Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
142

Herr, befreie mich!

1421Ein kunstvoll gestaltetes Lied142,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 32,1.. Ein Gebet von David, als er sich in der Höhle142,1 Dafür kommen zwei Situationen aus der Zeit der Flucht Davids vor Saul in Betracht: 1. Samuel 22,1 (die Höhle von Adullam) oder 1. Samuel 24 (die Höhle über Engedi). aufhielt.

2Mit lauter Stimme schreie ich zum HERRN,

ja, laut flehe ich zum HERRN.

3Ich schütte mein Herz vor ihm aus

und klage ihm meine ganze Not.

4Auch wenn ich allen Mut verliere142,4 W Auch wenn mein Geist in mir ermattet.,

wachst du doch schützend über meinem Weg.

Dort, wo ich gehen muss,

hat man mir Fallen gestellt.

5Wohin ich auch schaue142,5 W Ich blicke nach rechts und schaue umher.

da ist niemand, der sich um mich kümmert.

Jede Zuflucht habe ich verloren,

keiner fragt nach mir142,5 W nach meiner Seele..

6Ich schreie zu dir, HERR,

und sage: Du allein bist meine Zuflucht,

du bist alles, was ich zum Leben brauche142,6 W du bist mein Anteil im Land der Lebendigen.!

7Höre doch auf mein Flehen,

denn ich bin sehr schwach geworden.

Rette mich vor denen, die mich verfolgen,

denn sie sind zu stark für mich!

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 W Führe aus dem Gefängnis meine Seele. Gemeint ist vielleicht die Höhle, in der David sich vor König Saul versteckt halten musste.,

damit ich deinen Namen preise.

Die nach deinem Willen leben142,8 W Die Gerechten.,

werden sich freudig um mich scharen,

wenn du mir Gutes erwiesen hast.142,8 Andere übersetzen in Anlehnung an die Septuaginta: Die nach deinem Willen leben, erwarten, dass du mir Gutes erweist.

143

Ein Gebet in Lebensgefahr

1431Ein Psalm Davids.

HERR, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen!

Du bist doch treu und schenkst Rettung, bitte antworte mir!143,1 W Erhöre mich in deiner Treue, in deiner Gerechtigkeit.

2Geh nicht ins Gericht mit mir, deinem Diener –

vor dir könnte doch kein Mensch bestehen143,2 W vor dir ist kein Lebender gerecht.!

3´Erhöre mich`, denn der Feind trachtet mir nach dem Leben,

er hat mich zu Boden getreten,

mich in grauenvolle Finsternis getrieben –

ich gleiche denen, die begraben und für immer vergessen sind.143,3 W Denn der Feind hat meine Seele verfolgt, mein Leben zu Boden getreten, mich gelagert in schlimmes Dunkel, wie die auf immer Toten.

4Ich habe allen Mut verloren,

mein Herz ist starr vor Verzweiflung.143,4 W Mein Geist verzagt in mir, mein Herz erstarrt in meinem Innern.

5Ich denke zurück an die früheren Tage,

sinne nach über all dein Tun;

meine Gedanken richten sich auf das,

was deine Hände geschaffen haben.

6Ich strecke meine Hände zu dir aus,

meine Seele dürstet nach dir wie dürres Land nach Wasser. /​/143,6 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

7Erhöre mich rasch, HERR,

ich verzehre mich vor Verlangen nach deiner Hilfe143,7 W es verschmachtet mein Geist.!

Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, sonst gleiche ich denen,

die ´sterben und` unter die Erde kommen.

8Lass mich schon früh am Morgen deine gnädige Antwort hören,

denn auf dich vertraue ich.

Lass mich den Weg wissen, den ich gehen soll,

– meine Seele sehnt sich nach dir143,8 W denn zu dir hebe ich meine Seele empor..

9Befreie mich von meinen Feinden, HERR,

denn bei dir habe ich Schutz gesucht.

10Lehre mich, so zu handeln, wie du es willst;

denn du bist mein Gott.

Dein guter Geist führe mich ´wieder` über ebenes Land.

11Mach deinem Namen Ehre, HERR, und rette mein Leben.

Erweise deine Treue, hilf mir aus aller Bedrängnis143,11 W Um deines Namens willen, HERR, belebe mich ´wieder`, in deiner Gerechtigkeit hole meine Seele aus der Bedrängnis.;

12und weil du gnädig bist, vertilge meine Feinde –

vernichte sie alle, die mich bedrängen

und mir nach dem Leben trachten!

Denn ich bin dein Diener.

144

Vertrauen auf Gott vor dem entscheidenden Kampf

1441Von David.

Gepriesen sei der HERR, mein Fels,

der meine Hände zum Kampf anleitet,

meine Finger geschickt macht für den Krieg.

2Er ist mein gnädiger Gott und meine Festung144,2 W Meine Gnade und meine Festung.,

meine Zuflucht und mein Befreier,

mein Schild und der, bei dem ich geborgen bin,

der mein Volk meiner Herrschaft unterstellt144,2 der andere Völker meiner Herrschaft unterstellt. So lauten viele hebräische Handschriften und alte Übersetzungen. W der mein Volk unterwirft..

3HERR, was ist der Mensch, dass du auf ihn achtest?

Wer ist er schon, dass du dich um ihn kümmerst!144,3 W Was ist der Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst.

4Der Mensch ist wie ein Hauch,

die Tage seines Lebens gleichen einem Schatten, der vorüberzieht.

5HERR, neige deinen Himmel und steige herab,

rühre die Berge an, dass sie rauchen!

6Lass Blitze zucken und zerstreue meine Feinde144,6 W sie.,

schieße deine Pfeile ab und bring sie in Verwirrung!

7Strecke aus der Höhe deine Hände aus,

befreie und rette mich aus gewaltigen Wasserfluten,

aus der Hand erbarmungsloser Feinde144,7 W aus der Hand der Söhne der Fremde. So auch in Vers 11..

8Von ihren Lippen kommt nur Täuschung,

erheben sie ihre rechte Hand, dann stets zum Meineid144,8 W und ihre Rechte ist eine Rechte der Lüge. Entsprechend auch in Vers 11..

9Gott, ein neues Lied will ich dir singen,

auf der zehnsaitigen Harfe will ich für dich spielen –

10ja, für dich, der den Königen Sieg schenkt,

der mich, deinen Diener David, dem mörderischen Schwert entreißt.

11Befreie und rette mich

aus der Hand jener erbarmungslosen Feinde,

von deren Lippen nur Täuschung kommt

und die ihre rechte Hand stets zum Meineid erheben!

12Dann werden unsere Söhne kräftigen Pflanzen gleichen,

die ungestört emporwachsen konnten,

und unsere Töchter werden so schön sein

wie wohlgestaltete Ecksäulen, die Paläste schmücken!

13Dann sind unsere Vorratsspeicher gut gefüllt,

um die verschiedensten Speisen darzubieten.

Unsere Schafe werfen zu Tausenden ihre Jungen,

ja, zu Zehntausenden auf unseren Weiden.

14Auch unsere Rinder werden trächtig sein

und ihre Kälber ohne Fehlgeburt

und ohne Verletzung144,14 W ohne Riss. Wahrscheinlich ist ein Dammriss bei der Geburt gemeint. zur Welt bringen.

Dann hört man nirgendwo Klagegeschrei auf unseren Gassen!144,14 Die Verse 12-14 werden in einigen Übersetzungen auch als Wunsch wiedergegeben: Mögen unsere Söhne kräftigen Pflanzen gleichen.

15Glücklich zu preisen ist das Volk, dem es so ergeht.

Glücklich zu preisen ist das Volk, dessen Gott der HERR ist!