Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
138

Der Herr führt seine Pläne zum Ziel

1381Von David.

Von ganzem Herzen will ich dir danken,

zum Spiel auf der Harfe will ich dich loben vor den Göttern.

2Ich werfe mich anbetend nieder vor deinem heiligen Tempel

und preise deinen Namen wegen deiner Güte und Treue.

Denn deine Zusage ist noch größer als alle bisherigen,

die man mit deinem Namen verbindet.138,2 W Denn du hast deine Zusage groß gemacht über deinen ganzen Namen hinaus.

3An dem Tag, als ich zu dir rief, hast du mich erhört;

du hast mir Mut verliehen und meiner Seele Kraft gegeben.

4Alle Könige der Erde werden dir danken, HERR,

wenn sie die Worte hören, die dein Mund gesprochen hat.

5Sie werden die Wege ´und Taten` des HERRN besingen,

denn groß ist die Herrlichkeit des HERRN.

6Ja, hoch und erhaben ist der HERR –

und doch achtet er auf den Bescheidenen,

den Hochmütigen aber durchschaut er schon von ferne.

7Führt mich mein Weg mitten durch die Not,

so schenkst du mir neue Lebenskraft.

Du streckst deine Hand aus

und wehrst den Zorn meiner Feinde ab,

mit deinem mächtigen Arm rettest du mich138,7 W und deine rechte ´Hand` wird mich retten..

8Der HERR wird alles für mich zu einem guten Ende bringen!

HERR, deine Güte währt ewig;

und was du zu tun begonnen hast, davon wirst du nicht ablassen138,8 Od und lass nicht ab vom Werk deiner Hände. W und vom Werk deiner Hände wirst du nicht ablassen..

139

Herr, du allein kennst mich wirklich!

1391Für den Dirigenten139,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David. Ein Psalm.

HERR, du hast mich erforscht und kennst mich ´ganz genau`.

2Wenn ich mich setze oder aufstehe – du weißt es;

meine Absichten erkennst du schon im Voraus.

3Ob ich gehe oder liege, du siehst es139,3 W du misst es ab.,

mit all meinen Wegen bist du vertraut.

4Ja, noch ehe mir ein Wort über die Lippen kommt,

weißt du es schon genau, HERR.

5Von allen Seiten umschließt du mich

und legst auf mich deine Hand.

6Ein unfassbares Wunder ist diese Erkenntnis für mich;

zu hoch, als dass ich es je begreifen könnte.

7Wohin könnte ich schon gehen, um deinem Geist zu entkommen,

wohin fliehen, um deinem Blick zu entgehen?

8Wenn ich zum Himmel emporstiege –

so wärst du dort!

Und würde ich im Totenreich mein Lager aufschlagen –

dort wärst du auch!

9Hätte ich Flügel und könnte mich wie die Morgenröte

niederlassen139,9 W Würde ich die Schwingen der Morgenröte erheben und mich niederlassen. am äußersten Ende des Meeres,

10so würde auch dort deine Hand mich leiten,

ja, deine rechte Hand würde mich halten!

11Und spräche ich: »Nur noch Finsternis soll mich umgeben139,11 So in Anlehnung an alte Übersetzungen bei Änderung eines Buchstabens im Masoretischen Text. W Nur noch Finsternis soll nach mir schnappen.,

und der helle Tag um mich her soll sich verwandeln in tiefste Nacht!«,

12dann wäre selbst die Finsternis nicht finster für dich,

und die Nacht würde leuchten wie der Tag.

Ja – für dich wäre tiefste Dunkelheit so hell wie das Licht!

13Du bist es ja auch, der meinen Körper und meine Seele erschaffen hat139,13 W der meine Nieren erschaffen hat. Die Nieren gelten im Hebräischen als Sitz der Gefühle.,

kunstvoll hast du mich gebildet139,13 W gewoben. im Leib meiner Mutter.

14Ich danke dir dafür, dass ich so wunderbar erschaffen bin,

es erfüllt mich mit Ehrfurcht.

Ja, das habe ich erkannt139,14 W Das hat meine Seele erkannt.: Deine Werke sind wunderbar!

15Dir war ich nicht verborgen, als ich Gestalt annahm139,15 W Nicht verborgen war mein Gebein vor dir.,

als ich im Dunkeln erschaffen wurde,

kunstvoll gebildet im tiefen Schoß der Erde139,15 W gewoben in den Tiefen der Erde..

16Deine Augen sahen mich schon,

als mein Leben im Leib meiner Mutter entstand.139,16 W Deine Augen sahen mein Ungeformtes.

Alle Tage, die noch kommen sollten,

waren in deinem Buch bereits aufgeschrieben,

bevor noch einer von ihnen eintraf.

17Wie kostbar139,17 Od schwierig. sind für mich deine Gedanken, o Gott,

es sind unbegreiflich viele!

18Wollte ich sie zählen, so wären sie zahlreicher als alle Sandkörner ´dieser Welt`.

Und ´schlafe ich ein und` erwache, so bin ich immer noch bei dir.

19Ach dass du, Gott, die töten würdest, die sich dir widersetzen!

Und ihr alle, an deren Händen Blut klebt, haltet euch fern von mir!139,19 W Und ihr Blutmenschen, weicht von mir!

20Diese Menschen reden über dich, ´Gott`, in böser Absicht,

sie, deine Feinde, missbrauchen deinen Namen139,20 vergeblich erheben sie, deine Feinde, sich gegen dich. W mit Falschheit reden sie als deine Feinde..

21Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen,

nicht die verabscheuen, die sich gegen dich erheben?

22Ja, ich hasse sie mit äußerstem Hass

und betrachte sie als meine eigenen Feinde!

23Erforsche mich, Gott, und erkenne, was in meinem Herzen vor sich geht;

prüfe mich und erkenne meine Gedanken!

24Sieh, ob ich einen Weg eingeschlagen habe, der mich von dir wegführen würde139,24 Od der mich in großes Leid führen würde.,

und leite mich auf dem Weg, der ewig Bestand hat!

140

Ein Gebet um Schutz vor hinterhältigen Menschen

1401Für den Dirigenten140,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Ein Psalm Davids.

2Rette mich, HERR, vor boshaften Menschen,

beschütze mich vor gewalttätigen Leuten,

3die tief in ihrem Herzen Böses ersinnen

und Tag für Tag Streit anzetteln!

4Sie machen ihre Zunge scharf und spitz wie die einer Schlange,

hinter ihren Lippen verbirgt sich Gift wie bei einer Natter. /​/140,4 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.

5Bewahre mich davor, HERR,

in die Hände der Gottlosen zu fallen,

vor gewalttätigen Leuten beschütze mich,

die beschlossen haben, mich zu Fall zu bringen140,5 W meine Schritte umzustoßen.!

6Überhebliche Menschen haben mir heimlich Schlingen und Fallstricke gelegt,

ein Fangnetz haben sie am Wegesrand ausgespannt

und mir lauter Fallen gestellt. /​/

7Ich aber sage zum HERRN: Du bist mein Gott!

Höre, o HERR, mein lautes Flehen!

8HERR, mein Gott,

du bist eine starke Festung, wo ich Rettung finde!

Du beschützt mich wie ein Helm

am Tag, an dem die Waffen sprechen.140,8 W HERR, mein Herr, Hort meiner Rettung; du gibst Deckung meinem Haupt am Tag der Waffen.

9Gewähre dem Gottlosen nicht, HERR, wonach er begehrt!

Lass seinen bösen Plan nicht gelingen! /​/

10Wenn meine Feinde mich einkreisen

und siegessicher ihr Haupt erheben,

dann komme über sie selbst das Unheil,

das sie mit ihren Worten heraufbeschwören wollten!140,10 W Erheben sie, die mich einkreisen, das Haupt, so bedecke sie ´selbst` die Mühsal ihrer Lippen. Hier gehört das hebräische Wort für erheben zu Vers 10. Andere Übersetzer rechnen das Wort eher dem vorangehenden Satz in Vers 9 zu. Dann würde der Text wörtlich lauten: 9 Lass seinen bösen Plan nicht gelingen. Sie (= die Gottlosen) würden sich sonst erheben. 10 Das Haupt der mich Einkreisenden – es bedecke sie ´selbst` die Mühsal ihrer Lippen.

11Mögen glühende Kohlen auf sie fallen140,11 Er (= Gott) lasse glühende Kohlen auf sie fallen.,

möge Gott sie ins Feuer stürzen,

in Abgründe, aus denen sie nicht mehr hochkommen.

12Ein Mensch mit ´böser` Zunge soll in diesem Land nicht verwurzelt sein,

und für jeden Gewalttäter gelte: Das Unheil soll ihn in Windeseile davonjagen!

13Ich weiß, dass der HERR sich für die Belange der Unterdrückten einsetzt

und den Armen Recht verschafft.

14Ja, alle, die deinen Willen tun140,14 W Ja, die Gerechten., werden dankbar deinen Namen bekennen,

die Aufrichtigen werden in deiner Nähe leben140,14 W vor deinem Angesicht wohnen..