Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
17

Ich habe mich an dein Wort gehalten

171Ein Gebet von David.

Höre mich an, HERR,

denn ich bitte um ein gerechtes Urteil!17,1 Od Höre, HERR, wenn jemand mit einer gerechten Sache vor dich kommt. W Höre, HERR, Gerechtigkeit.

Achte auf mein Schreien!

Schenk meinem Gebet ein offenes Ohr –

über meine Lippen kommt keine Lüge!

2Von dir geht mein Recht aus17,2 W Von deinem Angesicht gehe mein Recht aus.;

sieh mit eigenen Augen, wie aufrichtig ich bin17,2 Od deine Augen mögen in Aufrichtigkeit schauen.!

3Du hast mein Herz geprüft,

in der Nacht hast du erforscht, was in mir vorgeht;

du hast mich ´wie Metall im Feuer` geläutert –

und nichts ´Verwerfliches` an mir gefunden.17,3 Od Solltest du mein Herz prüfen, nachts mich erforschen, mich ´wie Metall im Feuer` läutern, so wirst du dabei nichts ´Verwerfliches` an mir finden.

Ich habe über alles nachgedacht:

Nichts Böses wird jemals über meine Lippen kommen!

4Vom Tun und Treiben anderer Leute

habe ich mich nicht beeinflussen lassen.

Ich habe mich an dein Wort gehalten,

und das hat mich vor bösen Wegen bewahrt.

5Schritt für Schritt folgte ich deiner Spur

und kam dabei nicht zu Fall.

6Nun rufe ich zu dir, denn du erhörst mich, o Gott.

Schenk mir ein offenes Ohr und höre auf mein Gebet!

7In deiner reichen Gnade lass mich erneut Wunder erfahren,

du Helfer und Retter für alle, die dir vertrauen

und die bei dir Schutz suchen gegen ihre Widersacher!17,7 Od Mache deine Gnadenerweise wunderbar, Retter derer, die Zuflucht suchen vor den Feinden deiner rechten Hand. W Mache deine Gnadenerweise wunderbar, Retter derer, die bei deiner rechten Hand Zuflucht suchen vor den Feinden.

8Bewahre mich wie deinen Augapfel,

birg mich im Schatten deiner Flügel

9vor diesen Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen,

vor meinen Todfeinden17,9 W vor den Feinden meiner Seele., die mich umzingeln!

10Sie haben ihr Herz verschlossen17,10 W Ihr Fett (= ihr verfettetes Herz) verschließen sie.,

ihre Worte sind stolz und anmaßend.

11So eng hat der Feind uns umzingelt,

dass wir keinen Schritt mehr ungehindert gehen können.

Seine Absicht ist klar – er will uns alle niederstrecken.

12Er gleicht einem Löwen,

der gierig darauf wartet, Beute zu reißen –

einem starken Junglöwen, der im Hinterhalt lauert.

13Erhebe dich, HERR,

komm ihm zuvor und wirf ihn nieder!

Rette mich17,13 W meine Seele. mit deinem Schwert

vor diesen gottlosen Verbrechern;

14bewahre mich durch deine starke Hand

vor den Menschen, HERR, die alles Begehrenswerte

allein von dieser vergänglichen Welt erwarten.

Doch sie rechnen nicht mit dem Unheil,

das du für sie aufgespart hast!

Noch füllst du ihren Bauch,

selbst ihre Söhne werden satt

und hinterlassen ihren Kindern, was übrig bleibt!17,14 Od von dieser vergänglichen Welt erwarten. Mit deinem Aufgesparten (= deinem Unheil) füllst du (od fülle) ihren Bauch, dass noch ihre Söhne davon satt werden und ein Übriges ihren Kindern hinterlassen. W Vor Männern ´lass mich entkommen durch` deine Hand, HERR, vor Männern von dieser Welt, deren Anteil im Leben ist, und dein Aufgespartes – ´damit` füllst du (od fülle) ihren Bauch, satt werden die Söhne, und sie hinterlassen ein Übriges den Kindern.

15Ich aber werde dein Angesicht sehen,

weil ich nach deinem Willen lebe.17,15 W Ich aber werde dein Angesicht sehen in Gerechtigkeit.

Wenn ich erwache,

darf ich mich satt sehen an deiner Gestalt17,15 Od an deinem Bild. Neben dem Erwachen am nächsten Morgen könnte auch ein Morgen nach der Nacht schwerer Prüfungen gemeint sein oder das Erwachen in der Ewigkeit..

18

König David dankt Gott für seine Rettung18,1 Vergleiche 2. Samuel 22.

181Für den Dirigenten18,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David, dem Diener des HERRN. David richtete die Worte dieses Liedes an den HERRN an dem Tag, als der HERR ihn aus der Gewalt all seiner Feinde und auch aus der Hand Sauls errettete.

2Er sprach:

Ich liebe dich, HERR! Du bist meine Stärke!

3Der HERR ist mein Fels, meine Festung und mein Befreier.

Mein Gott ist meine Zuflucht,

mein Schild und mein starker Retter18,3 W mein Schild und das Horn meiner Rettung. Das Horn war nach alter biblischer Vorstellung Symbol für Stärke und sieghaften Widerstand.,

meine Burg in sicherer Höhe.

4»Gepriesen sei der HERR!«, rufe ich,

und so werde ich vor meinen Feinden gerettet.

5Der Tod hatte seine Arme schon nach mir ausgestreckt,

Sturzbäche der Vernichtung erschreckten mich.

6Die Fangarme des Totenreichs griffen nach mir,

Stricke des Todes drohten mich zu fesseln.

7In meiner tiefen Not rief ich zum HERRN,

laut schrie ich um Hilfe zu meinem Gott.

In seinem heiligen Tempel hörte er meine Stimme,

dort erreichte ihn mein Hilfeschrei.

8Da ging ein Grollen und Beben durch die Erde,

Erdstöße erschütterten die Fundamente der Berge;

sie erzitterten und erbebten,

denn ´der HERR` geriet in Zorn.

9Rauch quoll aus seiner Nase,

verzehrendes Feuer loderte aus seinem Mund,

glühende Kohlen brachen hervor.

10Dann neigte ´der HERR` den Himmel

und fuhr herab, unter seinen Füßen waren dunkle Wolken.

11Er kam auf einem Kerub-Engel18,11 In 1. Mose 3,24 sind Keruben (vermutlich bestimmte Engel) die Wächter des Paradieses. Keruben befanden sich auch über der Deckplatte der Bundeslade (2. Mose 25,18-22) und später im Allerheiligsten des Tempels (1. Könige 6,23-27). In Hesekiel (Ezechiel) 1,4 ff und Hesekiel (Ezechiel) 10 sind Keruben die Träger von Gottes Thronwagen und setzen ihn in Bewegung. Aus dem Alten Orient sind Skulpturen erhalten, die geflügelte Wesen aus Tier- (z. B. Löwen-) und Menschengestalt darstellen; auch sie werden als Keruben bezeichnet., auf ihm flog er daher,

schwebte herab auf Flügeln des Windes.

12Er machte Dunkelheit zu ´seiner` Decke, die ihn verbarg,

zu seinem Zelt, das ihn ringsum verhüllte,

und darunter legte er dichte Wolken,

die schwer waren von Wasser.18,12 W Er machte sich Dunkelheit als Versteck, rings um sich zu seinem Zelt, Dunkelheit von Gewässer, dichtes Gewölk.

13Strahlender Glanz umgab ihn, Wolken gingen daraus hervor,

Hagel und glühende Kohlen prasselten nieder.

14Dann ließ der HERR den Donner am Himmel erdröhnen,

er, der Höchste, ließ seine Stimme erschallen.

Und wieder folgten Hagel und glühende Kohlen.18,14 Dieser Satz fehlt in 2. Samuel 22,14, und manche Ausleger nehmen an, dass der im Hebräischen gleich lautende zweite Teil von Vers 13 hier in Vers 14 durch ein Versehen beim Abschreiben des Textes nochmals angefügt wurde. Deshalb verzichten manche Übersetzungen auf seine Wiedergabe an dieser Stelle.

15Er schoss seine Pfeile ab und zerstreute die Feinde –

seine Blitze brachten sie in Verwirrung.

16Da wurde der Grund der Gewässer sichtbar,

die Fundamente des Erdkreises enthüllten sich –

durch dein Schelten und Drohen, HERR,

durch dein zorniges Schnauben.

17Er streckte aus der Höhe seine Hand aus,

ergriff mich und zog mich heraus aus den Wasserfluten.

18Er rettete mich vor der Gewalt meiner Feinde,

vor denen, die mich hassten,

denn sie waren mächtiger als ich.

19Sie stürmten auf mich los, damals,

als mein Unglück begann.18,19 W Sie überfielen mich am Tag meines Unheils.

Doch der HERR gab mir Halt und Sicherheit.

20Er führte mich aus der Not in den weiten Raum der Freiheit,

riss mich aus aller Gefahr heraus, weil er Gefallen an mir hatte.

21So handelte der HERR an mir,

denn ich hatte nach seinem Willen gelebt.18,21 W So handelte der HERR an mir nach meiner Gerechtigkeit.

Weil meine Hände rein waren von aller Schuld,

hat er mir Gutes vergolten.

22Denn ich achtete auf die Wege des HERRN

und hielt mich an sie;

ich habe mich nicht von meinem Gott losgesagt18,22 W ich bin nicht gottlos von meinem Gott abgefallen..

23Alle seine Rechtsbestimmungen standen mir vor Augen,

seine Vorschriften habe ich nicht verworfen.

24Ich hielt mich mit ungeteiltem Herzen an ihn,

ich hütete mich davor, schuldig zu werden.

25Da belohnte der HERR mich dafür, dass ich nach seinem Willen lebte.18,25 W Da belohnte der HERR mich nach meiner Gerechtigkeit.

Denn in seinen Augen waren meine Hände rein von aller Schuld.

26Wer dir treu ist, dem bist auch du treu.

Wer sich ganz zu dir hält, dem bleibst du zugewandt.

27Dem, der sich rein hält von Schuld, begegnest du aufrichtig.

Wer jedoch hinterhältig ist, dem stellst du dich quer.18,27 W Gegen den Reinen erweist du dich rein, gegen den Falschen erweist du dich als verkehrt.

28Denn du rettest ein von Not gebeugtes Volk,

aber Menschen mit hochmütigem Blick erniedrigst du.

29Du, HERR, du lässt mein Licht erstrahlen,

du, mein Gott, erleuchtest meine Finsternis.

30Denn mit dir kann ich meinen Feinden entgegenstürmen,

mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

31Was für ein wunderbarer Gott!18,31 Od Dieser einzige Gott. W Der Gott.

Vollkommen ist sein Weg.

Das Wort des HERRN ist rein.

Ein schützender Schild ist er für alle,

die sich bei ihm bergen.

32Wer ist denn Gott außer dem HERRN?

Und wer könnte ein Fels sein als allein unser Gott?

33Gott ist es, der mich mit Kraft ausrüstet,

der mir hilft, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

34Er macht mich schnell und gewandt wie ein Hirsch,

er hilft mir, auf sicheren Höhen zu stehen18,34 W er stellt mich auf meine Höhen..

35Gleichzeitig lehrt er meine Hände, Krieg zu führen;

mit meinen Armen spanne ich den Bogen aus Erz.

36Auch gabst du mir dein Heil als Schild zur Deckung,

deine rechte Hand verlieh mir Halt und Sicherheit.

Weil du dich zu mir herabneigtest,

wurde ich siegreich und groß.

37Du hast vor mir freien Raum geschaffen,

deshalb konnte ich vorwärtsgehen, ohne zu Fall zu kommen.18,37 W Du schafftest weiten Raum meinen Schritten unter mir, und meine Knöchel wankten nicht.

38Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein,

und ich kehrte nicht um, bis ich sie vernichtet hatte.

39Ich schlug sie zu Boden,

sodass sie sich nicht mehr erheben konnten.

Sie stürzten vor mir nieder und lagen besiegt zu meinen Füßen.

40Du hast mich für den Kampf ausgerüstet und stark gemacht.18,40 W Du hast mich mit Kraft für den Kampf gegürtet.

Meine Gegner hast du vor mir in die Knie gezwungen.

41Du schlugst meine Feinde in die Flucht.18,41 W Du gabst mir den Rücken meiner Feinde.

Alle, die mich hassten, konnte ich vernichten.

42Jetzt waren sie es, die um Hilfe schrien,

aber es war kein Retter für sie da.

Sie riefen zum HERRN, aber er antwortete ihnen nicht.

43So zermalmte ich sie

und machte sie zu Staub, den der Wind fortweht,

wie den Schmutz der Gassen habe ich sie weggefegt.

44Du hast mich den Krieg im eigenen Land siegreich überwinden lassen

und mich zum Herrscher über Nationen gemacht;

Völker, die ich zuvor nicht kannte, unterwarfen sich mir.

45Wenn sie nur die Nachricht von meinen Siegen hörten, erwiesen sie mir schon Gehorsam.18,45 W Sobald ihr Ohr hörte, gehorchten sie mir.

Menschen aus anderen Ländern zeigten mir Ergebenheit18,45 W schmeichelten mir..

46Die fremden Völker hatte aller Mut verlassen,

zitternd kamen sie aus ihren Festungen.

47Der HERR lebt! Gepriesen sei mein Fels!

Hoch erhoben sei der Gott meines Heils!

48Dieser wunderbare Gott18,48 Od Dieser einzige Gott. W Der Gott.

er ließ mich Vergeltung üben.

Er zwang Völker unter meine Herrschaft

49und rettete mich vor meinen Feinden.

Du hast mich über alle erhöht, die sich gegen mich stellten.

Vor gewalttätigen Menschen hast du mich beschützt.

50Darum will ich dich preisen vor den Völkern, HERR;

zum Ruhm deines Namens will ich dir Loblieder singen.

51Welch mächtige Taten vollbringt Gott

zur Rettung und zum Wohl seines Königs!

Wie groß ist die Gnade, die er seinem gesalbten König David18,51 Siehe die Anmerkung zu Psalm 2,2.

und dessen Nachkommen in Ewigkeit erweist!

19

Gottes Herrlichkeit – sichtbar in der Schöpfung und in seinem Wort

191Für den Dirigenten19,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Ein Psalm Davids.

2Die Himmel19,2 Das hebräische Wort für Himmel hat eine Pluralendung; es kann mit der oder die Himmel übersetzt werden. Es wird sowohl für den sichtbaren, irdischen wie auch für den unsichtbaren, überirdischen Himmel verwendet. verkünden die Herrlichkeit Gottes,

und das Himmelsgewölbe zeigt, dass es das Werk seiner Hände ist.

3Ein Tag erzählt es dem anderen,

und eine Nacht gibt es der anderen weiter.

4Sie tun es ohne Worte,

kein Laut und keine Stimme ist zu hören.

5Und doch geht ihre Botschaft über die ganze Erde,

ihre Sprache bis zum Ende der Welt.

Gott hat der Sonne ihren Ort am Himmel gegeben19,5 W ein Zelt gesetzt..

6Wie ein Bräutigam aus seiner Kammer hervortritt, so geht sie ´am Morgen` auf,

wie ein freudig strahlender Held läuft sie ihre Bahn19,6 W wie ein Held freut sie sich, die Bahn zu laufen..

7Von Horizont zu Horizont vollführt sie ihren Lauf,

nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.

8Das Gesetz des HERRN ist vollkommen,

es stärkt und erfrischt die Seele.

Was der HERR in seinem Wort bezeugt, darauf kann man sich verlassen,

auch einem Unerfahrenen wird dadurch Weisheit geschenkt.

9Die Anordnungen des HERRN sind wegweisend19,9 W sind gerade/recht.

und erfreuen das Herz.

Das Gebot des HERRN ist klar und deutlich,

es schenkt neue Einsicht19,9 W es erleuchtet die Augen..

10Ehrfurcht vor dem HERRN ist rein,

in Ewigkeit bleibt sie bestehen.

Die Ordnungen des HERRN sind zuverlässig

und entsprechen der Wahrheit,

sie sind ausnahmslos gerecht.

11Wertvoller als Gold sind sie,

kostbarer als eine Menge von feinstem Gold;

sie sind süßer als Honig,

ja, süßer noch als Honig, der aus der Wabe fließt.

12´HERR`, auch ich, dein Diener,

lasse mich durch sie zurechtweisen;

sie zu befolgen bringt großen Lohn.

13Wem fällt es schon gleich auf,

wenn er falsch gehandelt hat?19,13 Od Wer merkt schon alles, worin er sich verfehlt.

Sprich mich frei von unbewusster Schuld!

14Bewahre deinen Diener vor überheblichen Menschen,

lass sie keine Macht über mich gewinnen!

Dann kann ich ohne Schuld

und frei von schwerem Vergehen bleiben.

15Mögen die Worte, die ich spreche,

und die Gedanken, die mein Herz ersinnt,

dir gefallen, HERR, mein Fels und mein Erlöser!