Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
25

Vertrauen auf die Güte des Herrn25,1 Siehe die erste Anmerkung zu 9,1.

251Von David.

Nach dir, HERR, sehnt sich meine Seele.25,1 W Zu dir, HERR, hebe ich meine Seele empor.

2Auf dich, mein Gott, vertraue ich;

lass mich nicht in Schande enden,

lass meine Feinde nicht über mich triumphieren!

3Ja, niemand gerät in Schande,

wenn er seine Hoffnung auf dich setzt.

Aber wer sich treulos von dir abwendet

– mit welchem Vorwand auch immer –,

der wird beschämt dastehen.

4HERR, zeige mir deine Wege

und lehre mich, auf deinen Pfaden zu gehen!

5Führe mich durch deine Treue und unterweise mich.

Denn du bist der Gott, der mir Rettung schafft.

Auf dich hoffe ich Tag für Tag.

6Denk an dein großes Erbarmen, HERR,

und an deine reiche Gnade, die du seit jeher erwiesen hast!

7Denk doch nicht an die Sünden, die ich in meiner Jugendzeit begangen habe,

und auch nicht an meine späteren Verfehlungen!

Allein in deiner Gnade denk an mich, HERR,

deine Güte ist doch so groß.

8Gütig und aufrichtig ist der HERR.

Deshalb zeigt er Menschen, die sich von ihm abgewandt haben, den rechten Weg.

9Er unterweist die Demütigen in dem, was gut und richtig ist25,9 Od Er verhilft den Demütigen zu ihrem Recht.,

ja, gerade ihnen zeigt er seinen Weg.

10Der HERR führt alle in seiner Gnade und Treue,

die sich an seinen Bund halten25,10 W Alle Wege des HERRN sind Gnade und Treue für die, die sich an seinen Bund halten.

und sich richten nach dem, was er in seinem Wort bezeugt.

11Mach deinem Namen alle Ehre, HERR25,11 W Um deines Namens willen, HERR.:

Vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß!

12Wie steht es mit dem Menschen, der in Ehrfurcht vor dem HERRN lebt?

Ihn lässt der HERR den Weg erkennen, den er wählen soll.

13Sein Leben lang erfährt er Gutes25,13 W Seine Seele wohnt im Guten.,

und seine Nachkommen werden einst das Land besitzen.

14Der HERR zieht die ins Vertrauen, die in Ehrfurcht vor ihm leben;

seinen Bund macht er ihnen bekannt25,14 Od sein Bund ist dazu da, sie zu unterweisen..

15Meine Augen blicken ständig auf den HERRN,

denn er, er wird meine Füße aus dem Fangnetz ziehen.

16´HERR`, wende dich mir zu und sei mir gnädig,

denn ich bin einsam und vom Leid gebeugt.

17Sprenge du die Fesseln,

die mir das Herz zusammenschnüren25,17 Od Die Bedrängnisse meines Herzens weiten sich aus.,

lass mich frei werden von allem, was mir jetzt noch Angst macht.

18Achte auf mein Elend und auf meine Mühe

und vergib mir alle meine Sünden!

19Sieh doch, wie viele Feinde ich habe,

sie verfolgen mich mit abgrundtiefem Hass!

20Bewahre mein Leben und rette mich!

Lass mich nicht in Schande geraten,

denn bei dir suche ich Zuflucht.

21Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sollen mein Schutz sein,

denn meine Hoffnung bist allein du.

22Gott, erlöse Israel aus all seiner Not!

26

Ein Unschuldiger bittet Gott um Gerechtigkeit

261Von David.

Verschaffe mir Recht, HERR,

denn ich bin immer aufrichtig meinen Weg gegangen.

Und weil ich auf den HERRN vertraue,

werde ich nicht zu Fall kommen.

2Du kannst mich auf die Probe stellen, HERR.

Ergründe, wie ich wirklich bin,

prüfe mich auf Herz und Nieren!

3Deine Gnade habe ich stets vor Augen,

und deine Treue bestimmt meinen Weg.

4Mit Betrügern hatte ich keinen Umgang,

mit hinterhältigen Menschen gab ich mich nicht ab.

5Ich verabscheue es,

wenn Leute sich versammeln, die Böses planen,

und mit denen, die Gott verachten,

setze ich mich nicht ´an einen Tisch`.

6Meine Hände sind frei von Schuld26,6 W Ich wasche meine Hände in Unschuld.,

und so trete ich vor deinen Altar, HERR26,6 W und ich schreite um deinen Altar, HERR..

7Dort will ich laut meinen Dank hören lassen,

erzählen will ich von all deinen Wundern.

8HERR, ich liebe die Stätte, wo dein Haus steht,

den Ort, an dem deine Herrlichkeit wohnt.

9Lass mich26,9 W meine Seele. nicht umkommen zusammen mit denen,

die sich von dir abgewandt haben;

lass mein Leben nicht

mit den blutgierigen Mördern zu Ende gehen.

10An ihren Händen klebt Unrecht,

gerne nehmen sie Bestechungsgelder an.26,10 W An ihren Händen ist Unrecht, und ihre Rechte ist voll Bestechung.

11Ich aber gehe ehrlich meinen Weg.

Erlöse mich und sei mir gnädig!

12Nun stehe ich auf festem, ebenem Boden.

Mitten in der Gemeinde werde ich den HERRN preisen.

27

Die Nähe des Herrn gibt Licht und Geborgenheit

271Von David.

Der HERR ist mein Licht und mein Heil –

vor wem sollte ich mich fürchten?

Der HERR ist für mein Leben wie eine schützende Burg,

vor wem sollte ich erschrecken?

2Wenn boshafte Menschen über mich herfallen,

um mich mit Haut und Haaren zu verschlingen,

meine Gegner und Feinde –

dann sind sie es, die stürzen und fallen!

3Selbst wenn mich ein Heer von Feinden umlagert:

mein Herz ist nicht von Furcht erfüllt.

Und wenn Krieg gegen mich ausbricht,

bleibe ich dennoch voll Zuversicht.

4Eines habe ich vom HERRN erbeten,

das ist mein tiefster Wunsch:

alle Tage meines Lebens im Haus des HERRN zu wohnen,

um die Freundlichkeit des HERRN zu sehen

und über ihn nachzudenken – dort in seinem Heiligtum27,4 Od in Anlehnung an die Septuaginta und an die Vulgata: um sein Heiligtum sinnend zu betrachten..

5Denn er wird mich am Tag des Unglücks in seinem Zelt bergen,

mir dort in der Verborgenheit seinen Schutz gewähren

und mich auf einem hohen Felsen in Sicherheit bringen.

6Erhobenen Hauptes werde ich auf meine Feinde rings um mich herabsehen.

Und ich will dort in seinem Heiligtum27,6 W in seinem Zelt. Siehe die Anmerkung zu Psalm 15,1. mit lautem Jubel meine Dankopfer bringen,

ich will den HERRN preisen mit Musik und Gesang.

7Höre, HERR, wenn ich nun mit lauter Stimme rufe,

sei mir gnädig und antworte mir!

8In meinem Herzen wiederhole ich deine Worte:

»Kommt vor mein Angesicht, sucht meine Nähe!«

Ja, HERR, das will ich tun: ich will vor dein Angesicht treten.

9Verbirg dich27,9 W dein Angesicht. darum nicht vor mir,

stoße mich, deinen Diener, nicht im Zorn zurück,

denn du warst zu jeder Zeit meine Hilfe!

Gib mich nicht auf und verlass mich nicht,

mein Retter und mein Gott!

10Selbst wenn Vater und Mutter mich verließen,

der HERR nimmt mich dennoch auf.

11Lass mich deinen Weg erkennen, HERR,

und leite mich auf ebener Bahn –

tu es meinen Feinden zum Trotz!

12Liefere mich nicht dem Mutwillen meiner Widersacher aus,

denn es treten falsche Zeugen gegen mich auf!

Aus ihrem Mund kommen heftige Worte voller Unrecht und Gewalt.

13Doch ich bin gewiss, dass ich am Leben bleiben und sehen werde,

wie gütig der HERR ist.27,13 W Wenn ich nicht gewiss wäre, die Güte des HERRN zu sehen im Land der Lebendigen…! Im Hebräischen liegt ein unvollendet gelassener Satz zugrunde, der die Folgen eines fehlenden Vertrauens auf den Herrn andeuten soll. Durch dieses stilistische Mittel betont David seine Zuversicht umso mehr.

14Hoffe auf den HERRN, sei stark, und dein Herz fasse Mut –

ja, hoffe auf den HERRN!