

10Meine Feinde wollen mir Böses

und trachten mir nach dem Leben.63,10 Od Meine Feinde rennen in ihr Verderben, weil sie mir nach dem Leben trachten. W Und sie – zum Verderben trachten sie nach meiner Seele.

Im tiefsten Totenreich werden sie noch enden!

11Dem tödlichen Schwert werden sie ausgeliefert63,11 W Man wird ihn der Schärfe des Schwertes überliefern.,

den Schakalen werden sie zur Beute.

12Doch der König wird sich freuen, weil Gott zu ihm hält.

Glücklich schätzen kann sich jeder,

der sich bei einem Eid auf Gott beruft63,12 W der bei ihm schwört. Es könnte auch der König damit gemeint sein..

Der Mund der Lügner aber wird gestopft.

64

Gott sieht dem Unrecht nicht tatenlos zu

641Für den Dirigenten64,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Ein Psalm Davids.

2Höre, Gott, auf meine Stimme, auf mein Klagen!

Beschütze mein Leben vor dem Schrecken,

den meine Feinde verbreiten!

3Sei mein Schutz vor der Verschwörung dieser Übeltäter,

vor der lärmenden Horde derer, die Unheil anrichten!

4Ihre Zunge gebrauchen sie wie ein scharfes Schwert;

giftige Worte – das sind die Pfeile, die sie anlegen,

5um aus dem Hinterhalt unschuldige Menschen zu treffen.

Plötzlich und ohne jede Scheu schießen sie auf ihre Opfer!

6Sie ermutigen sich gegenseitig zu bösen Plänen

und verabreden, heimlich Fallen auszulegen.

Dabei sagen sie:

»Wer kann unsere Handlanger dabei schon ertappen?64,6 Od Wer könnte sie (= die Fallen) schon im Voraus erblicken? Wer sieht uns schon?«

7Die übelsten Machenschaften hecken sie aus

und brüsten sich:

»Wir sind bereit! Unser Plan ist schlau erdacht!«64,7 Od Sie hecken die übelsten Machenschaften aus und haben einen schlau erdachten Plan vollendet.

Wie unergründlich ist doch,

was im Inneren eines Menschen vorgeht,

in der Tiefe seines Herzens!

8Doch dann schießt Gott seine Pfeile auf sie ab,

ganz plötzlich sind sie schwer verwundet!

9Und so werden sie selbst zu Fall gebracht –

was sie mit ihrer bösen Zunge anderen zufügen wollten,

das kommt nun über sie.

Alle, die sie sehen, schütteln entsetzt den Kopf.

10Ehrfurcht vor Gott erfüllt alle Menschen.

Sie bekennen, was Gott getan hat,

und verstehen nun: So handelt Gott!

11Wer nach dem Willen des HERRN lebt,

der wird sich über ihn freuen64,11 W Der Gerechte wird sich in dem HERRN freuen. und bei ihm Zuflucht suchen.

Und alle Menschen, die von Herzen aufrichtig sind,

werden sich glücklich schätzen.

65

Danklied für Gottes reichen Segen

651Für den Dirigenten65,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Ein Psalm Davids. Ein Lied.

2Bei dir zur Ruhe kommen – damit preist man dich65,2 AL(1) Dir gebührt Lobgesang.,

du Gott, der auf dem Berg Zion wohnt.

Jeder soll die Gelübde erfüllen, die er vor dir abgelegt hat.

3Zu dir, der Gebete erhört, werden alle Menschen65,3 W wird alles Fleisch. kommen.

4Erdrückt mich auch die Last meiner Sünden –

du vergibst unsere Vergehen.

5Glücklich ist der zu nennen, den du erwählt hast

und in deine Nähe kommen lässt!

Er darf zuhause sein in den Vorhöfen deines Heiligtums.

Wir wollen uns sättigen an all dem Guten,

das dein Haus uns bietet, dein heiliger Tempel.

6Du bist treu und gerecht

und antwortest uns durch ehrfurchtgebietende Taten65,6 W Durch furchterregende Taten in Gerechtigkeit antwortest du.,

du Gott, der uns Rettung schenkt,

du Zuversicht aller, die auf der Erde wohnen,

von den abgelegensten Enden bis zu den fernsten Meeresküsten.

7´Du bist es`, der die Berge gründet in seiner Kraft,

Stärke umgibt dich.

8Das Tosen der Meere bringst du zur Ruhe,

das Brausen ihrer Wogen genauso

wie den Aufruhr der Völker.

9Selbst in den fernen Gegenden der Erde haben die Menschen große Ehrfurcht vor deinen Wundern,

im Osten, wo die Sonne aufgeht, und im Westen, wo sie untergeht, lässt du Jubel ausbrechen.

10Du hast dich unserem Land zugewandt

und es mit deinen Gaben überschüttet.

Mehr als reiches Wachstum hast du geschenkt –

ja, der Segensstrom Gottes65,10 W Gottes Bach. Eventuell ist auch nur an den Regen gedacht. führt Wasser im Übermaß!

Das Getreide lässt du gut gedeihen,

weil du das Land entsprechend vorbereitest:

11Du wässerst die Furchen des Ackers

und lockerst seine Schollen65,11 Od und ebnest seine Schollen..

Durch Regen machst du den Boden weich

und segnest sein Gewächs.

12Du hast das Jahr gekrönt mit Gaben deiner Güte.

Die Spuren, die du hinterlassen hast,

zeugen von Wohlstand und Fülle.65,12 W Du hast das Jahr deiner Güte (od mit deiner Güte) gekrönt, deine Spuren triefen von Fett.

13Selbst auf den Grünflächen der Steppe steht üppiges Gras,

und mit Jubel bekleiden65,13 W umgürten. sich die Hügel.

14Die Weiden schmücken sich mit Herden,

und die Täler sind bedeckt mit Korn.

Alles bricht in Jubel aus, alles singt!