Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Menschliche Vorschriften und Gottes Gebot

Mt 15,1-20

71Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte aus Jerusalem7,1 W einige Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren. kamen gemeinsam zu Jesus. 2Sie hatten gesehen, wie einige seiner Jünger aßen7,2 W die Brote aßen., ohne sich die Hände gewaschen zu haben. Ihre Hände galten deshalb als unrein, 3denn die Pharisäer und die Juden im Allgemeinen essen nur, wenn sie sich vorher die Hände7,3 W die Hände mit der Faust (Bedeutung ungeklärt). gewaschen haben; sie richten sich damit nach den Vorschriften, die ihnen von den Vorfahren her überliefert sind7,3 W nach der Überlieferung der Ältesten/Alten (entsprechend in Vers 5). Siehe die Anmerkung zu Matthäus 15,2.. 4Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie erst, nachdem sie sich einer Reinigung unterzogen haben.7,4 Und was vom Markt kommt, essen sie erst, nachdem sie es gereinigt haben. So halten sie noch viele andere Vorschriften ein, die ihnen überliefert worden sind, ´wie zum Beispiel` das Reinigen von Bechern, Krügen, Kupfergefäßen und Sitzpolstern7,4 AL(1) ohne und Sitzpolstern.. 5Deshalb fragten nun die Pharisäer und die Schriftgelehrten Jesus: »Warum richten sich deine Jünger nicht nach den Vorschriften, die uns von den Vorfahren her überliefert sind, sondern essen7,5 W essen das Brot. mit ungewaschenen Händen?«

6Jesus gab ihnen zur Antwort: »Was Jesaja in der Schrift prophezeit hat, trifft genau auf euch Heuchler zu7,6 W Treffend hat Jesaja über euch Heuchler prophezeit, wie es geschrieben ist.:

›Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,

aber ihr Herz ist weit von mir entfernt.

7Ihr ganzer Gottesdienst ist wertlos,

denn ihre Lehren sind nichts als Gebote von Menschen.‹7,7 Nach Jesaja 29,13.

8´Genauso ist es:` Ihr lasst Gottes Gebot außer Acht und haltet euch stattdessen an menschliche Vorschriften7,8 W Überlieferung.

9Weiter sagte Jesus zu ihnen: »Ihr versteht es glänzend, Gottes Gebot außer Kraft zu setzen, um euren eigenen Vorschriften Geltung zu verschaffen7,9 W um eure Überlieferung aufzurichten (aL(1) zu bewahren).! 10Mose hat zum Beispiel gesagt: ›Ehre deinen Vater und deine Mutter!‹7,10 2. Mose 20,12; 5. Mose 5,16. und: ›Wer Vater oder Mutter verflucht7,10 Od Wer verächtlich über Vater oder Mutter redet., soll mit dem Tod bestraft werden.‹7,10 2. Mose 21,17; 3. Mose 20,9. 11Ihr dagegen lehrt, man könne zu seinem Vater oder zu seiner Mutter sagen: ›Alles, was dir eigentlich von mir als Unterstützung zusteht, erkläre ich für Korban.‹ (Das bedeutet: Es ist eine Opfergabe ´für den Tempel`.) 12Und auf eine solche Erklärung hin lasst ihr ihn nichts mehr für seinen Vater oder seine Mutter tun. 13So setzt ihr durch eure eigenen Vorschriften7,13 W durch eure Überlieferung, die ihr überliefert habt. das Wort Gottes außer Kraft. Und von dieser Art ist vieles, was ihr tut.«

14Dann rief Jesus die Menge wieder zu sich und sagte: »Hört mir alle zu, damit ihr versteht, was ich sage! 15Nichts, was von außen kommt7,15 W was von außen in ihn hineinkommt., kann den Menschen ´in Gottes Augen` unrein machen. Unrein macht ihn vielmehr das, was aus ihm selber kommt.7,15 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 16 an: Wenn jemand Ohren hat und hören kann, dann höre er!«

17Als Jesus sich von der Menge zurückgezogen hatte und ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses Ausspruchs7,17 W dieses Gleichnisses.. 18»Dann habt ihr also auch nichts begriffen?«, erwiderte er. »Versteht ihr denn nicht, dass nichts, was von außen in den Menschen hineingelangt, ihn unrein machen kann? 19Es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird dann wieder ausgeschieden.« Damit erklärte Jesus auch, dass alle Speisen ´vor Gott` rein sind. 20»Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein«, fuhr er fort. 21»Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen Gedanken, die böse sind – Unzucht, Diebstahl, Mord, 22Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Zügellosigkeit, Missgunst, Verleumdung7,22 Od Gotteslästerung., Überheblichkeit und Unvernunft. 23All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen ´in Gottes Augen` unrein.«

Der Glaube einer Nichtjüdin

Mt 15,21-28

24Jesus brach von dort auf und ging in die Gegend von Tyrus7,24 AL(2) Tyrus und Sidon. Vergleiche Matthäus 15,21.. Weil er nicht wollte, dass jemand von seiner Anwesenheit erfuhr, zog er sich in ein Haus zurück.7,24 Od von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr. Aber es ließ sich nicht verbergen, dass er da war. 25Schon bald kam eine Frau, deren Tochter einen bösen7,25 W unreinen. Geist hatte; sie hatte gehört, dass Jesus in der Gegend war7,25 W sie hatte von ihm gehört.. 26Die Frau war keine Jüdin, sondern eine Syrophönizierin.7,26 W Die Frau aber war eine Griechin, eine Syrophönizierin der Herkunft / dem Volk nach. Sie warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 27Aber Jesus wehrte ab: »Lass zuerst die Kinder satt werden! Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.« – 28»Herr7,28 AL(2) Ja, Herr. Vergleiche Matthäus 15,27.«, entgegnete sie, »immerhin fressen die Hunde unter dem Tisch die Brotkrumen, die die Kinder fallen lassen.« – 29»Da hast du Recht«, sagte Jesus zu ihr. »Du kannst gehen.7,29 W 29 Da sagte er zu ihr: »Wegen dieses Wortes – geh! Der Dämon hat deine Tochter verlassen.« 30Als die Frau nach Hause kam, lag das Mädchen auf dem Bett; der Dämon hatte es verlassen.

Die Heilung eines Taubstummen

Mt 15,29-31

31Jesus verließ die Gegend von Tyrus wieder und ging über Sidon an den See von Galiläa, mitten in7,31 Od mitten durch. das Zehnstädtegebiet. 32Dort wurde ein Mann zu ihm gebracht, der taub war und kaum reden konnte; man bat Jesus, ihm die Hand aufzulegen. 33Jesus führte ihn beiseite, weg von der Menge. Er legte seine Finger in die Ohren des Mannes, berührte dann dessen Zunge mit Speichel, 34blickte zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Mann: »Effatá!« (Das bedeutet: »Öffne dich!«) 35Im selben Augenblick öffneten sich seine Ohren, seine Zunge war gelöst7,35 W die Fessel seiner Zunge wurde gelöst., und er konnte normal reden.

36Jesus verbot den Leuten, jemand etwas davon zu sagen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. 37Die Menschen waren vor Staunen ganz außer sich. »Wie gut ist alles, was er getan hat!«, sagten sie. »Er gibt sogar den Tauben das Gehör und den Stummen die Sprache wieder.«

8

Jesus gibt noch einmal einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 15,32-39

81In jenen Tagen war wieder einmal eine große Menschenmenge ´bei Jesus`. Da die Leute nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sagte: 2»Mir tun diese Menschen leid. Seit drei Tagen sind sie nun schon bei mir und haben nichts zu essen. 3Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, brechen sie unterwegs vor Erschöpfung zusammen; außerdem sind einige unter ihnen von weit her gekommen.« 4Die Jünger erwiderten: »Wo soll man denn hier in dieser einsamen Gegend genug Brot bekommen, um sie alle satt zu machen?« 5Doch Jesus fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr?« – »Sieben«, antworteten sie. 6Da forderte er die Menge auf, sich auf dem Boden zu lagern. Er nahm die sieben Brote, dankte Gott dafür und brach sie in Stücke. Dann gab er sie seinen Jüngern zum Verteilen, und die Jünger teilten sie an die Menge aus. 7Sie hatten auch noch ein paar kleine Fische. Jesus ließ sie ebenfalls verteilen, nachdem er Gott dafür gedankt hatte. 8Und die Leute aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was8,8 W was an Stücken. übrig geblieben war – sieben Körbe voll. 9Die Zahl derer, die an der Mahlzeit teilgenommen hatten, belief sich auf ungefähr viertausend.

Als Jesus die Leute dann entlassen hatte, damit sie nach Hause gehen konnten, 10stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in die Gegend von Dalmanuta.

Zeichenforderung der Pharisäer

Mt 16,1-4

11Die Pharisäer kamen zu Jesus und begannen ein Streitgespräch mit ihm. Sie wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 12Jesus seufzte tief8,12 W seufzte tief in seinem Geist.. »Warum verlangt diese Generation ein Zeichen?«, sagte er. »Ich versichere euch: Nie und nimmer wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!« 13Damit ließ er sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr auf die andere Seite des Sees.

Der Sauerteig der Pharisäer und der Sauerteig des Herodes

Mt 16,5-12

14Die Jünger hatten vergessen, Brot mitzunehmen; nur ein einziges Brot hatten sie bei sich im Boot. 15»Nehmt euch in Acht!«, schärfte Jesus ihnen ein. »Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!«

16Da machten sie sich untereinander Gedanken darüber, dass sie kein Brot bei sich hatten8,16 Od/AL(1) darüber und meinten: »Das sagt er sicher, weil wir kein Brot bei uns haben.« Vergleiche Matthäus 16,7.. 17Als Jesus merkte, was sie beschäftigte, sagte er: »Warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr immer noch nichts? Begreift ihr denn gar nicht? Sind eure Herzen so verschlossen8,17 Od verstockt.? 18Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören? Erinnert ihr euch nicht daran, 19wie ich die fünf Brote für die Fünftausend in Stücke brach? Wie viele Körbe voller Reste habt ihr damals aufgesammelt?« – »Zwölf«, antworteten sie. 20»Und als ich die sieben Brote für die Viertausend in Stücke brach, wie viele Körbe voller Reste habt ihr da aufgesammelt?« – »Sieben«, antworteten sie. 21Da sagte er zu ihnen: »Begreift ihr immer noch nichts?«

Heilung eines Blinden bei Betsaida

22Sie kamen nach Betsaida. Dort brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, den Mann anzurühren. 23Jesus nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Ort hinaus. Er benetzte ihm die Augen mit Speichel8,23 W Er spuckte in/auf seine Augen., legte ihm die Hände auf und fragte ihn: »Siehst du etwas?« 24Der Mann blickte auf8,24 Der Mann gewann sein Augenlicht (wieder). und erwiderte: »Ich sehe Menschen; sie gehen umher, aber sie sehen aus wie Bäume.8,24 W Ich sehe die Menschen: Wie Bäume sehe ich sie umhergehen.« 25Da legte Jesus ihm noch einmal die Hände auf die Augen; nun konnte er deutlich sehen. Er war geheilt und konnte alles klar erkennen. 26»Geh nicht in den Ort ´zu den Leuten`8,26 AL(2) in dem Ort und sag es niemand in dem Ort.«, sagte Jesus und schickte ihn nach Hause.

Das Bekenntnis des Petrus

Mt 16,13-20; Lk 9,18-21

27Jesus ging mit seinen Jüngern weiter in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er sie: »Für wen halten mich die Leute?« – 28»Manche halten dich für Johannes den Täufer«, erwiderten sie, »manche für Elia und manche für einen der anderen Propheten.« – 29»Und ihr«, fragte er, »für wen haltet ihr mich?« Petrus antwortete: »Du bist der Messias8,29 Od Christus.30Daraufhin schärfte Jesus ihnen ein, niemand etwas davon8,30 Od von ihm. zu sagen.

Jesus kündigt zum ersten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 16,21-23; Lk 9,22

31Jesus sprach mit seinen Jüngern8,31 W Er belehrte sie. zum ersten Mal darüber, dass der Menschensohn vieles erleiden müsse und von den Ältesten, den führenden Priestern und den Schriftgelehrten verworfen werde; er werde getötet werden und drei Tage danach8,31 Bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag, an dem Jesus stirbt, mitgerechnet. Nach der bei uns üblichen Zählung handelt es sich um den zweiten Tag danach. Ebenso in Kapitel 9,31; 10,34. auferstehen.

32Klar und offen redete er darüber. Da nahm Petrus ihn beiseite und versuchte mit aller Macht, ihn davon abzubringen8,32 W und begann ihn scharf zurechtzuweisen.. 33Aber Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies ihn scharf zurecht: »Geh weg von mir, Satan! Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.8,33 W Geh hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht die Dinge Gottes, sondern die der Menschen.«

Anforderungen der Nachfolge

Mt 16,24-28; Lk 9,23-27

34Dann rief Jesus die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sagte: »Wenn jemand mein Jünger sein8,34 W Wenn jemand mir nachfolgen (aL(1) hinter mir hergehen). Vergleiche Matthäus 16,24; Lukas 9,23. will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen8,34 Od verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen; dann wird er mein Nachfolger sein.. 35Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. 36Was8,36 W Denn was. nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt8,36 W zu gewinnen und sein Leben / seine Seele einzubüßen?? 37Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben8,37 Od für seine Seele. geben? 38Wer in dieser von Gott abgefallenen und sündigen Zeit8,38 W 38 Denn wer in dieser ehebrecherischen/bundesbrüchigen und sündigen Generation. nicht zu mir und meinen Worten steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.«

9

91Und Jesus fügte hinzu: »Ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben9,1 W werden den Tod nicht schmecken., bis sie das Reich Gottes in seiner Macht kommen9,1 W gekommen. sehen.«

Drei Jünger werden Zeugen der Herrlichkeit Jesu

Mt 17,1-8; Lk 9,28-36

2Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und stieg mit ihnen auf einen hohen Berg, wo sie ganz allein waren. Dort veränderte sich vor ihren Augen sein Aussehen. 3Seine Kleider begannen leuchtend weiß zu glänzen, so hell, wie es kein Färber9,3 W Walker. Zu den Aufgaben eines Walkers gehörte unter anderem das Reinigen und Bleichen von Stoffen. auf der ganzen Erde hätte machen können. 4Dann erschienen Elia und Mose vor ihnen9,4 W erschien ihnen Elia mit Mose.; die beiden redeten mit Jesus. 5Da ergriff Petrus das Wort. »Rabbi«, sagte er zu Jesus, »wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen9,5 Od drei Zelte aufschlagen., eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« 6Petrus wusste nämlich nicht, was er sagen sollte9,6 Od was er sagte., so erschrocken waren er und die beiden anderen Jünger. 7Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie9,7 Od und hüllte sie ein., und aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!« 8Und als sie um sich schauten, sahen sie auf einmal niemand mehr außer Jesus; er allein war noch bei ihnen.

Jesus und Elia

Mt 17,9-13

9Während sie den Berg hinunterstiegen, schärfte Jesus den drei Jüngern ein, niemand zu erzählen, was sie erlebt9,9 W gesehen. hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 10Diese Bemerkung Jesu ließ sie nicht mehr los, und sie überlegten miteinander9,10 Od 10 Sie befolgten diese Anweisung, doch sie überlegten miteinander. Od 10 Sie behielten die Sache für sich, doch sie überlegten., was er wohl gemeint hatte, als er von der Auferstehung von den Toten sprach.

11Schließlich fragten sie Jesus: »Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elia kommen muss?« 12Jesus erwiderte: »Es stimmt, zuerst kommt Elia und stellt alles wieder her. Doch wieso heißt es in der Schrift, dass der Menschensohn9,12 Doch was heißt es in der Schrift über den Menschensohn? Es heißt, dass er. vieles erleiden muss und von den Menschen verachtet sein wird?9,12 Siehe z. B. Psalm 22; 118,22; Jesaja 53. 13Ich sage euch aber: Elia ist bereits gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten; so steht es ja auch über ihn in der Schrift.«

Heilung eines besessenen Jungen

Mt 17,14-21; Lk 9,37-43

14Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, waren diese von einer großen Menschenmenge umringt, darunter einige Schriftgelehrte, die ein Streitgespräch mit ihnen führten. 15Sobald die Menge Jesus sah, geriet sie in große Erregung. Alle liefen zu ihm hin und begrüßten ihn. 16»Worüber streitet ihr euch denn?9,16 W Worüber streitet ihr mit ihnen (d. h. wohl: mit meinen Jüngern)?«, fragte er. 17Einer aus der Menge antwortete: »Meister, ich bin mit meinem Sohn gekommen; ich wollte mit ihm zu dir, weil er einen stummen9,17 stumm machenden. Geist hat. 18Wo immer dieser ihn packt, wirft er ihn zu Boden; dem Jungen tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird ganz starr. Ich habe deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, doch sie konnten es nicht.«

19»Was seid ihr nur für eine ungläubige Generation!«, sagte Jesus zu ihnen. »Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir!« 20Man brachte ihn, und sowie der Geist Jesus erblickte, riss er den Jungen hin und her, sodass dieser hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. 21»Wie lange geht das schon so mit ihm?«, fragte Jesus den Vater des Jungen. »Von klein auf«, antwortete der Mann. 22»Oft hat der Geist ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!« – 23»Wenn es dir möglich ist, sagst du?«, entgegnete Jesus. »Für den, der glaubt, ist alles möglich.« 24Da rief der Vater des Jungen: »Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem Unglauben!«

25Als Jesus sah, dass immer mehr Leute zusammenliefen, trat er dem bösen9,25 W unreinen. Geist mit Macht entgegen. »Du stummer und tauber9,25 stumm und taub machender. Geist«, sagte er, »ich befehle dir: Verlass diesen Jungen sofort und geh nicht wieder in ihn hinein!« 26Da schrie der Geist auf, riss den Jungen heftig hin und her und verließ ihn. Der Junge blieb regungslos liegen9,26 W Er wurde wie tot., sodass die meisten dachten, er sei tot. 27Doch Jesus ergriff ihn bei der Hand, um ihn aufzurichten. Da stand der Junge auf.

28Als Jesus ins Haus gegangen war und seine Jünger mit ihm allein waren, fragten sie ihn: »Warum konnten denn wir den Geist nicht austreiben?« 29Jesus erwiderte: »Diese Art ´von Dämonen` kann durch nichts anderes ausgetrieben werden als durch Gebet9,29 AL(2) Gebet und Fasten.

Jesus kündigt zum zweiten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 17,22-23; Lk 9,44-45

30Sie gingen von dort weiter und zogen durch Galiläa. Jesus wollte jedoch nicht, dass jemand davon erfuhr, 31denn er hatte seinen Jüngern wichtige Dinge zu sagen9,31 W denn er war dabei, seine Jünger zu lehren.. »Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen gegeben«, erklärte er, »und sie werden ihn töten; doch drei Tage, nachdem man ihn getötet hat9,31 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 8,31., wird er auferstehen.« 32Die Jünger konnten mit dieser Aussage nichts anfangen, aber sie wagten auch nicht, ihn zu fragen.

Die Frage nach der Rangordnung unter den Jüngern

Mt 18,1-5; Lk 9,46-48

33Sie kamen nach Kafarnaum. Zu Hause angelangt, fragte Jesus seine Jünger: »Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?« 34Sie schwiegen, denn sie hatten sich auf dem Weg gestritten, wer von ihnen wohl der Größte sei. 35Da setzte sich Jesus, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: »Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und der Diener aller sein.« 36Er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in seine Arme und sagte: 37»Wer solch ein Kind um meinetwillen9,37 W aufgrund von meinem Namen. aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.«

Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns

Mt 10,42; Lk 9,49-50

38Johannes sagte zu Jesus: »Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er sich nicht zu uns hält9,38 W weil er uns nicht nachfolgt.39Jesus erwiderte: »Hindert ihn nicht! Denn jemand, der unter Berufung auf meinen Namen ein Wunder tut, kann nicht gleichzeitig schlecht von mir reden. 40Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Ja, wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, der wird – das versichere ich euch – ganz gewiss nicht ohne Lohn bleiben9,41 W nicht seinen Lohn verlieren.

Warnung vor Verführung

Mt 18,6-9; Lk 17,1-2

42»Wer aber einen von diesen gering Geachteten9,42 W von diesen Kleinen/Geringen., die an mich glauben, zu Fall bringt, der käme noch gut weg, wenn man ihm einen Mühlstein9,42 W einen Eselsmühlstein (ein großer Mühlstein, der mit Hilfe eines Esels bewegt wurde). um den Hals legen und ihn damit ins Meer werfen würde. 43Und wenn es deine Hand ist, durch die du zu Fall kommst, dann hau sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt ins Leben ein, als dass du beide Hände behältst und in die Hölle musst, wo ein nie erlöschendes Feuer brennt.9,43 Die Verse 44 und 46 (nur von einer weniger gut bezeugten Lesart eingefügt) lauten genau gleich wie Vers 48. 45Und wenn es dein Fuß ist, durch den du zu Fall kommst, dann hau ihn ab! Es ist besser, du gehst als Krüppel ins Leben ein, als dass du beide Füße behältst und in die Hölle geworfen wirst. 47Und wenn es dein Auge ist, durch das du zu Fall kommst, dann reiß es aus! Es ist besser, du gehst einäugig ins Reich Gottes ein, als dass du beide Augen behältst und in die Hölle geworfen wirst, 48wo ›die Qual nicht endet9,48 W wo ›ihr Wurm nicht stirbt. und das Feuer nicht erlischt‹9,48 Jesaja 66,24..

49Jeder muss9,49 W Denn jeder wird/muss. mit Feuer gesalzen werden9,49 AL(2) werden, wie ja auch jedes Opfer mit Salz gesalzen werden wird/muss. Vergleiche 3. Mose 2,13..9,49 Vergleiche 3. Mose 2,13.

50Salz ist etwas Gutes. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben9,50 W womit werdet ihr es würzen?? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!«