Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
8

Jesus gibt noch einmal einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 15,32-39

81In jenen Tagen war wieder einmal eine große Menschenmenge ´bei Jesus`. Da die Leute nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sagte: 2»Mir tun diese Menschen leid. Seit drei Tagen sind sie nun schon bei mir und haben nichts zu essen. 3Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, brechen sie unterwegs vor Erschöpfung zusammen; außerdem sind einige unter ihnen von weit her gekommen.« 4Die Jünger erwiderten: »Wo soll man denn hier in dieser einsamen Gegend genug Brot bekommen, um sie alle satt zu machen?« 5Doch Jesus fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr?« – »Sieben«, antworteten sie. 6Da forderte er die Menge auf, sich auf dem Boden zu lagern. Er nahm die sieben Brote, dankte Gott dafür und brach sie in Stücke. Dann gab er sie seinen Jüngern zum Verteilen, und die Jünger teilten sie an die Menge aus. 7Sie hatten auch noch ein paar kleine Fische. Jesus ließ sie ebenfalls verteilen, nachdem er Gott dafür gedankt hatte. 8Und die Leute aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was8,8 W was an Stücken. übrig geblieben war – sieben Körbe voll. 9Die Zahl derer, die an der Mahlzeit teilgenommen hatten, belief sich auf ungefähr viertausend.

Als Jesus die Leute dann entlassen hatte, damit sie nach Hause gehen konnten, 10stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in die Gegend von Dalmanuta.

Zeichenforderung der Pharisäer

Mt 16,1-4

11Die Pharisäer kamen zu Jesus und begannen ein Streitgespräch mit ihm. Sie wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 12Jesus seufzte tief8,12 W seufzte tief in seinem Geist.. »Warum verlangt diese Generation ein Zeichen?«, sagte er. »Ich versichere euch: Nie und nimmer wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!« 13Damit ließ er sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr auf die andere Seite des Sees.

Der Sauerteig der Pharisäer und der Sauerteig des Herodes

Mt 16,5-12

14Die Jünger hatten vergessen, Brot mitzunehmen; nur ein einziges Brot hatten sie bei sich im Boot. 15»Nehmt euch in Acht!«, schärfte Jesus ihnen ein. »Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!«

16Da machten sie sich untereinander Gedanken darüber, dass sie kein Brot bei sich hatten8,16 Od/AL(1) darüber und meinten: »Das sagt er sicher, weil wir kein Brot bei uns haben.« Vergleiche Matthäus 16,7.. 17Als Jesus merkte, was sie beschäftigte, sagte er: »Warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr immer noch nichts? Begreift ihr denn gar nicht? Sind eure Herzen so verschlossen8,17 Od verstockt.? 18Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören? Erinnert ihr euch nicht daran, 19wie ich die fünf Brote für die Fünftausend in Stücke brach? Wie viele Körbe voller Reste habt ihr damals aufgesammelt?« – »Zwölf«, antworteten sie. 20»Und als ich die sieben Brote für die Viertausend in Stücke brach, wie viele Körbe voller Reste habt ihr da aufgesammelt?« – »Sieben«, antworteten sie. 21Da sagte er zu ihnen: »Begreift ihr immer noch nichts?«

Heilung eines Blinden bei Betsaida

22Sie kamen nach Betsaida. Dort brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, den Mann anzurühren. 23Jesus nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Ort hinaus. Er benetzte ihm die Augen mit Speichel8,23 W Er spuckte in/auf seine Augen., legte ihm die Hände auf und fragte ihn: »Siehst du etwas?« 24Der Mann blickte auf8,24 Der Mann gewann sein Augenlicht (wieder). und erwiderte: »Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.8,24 W Ich sehe die Menschen: Wie Bäume sehe ich sie umhergehen.« 25Da legte Jesus ihm noch einmal die Hände auf die Augen; nun konnte er deutlich sehen. Er war geheilt und konnte alles klar erkennen. 26»Geh nicht in den Ort ´zu den Leuten`8,26 AL(2) in dem Ort und sag es niemand in dem Ort.«, sagte Jesus und schickte ihn nach Hause.

Das Bekenntnis des Petrus

Mt 16,13-20; Lk 9,18-21

27Jesus ging mit seinen Jüngern weiter in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er sie: »Für wen halten mich die Leute?« – 28»Manche halten dich für Johannes den Täufer«, erwiderten sie, »manche für Elia und manche für einen der anderen Propheten.« – 29»Und ihr«, fragte er, »für wen haltet ihr mich?« Petrus antwortete: »Du bist der Messias8,29 Od Christus.30Daraufhin schärfte Jesus ihnen ein, niemand etwas davon8,30 Od von ihm. zu sagen.

Jesus kündigt zum ersten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 16,21-23; Lk 9,22

31Jesus sprach mit seinen Jüngern8,31 W Er belehrte sie. zum ersten Mal darüber, dass der Menschensohn vieles erleiden müsse und von den Ältesten, den führenden Priestern und den Schriftgelehrten verworfen werde; er werde getötet werden und drei Tage danach8,31 Bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag, an dem Jesus stirbt, mitgerechnet. Nach der bei uns üblichen Zählung handelt es sich um den zweiten Tag danach. Ebenso in Kapitel 9,31; 10,34. auferstehen.

32Klar und offen redete er darüber. Da nahm Petrus ihn beiseite und versuchte mit aller Macht, ihn davon abzubringen8,32 W und begann ihn scharf zurechtzuweisen.. 33Aber Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies ihn scharf zurecht: »Geh weg von mir, Satan! Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.8,33 W Geh hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht die Dinge Gottes, sondern die der Menschen.«

Anforderungen der Nachfolge

Mt 16,24-28; Lk 9,23-27

34Dann rief Jesus die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sagte: »Wenn jemand mein Jünger sein8,34 W Wenn jemand mir nachfolgen (aL(1) hinter mir hergehen). Vergleiche Matthäus 16,24; Lukas 9,23. will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen8,34 Od verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen; dann wird er mein Nachfolger sein.. 35Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. 36Was8,36 W Denn was. nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt8,36 W zu gewinnen und sein Leben / seine Seele einzubüßen?? 37Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben8,37 Od für seine Seele. geben? 38Wer in dieser von Gott abgefallenen und sündigen Zeit8,38 W 38 Denn wer in dieser ehebrecherischen/bundesbrüchigen und sündigen Generation. nicht zu mir und meinen Worten steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.«

9

91Und Jesus fügte hinzu: »Ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben9,1 W werden den Tod nicht schmecken., bis sie das Reich Gottes in seiner Macht kommen9,1 W gekommen. sehen.«

Drei Jünger werden Zeugen der Herrlichkeit Jesu

Mt 17,1-8; Lk 9,28-36

2Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und stieg mit ihnen auf einen hohen Berg, wo sie ganz allein waren. Dort veränderte sich vor ihren Augen sein Aussehen. 3Seine Kleider begannen leuchtend weiß zu glänzen, so hell, wie es kein Färber9,3 W Walker. Zu den Aufgaben eines Walkers gehörte unter anderem das Reinigen und Bleichen von Stoffen. auf der ganzen Erde hätte machen können. 4Dann erschienen Elia und Mose vor ihnen9,4 W erschien ihnen Elia mit Mose.; die beiden redeten mit Jesus. 5Da ergriff Petrus das Wort. »Rabbi«, sagte er zu Jesus, »wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen9,5 Od drei Zelte aufschlagen., eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« 6Petrus wusste nämlich nicht, was er sagen sollte9,6 Od was er sagte., so erschrocken waren er und die beiden anderen Jünger. 7Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie9,7 Od und hüllte sie ein., und aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!« 8Und als sie um sich schauten, sahen sie auf einmal niemand mehr außer Jesus; er allein war noch bei ihnen.

Jesus und Elia

Mt 17,9-13

9Während sie den Berg hinunterstiegen, schärfte Jesus den drei Jüngern ein, niemand zu erzählen, was sie erlebt9,9 W gesehen. hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 10Diese Bemerkung Jesu ließ sie nicht mehr los, und sie überlegten miteinander9,10 Od 10 Sie befolgten diese Anweisung, doch sie überlegten miteinander. Od 10 Sie behielten die Sache für sich, doch sie überlegten., was er wohl gemeint hatte, als er von der Auferstehung von den Toten sprach.

11Schließlich fragten sie Jesus: »Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elia kommen muss?« 12Jesus erwiderte: »Es stimmt, zuerst kommt Elia und stellt alles wieder her. Doch wieso heißt es in der Schrift, dass der Menschensohn9,12 Doch was heißt es in der Schrift über den Menschensohn? Es heißt, dass er. vieles erleiden muss und von den Menschen verachtet sein wird?9,12 Siehe z. B. Psalm 22; 118,22; Jesaja 53. 13Ich sage euch aber: Elia ist bereits gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten; so steht es ja auch über ihn in der Schrift.«

Heilung eines besessenen Jungen

Mt 17,14-21; Lk 9,37-43

14Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, waren diese von einer großen Menschenmenge umringt, darunter einige Schriftgelehrte, die ein Streitgespräch mit ihnen führten. 15Sobald die Menge Jesus sah, geriet sie in große Erregung. Alle liefen zu ihm hin und begrüßten ihn. 16»Worüber streitet ihr euch denn?9,16 W Worüber streitet ihr mit ihnen (d. h. wohl: mit meinen Jüngern)?«, fragte er. 17Einer aus der Menge antwortete: »Meister, ich bin mit meinem Sohn gekommen; ich wollte mit ihm zu dir, weil er einen stummen9,17 stumm machenden. Geist hat. 18Wo immer dieser ihn packt, wirft er ihn zu Boden; dem Jungen tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird ganz starr. Ich habe deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, doch sie konnten es nicht.«

19»Was seid ihr nur für eine ungläubige Generation!«, sagte Jesus zu ihnen. »Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir!« 20Man brachte ihn, und sowie der Geist Jesus erblickte, riss er den Jungen hin und her, sodass dieser hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. 21»Wie lange geht das schon so mit ihm?«, fragte Jesus den Vater des Jungen. »Von klein auf«, antwortete der Mann. 22»Oft hat der Geist ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!« – 23»Wenn es dir möglich ist, sagst du?«, entgegnete Jesus. »Für den, der glaubt, ist alles möglich.« 24Da rief der Vater des Jungen: »Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem Unglauben!«

25Als Jesus sah, dass immer mehr Leute zusammenliefen, trat er dem bösen9,25 W unreinen. Geist mit Macht entgegen. »Du stummer und tauber9,25 stumm und taub machender. Geist«, sagte er, »ich befehle dir: Verlass diesen Jungen sofort und geh nicht wieder in ihn hinein!« 26Da schrie der Geist auf, riss den Jungen heftig hin und her und verließ ihn. Der Junge blieb regungslos liegen9,26 W Er wurde wie tot., sodass die meisten dachten, er sei tot. 27Doch Jesus ergriff ihn bei der Hand, um ihn aufzurichten. Da stand der Junge auf.

28Als Jesus ins Haus gegangen war und seine Jünger mit ihm allein waren, fragten sie ihn: »Warum konnten denn wir den Geist nicht austreiben?« 29Jesus erwiderte: »Diese Art ´von Dämonen` kann durch nichts anderes ausgetrieben werden als durch Gebet9,29 AL(2) Gebet und Fasten.

Jesus kündigt zum zweiten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 17,22-23; Lk 9,44-45

30Sie gingen von dort weiter und zogen durch Galiläa. Jesus wollte jedoch nicht, dass jemand davon erfuhr, 31denn er hatte seinen Jüngern wichtige Dinge zu sagen9,31 W denn er war dabei, seine Jünger zu lehren.. »Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen gegeben«, erklärte er, »und sie werden ihn töten; doch drei Tage, nachdem man ihn getötet hat9,31 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 8,31., wird er auferstehen.« 32Die Jünger konnten mit dieser Aussage nichts anfangen, aber sie wagten auch nicht, ihn zu fragen.

Die Frage nach der Rangordnung unter den Jüngern

Mt 18,1-5; Lk 9,46-48

33Sie kamen nach Kafarnaum. Zu Hause angelangt, fragte Jesus seine Jünger: »Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?« 34Sie schwiegen, denn sie hatten sich auf dem Weg gestritten, wer von ihnen wohl der Größte sei. 35Da setzte sich Jesus, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: »Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und der Diener aller sein.« 36Er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in seine Arme und sagte: 37»Wer solch ein Kind um meinetwillen9,37 W aufgrund von meinem Namen. aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.«

Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns

Mt 10,42; Lk 9,49-50

38Johannes sagte zu Jesus: »Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er sich nicht zu uns hält9,38 W weil er uns nicht nachfolgt.39Jesus erwiderte: »Hindert ihn nicht! Denn jemand, der unter Berufung auf meinen Namen ein Wunder tut, kann nicht gleichzeitig schlecht von mir reden. 40Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Ja, wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, der wird – das versichere ich euch – ganz gewiss nicht ohne Lohn bleiben9,41 W nicht seinen Lohn verlieren.

Warnung vor Verführung

Mt 18,6-9; Lk 17,1-2

42»Wer aber einen von diesen gering Geachteten9,42 W von diesen Kleinen/Geringen., die an mich glauben, zu Fall bringt, der käme noch gut weg, wenn man ihm einen Mühlstein9,42 W einen Eselsmühlstein (ein großer Mühlstein, der mit Hilfe eines Esels bewegt wurde). um den Hals legen und ihn damit ins Meer werfen würde. 43Und wenn es deine Hand ist, durch die du zu Fall kommst, dann hau sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt ins Leben ein, als dass du beide Hände behältst und in die Hölle musst, wo ein nie erlöschendes Feuer brennt.9,43 Die Verse 44 und 46 (nur von einer weniger gut bezeugten Lesart eingefügt) lauten genau gleich wie Vers 48. 45Und wenn es dein Fuß ist, durch den du zu Fall kommst, dann hau ihn ab! Es ist besser, du gehst als Krüppel ins Leben ein, als dass du beide Füße behältst und in die Hölle geworfen wirst. 47Und wenn es dein Auge ist, durch das du zu Fall kommst, dann reiß es aus! Es ist besser, du gehst einäugig ins Reich Gottes ein, als dass du beide Augen behältst und in die Hölle geworfen wirst, 48wo ›die Qual nicht endet9,48 W wo ›ihr Wurm nicht stirbt. und das Feuer nicht erlischt‹9,48 Jesaja 66,24..

49Jeder muss9,49 W Denn jeder wird/muss. mit Feuer gesalzen werden9,49 AL(2) werden, wie ja auch jedes Opfer mit Salz gesalzen werden wird/muss. Vergleiche 3. Mose 2,13..9,49 Vergleiche 3. Mose 2,13.

50Salz ist etwas Gutes. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben9,50 W womit werdet ihr es würzen?? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!«

10

Aufbruch nach Judäa

Mt 19,1-2

101Jesus brach von dort auf und ging in das Gebiet von Judäa und auf die andere Seite10,1 Od Judäa, und zwar auf die andere Seite. AL(2) Judäa durch die Gegend auf der anderen Seite. des Jordans. Wieder kamen die Menschen in Scharen zu ihm, und wieder lehrte er sie, wie es seine Gewohnheit war.

Über Ehe und Ehescheidung

Mt 19,3-12

2Einige Pharisäer kamen zu Jesus und fragten ihn: »Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau zu scheiden?« Sie wollten ihm damit eine Falle stellen. 3»Was für eine Vorschrift hat euch Mose gegeben?«, fragte Jesus zurück. 4Sie erwiderten: »Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau dann fortzuschicken.10,4 Vergleiche 5. Mose 24,1-4.« 5Da sagte Jesus zu ihnen: »Nur wegen eurer Uneinsichtigkeit hat Mose euch diese Vorschrift gegeben10,5 W geschrieben.. 6Am Anfang jedoch, bei der Schöpfung, hat Gott die Menschen als Mann und Frau erschaffen.10,6 1. Mose 1,27; 5,2. 7›Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden10,7 AL(1) ohne und sich mit seiner Frau verbinden., 8und die zwei werden ein Leib10,8 W Fleisch. Ebenso in der zweiten Vershälfte. sein.‹10,8 1. Mose 2,24. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Leib. 9Darum: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.«

10Zu Hause wollten die Jünger noch mehr darüber wissen. 11Jesus sagte zu ihnen: »Wer sich von seiner Frau scheidet und eine andere heiratet, begeht Ehebruch gegenüber seiner ersten Frau. 12Und auch umgekehrt: Wenn eine Frau sich von ihrem Mann scheidet und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.«

Jesus segnet die Kinder

Mt 19,13-15; Lk 18,15-17

13Es wurden auch Kinder zu Jesus gebracht; er sollte sie segnen10,13 W anrühren.. Aber die Jünger wiesen sie barsch ab. 14Als Jesus das sah, war er ungehalten. »Lasst die Kinder zu mir kommen!«, sagte er zu seinen Jüngern. »Hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. 15Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.« 16Und er nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Die Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben

Mt 19,16-26; Lk 18,18-27

17Als Jesus sich wieder auf den Weg machte, kam ein Mann angelaufen, warf sich vor ihm auf die Knie und fragte: »Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen10,17 W zu erben.?« – 18»Warum nennst du mich gut?«, entgegnete Jesus. »Gut ist nur Gott, sonst niemand.10,18 Gut ist nur der eine Gott. 19Du kennst doch die Gebote: ›Du sollst keinen Mord begehen, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst keine falschen Aussagen machen, du sollst niemand um das Seine bringen10,19 Od niemand berauben/betrügen. Vielleicht ein Hinweis auf das zehnte Gebot., ehre deinen Vater und deine Mutter!‹10,19 2. Mose 20,12-16; 5. Mose 5,16-20.« – 20»Meister«, erwiderte der Mann, »alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.« 21Jesus sah ihn voller Liebe an. Er sagte zu ihm: »Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!« 22Der Mann war tief betroffen, als er das hörte, und ging traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen.

23Jesus sah seine Jünger der Reihe nach an und sagte: »Wie schwer ist es doch für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!« 24Die Jünger waren über seine Worte bestürzt; aber Jesus sagte noch einmal: »Kinder, wie schwer ist es10,24 AL(2) ist es für die, die auf Reichtum vertrauen., ins Reich Gottes zu kommen! 25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.« 26Sie erschraken noch mehr. »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«, fragten sie einander. 27Jesus sah sie an und sagte: »Bei den Menschen ist das unmöglich, aber nicht bei Gott; für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn der Nachfolge

Mt 19,27-30; Lk 18,28-30

28Da sagte Petrus zu Jesus: »Du weißt, wir haben alles zurückgelassen und sind dir nachgefolgt.« 29Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker zurücklässt, 30bekommt alles hundertfach wieder: jetzt, in dieser Zeit, Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker – wenn auch unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben. 31Aber viele, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.«

Jesus kündigt zum dritten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 20,17-19; Lk 18,31-34

32Sie waren auf dem Weg hinauf nach Jerusalem; Jesus ging voran. Unruhe hatte die Jünger ergriffen, und auch die anderen, die mitgingen,10,32 Unruhe hatte die Leute ergriffen, und auch seine Nachfolger. Die Jünger waren erstaunt, aber die anderen, die mitgingen. Die Leute waren erstaunt, aber seine Nachfolger. hatten Angst. Er nahm die Zwölf noch einmal beiseite und kündigte ihnen an, was mit ihm geschehen werde. 33»Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf«, sagte er. »Dort wird der Menschensohn in die Gewalt der führenden Priester und der Schriftgelehrten gegeben. Sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, ´die Gott nicht kennen`. 34Die werden ihren Spott mit ihm treiben10,34 Od werden ihn verspotten., ihn anspucken, auspeitschen und schließlich töten. Doch drei Tage danach10,34 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 8,31. wird er auferstehen.«

Die Bitte von Jakobus und Johannes

Mt 20,20-23

35Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, traten an Jesus heran und sagten: »Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.« – 36»Was wollt ihr?«, fragte er. »Was soll ich für euch tun?« 37Sie antworteten: »Wir möchten, dass du uns in deiner Herrlichkeit neben dir sitzen lässt, den einen an deiner rechten Seite und den anderen an deiner linken Seite.« – 38»Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet«, entgegnete Jesus. »Könnt ihr den bitteren Kelch trinken, den ich trinken werde, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werden muss?« – 39»Das können wir!«, erklärten sie. Da sagte Jesus zu ihnen: »Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr zwar auch trinken, und die Taufe, mit der ich getauft werde, werdet auch ihr empfangen. 40Aber darüber zu verfügen, wer an meiner rechten und an meiner linken Seite sitzen wird, das steht nicht mir zu. Wer dort sitzen wird, das ist ´von Gott` bestimmt.«

Herrschen oder dienen?

Mt 20,24-28; Lk 22,24-27

41Die übrigen zehn Jünger hatten dem Gespräch zugehört10,41 Od hörten von dem Gespräch. und ärgerten sich über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus sie alle zusammen und sagte: »Ihr wisst, dass die, die als Herrscher über die Völker betrachtet werden, sich als ihre Herren aufführen und dass die Völker die Macht der Großen zu spüren bekommen. 43Bei euch ist es nicht so. Im Gegenteil: Wer unter euch groß werden will, soll den anderen dienen10,43 W soll euer Diener sein.; 44wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein10,44 W soll der Sklave/Diener aller sein.. 45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.«

Die Heilung des blinden Bartimäus

Mt 20,29-34; Lk 18,35-43

46Sie kamen nach Jericho. Als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge von dort weiterzog, saß ein blinder Bettler am Straßenrand, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47Er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der vorbeikam. Da fing er an zu rufen: »Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 48Von allen Seiten fuhr man ihn an, er solle still sein. Doch er schrie nur umso lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 49Jesus blieb stehen und sagte: »Ruft ihn her!« Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: »Hab nur Mut! Steh auf, er ruft dich!« 50Da warf der Mann seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51»Was möchtest du von mir?10,51 W Was willst du, dass ich dir tun soll?«, fragte Jesus. »Lieber Herr«10,51 W »Rabbuni« (»Lehrer/Meister/Herr«; ehrfurchtsvolle Anrede eines Gesetzeslehrers)., antwortete der Blinde, »ich möchte sehen10,51 Od wieder sehen. Ebenso im nächsten Vers. können!« 52Da sagte Jesus zu ihm: »Geh nur! Dein Glaube hat dich gerettet10,52 Od geheilt..« Im selben Augenblick konnte der Mann sehen. Nun schloss er sich Jesus an und folgte ihm auf seinem Weg.