Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
14

Es gibt keinen, der Gutes tut14,1 Vergleiche 53, der teilweise wörtlich mit diesem übereinstimmt.

141Für den Dirigenten14,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David.

Törichte Spötter14,1 Das hebräische Wort an dieser Stelle bedeutet törichter Mensch/Tor/Narr. Gemeint ist damit aber nicht ein Mangel an geistigen Fähigkeiten, sondern eine bewusste Missachtung von Gott und der von ihm gebotenen Liebe zum Nächsten. reden sich ein: »Es gibt keinen Gott!«

Sie richten Unheil an, ihr ganzes Verhalten ist abscheulich.

Keiner handelt so, wie es gut wäre.

2Der HERR schaut vom Himmel herab auf die Menschen.

Er möchte sehen, ob es einen unter ihnen gibt, der verständig ist,

einen, der nach Gott fragt.

3Doch alle sind ´vom richtigen Weg` abgewichen,

sie sind durch und durch verdorben.

Keiner handelt so, wie es gut wäre, nicht ein Einziger.

4Haben denn alle, die Unrecht tun, keine Einsicht mehr?

Sie fressen mein Volk auf, so als wäre es ein Stück Brot,

und zum HERRN rufen sie überhaupt nicht.

5Doch der Tag wird kommen,

an dem sie von Schrecken gepackt werden,

denn Gott ist mit denen, die nach seinem Willen leben14,5 W denn Gott ist mit dem Geschlecht des Gerechten..

6Ihr wollt die Pläne des Armen vereiteln,

doch der HERR selbst ist seine Zuflucht.

7Käme doch endlich vom Berg Zion die Rettung für ganz Israel!

Wenn der HERR das Geschick seines Volkes zum Guten wendet14,7 Od Wenn der HERR die Gefangenschaft seines Volkes wendet (= beendet).,

dann wird ganz Israel in Jubel ausbrechen,

überall im Land wird Freude herrschen14,7 W dann wird Jakob jubeln, Israel sich freuen. Jakob ist ein anderer Name für Israel, zurückgehend auf 1. Mose 32,29. Gott gab Jakob, dem Stammvater der 12 Stämme Israels, den neuen Namen Israel. So kann das spätere Volk in der Bibel mit beiden Namen benannt werden..

15

Wer darf Gott nahe sein?

151Ein Psalm Davids.

HERR, wer darf sich aufhalten in deinem Heiligtum15,1 W in deinem Zelt. Mit Gottes Zelt ist zum einen das Zeltheiligtum Israels vor dem Bau des Tempels unter Salomo gemeint, zum anderen auch sinnbildlich Gottes Gegenwart und Nähe für den Menschen.,

wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

2Jeder, der aufrichtig seinen Weg geht,

der Gerechtigkeit übt

und von ganzem Herzen die Wahrheit sagt,

3der nicht andere verleumdet,

der seinen Mitmenschen kein Unrecht tut

und sie nicht in Verruf bringt.

4Er wird den verachten,

den Gott verworfen hat,

doch er wird alle ehren, die Ehrfurcht vor dem HERRN haben.

Er hält sich treu an jeden Eid, den er geschworen hat,

selbst wenn er dadurch einen Nachteil befürchten muss.

5Er leiht sein Geld nicht gegen Wucherzinsen aus

und lässt sich nicht mit Geschenken bestechen, Unschuldige anzuklagen.

Wer so handelt,

wird nie zu Fall kommen.

16

Zuflucht bei Gott

161Ein Lehrpsalm16,1 Das hebräische Wort miktam ist in seiner genauen Bedeutung ungeklärt. Je nach Herleitung ergeben sich recht unterschiedliche Lösungsversuche wie z. B. Sühnegedicht, goldenes Kleinod, Psalm zur Besinnung. Die Septuaginta übersetzt mit Säuleninschrift, was auf eine öffentlich gemachte Inschrift im Heiligtum hinweisen könnte. Es gibt insgesamt sechs Psalmen, in denen miktam in der Überschrift erscheint, nämlich Psalm 16 und Psalm 56–60. Davids.

Bewahre mich, Gott,

denn bei dir finde ich Zuflucht!

2Ich sage16,2 So lautet der Text in vielen hebräischen Handschriften und in der Septuaginta. Der Masoretische Text lautet: Du sagst. Mit du ist wohl die eigene Seele gemeint. zum HERRN: »Du bist mein Herr.

Nur bei dir finde ich mein ganzes Glück!16,2 Od Außer dir gibt es für mich kein wahres Gut.«

3Ich freue mich über alle,

die zu Gottes heiligem Volk gehören.

An ihnen zeigt sich Gottes Herrlichkeit.16,3 W An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen ist all mein Wohlgefallen.

4Die sich aber vor einem anderen Gott niederwerfen,

bereiten sich selbst zahlreiche Schmerzen.

Mit ihren Opfern –

dem Blut, das sie ihrem Gott darbringen,

will ich nichts zu tun haben.

Die Namen ihrer Götzen

will ich nicht in den Mund nehmen.16,4 W Ihre Trankopfer von Blut will ich nicht ausgießen, und ihre Namen (= die Namen ihrer Götter) will ich nicht auf meine Lippen nehmen.

5Mein Besitz und mein Erbe ist der HERR selbst.

Ja, du teilst mir zu, was ich brauche!16,5 W Der HERR ist mein Erbteil und mein Becher, du hast mein Los festgelegt. Mit dem Erbteil und dem Becher ist der Anteil an Land und Nahrung gemeint, der sonst durch den Hausvater zugeteilt wurde. Vergleiche 4. Mose 18,20 sowie 5. Mose 18,1f.

6Was du mir ´für mein Leben` geschenkt hast,

ist wie ein fruchtbares Stück Land,

das mich glücklich macht.

Ja, ein schönes Erbteil hast du mir gegeben!16,6 W Die Messschnüre sind für mich auf angenehmes Land gefallen, ja, mein Erbe ist für mich schön.

7Ich preise den HERRN,

weil er mich beraten hat!

Selbst nachts weist mein Gewissen mich zurecht.16,7 W In den Nächten unterweisen mich meine Nieren. Die Nieren galten als Sitz von Empfindungen und Gewissensregungen.

8Ich habe den HERRN stets vor Augen.

Weil er mir zur Seite steht, werde ich nicht zu Fall kommen.

9Deshalb ist mein Herz voll Freude,

und ich kann aus tiefster Seele jubeln.

Auch mein Körper ruht in Sicherheit.16,9 W Daher freut sich mein Herz und jubelt meine Ehre, auch mein Fleisch wird sicher ruhen.

10Meine Seele wirst du nicht dem Totenreich überlassen,

mich, deinen treuen Diener, wirst du vor dem Grab verschonen.

11Du zeigst mir den Weg zum Leben.

Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle16,11 W Freude in Fülle ist vor deinem Angesicht.;

´ungetrübtes` Glück hält deine Hand ewig bereit.