Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
100

Lobt unseren Gott!

1001Ein Psalm, der beim Dankopfer vorgetragen wird.

Jubelt dem HERRN zu, alle Länder der Erde!

2Dient dem HERRN mit Freude,

kommt vor ihn mit Jubel!

3Erkennt, dass der HERR allein Gott ist!

Er hat uns geschaffen, ihm gehören wir.100,3 Od (bei Änderung eines Buchstabens) Er hat uns erschaffen, und nicht wir uns selbst.

Wir sind sein Volk, seine Herde,

und er ist unser Hirte, der uns auf seine Weide führt!100,3 W ´Wir sind` sein Volk und die Herde seiner Weide.

4Kommt in die Tore seiner Stadt mit Dank,

in die Vorhöfe seines Heiligtums mit Lobgesang!100,4 W Kommt in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang.

Dankt ihm und preist seinen Namen!

5Denn reich an Güte ist der HERR, ewig währt seine Gnade,

und seine Treue gilt auch allen künftigen Generationen.

101

Der König gelobt, gerecht zu regieren

1011Von David. Ein Psalm.

Von Güte und Recht will ich singen

und dir zu Ehren, HERR, auf der Harfe spielen.

2Aufmerksam will ich darauf achten, einen guten Weg zu gehen.

Wann kommst du, ´Gott`, zu mir?101,2 Vielleicht hat David sich hier gewünscht, dass die Bundeslade, der heiligste Gegenstand des damaligen Kultus, ihren Platz in Jerusalem bekommt. Siehe 2. Samuel 6.

Mit aufrichtigem Herzen will ich handeln in meinem Königshaus.

3Was schändlich ist, werde ich nicht ins Auge fassen.

Ich hasse es, wenn Menschen sich von Gott abwenden101,3 Od Übertretungen zu begehen hasse ich.

nichts davon soll bei mir zu finden sein.

4Wer falsch ist, mit dem will ich nichts zu tun haben.101,4 W Ein falsches Herz soll von mir weichen.

Boshafte Menschen sollen mir fernbleiben.

5Wer heimlich seinen Nächsten verleumdet,

den will ich zum Schweigen bringen.

Leute mit überheblichem Blick und stolzem Herzen

will ich nicht in meiner Nähe dulden.

6Mein Augenmerk gilt denen im Land, auf die man sich verlassen kann.

Solche Menschen sollen um mich sein.

Wer einen guten Weg geht, der darf mir dienen.

7Ein Betrüger jedoch soll nicht bei mir im Haus sitzen;

wer Lügen verbreitet, der muss mir aus den Augen gehen!

8Morgen für Morgen will ich alle gottlosen Verbrecher im Land zum Schweigen bringen,

um alle Übeltäter aus der Stadt des HERRN auszurotten.

102

Ein Gebet in großer Not für das zukünftige Jerusalem

1021Gebet eines vom Leid Gebeugten, der verzweifelt ist und sein Herz vor dem HERRN ausschüttet.

2HERR, höre mein Gebet!

Möge mein lauter Hilferuf doch bis zu dir dringen!

3Verbirg dich nicht vor mir, jetzt, wo ich in Not bin!

Neige dich herab zu mir und schenk mir ein offenes Ohr;

jetzt rufe ich zu dir – erhöre mich doch bald!

4Denn meine Tage verflüchtigen sich so schnell wie Rauch102,4 So in Anlehnung an viele hebräische Handschriften, die Septuaginta und andere alte Übersetzungen. Der Masoretische Text lautet: verflüchtigen sich im Rauch.,

in meinen Gliedern brennt es wie Feuer.

5Mein Herz ist ausgetrocknet wie versengtes Gras.

Ich vergesse sogar, mein Brot zu essen.

6Mein lautes Stöhnen hat mich ausgezehrt,

ich bin nur noch Haut und Knochen.102,6 W Vor lauter Stöhnen klebt mein Gebein an meinem Fleisch.

7Ich gleiche einem Vogel in der Wüste,

einer Eule in verlassenen Ruinen.

8Nachts finde ich keinen Schlaf,

ich bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.

9Den ganzen Tag verhöhnen mich meine Feinde.

Ausgelassen ziehen sie über mich her

und missbrauchen meinen Namen,

wenn sie jemanden verwünschen.102,9 W Die mich verhöhnen, schwören bei mir. D. h. sie verfluchen jemand mit den Worten: »Gott soll es dir ergehen lassen wie diesem da!« Die Septuaginta übersetzt hier: Den ganzen Tag schmähten mich meine Feinde; und die mich einst lobten, haben nun gegen mich geschworen.

10Asche ist mein Brot geworden,

was ich trinke, ist vermischt mit Tränen.

11Das sind die Folgen deines grimmigen Zorns –

du hast mich hochgehoben und wieder zu Boden geworfen.

12Meine Tage gleichen dem Schatten,

der am Abend immer länger wird102,12 W gleichen einem gestreckten Schatten.,

ich verdorre wie das Gras.

13Du aber, HERR, regierst für immer,

jetzt und in allen künftigen Generationen wird man dich ehren102,13 W und dein Gedenken bleibt von Generation zu Generation..

14Du selbst wirst dich erheben

und dich der Stadt Zion voll Erbarmen zuwenden,

denn es ist an der Zeit, ihr gnädig zu sein.

Ja, der Zeitpunkt dafür ist gekommen.

15Deine Diener freuen sich über Zions schöne Mauersteine,

und sie bedauern voller Schmerz, dass nun alles in Schutt liegt.

16Aber es kommt die Zeit,

in der die Völker Ehrfurcht haben werden vor dem Namen des HERRN

und alle Könige der Erde vor deiner Herrlichkeit.

17Denn der HERR wird Zion wieder aufbauen

und dort erscheinen in seiner Herrlichkeit.

18Er wird sich dem Gebet der Verlassenen wieder zuwenden,

ihre Bitten wird er nicht zurückweisen.

19Dies soll man aufschreiben für eine spätere Generation,

und so wird ein Volk, das erst noch geschaffen wird, den HERRN preisen.

20Er schaut herab aus seinem Heiligtum in der Höhe;

ja, der HERR blickt vom Himmel auf die Erde,

21um das Seufzen der Gefangenen zu hören,

um die Todgeweihten zu befreien.

22Und so werden sie in der Stadt Zion wieder den Namen des HERRN verkünden,

seinen Ruhm verbreiten in Jerusalem,

23wenn Völker sich dort versammeln,

Menschen aus allen Königreichen, um dem HERRN zu dienen.

24Doch jetzt, mitten im Leben, hat Gott meine Kraft gebrochen102,24 W Er hat meine Kraft gebrochen auf dem Weg.,

meine Lebenszeit hat er verkürzt.

25Deshalb bitte ich: Mein Gott,

raffe mich nicht schon in der Lebensmitte hinweg!

Du allein lebst ewig –

über alle künftigen Generationen hinaus.

26Du hast am Anfang das Fundament der Erde gelegt,

und auch der Himmel ist das Werk deiner Hände.

27Himmel und Erde werden vergehen, du aber bleibst.

Sie werden alt werden wie ein ´abgenutztes` Kleid,

du wirst sie auswechseln wie ein ´abgetragenes` Gewand,

und so werden sie verwandelt.

28Du aber bleibst immer derselbe,

und deine Zeit wird kein Ende haben.

29Die Kinder all derer, die dir dienen,

dürfen ´im Land` wohnen bleiben,

und ihre Nachkommen werden vor dir Bestand haben.