Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Heilung eines Besessenen

Mt 8,28-34; Lk 8,26-39

51So kamen sie in das Gebiet der Gerasener5,1 AL(1) Gadarener. AL(2) Gergesener. am gegenüberliegenden Ufer des Sees. 2Jesus war kaum aus dem Boot gestiegen, als ihm aus den Grabhöhlen ein Mann entgegenlief, der von einem bösen5,2 W unreinen. Entsprechend in den Versen 8 und 13. Geist besessen war. 3Er hauste dort in den Grabhöhlen, und niemand war mehr in der Lage, ihn zu bändigen5,3 W zu fesseln., nicht einmal mit Ketten. 4Man hatte ihn zwar schon oft an Händen und Füßen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Ketten zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; keiner wurde mehr Herr über ihn. 5Tag und Nacht war er ununterbrochen in den Grabhöhlen oder auf den Bergen und schrie und schlug mit Steinen auf sich ein.

6Kaum hatte dieser Mann Jesus von weitem erblickt, kam er herbeigerannt und warf sich vor ihm auf die Knie. 7Er schrie mit lauter Stimme: »Was willst du von mir, Jesus, Sohn Gottes, des Allerhöchsten5,7 Od Sohn des höchsten Gottes.? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!« 8Denn Jesus war ihm sofort mit den Worten entgegengetreten: »Verlass diesen Menschen, du böser Geist!« 9Nun fragte ihn Jesus: »Wie heißt du?« – »Ich heiße Legion5,9 Legion: eigentlich die größte römische Heereseinheit (etwa 6000 Mann); hier im übertragenen Sinn die große Zahl der Dämonen.«, antwortete er, »denn wir sind viele.« 10Und er flehte Jesus an, sie nicht aus jener Gegend fortzuschicken.

11Nicht weit von dort weidete am Berghang eine große Herde Schweine. 12»Lass uns doch in die Schweine fahren!«, baten die Dämonen. 13Jesus erlaubte es ihnen, und die bösen Geister verließen den Mann und fuhren in die Schweine. Da stürzte sich die ganze Herde – etwa zweitausend Tiere – den Abhang hinunter in den See und ertrank.

14Die Schweinehirten liefen davon und berichteten alles in der Stadt und in den Dörfern5,14 Od und auf den Gehöften / auf den Feldern.. Die Leute machten sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was geschehen war. 15Als sie zu Jesus kamen, sahen sie den Besessenen bei ihm. Der Mann, in dem die Legion Dämonen gewesen war, saß jetzt da, bekleidet und bei klarem Verstand. Da bekamen sie es mit der Angst zu tun. 16Nachdem sie von den Augenzeugen erfahren hatten, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war, 17drängten5,17 Od baten. sie Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.

18Als er ins Boot stieg, bat ihn der, der besessen gewesen war, bei ihm bleiben zu dürfen. 19Aber Jesus erlaubte es ihm nicht. »Geh nach Hause zu deinen Angehörigen«, sagte er, »und berichte ihnen, was der Herr für dich getan und wie er sich über dich erbarmt hat!« 20Da ging der Mann fort und begann im Zehnstädtegebiet zu verkünden, was Jesus für ihn getan hatte. Und alle staunten.

Heilung einer kranken Frau und Auferweckung eines Kindes

Mt 9,18-26; Lk 8,40-56

21Jesus fuhr mit dem Boot wieder ans andere Ufer, wo sich bald eine große Menschenmenge um ihn versammelte. Er war noch am See, 22als einer der Synagogenvorsteher kam, ein Mann namens Jairus. Er warf sich5,22 W Als er ihn sah, warf er sich. Jesus zu Füßen 23und flehte ihn an: »Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird5,23 Od damit sie gerettet wird. und am Leben bleibt!« 24Jesus ging mit ihm. Eine große Menschenmenge schloss sich ihm an und drängte sich um ihn.

25Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an schweren Blutungen litt. 26Sie war bei vielen Ärzten in Behandlung gewesen und hatte dabei viel gelitten und ihr gesamtes Vermögen ausgegeben, aber es hatte nichts genützt; im Gegenteil, ihr Leiden war nur noch schlimmer geworden. 27Diese Frau hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand, 28denn sie sagte sich: »Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich gesund5,28 Od gerettet.29Und wirklich, im selben Augenblick hörte ihre Blutung auf, und sie spürte5,29 W spürte an ihrem Körper., dass sie von ihrem Leiden geheilt war. 30Im selben Augenblick merkte auch Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte die Leute: »Wer hat mein Gewand berührt?« 31Seine Jünger erwiderten: »Du siehst doch, wie sich die Menschen um dich drängen, und da fragst du: ›Wer hat mich berührt?‹« 32Aber Jesus blickte in der Menge umher, um zu sehen, wer5,32 W um die zu sehen, die. es gewesen war. 33Zitternd vor Angst trat die Frau vor; sie wusste ja, was mit ihr geschehen war. Sie warf sich vor Jesus nieder und erzählte ihm alles, ohne etwas zu verschweigen5,33 W und sagte ihm die ganze Wahrheit.. 34»Meine Tochter«, sagte Jesus zu ihr, »dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden! Du bist5,34 W Frieden, und sei/bleibe. von deinem Leiden geheilt.«

35Während Jesus noch mit ihr redete, kamen einige Leute vom Haus des Synagogenvorstehers. »Deine Tochter ist gestorben«, sagten sie zu Jairus. »Was bemühst du den Meister noch länger?« 36Jesus hatte zugehört.5,36 Od Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung. Er wandte sich zu dem Synagogenvorsteher und sagte: »Du brauchst dich nicht zu fürchten; glaube nur5,36 Od glaube nur weiter.37Dann ging er weiter, erlaubte aber niemand, ihn zu begleiten, außer Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes. 38Als sie zum Haus des Synagogenvorstehers kamen und Jesus sah, wie alles in heller Aufregung war und wie die Menschen laut weinten und klagten, 39ging er hinein und sagte zu ihnen: »Was soll diese Aufregung? Warum weint ihr? Das Kind ist nicht tot, es schläft nur.« 40Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus bis auf den Vater und die Mutter des Mädchens und die Jünger, die bei ihm waren; mit ihnen ging er in den Raum, in dem das Kind lag. 41Er ergriff es bei der Hand und sagte zu ihm: »Talita kum5,41 AL(2) kumi (kein Bedeutungsunterschied).!« (Das bedeutet: »Mädchen, ich befehle dir: Steh auf!«) 42Und zum grenzenlosen Erstaunen aller erhob sich das Mädchen und fing an umherzugehen; es war zwölf Jahre alt. 43Doch Jesus verbot ihnen ausdrücklich, jemand etwas davon zu erzählen; und er ordnete an, dem Mädchen etwas zu essen zu geben.

6

Jesus in seiner Heimatstadt

Mt 13,54-58; Lk 4,16-30

61Von dort zog Jesus weiter und ging in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. 2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge vor vielen Zuhörern. Erstaunt fragten sie: »Woher hat der Mann das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm da gegeben ist, und wie kommt es, dass solche Wunder durch ihn6,2 W durch seine Hände. geschehen? 3Ist er denn nicht der Zimmermann6,3 Siehe die Anmerkung zu Matthäus 13,55., der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht auch seine Schwestern hier unter uns?« So kam es, dass Jesus bei ihnen auf Ablehnung stieß6,3 W dass sie Anstoß an ihm nahmen..

4Da sagte Jesus zu ihnen: »Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt6,4 Od Heimat., bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie.« 5Er konnte dort auch keine Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. 6Und er wunderte sich über den Unglauben der Leute.

Die Aussendung der zwölf Jünger

Mt 10,1.5-14; Lk 9,1-6

Jesus zog durch die umliegenden Dörfer und lehrte. 7Er rief die zwölf Jünger zu sich, sandte sie jeweils zu zweit aus und gab ihnen Vollmacht über die bösen6,7 W unreinen. Geister. 8Er wies sie an, nichts mit auf den Weg zu nehmen außer einem Wanderstab. »Nehmt kein Brot und keine Vorratstasche mit, und steckt euch kein Geld in den Gürtel. 9Sandalen dürft ihr tragen, aber ein zweites Hemd sollt ihr nicht anziehen.«

10Weiter sagte er zu ihnen: »Wenn jemand euch in seinem Haus aufnimmt6,10 W Wenn ihr in ein Haus hineingeht., dann bleibt bei ihm, bis ihr die Ortschaft wieder verlasst. 11Wenn euch aber an einem Ort die Leute nicht aufnehmen und euch nicht anhören wollen, dann zieht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen als Hinweis auf das Gericht, das sie erwartet6,11 W den Staub unter euren Füßen ab, ihnen zu einem Zeugnis.

12Da machten sich die Jünger auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. 13Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Herodes hört von Jesus

Mt 14,1-2; Lk 9,7-9

14Überall sprach man von Jesus6,14 W Sein Name wurde offenbar.; auch König Herodes6,14 Herodes Antipas, ein Sohn von Herodes dem Großen. hörte von ihm. Manche sagten6,14 AL(2) Er sagte.: »Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb gehen solche Wunderkräfte von ihm aus.« 15Andere sagten: »Es ist Elia.« Wieder andere meinten: »Er ist ein Prophet wie einer der Propheten ´aus früherer Zeit`.« 16Doch als Herodes von ihm hörte, sagte er: »Es ist Johannes. Ich habe ihn enthaupten lassen, und jetzt ist er auferstanden.«

Der Tod Johannes’ des Täufers

Mt 14,3-12

17Herodes hatte Johannes nämlich festnehmen, in Fesseln legen und ins Gefängnis werfen lassen. Der Anlass dazu war Herodias gewesen, die Frau von Philippus, dem Bruder des Herodes. Herodes hatte sie geheiratet, 18worauf Johannes zu ihm gesagt hatte: »Du hattest nicht das Recht, deinem Bruder die Frau wegzunehmen6,18 W nicht das Recht, die Frau deines Bruders zu haben.19Herodias hegte deswegen einen solchen Groll gegen Johannes, dass sie ihn am liebsten umgebracht hätte. Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu6,19 Od Doch sie konnte sich mit ihrem Vorhaben zunächst nicht durchsetzen. W Doch sie konnte es nicht., 20denn Herodes hatte Hochachtung6,20 W Herodes fürchtete sich. vor Johannes, den er als einen gerechten und heiligen Mann kannte, und sorgte deshalb für seine Sicherheit. Auch hörte er ihm gern zu, obwohl er dabei jedes Mal in große Unruhe geriet6,20 AL(2) gern zu, wobei er seinen Rat in vielem befolgte (W wobei er vieles tat)..

21Aber dann kam ´für Herodias` eine günstige Gelegenheit6,21 W ein günstiger Tag.. An seinem Geburtstag gab Herodes für die hohen Beamten seines Hofes, für die Offiziere und für die führenden Männer von Galiläa ein Festessen. 22Während des Festes kam die Tochter der Herodias6,22 AL(1) kam seine Tochter Herodias. herein und tanzte. Herodes und seine Gäste waren begeistert von ihr, und der König sagte zu dem Mädchen: »Wünsche dir, was du willst; ich werde es dir geben!« 23Er schwor ihr sogar: »Um was du auch bittest – ich werde es dir geben, und wäre es die Hälfte meines Königreichs!« 24Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: »Was soll ich mir wünschen?« Die Mutter antwortete: »Den Kopf Johannes’ des Täufers.« 25In aller Eile lief das Mädchen wieder zum König hinein und erklärte6,25 W bat/forderte.: »Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers bringen lässt!« 26Der König war bestürzt; doch weil er vor seinen Gästen einen Eid geschworen hatte, wollte er dem Mädchen die Bitte nicht abschlagen. 27Unverzüglich beauftragte er einen Henker, den Kopf des Täufers zu bringen. Der Henker ging ins Gefängnis und enthauptete Johannes. 28Dann trug er den Kopf auf einer Schale herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

29Als die Jünger des Johannes das erfuhren, kamen sie, holten den Toten und legten ihn in ein Grab.

Die Rückkehr der zwölf Apostel

Mt 14,13; Lk 9,10-11; Joh 6,1-4

30Die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 31Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt, wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. 32Sie fuhren also mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. 33Aber man beobachtete sie bei der Abfahrt, und vielen war klar, wohin sie wollten6,33 Od und viele erkannten sie. Od und viele erfuhren davon. Od 33 Aber viele beobachteten sie bei der Abfahrt, und es war ihnen klar, wohin sie wollten / und sie erkannten sie.. Da kamen die Leute aus allen umliegenden Ortschaften angelaufen und waren so auf dem Landweg noch vor ihnen dort.

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 14,14-21; Lk 9,12-17; Joh 6,5-13

34Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sich darum viel Zeit, sie zu lehren.6,34 W Er begann, sie lange/vieles zu lehren. 35Es wurde spät, und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: »Wir sind hier an einem einsamen Ort, und es ist schon spät. 36Schick die Leute fort, dann können sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.« 37Jesus erwiderte: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« Da sagten sie zu ihm: »Das würde ja bedeuten, dass wir für zweihundert Denare Brot kaufen müssten, damit wir allen zu essen geben können!«6,37 W »Sollen wir weggehen und für zweihundert Denare Brot kaufen, damit …?«38»Wie viele Brote habt ihr?«, fragte er zurück. »Geht und seht nach!« Sie taten es, kamen wieder zu ihm und6,38 W Sie stellten es fest und. sagten: »Fünf, und außerdem zwei Fische.« 39Da wies Jesus die Jünger an, dafür zu sorgen, dass die Leute sich alle gruppenweise ins Gras6,39 W ins grüne Gras. setzten. 40Als sie sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig gelagert hatten, 41nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann brach er die Brote in Stücke und gab sie seinen Jüngern, damit diese sie an die Menge verteilten. Auch die zwei Fische ließ er unter alle verteilen. 42Und alle aßen und wurden satt. 43Am Schluss sammelte man auf, was von den Broten und Fischen übrig geblieben war – zwölf Körbe6,43 Das griechische Wort für Korb ist hier und in Kapitel 8,19 kóphinos, in Kapitel 8,8 und 8,20 dagegen spyrís. Über einen möglichen Bedeutungsunterschied ist nichts Sicheres bekannt. voll. 44Die Zahl der Männer, die von den Broten gegessen hatten, belief sich auf fünftausend.

Jesus geht auf dem Wasser

Mt 14,22-33; Joh 6,16-21

45Nun drängte Jesus seine Jünger, unverzüglich ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida6,45 Vermutlich eine Zwischenstation auf dem Weg nach Gennesaret (Vers 53); Betsaida lag am Nordostufer des Sees, Gennesaret am Westufer. vorauszufahren; er wollte inzwischen die Leute entlassen, damit sie nach Hause gehen konnten. 46Als er sich von der Menge verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. 47Spät am Abend, als Jesus immer noch allein an Land war, befand sich das Boot mitten auf dem See. 48Er sah, wie sich die Jünger beim Rudern abmühten, weil sie starken Gegenwind hatten.

Gegen Ende der Nacht6,48 W Um die vierte Nachtwache, d. h. zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens. kam er zu ihnen; er ging auf dem See, und ´es schien, als` wollte er an ihnen vorübergehen. 49Als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf, 50so sehr waren sie alle bei seinem Anblick von Furcht gepackt. Aber Jesus sprach sie sofort an. »Erschreckt nicht!6,50 W Habt Mut!«, rief er. »Ich bin’s. Ihr braucht euch nicht zu fürchten.« 51Er stieg zu ihnen ins Boot, und der Sturm legte sich. Da waren sie erst recht6,51 W waren sie über die Maßen sehr. fassungslos. 52Denn selbst nach dem Erlebnis mit den Broten hatten sie noch nichts begriffen; ihre Herzen waren verschlossen6,52 Od verstockt..

Heilungen in Gennesaret

Mt 14,34-36

53Sie fuhren weiter, bis sie Gennesaret auf der anderen Seite des Sees erreichten; dort legten sie an. 54Kaum waren sie aus dem Boot gestiegen, als die Leute Jesus erkannten. 55So schnell sie konnten, machten sie sich auf den Weg, um die Kranken aus der ganzen Gegend zu holen. Sowie sie erfuhren, an welchem Ort sich Jesus gerade aufhielt, brachten sie sie auf Tragbahren6,55 Od auf ihren Matten. dorthin. 56In allen Dörfern, Städten und Gehöften, in die er kam, legte man die Kranken auf die Plätze und Straßen6,56 W auf die Marktplätze. und bat ihn, er möge sie doch wenigstens den Saum6,56 Od eine Quaste (siehe 4. Mose 15,37-41). seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

7

Menschliche Vorschriften und Gottes Gebot

Mt 15,1-20

71Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte aus Jerusalem7,1 W einige Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren. kamen gemeinsam zu Jesus. 2Sie hatten gesehen, wie einige seiner Jünger aßen7,2 W die Brote aßen., ohne sich die Hände gewaschen zu haben. Ihre Hände galten deshalb als unrein, 3denn die Pharisäer und die Juden im Allgemeinen essen nur, wenn sie sich vorher die Hände7,3 W die Hände mit der Faust (Bedeutung ungeklärt). gewaschen haben; sie richten sich damit nach den Vorschriften, die ihnen von den Vorfahren her überliefert sind7,3 W nach der Überlieferung der Ältesten/Alten (entsprechend in Vers 5). Siehe die Anmerkung zu Matthäus 15,2.. 4Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie erst, nachdem sie sich einer Reinigung unterzogen haben.7,4 Und was vom Markt kommt, essen sie erst, nachdem sie es gereinigt haben. So halten sie noch viele andere Vorschriften ein, die ihnen überliefert worden sind, ´wie zum Beispiel` das Reinigen von Bechern, Krügen, Kupfergefäßen und Sitzpolstern7,4 AL(1) ohne und Sitzpolstern.. 5Deshalb fragten nun die Pharisäer und die Schriftgelehrten Jesus: »Warum richten sich deine Jünger nicht nach den Vorschriften, die uns von den Vorfahren her überliefert sind, sondern essen7,5 W essen das Brot. mit ungewaschenen Händen?«

6Jesus gab ihnen zur Antwort: »Was Jesaja in der Schrift prophezeit hat, trifft genau auf euch Heuchler zu7,6 W Treffend hat Jesaja über euch Heuchler prophezeit, wie es geschrieben ist.:

›Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,

aber ihr Herz ist weit von mir entfernt.

7Ihr ganzer Gottesdienst ist wertlos,

denn ihre Lehren sind nichts als Gebote von Menschen.‹7,7 Nach Jesaja 29,13.

8´Genauso ist es:` Ihr lasst Gottes Gebot außer Acht und haltet euch stattdessen an menschliche Vorschriften7,8 W Überlieferung.

9Weiter sagte Jesus zu ihnen: »Ihr versteht es glänzend, Gottes Gebot außer Kraft zu setzen, um euren eigenen Vorschriften Geltung zu verschaffen7,9 W um eure Überlieferung aufzurichten (aL(1) zu bewahren).! 10Mose hat zum Beispiel gesagt: ›Ehre deinen Vater und deine Mutter!‹7,10 2. Mose 20,12; 5. Mose 5,16. und: ›Wer Vater oder Mutter verflucht7,10 Od Wer verächtlich über Vater oder Mutter redet., soll mit dem Tod bestraft werden.‹7,10 2. Mose 21,17; 3. Mose 20,9. 11Ihr dagegen lehrt, man könne zu seinem Vater oder zu seiner Mutter sagen: ›Alles, was dir eigentlich von mir als Unterstützung zusteht, erkläre ich für Korban.‹ (Das bedeutet: Es ist eine Opfergabe ´für den Tempel`.) 12Und auf eine solche Erklärung hin lasst ihr ihn nichts mehr für seinen Vater oder seine Mutter tun. 13So setzt ihr durch eure eigenen Vorschriften7,13 W durch eure Überlieferung, die ihr überliefert habt. das Wort Gottes außer Kraft. Und von dieser Art ist vieles, was ihr tut.«

14Dann rief Jesus die Menge wieder zu sich und sagte: »Hört mir alle zu, damit ihr versteht, was ich sage! 15Nichts, was von außen kommt7,15 W was von außen in ihn hineinkommt., kann den Menschen ´in Gottes Augen` unrein machen. Unrein macht ihn vielmehr das, was aus ihm selber kommt.7,15 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 16 an: Wenn jemand Ohren hat und hören kann, dann höre er!«

17Als Jesus sich von der Menge zurückgezogen hatte und ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses Ausspruchs7,17 W dieses Gleichnisses.. 18»Dann habt ihr also auch nichts begriffen?«, erwiderte er. »Versteht ihr denn nicht, dass nichts, was von außen in den Menschen hineingelangt, ihn unrein machen kann? 19Es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird dann wieder ausgeschieden.« Damit erklärte Jesus auch, dass alle Speisen ´vor Gott` rein sind. 20»Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein«, fuhr er fort. 21»Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen Gedanken, die böse sind – Unzucht, Diebstahl, Mord, 22Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Zügellosigkeit, Missgunst, Verleumdung7,22 Od Gotteslästerung., Überheblichkeit und Unvernunft. 23All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen ´in Gottes Augen` unrein.«

Der Glaube einer Nichtjüdin

Mt 15,21-28

24Jesus brach von dort auf und ging in die Gegend von Tyrus7,24 AL(2) Tyrus und Sidon. Vergleiche Matthäus 15,21.. Weil er nicht wollte, dass jemand von seiner Anwesenheit erfuhr, zog er sich in ein Haus zurück.7,24 Od von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr. Aber es ließ sich nicht verbergen, dass er da war. 25Schon bald kam eine Frau, deren Tochter einen bösen7,25 W unreinen. Geist hatte; sie hatte gehört, dass Jesus in der Gegend war7,25 W sie hatte von ihm gehört.. 26Die Frau war keine Jüdin, sondern eine Syrophönizierin.7,26 W Die Frau aber war eine Griechin, eine Syrophönizierin der Herkunft / dem Volk nach. Sie warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 27Aber Jesus wehrte ab: »Lass zuerst die Kinder satt werden! Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.« – 28»Herr7,28 AL(2) Ja, Herr. Vergleiche Matthäus 15,27.«, entgegnete sie, »immerhin fressen die Hunde unter dem Tisch die Brotkrumen, die die Kinder fallen lassen.« – 29»Da hast du Recht«, sagte Jesus zu ihr. »Du kannst gehen.7,29 W 29 Da sagte er zu ihr: »Wegen dieses Wortes – geh! Der Dämon hat deine Tochter verlassen.« 30Als die Frau nach Hause kam, lag das Mädchen auf dem Bett; der Dämon hatte es verlassen.

Die Heilung eines Taubstummen

Mt 15,29-31

31Jesus verließ die Gegend von Tyrus wieder und ging über Sidon an den See von Galiläa, mitten in7,31 Od mitten durch. das Zehnstädtegebiet. 32Dort wurde ein Mann zu ihm gebracht, der taub war und kaum reden konnte; man bat Jesus, ihm die Hand aufzulegen. 33Jesus führte ihn beiseite, weg von der Menge. Er legte seine Finger in die Ohren des Mannes, berührte dann dessen Zunge mit Speichel, 34blickte zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Mann: »Effatá!« (Das bedeutet: »Öffne dich!«) 35Im selben Augenblick öffneten sich seine Ohren, seine Zunge war gelöst7,35 W die Fessel seiner Zunge wurde gelöst., und er konnte normal reden.

36Jesus verbot den Leuten, jemand etwas davon zu sagen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. 37Die Menschen waren vor Staunen ganz außer sich. »Wie gut ist alles, was er getan hat!«, sagten sie. »Er gibt sogar den Tauben das Gehör und den Stummen die Sprache wieder.«