Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
57

Zeige dich in deiner Macht, o Gott!

571Für den Dirigenten57,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Verschone und erhalte!«57,1 Die Bedeutung des hebräischen Ausdrucks an dieser Stelle ist unsicher.. Von David. Ein Lehrpsalm57,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1.. Er schrieb ihn in Erinnerung daran, dass er sich auf der Flucht vor Saul in einer Höhle versteckt hatte.57,1 Od Er schrieb ihn, als er sich auf der Flucht vor Saul in einer Höhle versteckte. Dafür kommen zwei Situationen aus der Zeit der Flucht Davids vor Saul in Betracht: 1. Samuel 22,1 (die Höhle von Adullam) oder 1. Samuel 24 (die Höhle über Engedi).

2Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig!

Denn bei dir ist meine Seele geborgen,

im Schatten deiner Flügel will ich mich bergen,

bis die tödliche Gefahr vorüber ist.

3Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,

zu dem Gott, der alles für mich zu einem guten Ende bringt.

4Er wird vom Himmel aus Hilfe schicken und mich retten,

selbst wenn man mich noch so bedrängt und verhöhnt! /​/57,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

Gott schickt mir seine Gnade und Treue.

5Von Feinden bin ich umzingelt,

sie sind wie Löwen, die Menschen verschlingen.

Ihre Zähne sind spitz wie Speere und Pfeile,

und ihre Zunge gebrauchen sie wie ein scharfes Schwert.57,5 W Meine Seele liegt mitten unter Löwen, unter Verschlingenden, unter Menschenkindern, deren Zähne Speere und Pfeile sind und deren Zunge ein scharfes Schwert ist.

6Zeige dich, o Gott, in deiner Macht,

lass sie den Himmel überstrahlen57,6 W Erhebe dich über den Himmel hinaus, o Gott. So auch in Vers 12.,

und auch auf der ganzen Erde

lass deine Herrlichkeit sichtbar werden.

7Ein Fangnetz haben sie mir in den Weg gelegt,

jeden Lebensmut wollten sie mir nehmen57,7 W man hat gebeugt meine Seele..

Eine Fallgrube haben sie für mich gegraben,

doch sie selbst sind mitten hineingestürzt! /​/

8Ich habe wieder neuen Mut bekommen, o Gott,

ja, mein Herz ist zuversichtlich.

Ich will singen und auf der Harfe spielen.

9Wach auf, meine Seele57,9 W meine Ehre.!

Harfe und Zither, wacht auf!

Ich will aufstehen noch vor der Morgenröte

und sie wecken durch unser Spiel.57,9 W Ich will das Morgenrot wecken.

10Vor den Völkern will ich dich loben, Herr.

Ja, vor ihnen soll mein Lied für dich erklingen.

11Denn deine Gnade ist so groß und weit wie der Himmel,

und deine Treue reicht bis zu den Wolken.

12Zeige dich, o Gott, in deiner Macht,

lass sie den Himmel überstrahlen,

und auch auf der ganzen Erde

lass deine Herrlichkeit sichtbar werden.

58

Anklage gegen Menschen, die das Recht verdrehen

581Für den Dirigenten58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Verschone und erhalte!«58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 57,1.. Von David. Ein Lehrpsalm58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1..

2Ihr Mächtigen,

seid ihr wirklich gerecht, wenn ihr eure Urteile fällt?58,2 Od (bei Änderung eines Vokals) Bringt ihr in Wahrheit die Gerechtigkeit durch euer Sprechen zum Verstummen? W Ihr Götter, sprecht ihr in Wahrheit Gerechtigkeit? Mit dem Begriff Götter können in diesem Zusammenhang auch irdische Machthaber bzw. Richter gemeint sein.

Richtet ihr die Menschen unparteiisch?

3Ganz und gar nicht!

In euren Herzen schmiedet ihr heimtückische Pläne;

das Land ist erfüllt von der Gewalt,

die von euren Händen ausgeht!

4Diese Gottlosen sind von Geburt an auf dem falschen Weg,

auf Irrwegen gehen diese Lügenmäuler von Mutterleib an!

5Giftig sind sie wie Schlangen,

ja, sie gleichen einer Otter, die ihr Ohr verschließt

6und nicht auf die Stimme des Schlangenbeschwörers hört,

auf den erfahrenen Zauberer,

der Schlangen mit Worten zähmen kann.

7Gott, brich diesen Leuten die Zähne aus!

HERR, zerschlage diesen reißenden Löwen das Gebiss!

8Lass sie verschwinden wie versickerndes Wasser.

Und wenn sie ihre Pfeile schießen,

dann brich diesen die Spitze ab!58,8 W Schießt er (man) seine Pfeile ab, ´sie seien` wie abgebrochen.

9Ihr Leben soll so kurz sein wie das einer Schnecke,

die sich auflöst und verendet,

wie das einer Fehlgeburt, die nie das Licht der Sonne sieht.

10´Ja, ihr Mächtigen werdet es noch merken:`

Ehe eure Kochtöpfe vom Holzfeuer heiß werden –

egal, ob das Fleisch noch roh ist oder schon gart –

Gott fegt durch einen Sturm alles hinweg!58,10 Der hebräische Text ist in diesem Vers nur sehr schwer zu deuten.

11Wenn Gott Vergeltung übt,

wird sich jeder freuen, der nach Gottes Willen lebt.58,11 W Freuen wird sich der Gerechte, wenn er die Vergeltung sieht.

Ja, er wird seine Füße baden im Blut dieser gottlosen Verbrecher!

12Dann werden die Menschen sagen:

»Seht ihr – wer Gottes Willen tut58,12 W der Gerechte.,

bekommt doch noch seinen Lohn!

Ja, es gibt noch einen Gott,

der gerecht richtet auf dieser Erde!«

59

Unschuldig verfolgt

591Für den Dirigenten59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach der Melodie von »Verschone und erhalte!«59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 57,1.. Von David. Ein Lehrpsalm59,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1.. Er schrieb ihn in Erinnerung daran, dass Saul David töten wollte und Männer losgeschickt hatte, um Davids Haus zu bewachen.59,1 Od Er schrieb ihn, als Saul David töten wollte und Männer losgeschickt hatte, um Davids Haus zu bewachen. Siehe 1. Samuel 19,8ff.

2Befreie mich von meinen Feinden, mein Gott,

bring mich in Sicherheit vor denen, die sich gegen mich stellen!

3Ja, befreie mich von Menschen, die Verbrechen begehen,

rette mich vor skrupellosen Mördern!

4Sieh doch, wie sie mir auflauern

und mir nach dem Leben trachten!

Diese Gewalttäter rotten sich gegen mich zusammen.

Dabei habe ich gar kein Unrecht begangen,

keine Sünde trennt mich von dir, HERR.

5Obwohl ich schuldlos bin, kommen sie angelaufen

und gehen gegen mich in Stellung.

´HERR`, wach auf, komm mir zu Hilfe

und sieh, was hier geschieht!

6Allmächtiger HERR und Gott59,6 W HERR, Gott über alle Heere., du Gott Israels,

mach dich auf und halte Gericht über alle anderen Völker!

Zeig bei keinem Gnade, der Unheil stiftet und betrügt! /​/59,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Jeden Abend kommen meine Verfolger wieder,

knurren wie bissige Hunde

und streifen umher in der Stadt.

8Sieh nur, der Geifer läuft ihnen schon aus dem Maul!

Jedes Wort, das über ihre Lippen kommt,

verwundet wie ein scharfes Schwert.

Sie sind sich ihrer Sache sicher: »Wer hört uns schon?«

9Aber du, HERR, du lachst sie aus!

Du spottest ´über sie wie` über alle fremden Völker.

10Du meine Stärke59,10 So in Anlehnung an hebräische Handschriften, die Septuaginta und alte Übersetzungen. Sie unterscheiden sich vom Masoretischen Text nur durch die Änderung eines Buchstabens. Der Masoretische Text lautet: Seine Stärke., auf dich will ich schauen

und auf deine Hilfe warten.

Ja, Gott ist meine sichere Burg!

11Mein Gott wird mir voll Güte entgegenkommen,

er lässt mich ´als Sieger` herabsehen auf alle meine Feinde.

12Töte sie nicht auf der Stelle,

damit mein Volk ´ihre Strafe` nicht zu schnell vergisst!

Erweise deine Macht an ihnen,

lass sie umherirren und bring sie zu Fall,

du, Herr, bist doch unser Schild, der uns schützt!

13Sie sündigen, sobald sie den Mund aufmachen,

darum lass sie sich verstricken in ihrem Stolz.

Das ist der Lohn für die Flüche und Lügen,

die sie von sich geben!

14Mach ein Ende mit ihnen in deinem Zorn,

vernichte sie, dass nichts mehr von ihnen übrigbleibt!

Daran wird man erkennen59,14 Od Daran werden sie erkennen.,

dass Gott herrscht über ganz Israel59,14 W über ganz Jakob. Siehe die Anmerkung zu Psalm 14,7.

und bis in die entferntesten Winkel der Erde. /​/

15Jeden Abend kommen meine Verfolger wieder,

knurren wie bissige Hunde

und streifen umher in der Stadt.

16Sie streunen auf der Suche nach Fraß,

und wenn sie nicht satt werden, dann knurren sie59,16 So in Anlehnung an die Septuaginta. Ihre Übersetzung legt eine geringfügige Änderung der Vokale beim Masoretischen Text zugrunde. Der Masoretische Text lautet: dann bleiben sie über Nacht..

17Ich aber will deine Stärke besingen,

und am Morgen will ich jubeln über deine Gnade.

Denn du wurdest für mich zur sicheren Burg,

zur Zuflucht am Tag meiner Not.

18Du bist meine Stärke, dir will ich Psalmen singen!

Ja, Gott ist meine sichere Burg,

ein Gott, der mir seine Gnade schenkt.