Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
114

Gottes Macht beim Auszug seines Volkes aus Ägypten

1141Als Israel auswanderte aus Ägypten,

als die Nachkommen Jakobs wegzogen von einem Volk mit fremder Sprache,

2da wurde Juda zu Gottes Heiligtum,

Israel zu seinem Herrschaftsbereich.

3Das Meer sah es und floh,

der Jordan wich zurück.

4Die Berge erbebten und sprangen wie Widder,

die Hügel hüpften wie die Lämmer.

5Was ist mit dir, Meer, dass du die Flucht ergreifst?

Und mit dir, Jordan, dass du zurückweichst?

6Warum springt ihr Berge wie Widder

und ihr Hügel wie Lämmer?114,6 Andere übersetzen die Verse 5 und 6 in der Vergangenheit.

7Erde, erbebe vor dem Herrn,

vor dem Gott Jakobs –

8vor ihm, der den Fels in einen Wasserteich verwandelt114,8 verwandelte.,

das Kieselgestein in eine sprudelnde Quelle!

115

Herr, bereite deinem Namen Ehre!

1151Nicht uns, HERR, nicht uns,

sondern deinem Namen bereite Ehre!

´Hilf uns` um deiner Gnade und Treue willen!

2Warum sollten die anderen Völker ´Grund finden zu` sagen:

»Wo ist nun ihr Gott?«

3Unser Gott ist im Himmel!

Alles, was ihm gefällt, das führt er auch aus.

4Die Götzen der fremden Völker hingegen

sind Figuren aus Silber oder Gold,

ein Machwerk von Menschenhand.

5Einen Mund haben sie, doch sprechen können sie nicht;

Augen haben sie, sehen aber nichts.

6Ohren haben sie und können nicht hören,

sie haben eine Nase und riechen damit nichts.

7Mit ihren Händen können sie nichts ertasten,

mit ihren Füßen nicht einen Schritt gehen,

kein Laut kommt aus ihrer Kehle.

8Genau so ´hilflos` sind die Menschen, die sie angefertigt haben,

und jeder, der auf solche Götzen115,8 W auf sie. vertraut!115,8 Zu den Versen 4-8 vergleiche Psalm 135,15-18.

9´Du aber`, Israel, vertraue auf den HERRN!

– Ja, er ist ihre Hilfe und der Schild, der sie schützt.

10Ihr Nachkommen Aarons115,10 W Haus Aaron. So auch in Vers 12., vertraut auf den HERRN!

– Ja, er ist ihre Hilfe und der Schild, der sie schützt.

11Ihr, die ihr Ehrfurcht habt vor dem HERRN, vertraut auf den HERRN!

– Ja, er ist ihre Hilfe und der Schild, der sie schützt.

12Der HERR hat an uns gedacht und wird uns segnen.

Er wird alle Israeliten115,12 W das Haus Israel. segnen,

er wird alle Nachkommen Aarons segnen.

13Er wird die segnen, die Ehrfurcht vor dem HERRN haben,

die Kleinen wie die Großen115,13 Od die Einfachen wie die Mächtigen..

14Der HERR wird euch noch zahlreicher werden lassen,

euch und eure Kinder.

15Ihr seid gesegnet vom HERRN,

der Himmel und Erde geschaffen hat.

16Der Himmel gehört allein dem HERRN,

die Erde aber hat er den Menschen anvertraut.

17Die Toten können den HERRN nicht loben –

keiner von denen, die in die Stille des Totenreichs hinab müssen.

18Wir aber, ´die wir leben`, wollen den HERRN preisen,

jetzt und in alle Ewigkeit!

Halleluja!

116

Ein Dank für Rettung in höchster Not

1161Ich liebe den HERRN, denn er hat mich gehört,

als ich laut zu ihm um Hilfe flehte.

2Ein offenes Ohr hat er mir geschenkt,

darum will ich mein Leben lang zu ihm rufen.

3Der Tod hatte seine Arme schon nach mir ausgestreckt,

das Totenreich warf seine Schatten voraus116,3 W Es umgaben mich Stricke des Todes, und die Bedrängnisse des Totenreichs fanden mich.,

in Not und Leid war ich geraten.

4Da rief ich den Namen des HERRN an:

»O HERR, rette doch mein Leben!«

5Gnädig und gerecht ist der HERR,

ja, voll Erbarmen ist unser Gott!

6Der HERR beschützt die Hilflosen.

Ich war schwach, doch er hat mich gerettet.

7Komm wieder zur Ruhe, meine Seele,

denn der HERR hat dir Gutes erwiesen.

8Ja, du hast mich116,8 W meine Seele. vor dem Tod gerettet,

meine Tränen hast du getrocknet

und meine Füße vor dem Ausgleiten bewahrt,

damit ich nicht zu Fall komme.

9So kann ich meinen Weg gehen in der Nähe des HERRN,

ja, ich darf am Leben bleiben.116,9 W Ich werde wandeln vor dem HERRN in den Landen der Lebendigen.

10Am Glauben habe ich festgehalten, auch als ich sagen musste:

»Ich liege am Boden!«

11In meiner Verzweiflung sagte ich:

»Letztlich ist doch jeder Mensch ein Lügner!«

12Wie kann ich dem HERRN jemals danken

für alles Gute, was er an mir getan hat?

13Als Dank für die Rettung

will ich ´beim Festmahl` den Becher erheben

und den Namen des HERRN ausrufen.116,13 Beim gemeinsamen Festmahl im Tempelhof hob der Errettete einen Becher mit Wein zur Ehre Gottes empor und bekannte dabei, dass er seine Rettung ihm allein verdankte.

14Ich will die Gelübde erfüllen, die ich vor dem HERRN abgelegt habe,

vor seinem ganzen Volk will ich es tun.

15Kostbar ist in den Augen des HERRN

das Leben derer, die ihm treu sind.116,15 W Kostbar (= zu teuer) ist in den Augen des HERRN der Tod seiner Frommen. Gemeint ist, dass Gott sie nicht leicht und ohne Grund dem Tod preisgibt.

16O HERR, ich bin doch dein Diener!

Ja, dein Diener bin ich,

und bereits meine Mutter hat dir treu gedient.116,16 W Ich bin dein Diener, der Sohn deiner Dienerin.

Du hast alle Stricke gelöst, die mich gefangen hielten.

17Dir will ich Dankopfer darbringen

und dabei deinen Namen, HERR, ausrufen.

18Ich will die Gelübde erfüllen, die ich vor dem HERRN abgelegt habe,

vor seinem ganzen Volk will ich es tun –

19in den Vorhöfen beim Haus des HERRN,

in deiner Mitte, Jerusalem.

Halleluja!