Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
39

Ein Menschenleben – vergänglich wie ein Hauch

391Für den Dirigenten39,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Für Jedutun39,1 Jedutun war einer der Dirigenten oder Chorleiter unter David, siehe u. a. 1. Chronik 25,1.6; 2. Chronik 5,12. David übergab also vermutlich Jedutun den vorliegenden Psalm zur musikalischen Ausführung.. Ein Psalm Davids.

2Ich hatte mir vorgenommen, mich richtig zu verhalten39,2 W Ich sprach: Ich will auf meine Wege achten.

und mich nicht durch Worte zu versündigen,

die rasch über die Lippen kommen.

In der Nähe gottloser Menschen

wollte ich meine Zunge im Zaum halten.

3So schwieg ich denn und blieb stumm –

ohne dass es viel genützt hätte.39,3 Od So schwieg ich denn und blieb stumm – ob es gut war oder nicht. Od So schwieg ich denn und blieb stumm – auch von dem, was gut ist, sprach ich nicht mehr. W Ich verstummte und war still, ich schwieg weg vom Guten.

Denn in mir bohrte weiter der Schmerz.

4Mein Herz brannte,

mein Stöhnen brachte ein Feuer zum Lodern.

Schließlich konnte ich doch nicht mehr schweigen.39,4 W Ich redete mit meiner Zunge.

5Lass mich begreifen, HERR, dass mein Leben begrenzt ist

und meine Erdentage kurz bemessen sind!

Lass mich erkennen, wie vergänglich ich bin!

6Meine Lebenszeit gleicht in deinen Augen nur einer Handbreite,

meine Zeit auf dieser Erde ist vor dir wie ein Nichts.

Der Mensch ist nur ein Hauch,

selbst wenn er noch so kraftvoll dazustehen scheint. /​/39,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Wie ein Schatten geht der Mensch ´über die Erde`,

um sinnlose Dinge machen die Leute viel Lärm.

Sie häufen Besitz auf, aber letztendlich weiß niemand, für wen.

8Worauf soll ich denn nun meine Hoffnung setzen, Herr?

Mein Warten und Hoffen gilt allein dir!

9Befreie mich von all meiner Schuld,

gib mich nicht dem Gespött von Dummköpfen preis!

10Ich will still sein und mache meinen Mund nicht mehr auf.

Denn von dir kommt alles, was geschehen ist.39,10 W Denn du hast gehandelt.

11Doch nun nimm das Leid, das du mir auferlegt hast, von mir,

damit ich unter deiner strafenden Hand nicht vergehe.

12Wenn du einen Menschen wegen seiner Schuld bestrafst,

lässt du seine Schönheit vergehen

wie ein Kleid, das die Motten zerfressen.

Ja, ´nichts weiter` als ein Hauch ist jeder Mensch.

13Höre auf mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien!

Schweige nicht zu meinen Tränen!

Ich bin ja nur ein Gast bei dir,

ein Fremder39,13 Mit diesem Begriff ist ein Nichtisraelit gemeint, der sich ohne vollen Bürgerstatus unter dem Volk Israel niederlassen durfte und sich unter den Schutz eines Stammesoberhauptes gestellt hatte. Vergleiche dazu auch 3. Mose 25,23; 1. Chronik 29,15. wie alle meine Vorfahren.

14Blicke nicht länger im Zorn auf mich,

damit ich wieder froh werde,

bevor ich diese Erde verlassen muss und nicht mehr bin.