Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
9

91Und Jesus fügte hinzu: »Ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben9,1 W werden den Tod nicht schmecken., bis sie das Reich Gottes in seiner Macht kommen9,1 W gekommen. sehen.«

Drei Jünger werden Zeugen der Herrlichkeit Jesu

Mt 17,1-8; Lk 9,28-36

2Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und stieg mit ihnen auf einen hohen Berg, wo sie ganz allein waren. Dort veränderte sich vor ihren Augen sein Aussehen. 3Seine Kleider begannen leuchtend weiß zu glänzen, so hell, wie es kein Färber9,3 W Walker. Zu den Aufgaben eines Walkers gehörte unter anderem das Reinigen und Bleichen von Stoffen. auf der ganzen Erde hätte machen können. 4Dann erschienen Elia und Mose vor ihnen9,4 W erschien ihnen Elia mit Mose.; die beiden redeten mit Jesus. 5Da ergriff Petrus das Wort. »Rabbi«, sagte er zu Jesus, »wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen9,5 Od drei Zelte aufschlagen., eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« 6Petrus wusste nämlich nicht, was er sagen sollte9,6 Od was er sagte., so erschrocken waren er und die beiden anderen Jünger. 7Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie9,7 Od und hüllte sie ein., und aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!« 8Und als sie um sich schauten, sahen sie auf einmal niemand mehr außer Jesus; er allein war noch bei ihnen.

Jesus und Elia

Mt 17,9-13

9Während sie den Berg hinunterstiegen, schärfte Jesus den drei Jüngern ein, niemand zu erzählen, was sie erlebt9,9 W gesehen. hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 10Diese Bemerkung Jesu ließ sie nicht mehr los, und sie überlegten miteinander9,10 Od 10 Sie befolgten diese Anweisung, doch sie überlegten miteinander. Od 10 Sie behielten die Sache für sich, doch sie überlegten., was er wohl gemeint hatte, als er von der Auferstehung von den Toten sprach.

11Schließlich fragten sie Jesus: »Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elia kommen muss?« 12Jesus erwiderte: »Es stimmt, zuerst kommt Elia und stellt alles wieder her. Doch wieso heißt es in der Schrift, dass der Menschensohn9,12 Doch was heißt es in der Schrift über den Menschensohn? Es heißt, dass er. vieles erleiden muss und von den Menschen verachtet sein wird?9,12 Siehe z. B. Psalm 22; 118,22; Jesaja 53. 13Ich sage euch aber: Elia ist bereits gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten; so steht es ja auch über ihn in der Schrift.«

Heilung eines besessenen Jungen

Mt 17,14-21; Lk 9,37-43

14Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, waren diese von einer großen Menschenmenge umringt, darunter einige Schriftgelehrte, die ein Streitgespräch mit ihnen führten. 15Sobald die Menge Jesus sah, geriet sie in große Erregung. Alle liefen zu ihm hin und begrüßten ihn. 16»Worüber streitet ihr euch denn?9,16 W Worüber streitet ihr mit ihnen (d. h. wohl: mit meinen Jüngern)?«, fragte er. 17Einer aus der Menge antwortete: »Meister, ich bin mit meinem Sohn gekommen; ich wollte mit ihm zu dir, weil er einen stummen9,17 stumm machenden. Geist hat. 18Wo immer dieser ihn packt, wirft er ihn zu Boden; dem Jungen tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird ganz starr. Ich habe deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, doch sie konnten es nicht.«

19»Was seid ihr nur für eine ungläubige Generation!«, sagte Jesus zu ihnen. »Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir!« 20Man brachte ihn, und sowie der Geist Jesus erblickte, riss er den Jungen hin und her, sodass dieser hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. 21»Wie lange geht das schon so mit ihm?«, fragte Jesus den Vater des Jungen. »Von klein auf«, antwortete der Mann. 22»Oft hat der Geist ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!« – 23»Wenn es dir möglich ist, sagst du?«, entgegnete Jesus. »Für den, der glaubt, ist alles möglich.« 24Da rief der Vater des Jungen: »Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem Unglauben!«

25Als Jesus sah, dass immer mehr Leute zusammenliefen, trat er dem bösen9,25 W unreinen. Geist mit Macht entgegen. »Du stummer und tauber9,25 stumm und taub machender. Geist«, sagte er, »ich befehle dir: Verlass diesen Jungen sofort und geh nicht wieder in ihn hinein!« 26Da schrie der Geist auf, riss den Jungen heftig hin und her und verließ ihn. Der Junge blieb regungslos liegen9,26 W Er wurde wie tot., sodass die meisten dachten, er sei tot. 27Doch Jesus ergriff ihn bei der Hand, um ihn aufzurichten. Da stand der Junge auf.

28Als Jesus ins Haus gegangen war und seine Jünger mit ihm allein waren, fragten sie ihn: »Warum konnten denn wir den Geist nicht austreiben?« 29Jesus erwiderte: »Diese Art ´von Dämonen` kann durch nichts anderes ausgetrieben werden als durch Gebet9,29 AL(2) Gebet und Fasten.

Jesus kündigt zum zweiten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 17,22-23; Lk 9,44-45

30Sie gingen von dort weiter und zogen durch Galiläa. Jesus wollte jedoch nicht, dass jemand davon erfuhr, 31denn er hatte seinen Jüngern wichtige Dinge zu sagen9,31 W denn er war dabei, seine Jünger zu lehren.. »Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen gegeben«, erklärte er, »und sie werden ihn töten; doch drei Tage, nachdem man ihn getötet hat9,31 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 8,31., wird er auferstehen.« 32Die Jünger konnten mit dieser Aussage nichts anfangen, aber sie wagten auch nicht, ihn zu fragen.

Die Frage nach der Rangordnung unter den Jüngern

Mt 18,1-5; Lk 9,46-48

33Sie kamen nach Kafarnaum. Zu Hause angelangt, fragte Jesus seine Jünger: »Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?« 34Sie schwiegen, denn sie hatten sich auf dem Weg gestritten, wer von ihnen wohl der Größte sei. 35Da setzte sich Jesus, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: »Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und der Diener aller sein.« 36Er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in seine Arme und sagte: 37»Wer solch ein Kind um meinetwillen9,37 W aufgrund von meinem Namen. aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.«

Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns

Mt 10,42; Lk 9,49-50

38Johannes sagte zu Jesus: »Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er sich nicht zu uns hält9,38 W weil er uns nicht nachfolgt.39Jesus erwiderte: »Hindert ihn nicht! Denn jemand, der unter Berufung auf meinen Namen ein Wunder tut, kann nicht gleichzeitig schlecht von mir reden. 40Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Ja, wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, der wird – das versichere ich euch – ganz gewiss nicht ohne Lohn bleiben9,41 W nicht seinen Lohn verlieren.

Warnung vor Verführung

Mt 18,6-9; Lk 17,1-2

42»Wer aber einen von diesen gering Geachteten9,42 W von diesen Kleinen/Geringen., die an mich glauben, zu Fall bringt, der käme noch gut weg, wenn man ihm einen Mühlstein9,42 W einen Eselsmühlstein (ein großer Mühlstein, der mit Hilfe eines Esels bewegt wurde). um den Hals legen und ihn damit ins Meer werfen würde. 43Und wenn es deine Hand ist, durch die du zu Fall kommst, dann hau sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt ins Leben ein, als dass du beide Hände behältst und in die Hölle musst, wo ein nie erlöschendes Feuer brennt.9,43 Die Verse 44 und 46 (nur von einer weniger gut bezeugten Lesart eingefügt) lauten genau gleich wie Vers 48. 45Und wenn es dein Fuß ist, durch den du zu Fall kommst, dann hau ihn ab! Es ist besser, du gehst als Krüppel ins Leben ein, als dass du beide Füße behältst und in die Hölle geworfen wirst. 47Und wenn es dein Auge ist, durch das du zu Fall kommst, dann reiß es aus! Es ist besser, du gehst einäugig ins Reich Gottes ein, als dass du beide Augen behältst und in die Hölle geworfen wirst, 48wo ›die Qual nicht endet9,48 W wo ›ihr Wurm nicht stirbt. und das Feuer nicht erlischt‹9,48 Jesaja 66,24..

49Jeder muss9,49 W Denn jeder wird/muss. mit Feuer gesalzen werden9,49 AL(2) werden, wie ja auch jedes Opfer mit Salz gesalzen werden wird/muss. Vergleiche 3. Mose 2,13..9,49 Vergleiche 3. Mose 2,13.

50Salz ist etwas Gutes. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben9,50 W womit werdet ihr es würzen?? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!«

10

Aufbruch nach Judäa

Mt 19,1-2

101Jesus brach von dort auf und ging in das Gebiet von Judäa und auf die andere Seite10,1 Od Judäa, und zwar auf die andere Seite. AL(2) Judäa durch die Gegend auf der anderen Seite. des Jordans. Wieder kamen die Menschen in Scharen zu ihm, und wieder lehrte er sie, wie es seine Gewohnheit war.

Über Ehe und Ehescheidung

Mt 19,3-12

2Einige Pharisäer kamen zu Jesus und fragten ihn: »Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau zu scheiden?« Sie wollten ihm damit eine Falle stellen. 3»Was für eine Vorschrift hat euch Mose gegeben?«, fragte Jesus zurück. 4Sie erwiderten: »Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau dann fortzuschicken.10,4 Vergleiche 5. Mose 24,1-4.« 5Da sagte Jesus zu ihnen: »Nur wegen eurer Uneinsichtigkeit hat Mose euch diese Vorschrift gegeben10,5 W geschrieben.. 6Am Anfang jedoch, bei der Schöpfung, hat Gott die Menschen als Mann und Frau erschaffen.10,6 1. Mose 1,27; 5,2. 7›Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden10,7 AL(1) ohne und sich mit seiner Frau verbinden., 8und die zwei werden ein Leib10,8 W Fleisch. Ebenso in der zweiten Vershälfte. sein.‹10,8 1. Mose 2,24. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Leib. 9Darum: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.«

10Zu Hause wollten die Jünger noch mehr darüber wissen. 11Jesus sagte zu ihnen: »Wer sich von seiner Frau scheidet und eine andere heiratet, begeht Ehebruch gegenüber seiner ersten Frau. 12Und auch umgekehrt: Wenn eine Frau sich von ihrem Mann scheidet und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.«

Jesus segnet die Kinder

Mt 19,13-15; Lk 18,15-17

13Es wurden auch Kinder zu Jesus gebracht; er sollte sie segnen10,13 W anrühren.. Aber die Jünger wiesen sie barsch ab. 14Als Jesus das sah, war er ungehalten. »Lasst die Kinder zu mir kommen!«, sagte er zu seinen Jüngern. »Hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. 15Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.« 16Und er nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Die Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben

Mt 19,16-26; Lk 18,18-27

17Als Jesus sich wieder auf den Weg machte, kam ein Mann angelaufen, warf sich vor ihm auf die Knie und fragte: »Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen10,17 W zu erben.?« – 18»Warum nennst du mich gut?«, entgegnete Jesus. »Gut ist nur Gott, sonst niemand.10,18 Gut ist nur der eine Gott. 19Du kennst doch die Gebote: ›Du sollst keinen Mord begehen, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst keine falschen Aussagen machen, du sollst niemand um das Seine bringen10,19 Od niemand berauben/betrügen. Vielleicht ein Hinweis auf das zehnte Gebot., ehre deinen Vater und deine Mutter!‹10,19 2. Mose 20,12-16; 5. Mose 5,16-20.« – 20»Meister«, erwiderte der Mann, »alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.« 21Jesus sah ihn voller Liebe an. Er sagte zu ihm: »Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!« 22Der Mann war tief betroffen, als er das hörte, und ging traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen.

23Jesus sah seine Jünger der Reihe nach an und sagte: »Wie schwer ist es doch für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!« 24Die Jünger waren über seine Worte bestürzt; aber Jesus sagte noch einmal: »Kinder, wie schwer ist es10,24 AL(2) ist es für die, die auf Reichtum vertrauen., ins Reich Gottes zu kommen! 25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.« 26Sie erschraken noch mehr. »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«, fragten sie einander. 27Jesus sah sie an und sagte: »Bei den Menschen ist das unmöglich, aber nicht bei Gott; für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn der Nachfolge

Mt 19,27-30; Lk 18,28-30

28Da sagte Petrus zu Jesus: »Du weißt, wir haben alles zurückgelassen und sind dir nachgefolgt.« 29Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker zurücklässt, 30bekommt alles hundertfach wieder: jetzt, in dieser Zeit, Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker – wenn auch unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben. 31Aber viele, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.«

Jesus kündigt zum dritten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 20,17-19; Lk 18,31-34

32Sie waren auf dem Weg hinauf nach Jerusalem; Jesus ging voran. Unruhe hatte die Jünger ergriffen, und auch die anderen, die mitgingen,10,32 Unruhe hatte die Leute ergriffen, und auch seine Nachfolger. Die Jünger waren erstaunt, aber die anderen, die mitgingen. Die Leute waren erstaunt, aber seine Nachfolger. hatten Angst. Er nahm die Zwölf noch einmal beiseite und kündigte ihnen an, was mit ihm geschehen werde. 33»Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf«, sagte er. »Dort wird der Menschensohn in die Gewalt der führenden Priester und der Schriftgelehrten gegeben. Sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, ´die Gott nicht kennen`. 34Die werden ihren Spott mit ihm treiben10,34 Od werden ihn verspotten., ihn anspucken, auspeitschen und schließlich töten. Doch drei Tage danach10,34 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 8,31. wird er auferstehen.«

Die Bitte von Jakobus und Johannes

Mt 20,20-23

35Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, traten an Jesus heran und sagten: »Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.« – 36»Was wollt ihr?«, fragte er. »Was soll ich für euch tun?« 37Sie antworteten: »Wir möchten, dass du uns in deiner Herrlichkeit neben dir sitzen lässt, den einen an deiner rechten Seite und den anderen an deiner linken Seite.« – 38»Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet«, entgegnete Jesus. »Könnt ihr den bitteren Kelch trinken, den ich trinken werde, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werden muss?« – 39»Das können wir!«, erklärten sie. Da sagte Jesus zu ihnen: »Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr zwar auch trinken, und die Taufe, mit der ich getauft werde, werdet auch ihr empfangen. 40Aber darüber zu verfügen, wer an meiner rechten und an meiner linken Seite sitzen wird, das steht nicht mir zu. Wer dort sitzen wird, das ist ´von Gott` bestimmt.«

Herrschen oder dienen?

Mt 20,24-28; Lk 22,24-27

41Die übrigen zehn Jünger hatten dem Gespräch zugehört10,41 Od hörten von dem Gespräch. und ärgerten sich über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus sie alle zusammen und sagte: »Ihr wisst, dass die, die als Herrscher über die Völker betrachtet werden, sich als ihre Herren aufführen und dass die Völker die Macht der Großen zu spüren bekommen. 43Bei euch ist es nicht so. Im Gegenteil: Wer unter euch groß werden will, soll den anderen dienen10,43 W soll euer Diener sein.; 44wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein10,44 W soll der Sklave/Diener aller sein.. 45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.«

Die Heilung des blinden Bartimäus

Mt 20,29-34; Lk 18,35-43

46Sie kamen nach Jericho. Als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge von dort weiterzog, saß ein blinder Bettler am Straßenrand, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47Er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der vorbeikam. Da fing er an zu rufen: »Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 48Von allen Seiten fuhr man ihn an, er solle still sein. Doch er schrie nur umso lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 49Jesus blieb stehen und sagte: »Ruft ihn her!« Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: »Hab nur Mut! Steh auf, er ruft dich!« 50Da warf der Mann seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51»Was möchtest du von mir?10,51 W Was willst du, dass ich dir tun soll?«, fragte Jesus. »Lieber Herr«10,51 W »Rabbuni« (»Lehrer/Meister/Herr«; ehrfurchtsvolle Anrede eines Gesetzeslehrers)., antwortete der Blinde, »ich möchte sehen10,51 Od wieder sehen. Ebenso im nächsten Vers. können!« 52Da sagte Jesus zu ihm: »Geh nur! Dein Glaube hat dich gerettet10,52 Od geheilt..« Im selben Augenblick konnte der Mann sehen. Nun schloss er sich Jesus an und folgte ihm auf seinem Weg.

11

Der Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Lk 19,28-40

111Als sie nicht mehr weit von Jerusalem entfernt waren, kurz vor Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus. 2Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Gleich beim Ortseingang werdet ihr einen Esel finden, der angebunden ist, ein junges Tier11,2 W werdet ihr ein Fohlen angebunden finden., auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet es los und bringt es her. 3Und sollte euch jemand fragen, warum ihr das tut, dann antwortet: ›Der Herr braucht das Tier; er wird es nachher sofort wieder zurückbringen lassen.‹«

4Die beiden machten sich auf den Weg und fanden tatsächlich draußen auf der Gasse einen jungen Esel an einem Tor angebunden. Als sie ihn losmachten, 5fragten einige, die dort standen: »Was tut ihr da? Warum bindet ihr das Tier los?« 6Sie antworteten so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und man ließ sie gewähren.

7Sie brachten den Esel zu Jesus, legten ihre Mäntel über das Tier, und er setzte sich darauf. 8Viele breiteten ihre Mäntel auf dem Weg aus; andere hieben auf den Feldern Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. 9Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen:

»Gepriesen sei Gott!11,9 W »Hosanna! Hebräischer Ausdruck mit der Bedeutung Hilf doch! (z. B. Psalm 118,25), der zu einem Ausruf des Lobpreises wurde.

›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹11,9 Psalm 118,26.

10Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das ´nun` kommt!

Gepriesen sei Gott in der Höhe!11,10 W Hosanna in der Höhe!«

11So zog Jesus in Jerusalem ein. Er ging in den Tempel und sah sich dort alles an. Dann kehrte er, da es inzwischen spät geworden war, mit den Zwölf nach Betanien zurück.

Die Verfluchung des Feigenbaums

Mt 21,18-19

12Als sie am nächsten Tag Betanien wieder verließen, hatte Jesus Hunger. 13Da sah er von weitem einen Feigenbaum, der schon Blätter hatte. Er ging hin, um zu sehen, ob auch Früchte an dem Baum waren; doch er fand nur Blätter daran. Es war allerdings auch nicht die Zeit der Feigen.11,13 Da Blätter und Frühfeigen gleichzeitig wachsen, konnte Jesus an diesem Baum Früchte erwarten, auch wenn er ungewöhnlich früh Blätter trug. 14Da sagte Jesus zu dem Baum: »Nie wieder soll jemand von dir Feigen essen!« Das hörten auch seine Jünger.

Jesus im Tempel

Mt 21,12-17; Lk 19,45-48

15In Jerusalem angekommen, ging Jesus in den Tempel und fing an, alle hinauszuweisen, die dort Handel trieben oder etwas kauften. Er warf die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um 16und duldete auch nicht, dass jemand etwas über den Tempelhof trug11,16 Der Weg über den Tempelvorhof diente als Abkürzung zwischen der Stadt und dem Ölberg.. 17Zur Erklärung sagte er ihnen11,17 Später, als er lehrte, sagte er zu ihnen. W Und er lehrte und sagte zu ihnen.: »Heißt es nicht in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein für alle Völker11,17 W ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker. Jesaja 56,7.11,17 Jesaja 56,7.? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!«

18Als die führenden Priester und die Schriftgelehrten davon hörten, suchten sie nach einer Möglichkeit, Jesus zu beseitigen. Sie hatten nämlich11,18 Od allerdings. Angst vor ihm, weil das ganze Volk von seiner Lehre tief beeindruckt war.

19Am11,19 Od Jeweils am. Abend verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.

Verheißung für den, der glaubt

Mt 21,20-22; 6,14

20Früh am nächsten Morgen kamen sie wieder an dem Feigenbaum vorbei und sahen, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. 21Da erinnerte sich Petrus an Jesu Worte und rief: »Rabbi, sieh nur, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!« 22Jesus erwiderte: »Habt Glauben an Gott! 23Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹ und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen11,23 W wird es ihm zuteil werden.. 24Darum sage ich euch: Wenn ihr betet und um etwas bittet, dann glaubt, dass ihr es empfangen habt, und die Bitte wird euch erfüllt werden, was immer es auch sei. 25Und wenn ihr beten wollt11,25 W Und wenn ihr steht und betet. und etwas gegen jemand habt, dann vergebt ihm, damit euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen auch vergibt.11,25 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 26 an: Wenn ihr aber nicht vergebt, wird euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«

Die Frage nach der Vollmacht Jesu

Mt 21,23-27; Lk 20,1-8

27Sie kamen wieder nach Jerusalem. Als Jesus im Tempel umherging, traten die führenden Priester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm 28und fragten: »Woher nimmst du dir das Recht, das alles zu tun?11,28 W In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, so zu handeln?«

29»Ich will euch eine Gegenfrage stellen«, erwiderte Jesus. »Beantwortet sie mir, und ich werde euch sagen, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln. 30Die Taufe des Johannes – stammte sie vom Himmel oder von Menschen? Was ist eure Antwort?« 31Sie überlegten miteinander hin und her: »Wenn wir antworten: ›Vom Himmel‹, wird er sagen: ›Warum habt ihr Johannes dann nicht geglaubt?‹ 32Sollen wir also antworten: ›Von Menschen‹?« Doch ´das wagten sie nicht,` weil sie vor dem Volk Angst hatten; denn das ganze Volk war der Ansicht, dass Johannes wirklich ein Prophet gewesen war. 33Schließlich gaben sie Jesus zur Antwort: »Wir wissen es nicht.« Da erwiderte er: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«