Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
10

Herr, hilf uns gegen Unrecht und Gewalt!10,1 Siehe die erste Anmerkung zu Psalm 9,1.

101Warum, HERR, bist du so fern,

warum verbirgst du dich in Zeiten der Not?

2Hochmütige Menschen, die Gott ablehnen,

verfolgen die Wehrlosen

und bringen sie durch ihre Intrigen zu Fall.

3Diese Gottlosen prahlen auch noch damit,

dass ihre Gier keine Grenzen kennt.10,3 W Der Gottlose prahlt mit dem Verlangen seiner Seele.

In ihrer Habsucht verspotten sie den HERRN

und verachten ihn.10,3 Er (= der Gottlose) segnet den Habsüchtigen und verachtet den HERRN. W Der Habsüchtige segnet, er verachtet den HERRN. Das Segnen in der wörtlichen Wiedergabe ist beschönigend im Sinne von »verspotten« gebraucht.

4Stolz behaupten sie:

»Gott kümmert sich sowieso nicht um das, was wir tun!

Es gibt ja gar keinen Gott!«

Weiter reichen ihre Gedanken nicht.

5Dennoch führt ihr Weg sie stets zum Erfolg.

Unendlich fern liegt ihnen der Gedanke,

dass du sie einmal zur Rechenschaft ziehen könntest.10,5 Od Deine Gerichte scheinen himmelweit weg von ihnen zu sein. W Hoch oben sind deine Gerichte, fern von ihm (= dem Gottlosen).

Sie pfeifen auf jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

6Sie reden sich ein: »Uns bringt nichts zu Fall,

kein Unglück wird uns jemals treffen,

auch nicht in künftigen Generationen.«

7Wenn sie fluchen, betrügen und erpressen,

sind sie um Worte nicht verlegen;

was sie von sich geben, bringt anderen Unheil und Schaden.10,7 W Sein Mund ist voll Fluchen, voll Betrug und Unterdrückung. Unter seiner Zunge ist Mühsal und Unheil.

8Dort, wo ihre Opfer wohnen, legen sie sich in den Hinterhalt;

wo niemand es sieht, bringen sie den Unschuldigen um.

Ihre Augen spähen nach Menschen,

die sich nicht wehren können.

9Sie liegen auf der Lauer wie Löwen im Dickicht,

aus dem Hinterhalt fallen sie über ihr Opfer her

und fangen es in ihrem Netz.

10Sie halten sich versteckt, sind auf dem Sprung,

und schon geht ein Wehrloser unter ihren Pranken zu Boden10,10 W und es fallen die Wehrlosen durch ihre Starken (= durch ihre starken Kräfte)..

11Sie reden sich ein: »Gott hat alles sowieso schon vergessen,

er hat sich abgewandt und sieht nie wieder hin.«

12Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine ´mächtige` Hand!

Vergiss die nicht, die erlittenes Unrecht geduldig ertragen!

13Warum dürfen diese Gottlosen Gott verachten

und sich einreden, dass du dich sowieso um nichts kümmerst?

14Du hast doch alles genau gesehen!

Du achtest doch darauf, ob jemand Not leidet oder Kummer hat,

und nimmst das Schicksal dieser Menschen in deine Hände!

Die Armen und die Verwaisten dürfen dir ihre Anliegen anvertrauen,

denn du bist ihr Helfer.

15Zerbrich die Macht dieser gottlosen und boshaften Menschen,

zieh sie zur Rechenschaft dafür, dass sie sich dir widersetzen!

Keiner von ihnen soll mehr zu finden sein!

16Der HERR ist König für immer und ewig.

Einst werden alle Völker, die ihn missachten,

aus seinem Land verschwunden sein.

17Du hast die Wünsche derer gehört,

die erlittenes Unrecht geduldig ertragen, HERR;

aufmerksam hast du dich ihnen zugewandt

und ihr Herz wieder stark gemacht.

18Du wirst den Verwaisten und den Unterdrückten

zu ihrem Recht verhelfen.

Du wirst nicht zulassen, dass Menschen

auf der Erde Angst und Schrecken verbreiten.10,18 Od zu ihrem Recht verhelfen, dass kein Mensch von der Erde mehr zusammenschrecke.

11

Vertrauen auf Gottes Bewahrung

111Für den Dirigenten11,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Von David.

Bei dem HERRN habe ich Zuflucht gefunden.

Wie könnt ihr da zu mir11,1 W zu meiner Seele. sagen:

»Flieh in die Berge wie ein Vogel!

2Denn sieh doch: Die gottlosen Mörder spannen den Bogen,

legen den Pfeil auf die Sehne und zielen.

Sie versuchen im Zwielicht, ´wo keiner sie sieht`,

auf die zu schießen, die ein aufrichtiges Herz haben.«

3Wenn jede Rechtsordnung zerstört wird,

was kann dann ein Mensch, der nach Gottes Willen lebt11,3 W ein Gerechter., noch ausrichten?

4Doch der HERR ist in seinem heiligen Tempel,

im Himmel hat der HERR seinen Thron.

Von dort beobachten seine Augen prüfend die Menschen.11,4 W Seine Augen schauen genau, seine Wimpern prüfen die Menschenkinder.

5Ja, der HERR prüft den, der nach seinem Willen lebt11,5 W den Gerechten..

Doch wer sich von Gott abwendet und Gewalt liebt,

den hasst er aus tiefster Seele.

6Er wird die Gottlosen in tödliche Gefahren stürzen11,6 W auf die Gottlosen Fallstricke regnen lassen.,

Feuer und Schwefel wird sie treffen,

und der heiße Wüstenwind verbrennt sie.

7Denn der HERR ist gerecht, und er liebt gerechtes Handeln.

Wer aufrichtig ist, wird sein Angesicht sehen.

12

Die Falschheit der Menschen und die Treue Gottes

121Für den Dirigenten12,1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.. Mit Saiteninstrumenten im Bass zu begleiten.12,1 Od Auf achtsaitigem Instrument zu begleiten. Ein Psalm Davids.

2Hilf doch, HERR!

Denn es gibt keinen mehr, der zu dir hält,

und alle treuen Menschen sind verschwunden.

3Jeder belügt jeden.

Mit ihren Worten schmeicheln sie,

aber im Herzen spielen sie ein falsches Spiel.12,3 W Mit schmeichelnder Lippe reden sie aus doppeltem Herzen.

4Soll der HERR doch alle diese Heuchler hinwegfegen,

diese Leute, die großspurig daherreden12,4 W die Zunge, die große Dinge redet.

5und sagen: »Mit der Macht unserer Worte setzen wir uns durch;

niemand kommt gegen uns an,

mit unseren Reden können wir alles erreichen!«12,5 W Mit unserer Zunge sind wir mächtig, unsere Lippen sind mit uns – wer ´könnte da schon` Herr über uns sein.

6Der HERR spricht: »Die Schwachen werden misshandelt,

und die Armen können nur noch seufzen.

Darum werde ich mich jetzt erheben

und denen Rettung bringen, die bedrängt werden12,6 Od die sich danach sehnen.

7Alle Worte des HERRN sind rein,

sie sind wie Silber, das im Schmelzofen geläutert

und siebenmal gereinigt wurde.

8Du, HERR, wirst die Schwachen12,8 W sie. schützen,

du wirst sie für immer bewahren vor diesen Leuten12,8 W vor dieser Generation.,

9die sich gegen dich auflehnen und sich überall breitmachen.

Ja, die Bosheit unter den Menschen nimmt zu!12,9 Od selbst wenn die, die sich gegen dich auflehnen, sich überall breitmachen und die Bosheit unter den Menschen zunimmt.