Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
3

Die wahre Beschneidung

31Vor allem3,1 Zum Schluss., liebe Geschwister: Freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid!3,1 Od Freut euch am Herrn!

Was ich euch im Folgenden schreibe, sind Dinge, die ich euch schon früher gesagt habe. Mir macht es nichts aus, mich zu wiederholen3,1 Od dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Euch das immer wieder zu schreiben macht mir nichts aus. W Freut euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben macht mir nichts aus., und euch gibt es ´eine umso größere` Sicherheit ´im Glauben`.

2Nehmt euch in Acht vor den ´unreinen` Hunden3,2 Hunde: Bei den gesetzestreuen Juden ein Schimpfwort für Menschen, die das Gesetz des Mose nicht befolgten und daher als unrein galten. Paulus hingegen bezeichnet mit dem Ausdruck diejenigen jüdischen Lehrer, die von den Christen forderten, das ganze mosaische Gesetz einzuhalten, um Gottes Anerkennung zu finden.! Nehmt euch in Acht vor den Unheilstiftern! Nehmt euch in Acht vor denen, die letztlich nicht beschneiden, sondern verstümmeln3,2 die letztlich nicht beschnitten, sondern verstümmelt sind. W Nehmt euch in Acht vor der Zerschneidung. Paulus charakterisiert mit Hilfe eines Wortspiels (»Zerschneidung«) die von den falschen Lehrern geforderte rein äußerliche Beschneidung (verstanden als notwendige Voraussetzung für den Zugang zu Gott) und stellt sie der für Christen allein verbindlichen »inneren« Beschneidung gegenüber, die im Folgenden näher beschrieben wird. Vergleiche auch Römer 2,28.29 und Kolosser 2,11.! 3Die wirklich Beschnittenen sind wir3,3 Vergleiche Römer 2,28.29 und Kolosser 2,11., denn wir dienen Gott unter der Leitung seines Geistes und vertrauen nicht auf unsere Vorrechte und auf eigene Leistungen, sondern auf Jesus Christus; er ist unser ganzer Stolz3,3 W sind wir, die wir durch den Geist Gottes dienen (aL(2) die wir Gott durch den Geist dienen) und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen..

4Dabei hätte gerade ich allen Grund, mich auf Vorrechte und Leistungen3,4 W mich auf Fleisch. zu verlassen. Wenn andere meinen, sie könnten auf solche Dinge bauen3,4 W auf Fleisch vertrauen. – ich könnte es noch viel mehr: 5Ich wurde, ´wie es das Gesetz des Mose vorschreibt,` acht Tage nach meiner Geburt beschnitten. Ich bin meiner Herkunft nach ein Israelit, ein Angehöriger des Stammes Benjamin, ein Hebräer mit rein hebräischen Vorfahren. Meine Treue zum Gesetz zeigte sich darin, dass ich zu den Pharisäern3,5 Eine besonders gesetzestreue religiöse Partei in Israel. gehörte3,5 W Was das Gesetz betrifft, war ich ein Pharisäer. – Die Pharisäer: eine besonders gesetzestreue religiöse Partei in Israel., 6und in meinem Eifer, ´für das Gesetz zu kämpfen,` ging ich so weit, dass ich die Gemeinde verfolgte. Ja, was die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit betrifft3,6 W was die Gerechtigkeit im Gesetz / durch das Gesetz betrifft., war mein Verhalten tadellos.

7Doch genau die Dinge, die ich damals für einen Gewinn hielt, haben mir – wenn ich es von Christus her ansehe – nichts als Verlust gebracht. 8Mehr noch: Jesus Christus3,8 W Christus Jesus., meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte3,8 Od dass ich alle diese Dinge auch weiterhin für einen Verlust halte. W dass ich alles für einen Verlust halte.. Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt3,8 W habe ich (das) alles verloren / habe ich mich um (das) alles bringen lassen.; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus; 9es ist mein tiefster Wunsch, mit ihm verbunden zu sein3,9 Od es soll sich einmal erweisen, dass ich (völlig) mit ihm verbunden bin.. Darum will ich nichts mehr wissen von jener Gerechtigkeit, die sich auf das Gesetz gründet und die ich mir durch eigene Leistungen erwerbe. Vielmehr geht es mir um die Gerechtigkeit, die uns durch den Glauben an Christus3,9 die uns aufgrund der Treue Christi. geschenkt wird – die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist. 10Ja, ich möchte Christus immer besser kennen lernen; ich möchte die Kraft, mit der Gott ihn von den Toten auferweckt hat3,10 Od die Kraft, mit der er als der Auferstandene regiert., an mir selbst erfahren und möchte an seinem Leiden teilhaben, sodass ich ihm bis in sein Sterben hinein ähnlich werde3,10 sodass die Haltung, die ihn bis in sein Sterben hinein bestimmte, auch meine Haltung ist. W 10 Ja, ich möchte ihn kennen (lernen) und die Kraft seiner Auferstehung und die Teilhabe an seinen Leiden, indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde.. 11Dann werde auch ich – das ist meine feste Hoffnung – unter denen sein, die von den Toten auferstehen.3,11 Gemeint ist die Auferstehung derer, die zu Christus gehören (siehe z. B. 1. Korinther 15,23; 1. Thessalonicher 4,16).

Noch nicht am Ziel, aber ganz auf das Ziel ausgerichtet

12Es ist also nicht etwa so, dass ich das ´alles` schon erreicht hätte und schon am Ziel wäre3,12 Od und schon vollkommen wäre.. Aber ich setze alles daran, ans Ziel zu kommen und von diesen Dingen Besitz zu ergreifen, nachdem3,12 Od weil. Od und von dem ´Heil` Besitz zu ergreifen, wofür. Jesus Christus3,12 W Christus Jesus. von mir Besitz ergriffen hat. 13Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, 14und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat3,14 Nach anderer Auffassung bezieht sich durch Jesus Christus auf den ersten Teil des Verses: und laufe mit der Hilfe von Jesus Christus mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen. W dem Ziel entgegen, hin zu dem Siegespreis der Berufung durch Gott nach oben in/durch Christus Jesus..

15Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat3,15 Od die wir vollkommen sein möchten. (ironisch) die wir uns für vollkommen halten. W die wir vollkommen/zielbewusst sind., wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten3,15 W wollen darauf ausgerichtet sein / wollen so eingestellt sein.. Und wenn eure Einstellung in dem einen oder anderen Punkt davon abweicht, wird Gott euch auch darin die nötige Klarheit schenken. 16Doch von dem, was wir bereits erreicht haben, wollen wir uns auf keinen Fall wieder abbringen lassen!

17Folgt alle meinem Beispiel, Geschwister, und richtet euch auch an denen aus, deren Leben dem Vorbild entspricht, das ihr an uns habt. 18Viele leben nämlich ganz anders. Ich habe euch schon oft vor ihnen gewarnt, und auch jetzt kann ich nur unter Tränen von ihnen reden: Sie sind Feinde des Kreuzes Christi, 19und sie enden im Verderben. Ihr Gott sind ihre eigenen Begierden3,19 W Ihr Gott ist ihr Bauch. – Bauch wird verschieden gedeutet: auf Völlerei bzw. auf irdische Begierden jeder Art (so der NGÜ-Text) oder auch – weniger wahrscheinlich – auf das Vertrauen auf eigene Leistungen (wie z. B. beim Befolgen der alttestamentlichen Speisegebote)., und sie sind stolz auf Dinge, für die sie sich eigentlich schämen müssten3,19 und worauf sie jetzt stolz sind, das wird sich einmal als ihre Schande (d. h. als ihr Verderben) herausstellen. W und ihre Ehre/Herrlichkeit ist in ihrer Schande.. Das Einzige, was sie interessiert, ist diese irdische Welt.

20Wir dagegen sind Bürger des Himmels, und vom Himmel her erwarten wir auch unseren Retter – Jesus Christus, den Herrn. 21Er wird unseren unvollkommenen Körper3,21 W unseren Niedrigkeits-Körper. umwandeln und wird ihn seinem eigenen Körper gleichmachen, der Gottes Herrlichkeit widerspiegelt3,21 W und wird ihn seinem Herrlichkeits-Körper gleichmachen.. Er hat die Macht dazu, genauso, wie er auch die Macht hat, das ganze Universum seiner Herrschaft zu unterstellen.

4

41Das soll also eure Einstellung sein, liebe Freunde. Haltet daher treu zum Herrn!4,1 W 1 Daher, liebe Freunde, steht auf diese Weise fest im Herrn! Ihr seid doch meine Geschwister, die ich liebe und nach denen ich mich sehne; ihr seid meine Freude und mein Siegeskranz, ´der Lohn für alle meine Mühe`!

Anweisungen und Ratschläge

2Ich ermahne Evodia, und ich ermahne Syntyche, ihre Unstimmigkeiten beizulegen und sich ganz auf das gemeinsame Ziel auszurichten; sie gehören ja beide dem Herrn4,2 W Syntyche, dieselbe Gesinnung zu haben im Herrn.. 3Und dich, meinen treuen Weggefährten4,3 Ein namentlich nicht genannter, aber den Christen in Philippi offensichtlich gut bekannter Mitarbeiter des Paulus., bitte ich, ihnen dabei zu helfen. Schließlich haben diese beiden Frauen Seite an Seite mit mir für die Sache des Evangeliums gekämpft – sie und Klemens und meine übrigen Mitarbeiter, deren Namen im Buch des Lebens stehen.

4Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid4,4 Od freut euch am Herrn. W 4 Freut euch im Herrn zu jeder Zeit.! Und noch einmal sage ich: Freut euch! 5Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ´ihr wisst ja, dass` das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. 6Macht euch4,6 Od mit allen Menschen. ´Ihr wisst, dass` der Herr bei euch (w der Herr nahe) ist. 6 Macht euch daher. um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn. 7Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht4,7 Od der weit über alles menschliche Planen hinausführt., über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid4,7 W übersteigt, eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren..

8Und noch etwas, Geschwister: Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig4,8 Od liebenswert. sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. 9Haltet euch bei allem, was ihr tut, an die Botschaft, die euch verkündet worden ist und die ihr angenommen habt4,9 Od die an euch weitergegeben und euch verkündet worden ist. W die ihr gelernt und übernommen habt.; lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe4,9 W wie ihr es ´von mir` gehört und an mir gesehen habt.. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein.

Dank für die empfangene Hilfe

10Ich habe mich sehr gefreut und bin dem Herrn dankbar4,10 W Ich habe mich im Herrn sehr gefreut., dass es euch wieder einmal möglich war, etwas für mich zu tun.4,10 Die Christen von Philippi hatten Paulus eine Gabe (wahrscheinlich Geld) geschickt, siehe Vers 18. Ihr hattet das ja die ganze Zeit über im Sinn, doch fehlte euch bisher die Gelegenheit dazu. 11Ich sage das nicht etwa wegen der Entbehrungen, die ich zu ertragen hatte4,11 Od zu ertragen habe.; denn ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. 12Ich weiß, was es heißt, sich einschränken zu müssen, und ich weiß, wie es ist, wenn alles im Überfluss zur Verfügung steht. Mit allem bin ich voll und ganz vertraut: satt zu sein und zu hungern, Überfluss zu haben und Entbehrungen zu ertragen. 13Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich4,13 W Alles kann ich in dem / durch den, der mich. stark macht.

14Trotzdem war es gut4,14 Od war es lieb von euch., dass ihr euch in meiner schwierigen Lage um mich gekümmert habt. 15Dieselbe Hilfsbereitschaft habt ihr ja von allem Anfang an bewiesen, liebe Philipper; ihr wisst es selbst am besten. Nachdem ich euch das Evangelium verkündet hatte und dann aus der Provinz Mazedonien abgereist war4,15 Od Dieselbe Hilfsbereitschaft habt ihr ja schon früher bewiesen, liebe Philipper; ihr wisst es selbst am besten. Nachdem ich aus Mazedonien abgereist war und begonnen hatte, das Evangelium auch in anderen Provinzen zu verkünden. W 15 Ihr wisst es aber auch selbst, Philipper: Am Anfang des Evangeliums (d. h. der Evangeliumsverkündigung), als ich von Mazedonien wegging., kam es zwischen euch und mir zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen; ihr wart die einzige Gemeinde, mit der es sich so verhielt. 16Ja, sogar als ich noch ´in Mazedonien` war, in Thessalonich, habt ihr mir mehr als einmal4,16 Od in Thessalonich und auch danach mehr als einmal, habt ihr mir. etwas zu meiner Unterstützung zukommen lassen. 17Denkt jetzt nicht, ich wäre darauf aus, noch mehr zu bekommen. Es geht mir vielmehr darum, dass der Gewinn, den ihr selbst von eurem Geben habt, immer weiter anwächst.

18Im Übrigen habe ich alles erhalten, was4,18 Od habe ich den ganzen Betrag erhalten, den. ihr mir geschickt habt, und habe jetzt mehr als genug. Ich bin mit allem reichlich versorgt, seit Epaphroditus mir eure Gabe überbracht hat. Sie ist wie ein Opfer, dessen Duft vom Altar zu Gott aufsteigt4,18 W Sie ist ein angenehmer Geruch., ein Opfer, das Gott willkommen ist und an dem er Freude hat. 19Und was eure eigenen Bedürfnisse angeht, so wird derselbe Gott, der für mich sorgt, auch euch durch Jesus Christus mit allem versorgen, was ihr braucht – er, der unerschöpflich reich ist und dem alle Macht und Herrlichkeit gehört.4,19 Nach anderer Auffassung bezieht sich durch Jesus Christus auf den Schluss des Verses: auch euch mit allem versorgen, was ihr braucht, wie es seinem Reichtum und seiner Herrlichkeit entspricht, an denen wir durch (unsere Verbindung mit) Jesus Christus teilhaben. W 19 Mein Gott aber wird euch mit allem versorgen, was ihr braucht, entsprechend seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. 20Gott, unserem Vater,4,20 W Unserem Gott und Vater. gebührt die Ehre für immer und ewig! Amen.

Abschließende Grüße

21Grüßt jeden einzelnen Gläubigen im Namen von Jesus Christus.4,21 Od Grüßt jeden einzelnen Gläubigen, jeden, der mit Jesus Christus verbunden ist. W Grüßt jeden Heiligen in Christus Jesus. Die Geschwister, die bei mir sind, lassen euch grüßen. 22Auch alle anderen Gläubigen4,22 W Heiligen. hier schicken euch Grüße, besonders die, die im Dienst des Kaisers stehen4,22 W besonders die vom Haus des Kaisers.. 23Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit jedem von euch4,23 W sei mit eurem Geist. Eine gut bezeugte Lesart fügt hinzu: Amen.!