Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
6

Warnung vor einer Bürgschaft

61Mein Sohn, hast du für jemand, den du kennst,

eine Bürgschaft übernommen?

Hast du dich bei einem Fremden mit Handschlag verpflichtet, ´notfalls für die Schulden deines Bekannten aufzukommen`?

2Wenn du an deine Zusage gebunden bist

und dein Versprechen nicht mehr zurücknehmen kannst,

3dann hat dein Bekannter dich in der Hand.

Rette dich aus dieser Lage, mein Sohn, und tu folgendes:

Geh so schnell wie möglich zu ihm

und beknie ihn, ´dass er seine Schulden bezahlt`.

4Gönn deinen Augen keinen Schlaf mehr

und schließe sie nicht mal einen Moment.6,4 W Gönne deinen Augen keinen Schlaf und keinen Schlummer deinen Lidern.

5Reiß dich los wie eine Gazelle aus der Hand ´des Jägers`

und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelfängers.

Warnung vor der Faulheit

6Beobachte die Ameise, du Faulpelz!

Nimm ihr Verhalten zum Vorbild, damit du weise wirst.

7Sie hat keinen Anführer,

keinen Aufseher oder Vorgesetzten,

8und doch sorgt sie im Sommer für ihre Nahrung

und sammelt in der Erntezeit ihre Vorräte ein.

9Wie lange willst du Faulpelz noch liegen bleiben?

Wann stehst du endlich auf?

10»Ein bisschen will ich noch schlafen«, ´sagst du`,

»nur ein kleines Nickerchen halten,

mal kurz die Hände in den Schoß legen

und mich ausruhen« –

11da ist schon die Armut im Anmarsch,

und die Not überfällt dich wie ein bewaffneter Mann.

Warnung vor dem Nichtsnutz

12Wer umhergeht und Lügen verbreitet,

ist ein nichtsnutziger, übler Mensch.

13Er verdreht hämisch die Augen,

gibt ´Gleichgesinnten heimlich` Zeichen mit seinen Füßen

und Winke mit den Händen.

14Er hat ein falsches Herz, er schmiedet böse Pläne,

und wo er auftaucht, stiftet er Streit.

15Deshalb wird das Unglück plötzlich über ihn hereinbrechen,

ganz unerwartet wird er zerschmettert,

ohne dass es Rettung gibt.

Was der HERR verabscheut - ein Zahlenspruch

16Sechs ´Dinge` sind dem HERRN verhasst,

und das siebte verabscheut er ´ganz besonders`:6,16 Es handelt sich hier um einen sogenannten Zahlenspruch, wie er öfter in den Weisheitsbüchern vorkommt. Damit soll im Hebräischen eine Intensivierung der Aussage bewirkt werden.

17Augen voller Hochmut, eine falsche Zunge,

Hände, die unschuldiges Blut vergießen,

18ein Herz, das heimtückische Pläne schmiedet,

Füße, die eilig dem Bösen nachlaufen,

19einen falschen Zeugen, der Lügen verbreitet,

und einen Menschen, der Brüder gegeneinander aufhetzt.

Warnung vor Ehebruch

20Mein Sohn, halte dich an die Gebote deines Vaters

und lehne die Anweisungen deiner Mutter nicht ab.

21Bewahre sie in deinem Herzen

und trage sie wie eine Kette um deinen Hals.6,21 W Binde sie stets auf dein Herz, winde sie um deinen Hals.

22Wenn du gehst, leiten sie dich,

wenn du liegst, behüten sie dich.

Und bist du wieder aufgewacht,

dann geben sie dir guten Rat6,22 W sprechen sie dich an..

23Das Gebot leuchtet dir, ´wo immer du gehst`,

und die Weisung ist ein Licht ´auf deinem Weg`.

Strenge Erziehung ist der Weg zum Leben

24und bewahrt dich vor der boshaften Frau,

vor der Unbekannten, die dich

mit schmeichlerischen Worten umgarnen möchte6,24 W vor der glatten Zunge der Fremden. Vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 2,16..

25Lass dich von ihrer Schönheit nicht verführen6,25 W Begehre in deinem Herzen nicht ihre Schönheit.

und von ihrem Augenaufschlag nicht gefangen nehmen.

26Denn der Lohn für eine Hure

ist nicht mehr als ein Laib Brot6,26 Wenn du einer Hure verfällst, bleibt dir am Ende nichts als ein Laib Brot.,

aber die Frau eines anderen Mannes

kann dich dein Leben kosten6,26 W und die Frau eines Mannes – ein kostbares Leben jagst du/jagt sie. .

27Kann einer etwa unter seinem Gewand Feuer mit sich tragen,

ohne sich die Kleidung zu versengen?

28Oder kann jemand über glühende Kohlen gehen,

ohne sich die Füße zu verbrennen?

29So ergeht es auch dem, der sich

mit der Frau eines anderen einlässt:

keiner, der sie berührt, kommt ungestraft davon.

30Verachtet man nicht ´bereits` einen Dieb,

der nur stiehlt, um seinen Hunger zu stillen?

31Wird er dabei ertappt,

dann muss er ´das Gestohlene` siebenfach ersetzen,

und das kostet ihn ´im schlimmsten Fall`

seinen ganzen Besitz.

32Wer jedoch mit einer ´verheirateten` Frau die Ehe bricht,

hat den Verstand verloren.

Wer so etwas tut, der zerstört sein Leben.

33Schimpf und Schande6,33 W Schlag und Schande. erntet er,

und seine Schmach wird er nie wieder los6,33 W wird nie mehr ausgelöscht..

34Denn ein eifersüchtiger Ehemann tobt vor Zorn

und kennt kein Mitleid am Tag der Rache.

35Er nimmt keine Entschädigung an

und lässt sich nicht besänftigen,

wenn du ihn auch mit noch so vielen Geschenken bestichst.