Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
37

Beneide die Gottlosen nicht!37,1 Siehe die erste Anmerkung zu Psalm 9,1.

371Von David.

Entrüste dich nicht über die Menschen, die Böses tun;

beneide nicht die Leute, die Unrecht üben!

2Denn sie verdorren so schnell wie das Gras,

wie alle grünen Pflanzen verwelken sie.

3Du aber vertrau auf den HERRN und tu Gutes.

Bleib im Land, sei zuverlässig und treu.37,3 W Wohne im Land und weide Treue.

4Freu dich über den HERRN,

und er wird dir geben, was du dir von Herzen wünschst.

5Lass den HERRN deinen Weg bestimmen37,5 W Wälze auf den HERRN deinen Weg ab.,

vertrau auf ihn, und er wird handeln.

6Er wird deine Rechtschaffenheit erstrahlen lassen wie das Morgenlicht

und dein Recht leuchten lassen wie die Mittagssonne.

7Überlass dich ruhig dem HERRN und warte, bis er eingreift.

Gerate nicht in Zorn über den,

der auf seinem bösen Weg auch noch Erfolg hat,

über einen Menschen,

der seine finsteren Pläne in die Tat umsetzt.

8Sag dich los vom Zorn, leg deine Wut ab!

Lass dich von deiner Entrüstung nicht beherrschen;

es führt nur zum Bösen.

9Denn die Übeltäter werden ´von Gott` ausgerottet;

aber die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen,

werden das Land als Besitz erhalten.

10Nur noch kurze Zeit, dann ist der Gottlose nicht mehr da.

Du schaust dich nach ihm um, aber da ist niemand mehr.

11Doch die Friedfertigen werden das Land als Besitz erhalten,

sie werden sich freuen an einer Fülle von Frieden ´und Glück`.

12Der Gottlose schmiedet zwar seine Pläne gegen den, der nach Gottes Willen lebt37,12 W gegen den Gerechten.;

gehässig fletscht er die Zähne gegen ihn.

13Aber der Herr kann darüber nur lachen,

denn er sieht den Tag des Gerichts kommen37,13 W denn er sieht seinen Tag kommen. Es kann der Tag des Todes oder auch der Tag des Gerichtes durch Gott gemeint sein..

14Die gottlosen Gewalttäter ziehen ihr Schwert

und spannen den Bogen,

um den Wehrlosen und Armen umzubringen

und um aufrichtige Menschen niederzumetzeln.

15Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen,

und ihre Bogen werden zerbrechen.

16Der geringe Besitz eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt37,16 W eines Gerechten.,

hat größeren Wert als der Reichtum von vielen Gottlosen37,16 als der viele Reichtum der Gottlosen..

17Denn die Macht der Feinde Gottes wird zerbrochen37,17 W Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen.;

denen aber, die nach Gottes Willen leben, ist der HERR Stütze und Halt.

18Der HERR kennt die Zukunft der rechtschaffenen Menschen,

er gibt ihnen ein Erbe, das sie für immer besitzen werden.

19Selbst eine schlimme Zeit stürzt sie nicht ins Elend,

auch während einer Hungersnot werden sie noch satt.

20Doch die Gott verachten, werden umkommen,

und die Feinde des HERRN

sind so vergänglich wie die Pracht der Wiesen.

Ja, sie schwinden dahin, sie vergehen wie Rauch37,20 So in Anlehnung an viele hebräische Handschriften. Der Masoretische Text lautet: vergehen im Rauch..

21Während der Gottlose borgt und nicht zurückzahlt,

ist der Mensch, der nach Gottes Willen lebt37,21 W der Gerechte., großzügig und gibt.

22Denn die unter dem Segen des Herrn stehen,

erhalten das Land als Besitz.

Aber die unter seinem Fluch stehen, werden ausgerottet.

23Es ist ein Geschenk des HERRN,

wenn die Schritte eines aufrichtigen Menschen fest und sicher werden.

An seinem Weg hat der HERR Gefallen.

24Wenn ein solcher Mensch dann doch einmal hinfällt,

bleibt er nicht hilflos liegen,

denn der HERR hält ihn an der Hand.

25Ob damals, als ich jung war, oder heute im Alter:

Niemals habe ich erlebt,

dass ein Mensch, der sich an Gottes Gebote hält,

völlig verlassen gewesen wäre,

niemals mussten seine Kinder um Brot betteln.

26´Im Gegenteil!`

Den ganzen Tag ist er barmherzig und leiht anderen.

Noch seine Nachkommen werden ´durch ihn` gesegnet sein.37,26 Od Noch seine Nachkommen werden anderen zum Segen.

27Also lass alles Böse, tu das Gute,

so wirst du für immer ´im Land` wohnen.

28Denn der HERR liebt das Recht

und lässt alle, die ihm treu sind, niemals im Stich.

In Ewigkeit werden sie bewahrt.

Aber die Nachkommen der Feinde Gottes werden ausgerottet.

29Die nach Gottes Willen leben37,29 W Die Gerechten.,

werden das Land als Besitz erhalten,

für immer werden sie darin wohnen.

30Wer Gottes Willen tut37,30 W Der Gerechte., redet weise,

was er sagt, entspricht dem Recht.

31Er trägt die Weisung seines Gottes im Herzen,

und deshalb stolpert er nicht.

32Der Gottlose lauert ihm zwar auf

und sucht ihn umzubringen,

33aber der HERR überlässt ihn nicht den Händen dieses Verbrechers.

Und im Gericht lässt er nicht zu, dass er verurteilt wird.

34Setz deine Hoffnung auf den HERRN

und halte dich an seinen Weg.

Dann wird er dich zu Ehren bringen,

indem er dir das Land zum Besitz gibt.

Du wirst es noch erleben,

dass die Feinde Gottes ausgerottet werden.

35Ich sah einen gewalttätigen gottlosen Menschen,

der stand fest da wie ein Baum mit ausladenden Ästen und in voller Blüte37,35 So in Anlehnung an die Septuaginta. Dem würde ein nur wenig veränderter hebräischer Text entsprechen. Der Masoretische Text lautet: der zeigte sich entblößt wie ein üppiger Einheimischer..

36Ich kam ein anderes Mal vorbei – da war37,36 So in Anlehnung an die Septuaginta und an andere alte Übersetzungen. Der Masoretische Text lautet: Und man ging vorbei – da war. Od Und er (= der Gottlose) ging vorbei – und schon war. nichts mehr von ihm zu sehen!

Ich suchte ihn, doch er war nicht mehr zu finden.

37Achte auf den, der aufrichtig und ehrlich ist,

denn dieser Mensch hat eine Zukunft in Frieden37,37 Od denn eine Zukunft (od eine Nachkommenschaft) hat der Mann des Friedens..

38Alle jedoch, die Gott verachten, werden ausgerottet;

sie haben keine Zukunft37,38 Od die Nachkommenschaft der Gottlosen wird vernichtet. W die Zukunft der Gottlosen wird abgeschnitten..

39Aber denen, die nach seinem Willen leben37,39 W Aber den Gerechten., hilft der HERR;

auch in Zeiten der Not ist er ihre sichere Festung.

40Der HERR selbst wird ihnen beistehen und sie befreien,

er rettet sie vor den Gottlosen und hilft ihnen,

denn bei ihm haben sie Zuflucht gesucht.

38

Ich bin am Ende meiner Kraft!

381Ein Psalm Davids, um sich bei Gott in Erinnerung zu bringen.38,1 Od Ein Psalm Davids, zur Begleitung beim Askara-Opfer. Bei der Darbringung von Speiseopfern wurde eine Handvoll des eingeölten Mehls zusammen mit Weihrauch ins Feuer des Brandopferaltars gelegt. Dieser Teil hieß Askara, was ungefähr bedeutet: Gedenken, Erinnerung/Erinnerungsanteil. Der aufsteigende Duft war eine Bitte an Gott, gnädig an denjenigen zu denken, der das Opfer dargebracht hatte.

2HERR, bestrafe mich nicht in deinem Zorn

und weise mich nicht zurecht, solange du aufgebracht bist!

3Denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen,

und deine Hand liegt schwer auf mir.

4Weil du zornig auf mich bist, gibt es keine heile Stelle mehr an meinem Körper.

Wegen meiner Sünden ist nichts mehr an mir gesund.38,4 W Nichts Heiles ist in meinen Gebeinen infolge meiner Sünde.

5Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen,

sie ist eine drückende Last, zu schwer für mich zu tragen.

6Meine Wunden eitern und verbreiten einen üblen Geruch –

dass es dahin kam, war meine eigene Torheit.

7Ich bin gekrümmt und gebeugt,

in düsterer Trauer schleppe ich mich durch den Tag.

8In meinen Hüften brennt der Schmerz,

keine heile Stelle gibt es mehr an mir.

9Ich bin zerschlagen, am Ende meiner Kräfte.

Oft lässt die Qual meines Herzens mich nur noch schreien.

10Herr, du weißt, wonach ich mich sehne,

mein Seufzen bleibt dir nicht verborgen.

11Mein Herz pocht, meine Kraft hat mich verlassen,

mein Augenlicht ist fast erloschen.

12Meine Freunde und Gefährten haben sich wegen meines Unglücks von mir zurückgezogen;

meine Verwandten halten sich von mir fern.

13Meine Feinde trachten mir nach dem Leben

und stellen mir Fallen;

Menschen, die mein Unglück suchen, verwünschen mich

und denken sich den ganzen Tag hinterlistige Pläne aus.

14Ich aber stelle mich taub und höre nicht hin,

ich bleibe stumm wie einer, der seinen Mund nicht aufmachen kann.

15Ich verhalte mich wie jemand, der nichts hört,

wie einer, der zu keiner Entgegnung mehr fähig ist.

16Ja, allein auf dich, HERR, hoffe ich,

du selbst wirst die Antwort geben, Herr, mein Gott.

17Mein Wunsch ist:

Keiner von ihnen soll sich über mein Unglück freuen,

niemand soll überheblich auf mich herabblicken,

wenn ich den Halt verliere.

18Es fehlt nicht mehr viel, und ich stürze.

Von Schmerzen bin ich ständig geplagt.

19Ja! Ich bekenne meine Schuld.

Meine Sünde tut mir von ganzem Herzen leid.

20Meine Feinde sind zahlreich und voller Kraft.

Und es sind so viele, die mich ohne Grund hassen!

21Gutes vergelten sie mir mit Bösem.

Gerade weil ich mich für das Gute einsetze,

begegnen sie mir mit Feindschaft.

22Verlass mich nicht, HERR!

Sei mir doch jetzt nicht fern, mein Gott!

23Komm rasch herbei und hilf mir, Herr,

denn du bist meine Rettung!

39

Ein Menschenleben – vergänglich wie ein Hauch

391Für den Dirigenten39,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Für Jedutun39,1 Jedutun war einer der Dirigenten oder Chorleiter unter David, siehe u. a. 1. Chronik 25,1.6; 2. Chronik 5,12. David übergab also vermutlich Jedutun den vorliegenden Psalm zur musikalischen Ausführung.. Ein Psalm Davids.

2Ich hatte mir vorgenommen, mich richtig zu verhalten39,2 W Ich sprach: Ich will auf meine Wege achten.

und mich nicht durch Worte zu versündigen,

die rasch über die Lippen kommen.

In der Nähe gottloser Menschen

wollte ich meine Zunge im Zaum halten.

3So schwieg ich denn und blieb stumm –

ohne dass es viel genützt hätte.39,3 Od So schwieg ich denn und blieb stumm – ob es gut war oder nicht. Od So schwieg ich denn und blieb stumm – auch von dem, was gut ist, sprach ich nicht mehr. W Ich verstummte und war still, ich schwieg weg vom Guten.

Denn in mir bohrte weiter der Schmerz.

4Mein Herz brannte,

mein Stöhnen brachte ein Feuer zum Lodern.

Schließlich konnte ich doch nicht mehr schweigen.39,4 W Ich redete mit meiner Zunge.

5Lass mich begreifen, HERR, dass mein Leben begrenzt ist

und meine Erdentage kurz bemessen sind!

Lass mich erkennen, wie vergänglich ich bin!

6Meine Lebenszeit gleicht in deinen Augen nur einer Handbreite,

meine Zeit auf dieser Erde ist vor dir wie ein Nichts.

Der Mensch ist nur ein Hauch,

selbst wenn er noch so kraftvoll dazustehen scheint. /​/39,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Wie ein Schatten geht der Mensch ´über die Erde`,

um sinnlose Dinge machen die Leute viel Lärm.

Sie häufen Besitz auf, aber letztendlich weiß niemand, für wen.

8Worauf soll ich denn nun meine Hoffnung setzen, Herr?

Mein Warten und Hoffen gilt allein dir!

9Befreie mich von all meiner Schuld,

gib mich nicht dem Gespött von Dummköpfen preis!

10Ich will still sein und mache meinen Mund nicht mehr auf.

Denn von dir kommt alles, was geschehen ist.39,10 W Denn du hast gehandelt.

11Doch nun nimm das Leid, das du mir auferlegt hast, von mir,

damit ich unter deiner strafenden Hand nicht vergehe.

12Wenn du einen Menschen wegen seiner Schuld bestrafst,

lässt du seine Schönheit vergehen

wie ein Kleid, das die Motten zerfressen.

Ja, ´nichts weiter` als ein Hauch ist jeder Mensch.

13Höre auf mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien!

Schweige nicht zu meinen Tränen!

Ich bin ja nur ein Gast bei dir,

ein Fremder39,13 Mit diesem Begriff ist ein Nichtisraelit gemeint, der sich ohne vollen Bürgerstatus unter dem Volk Israel niederlassen durfte und sich unter den Schutz eines Stammesoberhauptes gestellt hatte. Vergleiche dazu auch 3. Mose 25,23; 1. Chronik 29,15. wie alle meine Vorfahren.

14Blicke nicht länger im Zorn auf mich,

damit ich wieder froh werde,

bevor ich diese Erde verlassen muss und nicht mehr bin.