Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
23

Warnung vor den Schriftgelehrten und den Pharisäern

Mk 12,38-40; Lk 11,43.46; 20,45-46

231Dann wandte sich Jesus an die Volksmenge und an seine Jünger 2und sagte: »Das Lehramt des Mose haben heute die Schriftgelehrten und die Pharisäer inne.23,2 W Auf den Lehrstuhl des Mose haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt. 3Richtet euch daher nach allem, was sie euch sagen, und befolgt es. Doch richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden zwar, handeln aber nicht danach. 4Sie binden schwere Lasten zusammen, die man kaum tragen kann, und laden sie den Menschen auf die Schultern; doch sie selbst denken nicht daran, diese Lasten auch nur anzurühren23,4 W auch nur mit ihrem Finger zu bewegen..

5Und alles, was sie tun, tun sie nur, um die Leute zu beeindrucken: Sie machen ihre Gebetsriemen besonders breit und die Quasten ihrer Gewänder besonders lang.23,5 Siehe 5. Mose 6,8 und 4. Mose 15,37-41. 6Bei Festessen nehmen sie die Ehrenplätze für sich in Anspruch und in den Synagogen die vordersten Sitze. 7Sie haben es gern, wenn man sie auf der Straße23,7 W auf den Marktplätzen. ehrfurchtsvoll grüßt und wenn die Leute sie mit ›Rabbi‹ anreden.

8Ihr aber sollt euch nicht ›Rabbi‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister23,8 Od Lehrer., und ihr alle seid Brüder. 9Auch sollt ihr niemand hier auf der Erde ›Vater‹ nennen, denn nur einer ist euer Vater, der Vater im Himmel. 10Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Lehrer: Christus23,10 Od der Messias.. 11Der Größte unter euch soll23,11 Od wird. euer Diener sein. 12Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Jesus geht mit den Schriftgelehrten und den Pharisäern ins Gericht

Lk 11,39-42.47-52

13»Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Selbst geht ihr nicht hinein, und die, die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hinein.23,13 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 14 an: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschlingt den Besitz der Witwen und sprecht zum Schein lange Gebete. Deshalb erwartet euch ein besonders hartes Urteil.

15Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reist über Land und Meer, um auch nur einen einzigen Anhänger zu gewinnen, und wenn ihr einen gewonnen habt, macht ihr ihn zu einem Anwärter auf die Hölle23,15 W zu einem Sohn der Hölle., der doppelt so schlimm ist wie ihr.

16Wehe euch, ihr verblendeten23,16 W blinden. Entsprechend in den Versen 17, 19, 24 und 26. Führer! Ihr sagt: ›Wenn jemand beim Tempel schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten23,16 W schwört, ist das nichts. Ebenso in Vers 18.; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 17Ihr verblendeten Toren! Was ist denn wichtiger, das Gold oder der Tempel? Durch den Tempel wird das Gold doch erst geheiligt. 18Ihr sagt auch: ›Wenn jemand beim Altar schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten; wenn jemand aber beim Opfer auf dem Altar schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 19Wie verblendet ihr seid!23,19 AL(1) Ihr verblendeten Toren! Was ist denn wichtiger, das Opfer oder der Altar? Durch den Altar wird das Opfer doch erst geheiligt. 20Wer also beim Altar schwört, der schwört nicht nur beim Altar, sondern auch bei allem, was darauf ist. 21Und wer beim Tempel schwört, der schwört nicht nur beim Tempel, sondern auch bei dem, der darin wohnt. 22Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und somit bei dem, der darauf sitzt.

23Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den zehnten Teil von ´Kräutern wie` Minze, Dill und Kümmel und lasst dabei die viel wichtigeren Forderungen des Gesetzes außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue23,23 Od Glaube.. Diese Forderungen solltet ihr erfüllen und das andere nicht außer Acht lassen. 24Verblendete Führer seid ihr! Mücken siebt ihr aus, und Kamele verschluckt ihr.

25Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reinigt das Äußere eurer Becher und Schüsseln, ihr Inhalt aber zeugt von eurer Raubgier23,25 Od ihr Inneres aber ist voll Raubgier. und Maßlosigkeit. 26Du verblendeter Pharisäer! Sorg zuerst dafür, dass der Inhalt des Bechers23,26 AL(1) des Bechers und der Schüssel. rein ist, dann wird auch das Äußere rein sein.

27Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie weißgetünchte Gräber: Von außen sehen sie schön aus, innen aber sind sie voll von Totengebeinen und von Unreinheit aller Art. 28Genauso seid auch ihr: Nach außen hin erweckt ihr bei den Menschen den Anschein, gerecht zu sein, in Wirklichkeit aber23,28 W innen aber. seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

29Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet Grabmäler für die Propheten23,29 Ihr baut die Grabmäler der Propheten aus. und schmückt die Gräber der Gerechten 30und behauptet: ›Wenn wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt hätten, hätten wir uns nicht mit ihnen am Tod der Propheten schuldig gemacht23,30 W wären wir nicht ihre Teilhaber am Blut der Propheten geworden..‹ 31Damit gebt ihr selbst zu23,31 W Damit bezeugt ihr gegen euch selbst., dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid. 32Ja, macht nur das Maß eurer Vorfahren voll!

33Ihr Schlangen, ihr Natternbrut! Wie wollt ihr dem Gericht entgehen und verhindern, dass ihr in die Hölle geworfen werdet23,33 W dem Gericht der Hölle entgehen.? 34Deshalb hört, was ich euch sage: Ich werde Propheten, Männer voller Weisheit und ´wahre` Schriftgelehrte zu euch schicken. Einige von ihnen werdet ihr umbringen, ja sogar kreuzigen; andere werdet ihr in euren Synagogen auspeitschen und von einer Stadt zur anderen verfolgen. 35So wird schließlich euch die ganze Schuld am Tod der Gerechten angerechnet23,35 W So wird all das gerechte Blut, das auf die (od auf der) Erde vergossen worden ist, über euch kommen., angefangen bei Abel, dem Gerechten, bis hin zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, den ihr zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt.23,35 Zu Abel siehe 1. Mose 4,1-11 und vergleiche Hebräer 11,4; 12,24; 1. Johannes 3,12. Zu Sacharja siehe wahrscheinlich 2. Chronik 24,20-22. 36Ich sage euch: Die Strafe für all das wird diese Generation treffen.«

Klage über Jerusalem

Lk 13,34-35

37»Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die Gott zu dir schickt. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne, die ihre Küken unter ihre Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt. 38Seht, euer Haus wird verlassen sein und verwüstet daliegen. 39Denn ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹23,39 Psalm 118,26.«

24

Jesu Rede über die Endzeit (Kapitel 24 und 25)

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Mk 13,1-2; Lk 21,5-6

241Jesus verließ den Tempel und war im Begriff wegzugehen. Da traten seine Jünger zu ihm und machten ihn auf ´die Pracht` der Tempelbauten aufmerksam. 2»Das alles beeindruckt euch24,2 Od Ihr seht das alles., nicht wahr?«, sagte Jesus. »Doch ich versichere euch: Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

Vorzeichen des Endes

Mk 13,3-23; Lk 21,7-24; 17,23-24.37

3Später, als Jesus auf dem Ölberg saß und mit seinen Jüngern allein war, wandten sie sich an ihn und baten: »Sag uns doch: Wann wird das geschehen, und welches Zeichen wird deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen?«

4»Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!«, erwiderte Jesus. 5»Denn viele werden unter meinem Namen auftreten; sie werden behaupten, sie seien der Messias24,5 Od Christus. Ebenso in den Versen 23 und 24., und werden viele irreführen. 6Ihr werdet von Kriegen hören; ihr werdet hören, dass Kriegsgefahr droht.24,6 Od Ihr werdet von Kriegen hören, und Kriegsgerüchte werden euch erreichen. Od Ihr werdet ´den Lärm von` Kriegen ´in der Nähe` und Berichte von Kriegen ´in der Ferne` hören. Lasst euch dadurch nicht erschrecken. Es muss so kommen, aber das Ende ist es noch nicht. 7Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Hungersnöte und Erdbeben werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene. 8Doch das alles ist erst der Anfang, es ist ´wie` der Beginn von Geburtswehen.

9Man wird euch verraten, verfolgen24,9 Od Man wird große Not über euch bringen. W Man wird euch an die Not/Bedrängnis verraten/ausliefern. und töten. Um meines Namens willen werdet ihr von allen Völkern gehasst werden. 10Viele werden vom Glauben abfallen; sie werden einander verraten24,10 Od einander ´an die Verfolger / an die Gerichte` ausliefern., sie werden einander hassen. 11Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen. 12Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nehmen wird, wird bei den meisten die Liebe erkalten. 13Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 14Die Botschaft24,14 W Das Evangelium. vom Reich ´Gottes` wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören24,14 W verkündet werden zu einem Zeugnis für alle Völker.. Dann erst kommt das Ende.

15Der Prophet Daniel hat von dem ›Gräuel der Entweihung24,15 W Gräuel der Verwüstung, d. h. der Gräuel, der zu der (oder: der Gräuel, zu dem die) Entweihung/Verwüstung der heiligen Stätten führt. Daniel 9,27; 11,31; 12,11.24,15 Daniel 9,27; 11,31; 12,11. gesprochen, der am heiligen Ort stehen wird. (Wer das liest, der überlege, ´was es bedeutet`.) Wenn ihr ihn dort stehen seht, 16sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. 17Wer sich gerade auf dem Dach seines Hauses aufhält, soll nicht erst noch hinuntersteigen, um seine Sachen aus dem Haus zu holen. 18Und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr nach Hause zurücklaufen, um seinen Mantel zu holen. 19Wie schwer werden es die Frauen haben24,19 W Wehe aber den Frauen., die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! 20Betet auch, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21Denn es wird eine Not24,21 W eine große Not. herrschen, wie es sie von Beginn der Welt an bis heute nicht gegeben hat und wie es sie danach auch nie mehr geben wird. 22Würde diese Zeit24,22 W Würden diese Tage. nicht verkürzt, dann würde kein Mensch24,22 W Fleisch. gerettet werden; aber um der Auserwählten willen wird sie verkürzt werden.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht, hier ist der Messias!‹ oder: ›Seht, er ist dort!‹, so glaubt es nicht. 24Denn mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet wird auftreten und große Zeichen und Wunder vollbringen, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten irrezuführen24,24 Od vollbringen, sodass, wenn das möglich wäre, sogar die Auserwählten irregeführt würden.. 25Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.

26Wenn also die Leute zu euch sagen: ›Seht, er ist draußen in der Wüste!‹, dann geht nicht hinaus. Und wenn sie sagen: ›Seht, er ist hier im Haus24,26 W er ist in den inneren Räumen.!‹, dann glaubt es nicht. 27Denn wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein, wie wenn der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen hin leuchtet. 28Wo Aas liegt, da sammeln sich die Geier.«

Die Wiederkunft des Menschensohnes

Mk 13,24-27; Lk 21,25-28

29»Unmittelbar nach jener Zeit der Not24,29 W nach der Not jener Tage. ›wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten.‹24,29 Nach Jesaja 13,10; 34,4. 30Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker der Erde24,30 alle Stämme des Landes (vergleiche Sacharja 12,10-12). werden jammern und klagen24,30 W werden sich ´an die Brust` schlagen.; sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.24,30 Nach Daniel 7,13. 31Er wird seine Engel mit mächtigem Posaunenschall aussenden, und sie werden seine Auserwählten aus allen Himmelsrichtungen24,31 W von den vier Winden. zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.«

Der Vergleich mit dem Feigenbaum. Mahnung zur Wachsamkeit

Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 17,26-27.30.34-35

32»Denkt zum Vergleich einmal an den Feigenbaum.24,32 W Lernt vom Feigenbaum folgenden Vergleich / folgendes Gleichnis. Wenn der Saft in die Zweige steigt und die Blätter sprießen, wisst ihr, dass es bald Sommer ist. 33Genauso ist es, wenn ihr seht, dass alle diese Dinge geschehen. Dann wisst ihr, dass ´das Kommen des Menschensohnes` nahe bevorsteht. 34Ich sage euch: Diese Generation24,34 Dieses Volk. wird nicht vergehen, bis das alles geschehen ist. 35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

36Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn24,36 AL(2) ohne nicht einmal der Sohn.; nur der Vater weiß es. 37Bei der Wiederkunft des Menschensohnes wird es wie in den Tagen Noahs sein. 38Damals vor der großen Flut aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet24,38 W und verheirateten. – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. 39Sie merkten nichts, bis die Flut hereinbrach und sie alle hinwegraffte. So wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40Von zwei Männern, die dann auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen24,40 Od mitgenommen. Ebenso im nächsten Vers. und der andere zurückgelassen. 41Von zwei Frauen, die zusammen24,41 W die an der Handmühle. Getreide mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen. 42Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.«

Der Vergleich mit dem wachsamen Hausherrn

Lk 12,39-40

43»Ihr könnt gewiss sein: Ein Hausherr, der wüsste, zu welchem Zeitpunkt in der Nacht24,43 W der wüsste, in welcher Nachtwache. der Dieb kommt, würde wach bleiben und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 44Darum haltet auch ihr euch ständig bereit; denn der Menschensohn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht damit rechnet.«

Der Vergleich mit dem treuen und dem bösen Diener

Lk 12,42-46

45»Woran erkennt man denn einen treuen und klugen Diener? Angenommen, ein Herr hat einem seiner Diener die Verantwortung übertragen, der ganzen Dienerschaft zur gegebenen Zeit das Essen auszuteilen. 46Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei der Arbeit findet – wie glücklich ist da der Diener zu preisen! 47Ich sage euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. 48Wenn jener Diener aber ein böser Mensch ist und sich sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht!‹ 49und anfängt, die anderen Diener24,49 W seine Mitdiener. zu schlagen, während er selbst mit Trunkenbolden schwelgt und prasst, 50dann wird sein Herr an einem Tag kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einem Zeitpunkt, an dem er es nicht vermutet24,50 W den er nicht kennt.. 51Er wird den Diener in Stücke hauen und dorthin bringen lassen, wo die Heuchler sind und wo24,51 W in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Heuchlern zuweisen, wo. es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.«

25

Das Gleichnis von den klugen und den törichten Brautjungfern

251»Wenn der Menschensohn kommt, wird es25,1 W »Dann wird es. mit dem Himmelreich wie mit zehn Brautjungfern25,1 W Mädchen/Jungfrauen. Ebenso in den nächsten Versen. sein, die ihre Fackeln25,1 Od Lampen. nahmen und dem Bräutigam entgegengingen25,1 Od und hinausgingen, um den Bräutigam abzuholen.. 2Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3Die Törichten nahmen zwar ihre Fackeln mit, aber keinen Ölvorrat. 4Die Klugen dagegen hatten außer ihren Fackeln auch Gefäße mit Öl dabei. 5Als sich nun die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie alle müde und schliefen ein.

6Mitten in der Nacht25,6 Od Um Mitternacht. ertönte plötzlich der Ruf: ›Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!‹ 7Die Brautjungfern wachten alle auf und machten sich daran, ihre Fackeln in Ordnung zu bringen. 8Die Törichten sagten zu den Klugen: ›Gebt uns etwas von eurem Öl; unsere Fackeln gehen aus.‹ 9Aber die Klugen erwiderten: ›Das können wir nicht, es reicht sonst weder für uns noch für euch. Geht doch zu einem Kaufmann und holt25,9 W zu den Händlern und kauft. euch selbst, was ihr braucht!‹ 10Während die Törichten weg waren, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die fünf, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal. Dann wurde die Tür geschlossen. 11Später kamen auch die anderen Brautjungfern und riefen: ›Herr, Herr, mach uns auf!‹ 12Doch der Bräutigam antwortete: ›Ich kann euch nur das eine sagen: Ich kenne euch nicht!‹«

13»Seid also wachsam!«, ´schloss Jesus.` »Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde im Voraus.«

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

Lk 19,12-27

14»Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, in ein anderes Land zu reisen. Er rief seine Diener zu sich und vertraute ihnen sein Vermögen an. 15Einem gab er fünf Talente25,15 Ein sehr hoher Geldbetrag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 18,24., einem anderen zwei und wieder einem anderen eines – jedem seinen Fähigkeiten entsprechend. Dann reiste er ab. 16Der Diener, der fünf Talente bekommen hatte, begann sofort, mit dem Geld zu arbeiten, und gewann fünf weitere dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei Talente bekommen hatte, zwei weitere dazu. 18Der aber, der nur ein Talent bekommen hatte, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück und forderte seine Diener auf, mit ihm abzurechnen.

20´Zuerst` kam der, der fünf Talente erhalten hatte. Er brachte die anderen fünf Talente mit und sagte: ›Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; diese fünf hier habe ich dazugewonnen.‹ – 21›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist mit dem wenigen treu umgegangen, darum will ich dir viel anvertrauen. Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!‹

22´Dann` kam der, der zwei Talente erhalten hatte. ›Herr‹, sagte er, ›zwei Talente hast du mir gegeben; hier sind die zwei, die ich dazugewonnen habe.‹ – 23›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist mit dem wenigen treu umgegangen, darum will ich dir viel anvertrauen. Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!‹

24´Zuletzt` kam auch der, der ein Talent bekommen hatte. ›Herr‹, sagte er, ›ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast. 25Deshalb hatte ich Angst und vergrub dein Talent in der Erde. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹ 26Da gab ihm sein Herr zur Antwort: ›Du böser und fauler Mensch25,26 W Diener.! Du hast also gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe. 27Da hättest du mein Geld doch wenigstens zur Bank bringen können; dann hätte ich es25,27 W hätte ich das Meine. bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückbekommen.‹

28›Nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 29Denn jedem, der hat, wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 30Doch diesen unnützen Diener werft in die Finsternis hinaus, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.‹«

Das Gericht über die Völker

31»Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und mit ihm alle Engel, dann wird er in königlichem Glanz auf seinem Thron25,31 W dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit. Platz nehmen. 32Alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen25,32 W wird sie. Das griechische Wort macht deutlich, dass die einzelnen Menschen gemeint sind, nicht die Völker als Ganze. in zwei Gruppen teilen, so wie der Hirte die Schafe und die Ziegen voneinander trennt.25,32 In Palästina trennte der Hirte nachts die Schafe und die Ziegen voneinander, weil die Schafe die Kälte besser ertrugen. 33Die Schafe wird er rechts von sich aufstellen und die Ziegen links.

34Dann wird der König zu denen auf der rechten Seite sagen: ›Kommt her, ihr seid von meinem Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz25,34 W Erbt das Reich., das seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet ist. 35Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen; 36ich hatte nichts anzuziehen25,36 W ich war nackt. Entsprechend in den Versen 38, 43 und 44., und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert; ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹

37Dann werden ihn die Gerechten fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38Wann haben wir dich als Fremden bei uns gesehen und haben dich aufgenommen? Oder wann haben wir dich gesehen, als du nichts anzuziehen hattest, und haben dir Kleidung gegeben? 39Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und haben dich besucht?‹

40Darauf wird der König ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen25,40 W für einen dieser meiner geringsten Brüder getan habt. –, das habt ihr für mich getan.‹

41Dann wird er zu denen auf der linken Seite sagen: ›Geht weg von mir, ihr seid verflucht! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! 42Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; 43ich war ein Fremder, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und war im Gefängnis, und ihr habt euch nicht um mich gekümmert.‹

44Dann werden auch sie fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder ohne Kleidung oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht geholfen?‹

45Darauf wird er ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr an einem meiner Brüder zu tun versäumt habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen –, das habt ihr mir gegenüber versäumt.25,45 W Was immer ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan.

46So werden sie an ´den Ort` der ewigen Strafe gehen, die Gerechten aber werden ins ewige Leben eingehen.«