Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
24

Jesu Rede über die Endzeit (Kapitel 24 und 25)

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Mk 13,1-2; Lk 21,5-6

241Jesus verließ den Tempel und war im Begriff wegzugehen. Da traten seine Jünger zu ihm und machten ihn auf ´die Pracht` der Tempelbauten aufmerksam. 2»Das alles beeindruckt euch24,2 Od Ihr seht das alles., nicht wahr?«, sagte Jesus. »Doch ich versichere euch: Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

Vorzeichen des Endes

Mk 13,3-23; Lk 21,7-24; 17,23-24.37

3Später, als Jesus auf dem Ölberg saß und mit seinen Jüngern allein war, wandten sie sich an ihn und baten: »Sag uns doch: Wann wird das geschehen, und welches Zeichen wird deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen?«

4»Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!«, erwiderte Jesus. 5»Denn viele werden unter meinem Namen auftreten; sie werden behaupten, sie seien der Messias24,5 Od Christus. Ebenso in den Versen 23 und 24., und werden viele irreführen. 6Ihr werdet von Kriegen hören; ihr werdet hören, dass Kriegsgefahr droht.24,6 Od Ihr werdet von Kriegen hören, und Kriegsgerüchte werden euch erreichen. Od Ihr werdet ´den Lärm von` Kriegen ´in der Nähe` und Berichte von Kriegen ´in der Ferne` hören. Lasst euch dadurch nicht erschrecken. Es muss so kommen, aber das Ende ist es noch nicht. 7Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Hungersnöte und Erdbeben werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene. 8Doch das alles ist erst der Anfang, es ist ´wie` der Beginn von Geburtswehen.

9Man wird euch verraten, verfolgen24,9 Od Man wird große Not über euch bringen. W Man wird euch an die Not/Bedrängnis verraten/ausliefern. und töten. Um meines Namens willen werdet ihr von allen Völkern gehasst werden. 10Viele werden vom Glauben abfallen; sie werden einander verraten24,10 Od einander ´an die Verfolger / an die Gerichte` ausliefern., sie werden einander hassen. 11Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen. 12Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nehmen wird, wird bei den meisten die Liebe erkalten. 13Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 14Die Botschaft24,14 W Das Evangelium. vom Reich ´Gottes` wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören24,14 W verkündet werden zu einem Zeugnis für alle Völker.. Dann erst kommt das Ende.

15Der Prophet Daniel hat von dem ›Gräuel der Entweihung24,15 W Gräuel der Verwüstung, d. h. der Gräuel, der zu der (oder: der Gräuel, zu dem die) Entweihung/Verwüstung der heiligen Stätten führt. Daniel 9,27; 11,31; 12,11.24,15 Daniel 9,27; 11,31; 12,11. gesprochen, der am heiligen Ort stehen wird. (Wer das liest, der überlege, ´was es bedeutet`.) Wenn ihr ihn dort stehen seht, 16sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. 17Wer sich gerade auf dem Dach seines Hauses aufhält, soll nicht erst noch hinuntersteigen, um seine Sachen aus dem Haus zu holen. 18Und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr nach Hause zurücklaufen, um seinen Mantel zu holen. 19Wie schwer werden es die Frauen haben24,19 W Wehe aber den Frauen., die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! 20Betet auch, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21Denn es wird eine Not24,21 W eine große Not. herrschen, wie es sie von Beginn der Welt an bis heute nicht gegeben hat und wie es sie danach auch nie mehr geben wird. 22Würde diese Zeit24,22 W Würden diese Tage. nicht verkürzt, dann würde kein Mensch24,22 W Fleisch. gerettet werden; aber um der Auserwählten willen wird sie verkürzt werden.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht, hier ist der Messias!‹ oder: ›Seht, er ist dort!‹, so glaubt es nicht. 24Denn mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet wird auftreten und große Zeichen und Wunder vollbringen, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten irrezuführen24,24 Od vollbringen, sodass, wenn das möglich wäre, sogar die Auserwählten irregeführt würden.. 25Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.

26Wenn also die Leute zu euch sagen: ›Seht, er ist draußen in der Wüste!‹, dann geht nicht hinaus. Und wenn sie sagen: ›Seht, er ist hier im Haus24,26 W er ist in den inneren Räumen.!‹, dann glaubt es nicht. 27Denn wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein, wie wenn der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen hin leuchtet. 28Wo Aas liegt, da sammeln sich die Geier.«

Die Wiederkunft des Menschensohnes

Mk 13,24-27; Lk 21,25-28

29»Unmittelbar nach jener Zeit der Not24,29 W nach der Not jener Tage. ›wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten.‹24,29 Nach Jesaja 13,10; 34,4. 30Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker der Erde24,30 alle Stämme des Landes (vergleiche Sacharja 12,10-12). werden jammern und klagen24,30 W werden sich ´an die Brust` schlagen.; sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.24,30 Nach Daniel 7,13. 31Er wird seine Engel mit mächtigem Posaunenschall aussenden, und sie werden seine Auserwählten aus allen Himmelsrichtungen24,31 W von den vier Winden. zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.«

Der Vergleich mit dem Feigenbaum. Mahnung zur Wachsamkeit

Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 17,26-27.30.34-35

32»Denkt zum Vergleich einmal an den Feigenbaum.24,32 W Lernt vom Feigenbaum folgenden Vergleich / folgendes Gleichnis. Wenn der Saft in die Zweige steigt und die Blätter sprießen, wisst ihr, dass es bald Sommer ist. 33Genauso ist es, wenn ihr seht, dass alle diese Dinge geschehen. Dann wisst ihr, dass ´das Kommen des Menschensohnes` nahe bevorsteht. 34Ich sage euch: Diese Generation24,34 Dieses Volk. wird nicht vergehen, bis das alles geschehen ist. 35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

36Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn24,36 AL(2) ohne nicht einmal der Sohn.; nur der Vater weiß es. 37Bei der Wiederkunft des Menschensohnes wird es wie in den Tagen Noahs sein. 38Damals vor der großen Flut aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet24,38 W und verheirateten. – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. 39Sie merkten nichts, bis die Flut hereinbrach und sie alle hinwegraffte. So wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40Von zwei Männern, die dann auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen24,40 Od mitgenommen. Ebenso im nächsten Vers. und der andere zurückgelassen. 41Von zwei Frauen, die zusammen24,41 W die an der Handmühle. Getreide mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen. 42Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.«

Der Vergleich mit dem wachsamen Hausherrn

Lk 12,39-40

43»Ihr könnt gewiss sein: Ein Hausherr, der wüsste, zu welchem Zeitpunkt in der Nacht24,43 W der wüsste, in welcher Nachtwache. der Dieb kommt, würde wach bleiben und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 44Darum haltet auch ihr euch ständig bereit; denn der Menschensohn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht damit rechnet.«

Der Vergleich mit dem treuen und dem bösen Diener

Lk 12,42-46

45»Woran erkennt man denn einen treuen und klugen Diener? Angenommen, ein Herr hat einem seiner Diener die Verantwortung übertragen, der ganzen Dienerschaft zur gegebenen Zeit das Essen auszuteilen. 46Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei der Arbeit findet – wie glücklich ist da der Diener zu preisen! 47Ich sage euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. 48Wenn jener Diener aber ein böser Mensch ist und sich sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht!‹ 49und anfängt, die anderen Diener24,49 W seine Mitdiener. zu schlagen, während er selbst mit Trunkenbolden schwelgt und prasst, 50dann wird sein Herr an einem Tag kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einem Zeitpunkt, an dem er es nicht vermutet24,50 W den er nicht kennt.. 51Er wird den Diener in Stücke hauen und dorthin bringen lassen, wo die Heuchler sind und wo24,51 W in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Heuchlern zuweisen, wo. es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.«

25

Das Gleichnis von den klugen und den törichten Brautjungfern

251»Wenn der Menschensohn kommt, wird es25,1 W »Dann wird es. mit dem Himmelreich wie mit zehn Brautjungfern25,1 W Mädchen/Jungfrauen. Ebenso in den nächsten Versen. sein, die ihre Fackeln25,1 Od Lampen. nahmen und dem Bräutigam entgegengingen25,1 Od und hinausgingen, um den Bräutigam abzuholen.. 2Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3Die Törichten nahmen zwar ihre Fackeln mit, aber keinen Ölvorrat. 4Die Klugen dagegen hatten außer ihren Fackeln auch Gefäße mit Öl dabei. 5Als sich nun die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie alle müde und schliefen ein.

6Mitten in der Nacht25,6 Od Um Mitternacht. ertönte plötzlich der Ruf: ›Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!‹ 7Die Brautjungfern wachten alle auf und machten sich daran, ihre Fackeln in Ordnung zu bringen. 8Die Törichten sagten zu den Klugen: ›Gebt uns etwas von eurem Öl; unsere Fackeln gehen aus.‹ 9Aber die Klugen erwiderten: ›Das können wir nicht, es reicht sonst weder für uns noch für euch. Geht doch zu einem Kaufmann und holt25,9 W zu den Händlern und kauft. euch selbst, was ihr braucht!‹ 10Während die Törichten weg waren, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die fünf, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal. Dann wurde die Tür geschlossen. 11Später kamen auch die anderen Brautjungfern und riefen: ›Herr, Herr, mach uns auf!‹ 12Doch der Bräutigam antwortete: ›Ich kann euch nur das eine sagen: Ich kenne euch nicht!‹«

13»Seid also wachsam!«, ´schloss Jesus.` »Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde im Voraus.«

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

Lk 19,12-27

14»Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, in ein anderes Land zu reisen. Er rief seine Diener zu sich und vertraute ihnen sein Vermögen an. 15Einem gab er fünf Talente25,15 Ein sehr hoher Geldbetrag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 18,24., einem anderen zwei und wieder einem anderen eines – jedem seinen Fähigkeiten entsprechend. Dann reiste er ab. 16Der Diener, der fünf Talente bekommen hatte, begann sofort, mit dem Geld zu arbeiten, und gewann fünf weitere dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei Talente bekommen hatte, zwei weitere dazu. 18Der aber, der nur ein Talent bekommen hatte, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück und forderte seine Diener auf, mit ihm abzurechnen.

20´Zuerst` kam der, der fünf Talente erhalten hatte. Er brachte die anderen fünf Talente mit und sagte: ›Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; diese fünf hier habe ich dazugewonnen.‹ – 21›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist mit dem wenigen treu umgegangen, darum will ich dir viel anvertrauen. Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!‹

22´Dann` kam der, der zwei Talente erhalten hatte. ›Herr‹, sagte er, ›zwei Talente hast du mir gegeben; hier sind die zwei, die ich dazugewonnen habe.‹ – 23›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist mit dem wenigen treu umgegangen, darum will ich dir viel anvertrauen. Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!‹

24´Zuletzt` kam auch der, der ein Talent bekommen hatte. ›Herr‹, sagte er, ›ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast. 25Deshalb hatte ich Angst und vergrub dein Talent in der Erde. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹ 26Da gab ihm sein Herr zur Antwort: ›Du böser und fauler Mensch25,26 W Diener.! Du hast also gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe. 27Da hättest du mein Geld doch wenigstens zur Bank bringen können; dann hätte ich es25,27 W hätte ich das Meine. bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückbekommen.‹

28›Nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 29Denn jedem, der hat, wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 30Doch diesen unnützen Diener werft in die Finsternis hinaus, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.‹«

Das Gericht über die Völker

31»Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und mit ihm alle Engel, dann wird er in königlichem Glanz auf seinem Thron25,31 W dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit. Platz nehmen. 32Alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen25,32 W wird sie. Das griechische Wort macht deutlich, dass die einzelnen Menschen gemeint sind, nicht die Völker als Ganze. in zwei Gruppen teilen, so wie der Hirte die Schafe und die Ziegen voneinander trennt.25,32 In Palästina trennte der Hirte nachts die Schafe und die Ziegen voneinander, weil die Schafe die Kälte besser ertrugen. 33Die Schafe wird er rechts von sich aufstellen und die Ziegen links.

34Dann wird der König zu denen auf der rechten Seite sagen: ›Kommt her, ihr seid von meinem Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz25,34 W Erbt das Reich., das seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet ist. 35Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen; 36ich hatte nichts anzuziehen25,36 W ich war nackt. Entsprechend in den Versen 38, 43 und 44., und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert; ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹

37Dann werden ihn die Gerechten fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38Wann haben wir dich als Fremden bei uns gesehen und haben dich aufgenommen? Oder wann haben wir dich gesehen, als du nichts anzuziehen hattest, und haben dir Kleidung gegeben? 39Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und haben dich besucht?‹

40Darauf wird der König ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen25,40 W für einen dieser meiner geringsten Brüder getan habt. –, das habt ihr für mich getan.‹

41Dann wird er zu denen auf der linken Seite sagen: ›Geht weg von mir, ihr seid verflucht! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! 42Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; 43ich war ein Fremder, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und war im Gefängnis, und ihr habt euch nicht um mich gekümmert.‹

44Dann werden auch sie fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder ohne Kleidung oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht geholfen?‹

45Darauf wird er ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr an einem meiner Brüder zu tun versäumt habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen –, das habt ihr mir gegenüber versäumt.25,45 W Was immer ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan.

46So werden sie an ´den Ort` der ewigen Strafe gehen, die Gerechten aber werden ins ewige Leben eingehen.«

26

Jesu Leiden und Sterben und seine Auferstehung (Kapitel 26 bis 28)

Jesus kündigt zum letzten Mal sein Leiden und Sterben an

261Als Jesus alle diese Dinge gelehrt und seine Rede26,1 Od Als Jesus alle seine Reden. W Als Jesus alle diese Worte. beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: 2»Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest beginnt. Dann wird der Menschensohn verraten26,2 Od ausgeliefert. und gekreuzigt werden.«

Pläne des Hohen Rates gegen Jesus

Mk 14,1-2; Lk 22,1-2

3Etwa um die gleiche Zeit26,3 Od Danach. versammelten sich die führenden Priester und die Ältesten des ´jüdischen` Volkes im Palast des Hohenpriesters Kajafas 4und berieten miteinander, zu welcher List sie greifen könnten, um Jesus festzunehmen und dann umzubringen. 5»Auf keinen Fall darf es während des Festes geschehen«, sagten sie, »sonst gibt es einen Aufruhr im Volk.«

Die Salbung in Betanien

Mk 14,3-9; Joh 12,1-8

6Jesus war in Betanien bei Simon dem Aussätzigen zu Gast26,6 W in Betanien im Haus Simons, des (ehemals?) Aussätzigen.. 7Während der Mahlzeit trat eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem Salböl zu ihm und goss ihm das Öl über den Kopf. 8Die Jünger waren empört, als sie das sahen: »Was soll diese Verschwendung? 9Man hätte das Öl teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können!«

10Jesus merkte, ´wie ärgerlich sie waren`. »Warum macht ihr es der Frau so schwer?«, sagte er zu ihnen. »Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 11Arme wird es immer bei euch geben. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch26,11 W habt ihr nicht immer.. 12Indem sie dieses Salböl über mich gegossen hat, hat sie meinen Körper im Voraus für mein Begräbnis gesalbt26,12 W über meinen Körper gegossen hat, hat sie im Hinblick auf mein Begräbnis gehandelt.. 13Ich sage euch: Überall in der Welt, wo man das26,13 W dieses. Evangelium verkünden wird, wird man sich auch an sie erinnern und von dem reden, was sie getan hat.«

Judas wird zum Verräter

Mk 14,10-11; Lk 22,3-6

14Danach ging einer der Zwölf, Judas Iskariot, zu den führenden Priestern 15und sagte: »Was gebt ihr mir, wenn ich dafür sorge, dass ihr Jesus in eure Gewalt bringen könnt26,15 W wenn ich ihn an euch ausliefere/verrate??« Sie zahlten26,15 Od versprachen. ihm dreißig Silberstücke. 16Von da an suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, Jesus an sie zu verraten.

Vorbereitung des Passamahls

Mk 14,12-16; Lk 22,7-13

17Am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote kamen die Jünger zu Jesus und fragten: »Wo sollen wir das Passamahl für dich vorbereiten?« 18Er antwortete: »Geht in die Stadt zu folgendem Mann« – ´er nannte ihnen den Namen` – »und sagt zu ihm: ›Der Meister lässt dir ausrichten: Meine Stunde ist gekommen.26,18 W Meine Zeit ist nahe. Ich will mit meinen Jüngern bei dir das Passamahl feiern.‹« 19Die Jünger führten alles so aus, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

Ankündigung des Verrats

Mk 14,17-21; Lk 22,21-23

20Als es Abend geworden war, setzte sich Jesus mit den Zwölf zu Tisch. 21Während des Essens erklärte er: »Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.« 22Die Jünger waren zutiefst bestürzt, und einer nach dem anderen sagte zu ihm: »Ich bin es doch nicht etwa, Herr?« 23Jesus erwiderte: »Einer, der26,23 Od Der, der eben. mit mir das Brot26,23 W die Hand. in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. 24Der Menschensohn geht zwar den Weg, der ihm in der Schrift vorausgesagt ist; doch wehe dem Menschen, durch den er verraten wird! Für diesen Menschen wäre es besser, er wäre nie geboren worden.« 25Da sagte Judas, der Verräter26,25 W der ihn verriet/auslieferte. Ebenso in Vers 48., zu ihm: »Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi?« – »Du selbst hast es ausgesprochen«, erwiderte Jesus.

Einsetzung des Abendmahls

Mk 14,22-26; Lk 22,14-20

26Im weiteren Verlauf des Essens nahm Jesus Brot26,26 Od das Brot., dankte Gott dafür26,26 Od sprach das Dankgebet., brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: »Nehmt und esst, das ist mein Leib.« 27Dann nahm er einen26,27 Od den. Becher ´mit Wein`, sprach ein26,27 Od das. Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: »Trinkt alle daraus! 28Das ist mein Blut, das Blut des Bundes26,28 AL(2) des neuen Bundes. Vergleiche Lukas 22,20., das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird. 29Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr vom Saft der Reben trinken bis zu dem Tag, an dem ich den neuen Wein26,29 W an dem ich ihn als einen neuen. im Reich meines Vaters mit euch trinken werde.«

30Nachdem sie dann ein26,30 Od das. Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Jesus kündigt an, dass Petrus ihn verleugnen wird

Mk 14,27-31; Lk 22,33-34

31Unterwegs sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Heute Nacht werdet ihr euch alle von mir abwenden26,31 Od werdet ihr alle an mir irre werden. Entsprechend in Vers 33.. Denn es heißt in der Schrift:

›Ich werde den Hirten töten,

und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.‹26,31 Nach Sacharja 13,7.

32Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.«

33Doch Petrus versicherte: »Und wenn alle sich von dir abwenden – ich niemals!« 34Jesus erwiderte: »Ich sage dir: Noch heute Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.« 35Da erklärte Petrus: »Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich niemals verleugnen!« Dasselbe beteuerten auch alle anderen Jünger.

In Getsemane

Mk 14,32-42; Lk 22,39-46

36Jesus kam nun mit seinen Jüngern an eine Stelle ´am Ölberg`, die Getsemane genannt wird. Dort sagte er zu ihnen: »Setzt euch hier ´und wartet`! Ich gehe noch ein Stück weiter26,36 W gehe dorthin., um zu beten.« 37Petrus jedoch und die beiden Söhne des Zebedäus nahm er mit. Traurigkeit und Angst wollten ihn überwältigen, 38und er sagte zu ihnen: »Meine Seele ist zu Tode betrübt.26,38 Od Ich bin tief betrübt und dem Tod nahe. W Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!« 39Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter, warf sich zu Boden, mit dem Gesicht zur Erde, und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.«

40Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus: »Ihr konntet also nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? 41Wacht und betet, damit26,41 Od betet darum, dass. ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur26,41 W aber das Fleisch. ist schwach.«

42Jesus ging ein zweites Mal weg und betete: »Mein Vater, wenn es nicht anders sein kann und ich diesen Kelch trinken muss26,42 W wenn dieser nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke., dann soll dein Wille geschehen.« 43Als er zurückkam, waren sie wieder eingeschlafen; sie konnten die Augen vor Müdigkeit nicht offen halten.

44Er ließ sie schlafen, ging wieder weg und betete ein drittes Mal dasselbe Gebet. 45Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sagte: »Wollt ihr noch länger schlafen und euch ausruhen?26,45 Od Schlaft ihr denn immer noch und ruht euch aus? Od (ironisch) Schlaft nur weiter und ruht euch aus! Seht, die Stunde ist da, in der der Menschensohn in die Hände der Sünder gegeben wird. 46Steht auf, lasst uns gehen! Der, der mich verrät, ist da.«

Die Gefangennahme Jesu

Mk 14,43-50; Lk 22,47-53; Joh 18,3-11

47Noch während Jesus redete, kam Judas, einer der Zwölf, mit einer großen Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Sie waren von den führenden Priestern und den Ältesten des ´jüdischen` Volkes geschickt worden. 48Der Verräter hatte mit seinen Begleitern ein Zeichen vereinbart: »Der, den ich mit einem Kuss begrüßen werde26,48 Übliche Form der ehrerbietigen Begrüßung eines Rabbis durch seine Schüler., der ist es. Den müsst ihr festnehmen.« 49Judas ging sofort auf Jesus zu. »Sei gegrüßt, Rabbi!«, sagte er und gab ihm einen Kuss26,49 und küsste ihn (auffällig) lang.. 50Jesus sagte zu ihm: »Mein Freund, tu, wozu du gekommen bist!26,50 Od Mein Freund, bist du dazu gekommen?« Und schon traten die Männer heran, packten Jesus und nahmen ihn fest.

51Da griff einer von Jesu Begleitern nach seinem Schwert, ging damit auf den Diener des Hohenpriesters los und schlug ihm ein Ohr ab. 52Doch Jesus sagte zu ihm: »Steck dein Schwert zurück! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durchs Schwert umkommen. 53Oder glaubst du nicht, dass ich meinen Vater um Hilfe bitten könnte und dass er mir sofort mehr als zwölf Legionen26,53 Legion: eigentlich die größte römische Heereseinheit (etwa 6000 Mann); hier im übertragenen Sinn gebraucht. Engel zur Seite stellen würde? 54Wie würden sich dann aber die Voraussagen der Schrift erfüllen, nach denen es so geschehen muss?«

55Dann wandte sich Jesus zu der Schar der bewaffneten Männer und sagte26,55 W In jener Stunde sagte Jesus zu der Menge.: »Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr ausgezogen, um mich gefangen zu nehmen, als wäre ich ein Verbrecher26,55 Od Aufrührer. W Räuber.. Dabei saß ich doch Tag für Tag im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht festgenommen. 56Aber das alles ist geschehen, damit sich erfüllt, was die Propheten in der Schrift vorausgesagt haben26,56 W damit sich die Schriften der Propheten erfüllen..« Da ließen ihn alle seine Jünger im Stich und flohen.

Jesus vor dem Hohen Rat

Mk 14,53-65; Lk 22,54.63-71; Joh 18,12-13.19-24

57Die, die Jesus festgenommen hatten, führten ihn zum Hohenpriester Kajafas, wo bereits die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren26,57 Od wo die … sich versammelten.. 58Petrus folgte Jesus in einiger Entfernung bis zum hohepriesterlichen Palast. Er ging in den Innenhof und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie alles ausgehen würde.

59Die führenden Priester und der gesamte Hohe Rat suchten nun nach einer falschen Zeugenaussage gegen Jesus, die es rechtfertigen würde, ihn zum Tod zu verurteilen26,59 W gegen Jesus, um ihn töten zu lassen.. 60Doch sie konnten nichts finden, obwohl viele falsche Zeugen gegen ihn aussagten. Schließlich traten zwei Männer vor 61und erklärten: »Dieser Mensch hat behauptet: ›Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen.‹« 62Der Hohepriester erhob sich und fragte Jesus: »Hast du darauf nichts zu sagen? Wie stellst du dich zu dem26,62 Od Wie verhält es sich mit dem., was diese Leute gegen dich vorbringen?« 63Aber Jesus schwieg. Da sagte der Hohepriester zu ihm: »Ich nehme dich vor dem lebendigen Gott unter Eid. Sag uns: Bist du der Messias26,63 Od Christus., der Sohn Gottes?« – 64»Du selbst hast es ausgesprochen«, erwiderte Jesus. »Und ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des Allmächtigen26,64 W der Macht. sitzen sehen, und ihr werdet sehen, wie er auf den Wolken des Himmels kommt.26,64 Nach Daniel 7,13 und Psalm 110,1.« 65Da zerriss der Hohepriester ´vor Empörung` sein Gewand und rief: »Das ist Gotteslästerung! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt ja selbst gehört, wie er Gott gelästert hat. 66Was ist eure Meinung?« – »Er muss sterben!«, antworteten sie.

67Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige gaben ihm Ohrfeigen26,67 Od ins Gesicht und gaben ihm Ohrfeigen. Einige schlugen ihn ´mit dem Stock`. 68und sagten: »Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns26,68 W »Prophezei uns, Messias/Christus.: Wer hat dich geschlagen?«

Petrus verleugnet Jesus

Mk 14,66-72; Lk 22,56-62; Joh 18,15-18.25-27

69Petrus saß noch draußen im Hof, als eine Dienerin auf ihn zutrat und sagte: »Du warst doch auch mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen!« 70Aber Petrus stritt es vor allen Leuten ab. »Ich weiß nicht, wovon du redest«, sagte er.

71Als er danach zum Eingangstor ging, sah ihn eine andere Dienerin und sagte zu denen, die dort standen: »Der war auch mit diesem Jesus von Nazaret zusammen.« 72Wieder stritt Petrus es ab, ´diesmal sogar` mit einem Schwur: »Ich kenne den Menschen nicht!«

73Doch es dauerte nicht lange, da traten die Umstehenden auf ihn zu und sagten: »Natürlich bist du auch einer von ihnen; deine Sprache verrät dich.« 74Petrus begann, Verwünschungen auszustoßen, und schwor: »Ich kenne den Menschen nicht!«

In diesem Augenblick krähte ein Hahn. 75Da erinnerte sich Petrus daran, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.« Und er ging hinaus und weinte in bitterer Verzweiflung26,75 W und weinte bitterlich..