Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
22

Das Gleichnis von der Einladung zum Hochzeitsfest

Lk 14,16-24

221Jesus fuhr fort, ihnen Gleichnisse zu erzählen. Er sagte: 2»Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest vorbereitet hatte. 3Er sandte seine Diener aus, um die, die zum Fest eingeladen waren, rufen zu lassen. Doch sie wollten nicht kommen. 4Daraufhin sandte der König andere Diener aus und ließ den Gästen sagen: ›Ich habe das Festessen zubereiten lassen, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!‹ 5Aber sie kümmerten sich nicht darum, sondern wandten sich ihrer Feldarbeit oder ihren Geschäften zu. 6Einige jedoch packten die Diener des Königs, misshandelten sie und brachten sie um.

7Da wurde der König zornig. Er schickte seine Truppen und ließ die Mörder töten und ihre Stadt niederbrennen. 8Dann sagte er zu seinen Dienern: ›Das Hochzeitsfest ist vorbereitet, aber die Gäste, die ich eingeladen hatte, waren es nicht wert, ´daran teilzunehmen`. 9Darum geht hinaus auf die Straßen22,9 W Straßenausgänge. Gemeint sind wohl entweder die Stadttore oder die Weggabelungen/Straßenkreuzungen außerhalb der Siedlungen. und ladet alle zur Hochzeit ein, die ihr dort antrefft.‹ 10Die Diener gingen auf die Straßen und holten alle herein, die sie fanden, Böse ebenso wie Gute, und der Hochzeitssaal füllte sich mit Gästen.

11Als der König eintrat, um zu sehen, wer an dem Mahl teilnahm, bemerkte er einen, der kein Festgewand22,11 W Hochzeitsgewand. Ebenso im nächsten Vers. anhatte. 12›Mein Freund‹, sagte er zu ihm, ›wie bist du ohne Festgewand hier hereingekommen?‹ Der Mann wusste darauf nichts zu antworten. 13Da befahl der König seinen Dienern: ›Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.‹

14Denn viele sind gerufen22,14 Od berufen., aber nur wenige sind auserwählt.«

Die Frage nach der Berechtigung der kaiserlichen Steuer

Mk 12,13-17; Lk 20,20-26

15Daraufhin kamen die Pharisäer zusammen und berieten, wie sie Jesus zu einer Äußerung verleiten könnten, die sich gegen ihn verwenden ließe22,15 Od wie sie Jesus mit einer Fangfrage in die Falle locken könnten. W wie sie ihn mit einem Wort in der Schlinge fangen könnten.. 16Sie schickten ihre Schüler in Begleitung der Anhänger des Herodes zu ihm und ließen ihm folgende Frage vorlegen: »Meister, wir wissen, dass es dir nur um die Wahrheit geht. Wenn du lehrst, wie man nach Gottes Willen leben soll, lässt du dich allein von der Wahrheit leiten22,16 W Du lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. und fragst nicht, was die Leute dazu sagen; denn du lässt dich von keinem Menschen beeinflussen, wie angesehen er auch sein mag. 17So sag uns nun: Ist es nach deiner Meinung richtig22,17 W erlaubt., dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?«

18Aber Jesus durchschaute ihre böse Absicht. »Ihr Heuchler«, sagte er, »warum stellt ihr mir eine Falle? 19Zeigt mir die Münze, mit der ihr die Steuer bezahlt22,19 W die Steuermünze.!« Sie reichten ihm einen Denar. 20»Wessen Bild und Name ist darauf?22,20 W Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?«, fragte er. 21Sie antworteten: »´Das Bild und der Name` des Kaisers.« Da sagte Jesus zu ihnen: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört!« 22Über diese Antwort waren sie so verblüfft, dass sie Jesus in Ruhe ließen und weggingen.

Die Frage nach der Auferstehung der Toten

Mk 12,18-27; Lk 20,27-40

23Auch aus den Reihen der Sadduzäer, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, kamen an jenem Tag einige zu Jesus und legten ihm eine Frage vor. 24»Meister«, sagten sie, »Mose hat Folgendes bestimmt: ›Wenn ein Mann kinderlos stirbt, soll sein Bruder die Witwe heiraten22,24 W soll sein Bruder mit dessen Frau die Schwagerehe eingehen. und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹22,24 5. Mose 25,5. 25Nun lebten da unter uns sieben Brüder. Der erste heiratete, starb jedoch kinderlos und hinterließ darum seine Frau seinem Bruder. 26Aber auch dieser ´starb kinderlos`, ebenso der dritte, und so ging es weiter bis zum siebten. 27Zuletzt starb auch die Frau. 28Wie ist es nun bei der Auferstehung? Wem von den sieben gehört sie dann? Sie alle waren schließlich mit ihr verheiratet gewesen.«

29Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt. 30Denn nach der Auferstehung heiraten die Menschen nicht mehr22,30 W heiraten sie nicht und werden auch nicht verheiratet., sondern sind wie die Engel22,30 AL(1) Engel Gottes. im Himmel.

31Was nun die Auferstehung der Toten überhaupt betrifft: Habt ihr jenes Wort, das Gott zu euch sagt, nie gelesen: 32›Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‹22,32 2. Mose 3,6.? Gott ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden!«

33Die ganze Menschenmenge, die Jesus zugehört hatte, war tief beeindruckt von seiner Lehre.

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Mk 12,28-34

34Die Pharisäer hatten gehört, dass22,34 Od hatten mit angehört, wie. Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, und waren daraufhin ´zur Beratung`22,34 Od ´bei ihm`. zusammengekommen. 35Nun versuchte einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, Jesus eine Falle zu stellen. Er fragte ihn: 36»Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?« 37Jesus antwortete: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe22,37 W Seele. und mit deinem ganzen Verstand!‹22,37 5. Mose 6,5. 38Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39Ein zweites ist ebenso wichtig: ›Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!‹22,39 3. Mose 19,18. 40Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern.22,40 W An diesen beiden Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.«

Der Messias – Davids Sohn oder Davids Herr?

Mk 12,35-37; Lk 20,41-44

41Während die Pharisäer versammelt waren, stellte Jesus ihnen die Frage: 42»Was denkt ihr über den Messias22,42 Od Christus. Ebenso in Vers 45.? Wessen Sohn ist er?« – »Er ist der Sohn Davids«, antworteten sie. 43Da sagte Jesus: »Wie kommt es dann, dass David, geleitet vom Heiligen Geist,22,43 W dass David in dem / durch den Geist. ihn ›Herr‹ nennt? David sagt nämlich:

44›Der Herr sprach zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite,

bis ich deine Feinde unter deine Füße gelegt habe.‹22,44 Psalm 110,1.

45Wenn der Messias also von David ›Herr‹ genannt wird, wie kann er dann Davids Sohn sein?«

46Keiner konnte ihm darauf eine Antwort geben. Und von diesem Tag an wagte niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen.

23

Warnung vor den Schriftgelehrten und den Pharisäern

Mk 12,38-40; Lk 11,43.46; 20,45-46

231Dann wandte sich Jesus an die Volksmenge und an seine Jünger 2und sagte: »Das Lehramt des Mose haben heute die Schriftgelehrten und die Pharisäer inne.23,2 W Auf den Lehrstuhl des Mose haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt. 3Richtet euch daher nach allem, was sie euch sagen, und befolgt es. Doch richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden zwar, handeln aber nicht danach. 4Sie binden schwere Lasten zusammen, die man kaum tragen kann, und laden sie den Menschen auf die Schultern; doch sie selbst denken nicht daran, diese Lasten auch nur anzurühren23,4 W auch nur mit ihrem Finger zu bewegen..

5Und alles, was sie tun, tun sie nur, um die Leute zu beeindrucken: Sie machen ihre Gebetsriemen besonders breit und die Quasten ihrer Gewänder besonders lang.23,5 Siehe 5. Mose 6,8 und 4. Mose 15,37-41. 6Bei Festessen nehmen sie die Ehrenplätze für sich in Anspruch und in den Synagogen die vordersten Sitze. 7Sie haben es gern, wenn man sie auf der Straße23,7 W auf den Marktplätzen. ehrfurchtsvoll grüßt und wenn die Leute sie mit ›Rabbi‹ anreden.

8Ihr aber sollt euch nicht ›Rabbi‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister23,8 Od Lehrer., und ihr alle seid Brüder. 9Auch sollt ihr niemand hier auf der Erde ›Vater‹ nennen, denn nur einer ist euer Vater, der Vater im Himmel. 10Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Lehrer: Christus23,10 Od der Messias.. 11Der Größte unter euch soll23,11 Od wird. euer Diener sein. 12Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Jesus geht mit den Schriftgelehrten und den Pharisäern ins Gericht

Lk 11,39-42.47-52

13»Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Selbst geht ihr nicht hinein, und die, die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hinein.23,13 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 14 an: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschlingt den Besitz der Witwen und sprecht zum Schein lange Gebete. Deshalb erwartet euch ein besonders hartes Urteil.

15Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reist über Land und Meer, um auch nur einen einzigen Anhänger zu gewinnen, und wenn ihr einen gewonnen habt, macht ihr ihn zu einem Anwärter auf die Hölle23,15 W zu einem Sohn der Hölle., der doppelt so schlimm ist wie ihr.

16Wehe euch, ihr verblendeten23,16 W blinden. Entsprechend in den Versen 17, 19, 24 und 26. Führer! Ihr sagt: ›Wenn jemand beim Tempel schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten23,16 W schwört, ist das nichts. Ebenso in Vers 18.; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 17Ihr verblendeten Toren! Was ist denn wichtiger, das Gold oder der Tempel? Durch den Tempel wird das Gold doch erst geheiligt. 18Ihr sagt auch: ›Wenn jemand beim Altar schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten; wenn jemand aber beim Opfer auf dem Altar schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 19Wie verblendet ihr seid!23,19 AL(1) Ihr verblendeten Toren! Was ist denn wichtiger, das Opfer oder der Altar? Durch den Altar wird das Opfer doch erst geheiligt. 20Wer also beim Altar schwört, der schwört nicht nur beim Altar, sondern auch bei allem, was darauf ist. 21Und wer beim Tempel schwört, der schwört nicht nur beim Tempel, sondern auch bei dem, der darin wohnt. 22Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und somit bei dem, der darauf sitzt.

23Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den zehnten Teil von ´Kräutern wie` Minze, Dill und Kümmel und lasst dabei die viel wichtigeren Forderungen des Gesetzes außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue23,23 Od Glaube.. Diese Forderungen solltet ihr erfüllen und das andere nicht außer Acht lassen. 24Verblendete Führer seid ihr! Mücken siebt ihr aus, und Kamele verschluckt ihr.

25Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reinigt das Äußere eurer Becher und Schüsseln, ihr Inhalt aber zeugt von eurer Raubgier23,25 Od ihr Inneres aber ist voll Raubgier. und Maßlosigkeit. 26Du verblendeter Pharisäer! Sorg zuerst dafür, dass der Inhalt des Bechers23,26 AL(1) des Bechers und der Schüssel. rein ist, dann wird auch das Äußere rein sein.

27Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie weißgetünchte Gräber: Von außen sehen sie schön aus, innen aber sind sie voll von Totengebeinen und von Unreinheit aller Art. 28Genauso seid auch ihr: Nach außen hin erweckt ihr bei den Menschen den Anschein, gerecht zu sein, in Wirklichkeit aber23,28 W innen aber. seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

29Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet Grabmäler für die Propheten23,29 Ihr baut die Grabmäler der Propheten aus. und schmückt die Gräber der Gerechten 30und behauptet: ›Wenn wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt hätten, hätten wir uns nicht mit ihnen am Tod der Propheten schuldig gemacht23,30 W wären wir nicht ihre Teilhaber am Blut der Propheten geworden..‹ 31Damit gebt ihr selbst zu23,31 W Damit bezeugt ihr gegen euch selbst., dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid. 32Ja, macht nur das Maß eurer Vorfahren voll!

33Ihr Schlangen, ihr Natternbrut! Wie wollt ihr dem Gericht entgehen und verhindern, dass ihr in die Hölle geworfen werdet23,33 W dem Gericht der Hölle entgehen.? 34Deshalb hört, was ich euch sage: Ich werde Propheten, Männer voller Weisheit und ´wahre` Schriftgelehrte zu euch schicken. Einige von ihnen werdet ihr umbringen, ja sogar kreuzigen; andere werdet ihr in euren Synagogen auspeitschen und von einer Stadt zur anderen verfolgen. 35So wird schließlich euch die ganze Schuld am Tod der Gerechten angerechnet23,35 W So wird all das gerechte Blut, das auf die (od auf der) Erde vergossen worden ist, über euch kommen., angefangen bei Abel, dem Gerechten, bis hin zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, den ihr zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt.23,35 Zu Abel siehe 1. Mose 4,1-11 und vergleiche Hebräer 11,4; 12,24; 1. Johannes 3,12. Zu Sacharja siehe wahrscheinlich 2. Chronik 24,20-22. 36Ich sage euch: Die Strafe für all das wird diese Generation treffen.«

Klage über Jerusalem

Lk 13,34-35

37»Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die Gott zu dir schickt. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne, die ihre Küken unter ihre Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt. 38Seht, euer Haus wird verlassen sein und verwüstet daliegen. 39Denn ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹23,39 Psalm 118,26.«

24

Jesu Rede über die Endzeit (Kapitel 24 und 25)

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Mk 13,1-2; Lk 21,5-6

241Jesus verließ den Tempel und war im Begriff wegzugehen. Da traten seine Jünger zu ihm und machten ihn auf ´die Pracht` der Tempelbauten aufmerksam. 2»Das alles beeindruckt euch24,2 Od Ihr seht das alles., nicht wahr?«, sagte Jesus. »Doch ich versichere euch: Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

Vorzeichen des Endes

Mk 13,3-23; Lk 21,7-24; 17,23-24.37

3Später, als Jesus auf dem Ölberg saß und mit seinen Jüngern allein war, wandten sie sich an ihn und baten: »Sag uns doch: Wann wird das geschehen, und welches Zeichen wird deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen?«

4»Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!«, erwiderte Jesus. 5»Denn viele werden unter meinem Namen auftreten; sie werden behaupten, sie seien der Messias24,5 Od Christus. Ebenso in den Versen 23 und 24., und werden viele irreführen. 6Ihr werdet von Kriegen hören; ihr werdet hören, dass Kriegsgefahr droht.24,6 Od Ihr werdet von Kriegen hören, und Kriegsgerüchte werden euch erreichen. Od Ihr werdet ´den Lärm von` Kriegen ´in der Nähe` und Berichte von Kriegen ´in der Ferne` hören. Lasst euch dadurch nicht erschrecken. Es muss so kommen, aber das Ende ist es noch nicht. 7Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Hungersnöte und Erdbeben werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene. 8Doch das alles ist erst der Anfang, es ist ´wie` der Beginn von Geburtswehen.

9Man wird euch verraten, verfolgen24,9 Od Man wird große Not über euch bringen. W Man wird euch an die Not/Bedrängnis verraten/ausliefern. und töten. Um meines Namens willen werdet ihr von allen Völkern gehasst werden. 10Viele werden vom Glauben abfallen; sie werden einander verraten24,10 Od einander ´an die Verfolger / an die Gerichte` ausliefern., sie werden einander hassen. 11Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen. 12Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nehmen wird, wird bei den meisten die Liebe erkalten. 13Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 14Die Botschaft24,14 W Das Evangelium. vom Reich ´Gottes` wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören24,14 W verkündet werden zu einem Zeugnis für alle Völker.. Dann erst kommt das Ende.

15Der Prophet Daniel hat von dem ›Gräuel der Entweihung24,15 W Gräuel der Verwüstung, d. h. der Gräuel, der zu der (oder: der Gräuel, zu dem die) Entweihung/Verwüstung der heiligen Stätten führt. Daniel 9,27; 11,31; 12,11.24,15 Daniel 9,27; 11,31; 12,11. gesprochen, der am heiligen Ort stehen wird. (Wer das liest, der überlege, ´was es bedeutet`.) Wenn ihr ihn dort stehen seht, 16sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. 17Wer sich gerade auf dem Dach seines Hauses aufhält, soll nicht erst noch hinuntersteigen, um seine Sachen aus dem Haus zu holen. 18Und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr nach Hause zurücklaufen, um seinen Mantel zu holen. 19Wie schwer werden es die Frauen haben24,19 W Wehe aber den Frauen., die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! 20Betet auch, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21Denn es wird eine Not24,21 W eine große Not. herrschen, wie es sie von Beginn der Welt an bis heute nicht gegeben hat und wie es sie danach auch nie mehr geben wird. 22Würde diese Zeit24,22 W Würden diese Tage. nicht verkürzt, dann würde kein Mensch24,22 W Fleisch. gerettet werden; aber um der Auserwählten willen wird sie verkürzt werden.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht, hier ist der Messias!‹ oder: ›Seht, er ist dort!‹, so glaubt es nicht. 24Denn mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet wird auftreten und große Zeichen und Wunder vollbringen, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten irrezuführen24,24 Od vollbringen, sodass, wenn das möglich wäre, sogar die Auserwählten irregeführt würden.. 25Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.

26Wenn also die Leute zu euch sagen: ›Seht, er ist draußen in der Wüste!‹, dann geht nicht hinaus. Und wenn sie sagen: ›Seht, er ist hier im Haus24,26 W er ist in den inneren Räumen.!‹, dann glaubt es nicht. 27Denn wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein, wie wenn der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen hin leuchtet. 28Wo Aas liegt, da sammeln sich die Geier.«

Die Wiederkunft des Menschensohnes

Mk 13,24-27; Lk 21,25-28

29»Unmittelbar nach jener Zeit der Not24,29 W nach der Not jener Tage. ›wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten.‹24,29 Nach Jesaja 13,10; 34,4. 30Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker der Erde24,30 alle Stämme des Landes (vergleiche Sacharja 12,10-12). werden jammern und klagen24,30 W werden sich ´an die Brust` schlagen.; sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.24,30 Nach Daniel 7,13. 31Er wird seine Engel mit mächtigem Posaunenschall aussenden, und sie werden seine Auserwählten aus allen Himmelsrichtungen24,31 W von den vier Winden. zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.«

Der Vergleich mit dem Feigenbaum. Mahnung zur Wachsamkeit

Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 17,26-27.30.34-35

32»Denkt zum Vergleich einmal an den Feigenbaum.24,32 W Lernt vom Feigenbaum folgenden Vergleich / folgendes Gleichnis. Wenn der Saft in die Zweige steigt und die Blätter sprießen, wisst ihr, dass es bald Sommer ist. 33Genauso ist es, wenn ihr seht, dass alle diese Dinge geschehen. Dann wisst ihr, dass ´das Kommen des Menschensohnes` nahe bevorsteht. 34Ich sage euch: Diese Generation24,34 Dieses Volk. wird nicht vergehen, bis das alles geschehen ist. 35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

36Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn24,36 AL(2) ohne nicht einmal der Sohn.; nur der Vater weiß es. 37Bei der Wiederkunft des Menschensohnes wird es wie in den Tagen Noahs sein. 38Damals vor der großen Flut aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet24,38 W und verheirateten. – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. 39Sie merkten nichts, bis die Flut hereinbrach und sie alle hinwegraffte. So wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40Von zwei Männern, die dann auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen24,40 Od mitgenommen. Ebenso im nächsten Vers. und der andere zurückgelassen. 41Von zwei Frauen, die zusammen24,41 W die an der Handmühle. Getreide mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen. 42Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.«

Der Vergleich mit dem wachsamen Hausherrn

Lk 12,39-40

43»Ihr könnt gewiss sein: Ein Hausherr, der wüsste, zu welchem Zeitpunkt in der Nacht24,43 W der wüsste, in welcher Nachtwache. der Dieb kommt, würde wach bleiben und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 44Darum haltet auch ihr euch ständig bereit; denn der Menschensohn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht damit rechnet.«

Der Vergleich mit dem treuen und dem bösen Diener

Lk 12,42-46

45»Woran erkennt man denn einen treuen und klugen Diener? Angenommen, ein Herr hat einem seiner Diener die Verantwortung übertragen, der ganzen Dienerschaft zur gegebenen Zeit das Essen auszuteilen. 46Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei der Arbeit findet – wie glücklich ist da der Diener zu preisen! 47Ich sage euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. 48Wenn jener Diener aber ein böser Mensch ist und sich sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht!‹ 49und anfängt, die anderen Diener24,49 W seine Mitdiener. zu schlagen, während er selbst mit Trunkenbolden schwelgt und prasst, 50dann wird sein Herr an einem Tag kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einem Zeitpunkt, an dem er es nicht vermutet24,50 W den er nicht kennt.. 51Er wird den Diener in Stücke hauen und dorthin bringen lassen, wo die Heuchler sind und wo24,51 W in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Heuchlern zuweisen, wo. es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.«