Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
56

Gott gibt Zuversicht

561Für den Dirigenten56,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Stumm gewordene Taube im fernen, fremden Land«56,1 Od Taube auf fernen Terebinthen.. Von David. Ein Lehrpsalm56,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1.. Er schrieb ihn über die Philister, die ihn einst in Gat festgenommen hatten.56,1 Siehe 1. Samuel 21,11ff.

2Sei mir gnädig, o Gott, denn Menschen verfolgen mich.

Den ganzen Tag stellen sie mir nach und suchen den Streit.

3Tag für Tag bedrängen mich meine Feinde,

ja, viele sind es, die mich in ihrem Hochmut bekämpfen.

4Doch gerade an Tagen, an denen ich mich fürchte,

vertraue ich auf dich.

5Mit Gottes Hilfe rühme ich seine Zusagen!56,5 W Durch Gott rühme ich sein Wort.

Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht.

Was können vergängliche Menschen mir schon antun?56,5 W Was kann Fleisch mir schon antun?

6Tagaus, tagein verdrehen sie meine Worte,

sie haben nur eines im Sinn: mir zu schaden.

7Sie rotten sich zusammen und lauern mir auf,

ja, sie beobachten mich auf Schritt und Tritt,

denn sie trachten mir nach dem Leben.

8Sollten sie bei so viel Bosheit ungeschoren davonkommen?

Lass deinen Zorn sichtbar werden, o Gott,

mit dem du ganze Völker zu Boden schmetterst!56,8 W Im Zorn stoße Völker, Gott, hinab!

9Du hast dir genau gemerkt, wie oft ich nun schon auf der Flucht war.

Du kennst jede meiner Tränen.56,9 W Gieße meine Tränen in deinen Schlauch.

Ist nicht ´die kleinste Einzelheit` in deinem Buch festgehalten?

10Es kommt der Tag, an dem meine Feinde weichen müssen –

auch dies wird ein Tag sein, an dem ich zu dir rufe.

Eines weiß ich jetzt schon: Gott ist auf meiner Seite!

11Mit Gottes Hilfe rühme ich seine Zusagen.

Ja, mit der Hilfe des HERRN rühme ich seine Zusagen!

12Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht.

Was können Menschen mir schon antun?

13Gern erfülle ich die Gelübde, die ich vor dir, Gott, abgelegt habe.

Ich will dir Dankopfer bringen.

14Denn du rettest mich vor dem Tod;

du bewahrst meine Füße vor dem Ausgleiten, damit ich nicht falle.

So kann ich meinen Weg gehen in deiner Nähe,

im Licht des Lebens.56,14 W Denn du hast meine Seele vor dem Tod gerettet, ja, meine Füße vor dem Straucheln, dass ich wandle vor dem Angesicht Gottes im Licht des Lebens (od im Licht der Lebenden).

57

Zeige dich in deiner Macht, o Gott!

571Für den Dirigenten57,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Verschone und erhalte!«57,1 Die Bedeutung des hebräischen Ausdrucks an dieser Stelle ist unsicher.. Von David. Ein Lehrpsalm57,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1.. Er schrieb ihn in Erinnerung daran, dass er sich auf der Flucht vor Saul in einer Höhle versteckt hatte.57,1 Od Er schrieb ihn, als er sich auf der Flucht vor Saul in einer Höhle versteckte. Dafür kommen zwei Situationen aus der Zeit der Flucht Davids vor Saul in Betracht: 1. Samuel 22,1 (die Höhle von Adullam) oder 1. Samuel 24 (die Höhle über Engedi).

2Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig!

Denn bei dir ist meine Seele geborgen,

im Schatten deiner Flügel will ich mich bergen,

bis die tödliche Gefahr vorüber ist.

3Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,

zu dem Gott, der alles für mich zu einem guten Ende bringt.

4Er wird vom Himmel aus Hilfe schicken und mich retten,

selbst wenn man mich noch so bedrängt und verhöhnt! /​/57,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

Gott schickt mir seine Gnade und Treue.

5Von Feinden bin ich umzingelt,

sie sind wie Löwen, die Menschen verschlingen.

Ihre Zähne sind spitz wie Speere und Pfeile,

und ihre Zunge gebrauchen sie wie ein scharfes Schwert.57,5 W Meine Seele liegt mitten unter Löwen, unter Verschlingenden, unter Menschenkindern, deren Zähne Speere und Pfeile sind und deren Zunge ein scharfes Schwert ist.

6Zeige dich, o Gott, in deiner Macht,

lass sie den Himmel überstrahlen57,6 W Erhebe dich über den Himmel hinaus, o Gott. So auch in Vers 12.,

und auch auf der ganzen Erde

lass deine Herrlichkeit sichtbar werden.

7Ein Fangnetz haben sie mir in den Weg gelegt,

jeden Lebensmut wollten sie mir nehmen57,7 W man hat gebeugt meine Seele..

Eine Fallgrube haben sie für mich gegraben,

doch sie selbst sind mitten hineingestürzt! /​/

8Ich habe wieder neuen Mut bekommen, o Gott,

ja, mein Herz ist zuversichtlich.

Ich will singen und auf der Harfe spielen.

9Wach auf, meine Seele57,9 W meine Ehre.!

Harfe und Zither, wacht auf!

Ich will aufstehen noch vor der Morgenröte

und sie wecken durch unser Spiel.57,9 W Ich will das Morgenrot wecken.

10Vor den Völkern will ich dich loben, Herr.

Ja, vor ihnen soll mein Lied für dich erklingen.

11Denn deine Gnade ist so groß und weit wie der Himmel,

und deine Treue reicht bis zu den Wolken.

12Zeige dich, o Gott, in deiner Macht,

lass sie den Himmel überstrahlen,

und auch auf der ganzen Erde

lass deine Herrlichkeit sichtbar werden.

58

Anklage gegen Menschen, die das Recht verdrehen

581Für den Dirigenten58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Nach derselben Melodie zu begleiten wie »Verschone und erhalte!«58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 57,1.. Von David. Ein Lehrpsalm58,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 16,1..

2Ihr Mächtigen,

seid ihr wirklich gerecht, wenn ihr eure Urteile fällt?58,2 Od (bei Änderung eines Vokals) Bringt ihr in Wahrheit die Gerechtigkeit durch euer Sprechen zum Verstummen? W Ihr Götter, sprecht ihr in Wahrheit Gerechtigkeit? Mit dem Begriff Götter können in diesem Zusammenhang auch irdische Machthaber bzw. Richter gemeint sein.

Richtet ihr die Menschen unparteiisch?

3Ganz und gar nicht!

In euren Herzen schmiedet ihr heimtückische Pläne;

das Land ist erfüllt von der Gewalt,

die von euren Händen ausgeht!

4Diese Gottlosen sind von Geburt an auf dem falschen Weg,

auf Irrwegen gehen diese Lügenmäuler von Mutterleib an!

5Giftig sind sie wie Schlangen,

ja, sie gleichen einer Otter, die ihr Ohr verschließt

6und nicht auf die Stimme des Schlangenbeschwörers hört,

auf den erfahrenen Zauberer,

der Schlangen mit Worten zähmen kann.

7Gott, brich diesen Leuten die Zähne aus!

HERR, zerschlage diesen reißenden Löwen das Gebiss!

8Lass sie verschwinden wie versickerndes Wasser.

Und wenn sie ihre Pfeile schießen,

dann brich diesen die Spitze ab!58,8 W Schießt er (man) seine Pfeile ab, ´sie seien` wie abgebrochen.

9Ihr Leben soll so kurz sein wie das einer Schnecke,

die sich auflöst und verendet,

wie das einer Fehlgeburt, die nie das Licht der Sonne sieht.

10´Ja, ihr Mächtigen werdet es noch merken:`

Ehe eure Kochtöpfe vom Holzfeuer heiß werden –

egal, ob das Fleisch noch roh ist oder schon gart –

Gott fegt durch einen Sturm alles hinweg!58,10 Der hebräische Text ist in diesem Vers nur sehr schwer zu deuten.

11Wenn Gott Vergeltung übt,

wird sich jeder freuen, der nach Gottes Willen lebt.58,11 W Freuen wird sich der Gerechte, wenn er die Vergeltung sieht.

Ja, er wird seine Füße baden im Blut dieser gottlosen Verbrecher!

12Dann werden die Menschen sagen:

»Seht ihr – wer Gottes Willen tut58,12 W der Gerechte.,

bekommt doch noch seinen Lohn!

Ja, es gibt noch einen Gott,

der gerecht richtet auf dieser Erde!«