Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
34

Gott rettet, die zu ihm rufen34,1 Siehe die erste Anmerkung zu Psalm 9,1.

341Von David. Aus der Zeit, als Abimelech ihn fortgetrieben hatte, weil David sich vor ihm wahnsinnig gestellt hatte.34,1 Siehe dazu 1. Samuel 21,11–22,1. Der Philisterkönig von Gat, vor dem David sich aus Furcht verstellt und sich wie ein Wahnsinniger aufgeführt hat, heißt dort Achisch. Der Ehren- oder Würdename der Philisterkönige war Abimelech, so wie derjenige der ägyptischen Könige Pharao lautete.

2Ich will den HERRN preisen zu aller Zeit,

immer soll sein Lob auf meinen Lippen sein.

3Aus tiefster Seele will ich den HERRN rühmen.

Alle, die ihr Leid geduldig ertragen, werden mich hören und sich freuen.

4Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der HERR ist!

Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!

5Ich suchte die Nähe des HERRN – und er hat mir geantwortet:

Er rettete mich aus aller Angst.

6Alle, die zu ihm aufschauen, werden strahlen vor Freude!

Nie werden sie beschämt sein.34,6 W Ihr Angesicht wird nicht beschämt.

7Als es mir schlecht ging, rief ich zum HERRN.

Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.34,7 W Dieser Elende rief, und der HERR hörte, und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn.

8Der Engel des HERRN lässt sich bei denen nieder,

die in Ehrfurcht vor Gott leben,

er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.

9Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen34,9 W Schmeckt und seht., dass der HERR gütig ist!

Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht.

10Die ihr zu Gottes heiligem Volk gehört, begegnet dem HERRN mit Ehrfurcht!

Denn wer ihn achtet, der leidet keinen Mangel.

11Selbst junge und starke Löwen können ihren Hunger nicht stillen,

aber wer die Nähe des HERRN sucht, dem wird nichts Gutes fehlen.

12Ihr jungen Leute, kommt und hört mir zu!

Ich will euch sagen, was es heißt, in Ehrfurcht vor dem HERRN zu leben.

13Wer ´von euch` will Freude am Leben haben?

Wer hätte gern ein langes Leben, in dem es ihm gut geht?

14´Wenn das dein Wunsch ist`,

dann erlaube deinem Mund keine boshaften Reden,

verbiete deinen Lippen jedes betrügerische Wort.

15Halte dich vom Bösen fern und tu Gutes;

setze dich für den Frieden ein

und verfolge dieses Ziel mit ganzer Kraft!

16Denn der Blick des HERRN ruht freundlich auf denen, die nach seinem Willen leben34,16 W auf den Gerechten.;

er hat ein offenes Ohr für sie, wenn sie um Hilfe rufen.

17Mit vernichtendem Blick aber

schaut der HERR auf alle, die Böses tun.

Er wird sie von der Erde wegnehmen

und jede Erinnerung an sie auslöschen.

18Die aber nach dem Willen des HERRN leben,

rufen zu ihm34,18 So mit einigen alten Übersetzungen; dort heißt es wörtlich: Die Gerechten rufen zu ihm. Der Masoretische Text lautet: Sie rufen zu ihm., und er hört sie.

Er befreit sie aus all ihrer Not.

19Nahe ist der HERR denen, die ein gebrochenes Herz haben.

Er rettet alle, die ohne Hoffnung sind.34,19 W Er rettet alle, die einen zerschlagenen Geist haben.

20Wer nach Gottes Willen lebt, der34,20 W Der Gerechte. erfährt viel Leid,

aber der HERR wird ihn aus allem Unglück befreien.

21Er bewahrt alle seine Glieder,

nicht ein Knochen soll ihm gebrochen werden.

22Wer Gott verachtet, findet durch seine Bosheit den Tod.

Und wer die hasst, die nach Gottes Willen leben34,22 W Und wer die Gerechten hasst., wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

23Der HERR aber erlöst die Seele derer, die ihm dienen;

und wer bei ihm Zuflucht sucht, muss keine Strafe fürchten.

35

Stärker als alle Feinde

351Von David.

Streite für mich, HERR, gegen meine streitsüchtigen Feinde,

bekämpfe du alle, die Krieg gegen mich führen!

2Greife zum kleinen und zum großen Schild

und steh auf, um mir zu helfen!

3Nimm den Speer zur Hand und versperre meinen Verfolgern den Weg35,3 W und verschließe. Andere übersetzen mit Änderung der Vokalzeichen: Zücke den Speer und das Beil!!

Sprich zu mir35,3 W zu meiner Seele.: »Ich bin deine Rettung.«

4Alle, die mir nach dem Leben trachten,

sollen in Schande geraten und sich schämen.

Gedemütigt sollen sich die zurückziehen,

die unheilvolle Pläne gegen mich schmieden.

5Wie Spreu im Wind sollen sie werden,

und der Engel des HERRN stoße sie fort.

6Ihr Weg soll finster und rutschig sein,

und der Engel des HERRN verfolge sie.

7Denn ohne Grund haben sie mir eine Falle gestellt,

ohne Anlass eine Grube gegraben, um mich zu fangen.35,7 So mit einer Wortumstellung, die viele vollziehen. W Denn grundlos haben sie mir ihre Netzgrube gelegt, grundlos meiner Seele gegraben.

8Wenn mein Feind nicht damit rechnet,

soll das Unheil über ihn hereinbrechen!

Die Falle, die er gestellt hat, schnappe über ihm selbst zu,

möge er ins Verderben stürzen!

9Dann werde ich von ganzem Herzen über den HERRN jubeln35,9 W Dann wird meine Seele über den HERRN jubeln.,

mich freuen über seine Rettung.

10Mit Leib und Seele werde ich dich preisen35,10 W Alle meine Gebeine werden sagen.:

HERR, wer ist wie du?

Du rettest die Wehrlosen

vor ihren übermächtigen Feinden,

die Hilflosen und Notleidenden bewahrst du

vor ihren raubgierigen Verfolgern.

11Aber noch treten verlogene Zeugen gegen mich auf.

Sie stellen mir Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.

12Diese Leute vergelten mir Gutes mit Bösem.

Ich bin einsam – von aller Welt verlassen.35,12 W Kinderlosigkeit für meine Seele.

13Als es ihnen schlecht ging, zog ich Trauerkleidung an,

fastete aus echtem Mitgefühl und betete mit tief gesenktem Kopf35,13 Od fastete aus echtem Mitgefühl, und als mein Gebet unbeantwortet blieb, 14 nahm ich (weiter) Anteil… W beugte meine Seele mit Fasten – möge mein Gebet zurückkehren zu meiner Brust. 14 Ich nahm Anteil….

14Ich nahm Anteil, als ginge es um einen Freund oder Bruder.

Tief gebeugt ging ich umher wie in Trauer um die eigene Mutter.

15Doch jetzt, wo das Unglück mich zu Fall bringen will,

laufen sie zusammen, voller Schadenfreude!

Und unter sie mischt sich hergelaufenes Pack35,15 mit kleiner Änderung des Wortes: mischen sich Fremde. W mischen sich Schläger/Pöbelhafte.

Leute, die ich vorher nicht kannte, schließen sich ihnen an.

Sie zerreißen sich das Maul über mich

und hören nicht mehr auf.35,15 Andere übersetzen die Verse 15 und 16 in der Vergangenheit.

16Gehässig zeigen sie mir die Zähne,

wie man das von gottlosem Gesindel kennt.35,16 Der hebräische Text in Vers 16 ist schwer zu deuten. Die Übersetzungen weichen folglich voneinander ab.

17Herr, wie lange willst du dir das ansehen?

Ich habe nun schon viel Schlimmes von ihnen hinnehmen müssen –

rette mich aus der Gewalt dieser gefährlichen Löwen!35,17 W Bringe meine Seele zurück aus ihren Verwüstungen, vor den Junglöwen mein einziges Gut.

18Ich will dich preisen, wenn die Gemeinde sich vor dir versammelt,

umgeben von vielen Menschen will ich dich loben.

19Lass nicht zu, dass meine Feinde

sich noch länger über mich freuen!

Sie, die mich ohne Grund hassen,

sollen nicht mehr hämisch die Augen verdrehen.

20Was sie reden, dient ja keineswegs dem Frieden;

im Gegenteil, wer Ruhe im Land liebt,

gegen den gehen sie vor mit Verleumdung und Betrug.

21Gegen mich reißen sie ihren Mund auf und sagen:

»Na also, da sehen wir dein Unglück doch mit eigenen Augen!«

22Doch du, HERR, du selbst hast das alles gesehen –

schweige nicht dazu!

Herr, bleib nicht fern von mir!

23Wach auf, mach dich auf und stell mein Recht wieder her,

mein Gott und mein Herr, setze dich für mein Anliegen ein!

24Verhilf mir zu meinem Recht, HERR, mein Gott,

denn du bist gerecht!

Lass nicht zu, dass meine Feinde über mich triumphieren!

25Sie sollen nicht selbstzufrieden35,25 W in ihrem Herzen. sagen können:

»Na bitte, genau wie wir’s wollten!«

Und auch nicht: »Wir haben ihn kleingekriegt!«

26In Grund und Boden schämen sollen sich alle,

die sich über mein Unglück freuen.

Schimpf und Schande über alle,

die so hochmütig gegen mich auftreten!

27Alle aber, die wünschen, dass mir Gerechtigkeit zuteil wird,

mögen jubeln und sich freuen.

Immer wieder sollen sie sagen können:

»Hoch gelobt sei der HERR,

der seinem Diener Frieden schenken will.«

28Und ich will erzählen, wie gerecht du bist,

den ganzen Tag will ich dich loben.

36

Bis an den Himmel reicht deine Gnade

361Für den Dirigenten36,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David, dem Diener des HERRN.

2Die Sünde sitzt tief im Herzen des Gottlosen

und flüstert ihm zu, was er tun soll.36,2 W Ausspruch der Sünde zum Gottlosen im Innern seines Herzens. So in Anlehnung an viele hebräische Handschriften, die Septuaginta und die Syrische Übersetzung. Der Masoretische Text lautet: im Innern meines Herzens. Dann wäre der erste Satz in Vers 2 zu übersetzen mit: Ein Spruch über die Sünde des Gottlosen ist im Innern meines Herzens.

Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen,

käme ihm nie in den Sinn.36,2 W Ehrfurcht vor Gott ist nicht vor seinen Augen.

3Er gefällt sich darin, Schuld auf sich zu laden

und andere zu hassen.

4Über seine Lippen kommt nichts als Lug und Trug;

es liegt ihm nichts mehr daran, vernünftig zu handeln und Gutes zu tun.

5Selbst wenn er im Bett liegt,

schmiedet er noch unheilvolle Pläne.

Er hat den Weg betreten, der alles andere als gut ist.

Das Böse verabscheut er nicht.

6HERR, bis an den Himmel reicht deine Gnade,

bis zu den Wolken deine Treue.

7Deine Gerechtigkeit ist so beständig wie die Berge,

die du geschaffen hast,

deine Urteile gründen tief wie das Meer.36,7 W Deine Gerechtigkeit ist wie die Gottesberge, dein Recht ist wie die große Tiefe.

Ja, du, HERR, hilfst Menschen und Tieren.

8Wie kostbar, o Gott, ist deine Gnade!

Menschen suchen Zuflucht im Schatten deiner Flügel.

9Sie dürfen den Reichtum deines Hauses genießen,

und aus einem Strom der Freude gibst du ihnen zu trinken.

10Bei dir ist die Quelle allen Lebens,

in deinem Licht sehen wir das Licht.

11Lass deine Gnade für immer bei denen bleiben, die dich kennen,

und deine Treue36,11 W Gerechtigkeit. bei denen, die von Herzen aufrichtig sind.

12Bewahre mich vor den Fußtritten hochmütiger Menschen;

den Gottlosen soll es nicht gelingen, mich mit ihren Händen wegzustoßen.

13Der Augenblick wird kommen,

an dem diese niederträchtigen Leute zu Boden stürzen;

sie werden niedergestoßen und können nicht mehr aufstehen.36,13 Andere übersetzen Vers 13 in der Vergangenheit.