Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
123

Sehnsucht nach Gottes Eingreifen

1231Ein Wallfahrtslied, gesungen auf dem Weg hinauf nach Jerusalem.123,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 120,1.

Zu dir, der du im Himmel thronst, richte ich meinen Blick empor.

Ja, wie die Augen der Knechte auf den Wink ihres Herrn warten

2und die Augen der Magd auf ein Handzeichen ihrer Herrin,

so richten wir unsere Augen auf den HERRN, unseren Gott,

bis er uns Gnade erweist.

3Sei uns allen gnädig, HERR, sei uns gnädig!

Denn wir haben mehr als genug Verachtung erfahren müssen.

4Aus tiefster Seele haben wir es satt,

den Hohn der Stolzen und den Spott der Selbstherrlichen zu ertragen.

124

Der Herr ist auf unserer Seite

1241Ein Wallfahrtslied, gesungen auf dem Weg hinauf nach Jerusalem.124,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 120,1. Von David.124,1 Von David fehlt in verschiedenen alten Handschriften und Übersetzungen.

Wäre nicht der HERR auf unserer Seite gewesen –

so soll Israel bekennen –

2wäre nicht der HERR auf unserer Seite gewesen,

als sich mächtige Feinde gegen uns wandten,

3dann hätten sie uns lebendig verschlungen,

als ihr Zorn gegen uns entbrannte.

4Dann hätten uns die Wasserfluten weggeschwemmt,

ein vernichtender Strom hätte sich über uns124,4 W über unsere Seelen. ergossen.

5Ja, sie hätten uns124,5 W unsere Seelen. mit sich fortgerissen,

diese wild tobenden Wassermassen!

6Gepriesen sei der HERR,

der uns nicht den Raubtierzähnen dieser Menschen zur Beute überließ!

7Wir sind124,7 W Unsere Seele ist. entkommen wie ein Vogel aus dem Netz des Vogelfängers,

das Netz ist zerrissen – und wir sind frei!

8Unsere Hilfe finden wir beim HERRN, dessen Namen wir anrufen;

sie kommt von ihm, der Himmel und Erde geschaffen hat.124,8 W Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, des Schöpfers von Himmel und Erde.

125

Der Herr umgibt alle, die ihm vertrauen

1251Ein Wallfahrtslied, gesungen auf dem Weg hinauf nach Jerusalem.125,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 120,1.

Die auf den HERRN vertrauen,

gleichen dem Berg Zion, der nicht wankt und der ewig besteht.

2So wie Jerusalem von schützenden Bergen umgeben ist,

so umgibt der HERR sein Volk, jetzt und für alle Zeit.

3Denn die gottlosen Unterdrücker

werden nicht mehr lange ihr Zepter schwingen dürfen

über dem Land, das als Besitz denen zusteht,

die nach Gottes Willen leben.

Es soll nicht so weit kommen,

dass selbst die ihre Hände nach Unrecht ausstrecken,

die Gottes Willen tun.125,3 W Denn nicht wird das Zepter der Gottlosigkeit auf dem Los der Gerechten verbleiben, dass nicht etwa die Gerechten auch noch ihre Hände nach dem Unrecht ausstrecken.

4Erweise deine Güte, HERR, an den guten Menschen,

an denen, die von Herzen aufrichtig sind!

5Alle jedoch, die krumme Wege gehen,

wird der HERR ins Verderben stürzen

samt denen, die nur Unheil anrichten.

Friede komme über Israel!