Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
59

Unschuldig verfolgt

591Für den Dirigenten59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach der Melodie von »Verschone und erhalte!«59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 57,1.. Von David. Ein Lehrpsalm59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1.. Er schrieb ihn in Erinnerung daran, dass Saul David töten wollte und Männer losgeschickt hatte, um Davids Haus zu bewachen.59,1 Od Er schrieb ihn, als Saul David töten wollte und Männer losgeschickt hatte, um Davids Haus zu bewachen. Siehe 1. Samuel 19,8ff.

2Befreie mich von meinen Feinden, mein Gott,

bring mich in Sicherheit vor denen, die sich gegen mich stellen!

3Ja, befreie mich von Menschen, die Verbrechen begehen,

rette mich vor skrupellosen Mördern!

4Sieh doch, wie sie mir auflauern

und mir nach dem Leben trachten!

Diese Gewalttäter rotten sich gegen mich zusammen.

Dabei habe ich gar kein Unrecht begangen,

keine Sünde trennt mich von dir, HERR.

5Obwohl ich schuldlos bin, kommen sie angelaufen

und gehen gegen mich in Stellung.

´HERR`, wach auf, komm mir zu Hilfe

und sieh, was hier geschieht!

6Allmächtiger HERR und Gott59,6 W HERR, Gott über alle Heere., du Gott Israels,

mach dich auf und halte Gericht über alle anderen Völker!

Zeig bei keinem Gnade, der Unheil stiftet und betrügt! /​/59,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Jeden Abend kommen meine Verfolger wieder,

knurren wie bissige Hunde

und streifen umher in der Stadt.

8Sieh nur, der Geifer läuft ihnen schon aus dem Maul!

Jedes Wort, das über ihre Lippen kommt,

verwundet wie ein scharfes Schwert.

Sie sind sich ihrer Sache sicher: »Wer hört uns schon?«

9Aber du, HERR, du lachst sie aus!

Du spottest ´über sie wie` über alle fremden Völker.

10Du meine Stärke59,10 So in Anlehnung an hebräische Handschriften, die Septuaginta und alte Übersetzungen. Sie unterscheiden sich vom Masoretischen Text nur durch die Änderung eines Buchstabens. Der Masoretische Text lautet: Seine Stärke., auf dich will ich schauen

und auf deine Hilfe warten.

Ja, Gott ist meine sichere Burg!

11Mein Gott wird mir voll Güte entgegenkommen,

er lässt mich ´als Sieger` herabsehen auf alle meine Feinde.

12Töte sie nicht auf der Stelle,

damit mein Volk ´ihre Strafe` nicht zu schnell vergisst!

Erweise deine Macht an ihnen,

lass sie umherirren und bring sie zu Fall,

du, Herr, bist doch unser Schild, der uns schützt!

13Sie sündigen, sobald sie den Mund aufmachen,

darum lass sie sich verstricken in ihrem Stolz.

Das ist der Lohn für die Flüche und Lügen,

die sie von sich geben!

14Mach ein Ende mit ihnen in deinem Zorn,

vernichte sie, dass nichts mehr von ihnen übrigbleibt!

Daran wird man erkennen59,14 Od Daran werden sie erkennen.,

dass Gott herrscht über ganz Israel59,14 W über ganz Jakob. Siehe die Anmerkung zu Psalm 14,7.

und bis in die entferntesten Winkel der Erde. /​/

15Jeden Abend kommen meine Verfolger wieder,

knurren wie bissige Hunde

und streifen umher in der Stadt.

16Sie streunen auf der Suche nach Fraß,

und wenn sie nicht satt werden, dann knurren sie59,16 So in Anlehnung an die Septuaginta. Ihre Übersetzung legt eine geringfügige Änderung der Vokale beim Masoretischen Text zugrunde. Der Masoretische Text lautet: dann bleiben sie über Nacht..

17Ich aber will deine Stärke besingen,

und am Morgen will ich jubeln über deine Gnade.

Denn du wurdest für mich zur sicheren Burg,

zur Zuflucht am Tag meiner Not.

18Du bist meine Stärke, dir will ich Psalmen singen!

Ja, Gott ist meine sichere Burg,

ein Gott, der mir seine Gnade schenkt.

60

Gebet nach einer schweren Niederlage

601Für den Dirigenten60,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie das Lied »Lilie des Zeugnisses«60,1 Die Bedeutung des hebräischen Ausdrucks ist unsicher.. Ein Lehrpsalm60,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1. Davids für den Unterricht. 2David schrieb ihn zur Erinnerung an den Krieg gegen die Aramäer von Mesopotamien und gegen die Aramäer von Zoba. Sein Feldherr Joab musste umkehren, um gegen die Edomiter zu kämpfen. Im Salztal schlug er 12.000 von ihnen.60,2 Siehe 2. Samuel 8,13 oder 1. Chronik 18,12. Dort liegt jedoch eine andere Angabe über die Zahl der Gefallenen vor. Es liegt nahe, bei Psalm 60 an eine ähnliche Situation aus den Kriegen Davids gegen die Aramäer und gegen die Edomiter zu denken.

3Gott, du hast uns verstoßen

und unsere Truppen in alle Richtungen zerstreut60,3 W und uns durchbrochen.,

zornig bist du auf uns gewesen,

richte uns nun wieder auf!

4Du hast unser Land erbeben lassen

und ihm tiefe Wunden geschlagen,

heile seine Risse, denn es bricht auseinander!

5Du hast dein Volk Schweres erleben lassen.

Wein gabst du uns zu trinken, der uns betäubte

und uns taumeln ließ.

6Doch denen, die Ehrfurcht vor dir haben,

hast du ein Signal gegeben,

dass sie fliehen können vor den Bogenschützen des Feindes60,6 Od damit sie sich dort sammeln können angesichts der Bogenschützen des Feindes. Dabei wäre dann eher ein Versammeln zu einem erfolgreichen Gegenangriff gemeint. Od damit sie Stellung beziehen und für die Wahrheit eintreten. – Die Auslegung hängt davon ab, ob man das seltene hebräische Wort an dieser Stelle mit Bogen oder aber mit Wahrheit übersetzt.. /​/60,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Damit alle gerettet werden, die du liebst,

hilf uns mit deinem starken Arm60,7 W mit deiner rechten ´Hand`. und erhöre mein Gebet60,7 W mich. So lautet der Masoretische Text mit den Vokalen, ebenso steht es in vielen alten Übersetzungen. Nach den Konsonanten lautet der Masoretische Text: erhöre uns.!

8Darauf hat Gott in seinem Heiligtum geantwortet60,8 W Gott hat geredet in seinem Heiligtum. Einige Ausleger betrachten die folgenden Verse bis einschließlich Vers 10 nicht als Aussage Gottes, sondern Davids.:

»Als Sieger will ich triumphieren,

die Stadt Sichem werde ich meinem Volk zurückgeben

und das Tal von Sukkot als mein Eigentum vermessen.

9Mir gehört das Gebiet von Gilead und von Manasse,

Efraïm ist mein starker, schützender Helm,

und Juda ist mein Herrscherstab.

10Moab aber ist mein Waschbecken,

von Edom ergreife ich Besitz, indem ich meinen Schuh darauf werfe60,10 W auf Edom werfe ich meinen Schuh. Es handelt sich um eine Geste, die Besitzanspruch symbolisiert..

Und auch du, Land der Philister, musst mir zujubeln!60,10 Über das Philisterland (= den Besitz des Philisterlandes) will ich jubeln.«

11Aber wer bringt mich in jene Stadt, die gut befestigt ist?

Ja, wer geleitet mich nach Edom?60,11 Manche Ausleger verstehen den Vers nicht als Aufruf zur Rückeroberung Edoms mit der stark befestigten Hauptstadt Petra, sondern so, dass der Beter zunächst in einer befestigten Stadt Sicherheit sucht, eventuell im moabitischen Rabba.

12Hast nicht du, o Gott, uns verstoßen?

Weigerst du dich nicht bis jetzt,

mit unseren Heeren in den Kampf zu ziehen?

13Hilf uns doch gegen unsere Feinde!

Was können Menschen alleine schon ausrichten?

14Aber mit Gott werden wir den Sieg erringen60,14 Od werden wir mächtige Taten vollbringen.,

er wird alle, die uns jetzt bedrängen, schließlich zertreten!60,14 Zu den Versen 7-14 vergleiche Psalm 108,7-14.

61

Ein Gebet des Königs

611Für den Dirigenten61,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten. Von David.

2Höre, o Gott, mein lautes Flehen,

achte auf mein Gebet!

3Aus weiter Ferne, wie vom Ende der Erde, rufe ich zu dir,

denn mein Herz ist mutlos geworden.

Ach führe mich doch auf jenen Felsen, der für mich zu hoch ist!61,3 Ach hebe mich empor auf einen Felsen und gib mir dort Ruhe.

4Denn du bist für mich zu einer Zuflucht geworden,

zum starken Turm, der mich schützt vor dem Feind.

5Ich möchte in deinem Heiligtum61,5 W in deinem Zelt. Siehe die Anmerkung zu Psalm 15,1. wohnen für alle Ewigkeit,

mich bergen unter deinen schützenden Flügeln. /​/61,5 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

6Denn du, o Gott, hast auf meine Gelübde gehört.

Du hast mir das Erbe gegeben, das denen zusteht,

die Ehrfurcht vor deinem großen Namen haben.61,6 Od Du hast denen ihr Erbe zum Besitz gegeben, die Ehrfurcht vor deinem großen Namen haben. W Du hast das Erbe derer gegeben, die deinen Namen fürchten. Gemeint ist insbesondere das Land Israel, das als Eigentum Gottes rechtmäßig nur denen zusteht, die in Ehrfurcht vor Gott leben und seine Gebote befolgen.

7So füge den Lebenstagen des Königs weitere hinzu,

seine Jahre sollen einander folgen

wie eine Generation der anderen61,7 Od seine Regierungsjahre sollen Generationen überspannen. Od Seine Lebensjahre sollen alle Generationen überdauern. W seine Jahre sollen sein wie Generation auf Generation..

8Möge er für immer seine Herrschaft

vor Gottes Angesicht ausüben!

´O Gott`, sende deine Gnade und deine Treue,

damit sie sein Schutz sind.

9Dann will ich für alle Zeiten

zur Ehre deines Namens Psalmen singen

und so meine Gelübde erfüllen Tag für Tag.