Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Gleichnisse vom Reich Gottes (Kapitel 4,1-34)

Mt 13,1-3a; Lk 8,4

41Als Jesus wieder einmal am See lehrte, versammelte sich eine so große Menschenmenge um ihn, dass er sich in ein Boot setzte; so konnte er vom See aus zu der ganzen Menge sprechen, die sich am Ufer befand4,1 W dass er in ein Boot stieg und sich ´darin` auf dem See setzte, und die ganze Menge war am See / war dem See zugewandt auf dem Land.. 2Jesus lehrte sie vieles, und er gebrauchte dazu Gleichnisse.

Das Gleichnis von der Saat, die auf viererlei Boden fällt

Mt 13,3-9; Lk 8,5-8

Unter anderem4,2 W Bei seinem Lehren. sagte er: 3»Hört zu! Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. 4Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg4,4 Od an den Wegrand. Ebenso in Vers 15.. Da kamen die Vögel und pickten es auf. 5Einiges fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenig Erde hatte, ging sie rasch auf. 6Als dann aber die Sonne höher stieg, wurden die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln hatten, verdorrten sie. 7Einiges fiel ins Dorngestrüpp, und die Dornensträucher überwucherten und erstickten die Saat, sodass sie keine Frucht brachte. 8Und einiges fiel auf guten Boden, ging auf, wuchs und brachte Frucht, dreißigfach oder sechzigfach oder sogar hundertfach.«

9Jesus schloss mit den Worten: »Wer Ohren hat und hören kann, der höre!«

Erklärung des Gleichnisses von der Saat

Mt 13,10-23; Lk 8,9-15

10Als die Zwölf und die anderen, die zum Jüngerkreis gehörten, mit Jesus allein waren, fragten sie ihn nach der Bedeutung seiner Gleichnisse.4,10 W Als er allein war, fragten ihn die, die um ihn waren, mit den Zwölf (die, die mit den Zwölf um ihn waren) nach den Gleichnissen. 11Da sagte er zu ihnen: »Euch ist es von Gott gegeben, das Geheimnis seines Reiches zu verstehen4,11 W euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben., den Außenstehenden aber wird alles nur in Gleichnissen verkündet. 12Denn

›mögen sie auch sehen, sie sollen nichts erkennen,

und mögen sie auch hören, sie sollen nichts verstehen,

damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben wird‹4,12 Jesaja 6,9.10 (nach der Septuaginta).

13Dann fuhr er fort: »Dieses Gleichnis versteht ihr nicht? Wie wollt ihr dann überhaupt4,13 Od dann all die anderen. Gleichnisse verstehen?

14Der Bauer4,14 W Der Säende. sät das Wort. 15Bei einigen Menschen ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Das Wort wird gesät, doch sobald sie es gehört haben, kommt der Satan und nimmt das Wort wieder weg, das in sie hineingesät worden ist. 16Bei anderen ist es wie mit der Saat, die auf felsigen Boden fällt. Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es sofort mit Freuden auf, 17aber sie sind unbeständige Menschen, Pflanzen ohne Wurzeln. Sobald sie wegen des Wortes in Bedrängnis geraten oder sogar verfolgt werden, wenden sie sich wieder davon ab. 18Wieder bei anderen ist es wie mit der Saat, die ins Dorngestrüpp fällt. Sie hören das Wort, 19doch dann gewinnen die Sorgen dieser Welt, die Verlockungen des Reichtums und andere Begierden Raum und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. 20Bei anderen schließlich ist es wie mit der Saat, die auf guten Boden fällt. Sie hören das Wort, nehmen es auf und bringen Frucht: dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.«

Der Vergleich mit der Lampe

Mt 5,15-16; Lk 8,16-18

21Weiter sagte Jesus zu ihnen: »Bringt man etwa eine Lampe ´in einen Raum`, um sie unter ein Gefäß oder unter das Bett zu stellen? Nein, man stellt sie auf den Lampenständer. 22So gibt es auch nichts Geheimes, was geheim bleibt; alles ist dazu bestimmt, offenbart zu werden. Und es gibt nichts Verborgenes, was verborgen bleibt; alles soll bekannt gemacht werden. 23Wenn jemand Ohren hat und hören kann, dann höre er!«

24»Achtet auf das, was ihr hört!«, fuhr Jesus fort. »Nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch euer Teil zugemessen werden; ja, es wird euch noch mehr gegeben werden. 25Denn wer hat, dem wird gegeben; aber wer nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.«

Das Gleichnis vom Wachsen der Saat

26»Mit dem Reich Gottes«, so erklärte Jesus weiter, »ist es wie mit einem Bauern4,26 W Menschen., der die Saat auf seinem Acker ausgestreut hat. 27Er legt sich schlafen, er steht wieder auf, ein Tag folgt dem anderen4,27 W auf, Nacht und Tag.; und die Saat geht auf und wächst – wie, das weiß er selbst nicht. 28Ganz von selbst bringt die Erde Frucht hervor: zuerst die Halme, dann die Ähren und schließlich das ausgereifte Korn in den Ähren. 29Sobald die Frucht reif ist, lässt er das Getreide schneiden4,29 W sendet er die Sichel.; die Zeit der Ernte ist da.«

Das Gleichnis vom Senfkorn

Mt 13,31-32; Lk 13,18-19

30»Womit sollen wir das Reich Gottes noch vergleichen?«, fragte Jesus. »Mit welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31Es gleicht einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. 32Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle anderen Gartenpflanzen. Es treibt so große Zweige, dass die Vögel4,32 W die Vögel des Himmels. in seinem Schatten nisten können.«

Die Gleichnisse in Jesu Verkündigung

Mt 13,34-35

33Jesus gebrauchte viele solche Gleichnisse, um den Leuten das Wort ´Gottes` so zu verkünden, dass sie es verstehen konnten. 34Er sprach ausschließlich in Gleichnissen zu ihnen. Seinen Jüngern aber legte er alles aus, wenn er mit ihnen allein war.

Der Sturm auf dem See

Mt 8,18.23-27; Lk 8,22-25

35Am Abend jenes Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wir wollen ans andere Ufer fahren!« 36Sie schickten die Menge nach Hause, stiegen in das Boot, in dem Jesus bereits war, und fuhren mit ihm ab. Einige andere Boote begleiteten sie4,36 W ihn.. 37Plötzlich brach ein heftiger Sturm los; die Wellen schlugen ins Boot, und es begann sich mit Wasser zu füllen. 38Jesus aber schlief im hinteren Teil des Bootes auf einem Kissen. Die Jünger weckten ihn und schrien: »Meister, macht es dir nichts aus, dass wir umkommen?« 39Jesus stand auf4,39 Od wachte auf., wies den Wind in seine Schranken und befahl dem See: »Schweig! Sei still!« Da legte sich der Wind, und es trat eine große Stille ein. 40»Warum habt ihr solche Angst?«, sagte Jesus zu seinen Jüngern. »Habt ihr immer noch keinen Glauben?« 41Jetzt wurden sie erst recht von Furcht gepackt. Sie sagten zueinander: »Wer ist nur dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?«

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Heilung eines Besessenen

Mt 8,28-34; Lk 8,26-39

51So kamen sie in das Gebiet der Gerasener5,1 AL(1) Gadarener. AL(2) Gergesener. am gegenüberliegenden Ufer des Sees. 2Jesus war kaum aus dem Boot gestiegen, als ihm aus den Grabhöhlen ein Mann entgegenlief, der von einem bösen5,2 W unreinen. Entsprechend in den Versen 8 und 13. Geist besessen war. 3Er hauste dort in den Grabhöhlen, und niemand war mehr in der Lage, ihn zu bändigen5,3 W zu fesseln., nicht einmal mit Ketten. 4Man hatte ihn zwar schon oft an Händen und Füßen gefesselt, doch jedes Mal hatte er die Ketten zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; keiner wurde mehr Herr über ihn. 5Tag und Nacht war er ununterbrochen in den Grabhöhlen oder auf den Bergen und schrie und schlug mit Steinen auf sich ein.

6Kaum hatte dieser Mann Jesus von weitem erblickt, kam er herbeigerannt und warf sich vor ihm auf die Knie. 7Er schrie mit lauter Stimme: »Was willst du von mir, Jesus, Sohn Gottes, des Allerhöchsten5,7 Od Sohn des höchsten Gottes.? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!« 8Denn Jesus war ihm sofort mit den Worten entgegengetreten: »Verlass diesen Menschen, du böser Geist!« 9Nun fragte ihn Jesus: »Wie heißt du?« – »Ich heiße Legion5,9 Legion: eigentlich die größte römische Heereseinheit (etwa 6000 Mann); hier im übertragenen Sinn die große Zahl der Dämonen.«, antwortete er, »denn wir sind viele.« 10Und er flehte Jesus an, sie nicht aus jener Gegend fortzuschicken.

11Nicht weit von dort weidete am Berghang eine große Herde Schweine. 12»Lass uns doch in die Schweine fahren!«, baten die Dämonen. 13Jesus erlaubte es ihnen, und die bösen Geister verließen den Mann und fuhren in die Schweine. Da stürzte sich die ganze Herde – etwa zweitausend Tiere – den Abhang hinunter in den See und ertrank.

14Die Schweinehirten liefen davon und berichteten alles in der Stadt und in den Dörfern5,14 Od und auf den Gehöften / auf den Feldern.. Die Leute machten sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was geschehen war. 15Als sie zu Jesus kamen, sahen sie den Besessenen bei ihm. Der Mann, in dem die Legion Dämonen gewesen war, saß jetzt da, bekleidet und bei klarem Verstand. Da bekamen sie es mit der Angst zu tun. 16Nachdem sie von den Augenzeugen erfahren hatten, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war, 17drängten5,17 Od baten. sie Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.

18Als er ins Boot stieg, bat ihn der, der besessen gewesen war, bei ihm bleiben zu dürfen. 19Aber Jesus erlaubte es ihm nicht. »Geh nach Hause zu deinen Angehörigen«, sagte er, »und berichte ihnen, was der Herr für dich getan und wie er sich über dich erbarmt hat!« 20Da ging der Mann fort und begann im Zehnstädtegebiet zu verkünden, was Jesus für ihn getan hatte. Und alle staunten.

Heilung einer kranken Frau und Auferweckung eines Kindes

Mt 9,18-26; Lk 8,40-56

21Jesus fuhr mit dem Boot wieder ans andere Ufer, wo sich bald eine große Menschenmenge um ihn versammelte. Er war noch am See, 22als einer der Synagogenvorsteher kam, ein Mann namens Jairus. Er warf sich5,22 W Als er ihn sah, warf er sich. Jesus zu Füßen 23und flehte ihn an: »Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird5,23 Od damit sie gerettet wird. und am Leben bleibt!« 24Jesus ging mit ihm. Eine große Menschenmenge schloss sich ihm an und drängte sich um ihn.

25Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an schweren Blutungen litt. 26Sie war bei vielen Ärzten in Behandlung gewesen und hatte dabei viel gelitten und ihr gesamtes Vermögen ausgegeben, aber es hatte nichts genützt; im Gegenteil, ihr Leiden war nur noch schlimmer geworden. 27Diese Frau hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand, 28denn sie sagte sich: »Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich gesund5,28 Od gerettet.29Und wirklich, im selben Augenblick hörte ihre Blutung auf, und sie spürte5,29 W spürte an ihrem Körper., dass sie von ihrem Leiden geheilt war. 30Im selben Augenblick merkte auch Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war. Er drehte sich um und fragte die Leute: »Wer hat mein Gewand berührt?« 31Seine Jünger erwiderten: »Du siehst doch, wie sich die Menschen um dich drängen, und da fragst du: ›Wer hat mich berührt?‹« 32Aber Jesus blickte in der Menge umher, um zu sehen, wer5,32 W um die zu sehen, die. es gewesen war. 33Zitternd vor Angst trat die Frau vor; sie wusste ja, was mit ihr geschehen war. Sie warf sich vor Jesus nieder und erzählte ihm alles, ohne etwas zu verschweigen5,33 W und sagte ihm die ganze Wahrheit.. 34»Meine Tochter«, sagte Jesus zu ihr, »dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden! Du bist5,34 W Frieden, und sei/bleibe. von deinem Leiden geheilt.«

35Während Jesus noch mit ihr redete, kamen einige Leute vom Haus des Synagogenvorstehers. »Deine Tochter ist gestorben«, sagten sie zu Jairus. »Was bemühst du den Meister noch länger?« 36Jesus hatte zugehört.5,36 Od Jesus schenkte diesen Worten keine Beachtung. Er wandte sich zu dem Synagogenvorsteher und sagte: »Du brauchst dich nicht zu fürchten; glaube nur5,36 Od glaube nur weiter.37Dann ging er weiter, erlaubte aber niemand, ihn zu begleiten, außer Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes. 38Als sie zum Haus des Synagogenvorstehers kamen und Jesus sah, wie alles in heller Aufregung war und wie die Menschen laut weinten und klagten, 39ging er hinein und sagte zu ihnen: »Was soll diese Aufregung? Warum weint ihr? Das Kind ist nicht tot, es schläft nur.« 40Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus bis auf den Vater und die Mutter des Mädchens und die Jünger, die bei ihm waren; mit ihnen ging er in den Raum, in dem das Kind lag. 41Er ergriff es bei der Hand und sagte zu ihm: »Talita kum5,41 AL(2) kumi (kein Bedeutungsunterschied).!« (Das bedeutet: »Mädchen, ich befehle dir: Steh auf!«) 42Und zum grenzenlosen Erstaunen aller erhob sich das Mädchen und fing an umherzugehen; es war zwölf Jahre alt. 43Doch Jesus verbot ihnen ausdrücklich, jemand etwas davon zu erzählen; und er ordnete an, dem Mädchen etwas zu essen zu geben.

6

Jesus in seiner Heimatstadt

Mt 13,54-58; Lk 4,16-30

61Von dort zog Jesus weiter und ging in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. 2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge vor vielen Zuhörern. Erstaunt fragten sie: »Woher hat der Mann das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm da gegeben ist, und wie kommt es, dass solche Wunder durch ihn6,2 W durch seine Hände. geschehen? 3Ist er denn nicht der Zimmermann6,3 Siehe die Anmerkung zu Matthäus 13,55., der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht auch seine Schwestern hier unter uns?« So kam es, dass Jesus bei ihnen auf Ablehnung stieß6,3 W dass sie Anstoß an ihm nahmen..

4Da sagte Jesus zu ihnen: »Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt6,4 Od Heimat., bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie.« 5Er konnte dort auch keine Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. 6Und er wunderte sich über den Unglauben der Leute.

Die Aussendung der zwölf Jünger

Mt 10,1.5-14; Lk 9,1-6

Jesus zog durch die umliegenden Dörfer und lehrte. 7Er rief die zwölf Jünger zu sich, sandte sie jeweils zu zweit aus und gab ihnen Vollmacht über die bösen6,7 W unreinen. Geister. 8Er wies sie an, nichts mit auf den Weg zu nehmen außer einem Wanderstab. »Nehmt kein Brot und keine Vorratstasche mit, und steckt euch kein Geld in den Gürtel. 9Sandalen dürft ihr tragen, aber ein zweites Hemd sollt ihr nicht anziehen.«

10Weiter sagte er zu ihnen: »Wenn jemand euch in seinem Haus aufnimmt6,10 W Wenn ihr in ein Haus hineingeht., dann bleibt bei ihm, bis ihr die Ortschaft wieder verlasst. 11Wenn euch aber an einem Ort die Leute nicht aufnehmen und euch nicht anhören wollen, dann zieht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen als Hinweis auf das Gericht, das sie erwartet6,11 W den Staub unter euren Füßen ab, ihnen zu einem Zeugnis.

12Da machten sich die Jünger auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. 13Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Herodes hört von Jesus

Mt 14,1-2; Lk 9,7-9

14Überall sprach man von Jesus6,14 W Sein Name wurde offenbar.; auch König Herodes6,14 Herodes Antipas, ein Sohn von Herodes dem Großen. hörte von ihm. Manche sagten6,14 AL(2) Er sagte.: »Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb gehen solche Wunderkräfte von ihm aus.« 15Andere sagten: »Es ist Elia.« Wieder andere meinten: »Er ist ein Prophet wie einer der Propheten ´aus früherer Zeit`.« 16Doch als Herodes von ihm hörte, sagte er: »Es ist Johannes. Ich habe ihn enthaupten lassen, und jetzt ist er auferstanden.«

Der Tod Johannes’ des Täufers

Mt 14,3-12

17Herodes hatte Johannes nämlich festnehmen, in Fesseln legen und ins Gefängnis werfen lassen. Der Anlass dazu war Herodias gewesen, die Frau von Philippus, dem Bruder des Herodes. Herodes hatte sie geheiratet, 18worauf Johannes zu ihm gesagt hatte: »Du hattest nicht das Recht, deinem Bruder die Frau wegzunehmen6,18 W nicht das Recht, die Frau deines Bruders zu haben.19Herodias hegte deswegen einen solchen Groll gegen Johannes, dass sie ihn am liebsten umgebracht hätte. Doch bot sich ihr zunächst keine Möglichkeit dazu6,19 Od Doch sie konnte sich mit ihrem Vorhaben zunächst nicht durchsetzen. W Doch sie konnte es nicht., 20denn Herodes hatte Hochachtung6,20 W Herodes fürchtete sich. vor Johannes, den er als einen gerechten und heiligen Mann kannte, und sorgte deshalb für seine Sicherheit. Auch hörte er ihm gern zu, obwohl er dabei jedes Mal in große Unruhe geriet6,20 AL(2) gern zu, wobei er seinen Rat in vielem befolgte (W wobei er vieles tat)..

21Aber dann kam ´für Herodias` eine günstige Gelegenheit6,21 W ein günstiger Tag.. An seinem Geburtstag gab Herodes für die hohen Beamten seines Hofes, für die Offiziere und für die führenden Männer von Galiläa ein Festessen. 22Während des Festes kam die Tochter der Herodias6,22 AL(1) kam seine Tochter Herodias. herein und tanzte. Herodes und seine Gäste waren begeistert von ihr, und der König sagte zu dem Mädchen: »Wünsche dir, was du willst; ich werde es dir geben!« 23Er schwor ihr sogar: »Um was du auch bittest – ich werde es dir geben, und wäre es die Hälfte meines Königreichs!« 24Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: »Was soll ich mir wünschen?« Die Mutter antwortete: »Den Kopf Johannes’ des Täufers.« 25In aller Eile lief das Mädchen wieder zum König hinein und erklärte6,25 W bat/forderte.: »Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers bringen lässt!« 26Der König war bestürzt; doch weil er vor seinen Gästen einen Eid geschworen hatte, wollte er dem Mädchen die Bitte nicht abschlagen. 27Unverzüglich beauftragte er einen Henker, den Kopf des Täufers zu bringen. Der Henker ging ins Gefängnis und enthauptete Johannes. 28Dann trug er den Kopf auf einer Schale herein und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

29Als die Jünger des Johannes das erfuhren, kamen sie, holten den Toten und legten ihn in ein Grab.

Die Rückkehr der zwölf Apostel

Mt 14,13; Lk 9,10-11; Joh 6,1-4

30Die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 31Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt, wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. 32Sie fuhren also mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. 33Aber man beobachtete sie bei der Abfahrt, und vielen war klar, wohin sie wollten6,33 Od und viele erkannten sie. Od und viele erfuhren davon. Od 33 Aber viele beobachteten sie bei der Abfahrt, und es war ihnen klar, wohin sie wollten / und sie erkannten sie.. Da kamen die Leute aus allen umliegenden Ortschaften angelaufen und waren so auf dem Landweg noch vor ihnen dort.

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 14,14-21; Lk 9,12-17; Joh 6,5-13

34Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sich darum viel Zeit, sie zu lehren.6,34 W Er begann, sie lange/vieles zu lehren. 35Es wurde spät, und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: »Wir sind hier an einem einsamen Ort, und es ist schon spät. 36Schick die Leute fort, dann können sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.« 37Jesus erwiderte: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« Da sagten sie zu ihm: »Das würde ja bedeuten, dass wir für zweihundert Denare Brot kaufen müssten, damit wir allen zu essen geben können!«6,37 W »Sollen wir weggehen und für zweihundert Denare Brot kaufen, damit …?«38»Wie viele Brote habt ihr?«, fragte er zurück. »Geht und seht nach!« Sie taten es, kamen wieder zu ihm und6,38 W Sie stellten es fest und. sagten: »Fünf, und außerdem zwei Fische.« 39Da wies Jesus die Jünger an, dafür zu sorgen, dass die Leute sich alle gruppenweise ins Gras6,39 W ins grüne Gras. setzten. 40Als sie sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig gelagert hatten, 41nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann brach er die Brote in Stücke und gab sie seinen Jüngern, damit diese sie an die Menge verteilten. Auch die zwei Fische ließ er unter alle verteilen. 42Und alle aßen und wurden satt. 43Am Schluss sammelte man auf, was von den Broten und Fischen übrig geblieben war – zwölf Körbe6,43 Das griechische Wort für Korb ist hier und in Kapitel 8,19 kóphinos, in Kapitel 8,8 und 8,20 dagegen spyrís. Über einen möglichen Bedeutungsunterschied ist nichts Sicheres bekannt. voll. 44Die Zahl der Männer, die von den Broten gegessen hatten, belief sich auf fünftausend.

Jesus geht auf dem Wasser

Mt 14,22-33; Joh 6,16-21

45Nun drängte Jesus seine Jünger, unverzüglich ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida6,45 Vermutlich eine Zwischenstation auf dem Weg nach Gennesaret (Vers 53); Betsaida lag am Nordostufer des Sees, Gennesaret am Westufer. vorauszufahren; er wollte inzwischen die Leute entlassen, damit sie nach Hause gehen konnten. 46Als er sich von der Menge verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. 47Spät am Abend, als Jesus immer noch allein an Land war, befand sich das Boot mitten auf dem See. 48Er sah, wie sich die Jünger beim Rudern abmühten, weil sie starken Gegenwind hatten.

Gegen Ende der Nacht6,48 W Um die vierte Nachtwache, d. h. zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens. kam er zu ihnen; er ging auf dem See, und ´es schien, als` wollte er an ihnen vorübergehen. 49Als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf, 50so sehr waren sie alle bei seinem Anblick von Furcht gepackt. Aber Jesus sprach sie sofort an. »Erschreckt nicht!6,50 W Habt Mut!«, rief er. »Ich bin’s. Ihr braucht euch nicht zu fürchten.« 51Er stieg zu ihnen ins Boot, und der Sturm legte sich. Da waren sie erst recht6,51 W waren sie über die Maßen sehr. fassungslos. 52Denn selbst nach dem Erlebnis mit den Broten hatten sie noch nichts begriffen; ihre Herzen waren verschlossen6,52 Od verstockt..

Heilungen in Gennesaret

Mt 14,34-36

53Sie fuhren weiter, bis sie Gennesaret auf der anderen Seite des Sees erreichten; dort legten sie an. 54Kaum waren sie aus dem Boot gestiegen, als die Leute Jesus erkannten. 55So schnell sie konnten, machten sie sich auf den Weg, um die Kranken aus der ganzen Gegend zu holen. Sowie sie erfuhren, an welchem Ort sich Jesus gerade aufhielt, brachten sie sie auf Tragbahren6,55 Od auf ihren Matten. dorthin. 56In allen Dörfern, Städten und Gehöften, in die er kam, legte man die Kranken auf die Plätze und Straßen6,56 W auf die Marktplätze. und bat ihn, er möge sie doch wenigstens den Saum6,56 Od eine Quaste (siehe 4. Mose 15,37-41). seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.