Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
20

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg

201»Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der sich früh am Morgen aufmachte, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2Er ´fand etliche und` einigte sich mit ihnen auf den ´üblichen` Tageslohn von einem Denar. Dann schickte er sie in seinen Weinberg. 3Gegen neun Uhr20,3 W Um die dritte Stunde. ging er wieder auf den Marktplatz und sah dort noch andere untätig herumstehen. 4›Geht auch ihr in meinem Weinberg arbeiten!‹, sagte er zu ihnen. ›Ich werde euch dafür geben, was recht ist.‹ 5Da gingen sie an die Arbeit. Um die Mittagszeit und dann noch einmal gegen drei Uhr20,5 W Um die sechste und die neunte Stunde. ging der Mann wieder hin und stellte Arbeiter ein. 6Als er gegen fünf Uhr20,6 W um die elfte Stunde. Ebenso in Vers 9. ´ein letztes Mal` zum Marktplatz ging, fand er immer noch einige, die dort herumstanden. ›Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‹, fragte er sie. 7›Es hat uns eben niemand eingestellt‹, antworteten sie. Da sagte er zu ihnen: ›Geht auch ihr noch in meinem Weinberg arbeiten!‹

8Am Abend sagte der Weinbergbesitzer zu seinem Verwalter: ›Ruf die Arbeiter zusammen und zahl ihnen den Lohn aus! Fang bei den Letzten an und hör bei den Ersten auf.‹ 9Die Männer, die erst gegen fünf Uhr angefangen hatten, traten vor und erhielten jeder einen Denar. 10Als nun die Ersten an der Reihe waren, dachten sie, sie würden mehr bekommen; aber auch sie erhielten jeder einen Denar. 11Da begehrten sie gegen den Gutsbesitzer auf. 12›Diese hier‹, sagten sie, ›die zuletzt gekommen sind, haben nur eine Stunde gearbeitet, und du gibst ihnen genauso viel wie uns20,12 W und du hast sie uns gleich gemacht.. Dabei haben wir doch den ganzen Tag über schwer gearbeitet und die Hitze ertragen!‹ 13Da sagte der Gutsbesitzer zu einem von ihnen: ›Mein Freund, ich tue dir kein Unrecht. Hattest du dich mit mir nicht auf einen Denar geeinigt? 14Nimm dein Geld20,14 W Nimm das Deine. und geh! Ich will nun einmal dem Letzten hier genauso viel geben wie dir. 15Darf ich denn mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich so gütig bin?20,15 W Oder ist dein Auge böse, weil ich gut/gütig bin?

16So wird es kommen, dass die Letzten die Ersten sind und die Ersten die Letzten.20,16 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hinzu: die Letzten. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige sind auserwählt. Vergleiche Kapitel 22,14.«

Jesus kündigt zum dritten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mk 10,32-34; Lk 18,31-34

17Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem nahm Jesus20,17 AL(1) 17 Jesus, der nun im Begriff war, nach Jerusalem hinaufzuziehen, nahm. die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: 18»Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf. Dort wird der Menschensohn in die Gewalt der führenden Priester und der Schriftgelehrten gegeben. Sie werden ihn zum Tod verurteilen 19und den Heiden übergeben, ´die Gott nicht kennen,` damit die ihren Spott mit ihm treiben20,19 Od damit die ihn verspotten., ihn auspeitschen und schließlich kreuzigen. Doch drei Tage danach20,19 W Doch am dritten Tag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 16,21. wird er auferstehen.«

Die Bitte der Mutter von Jakobus und Johannes

Mk 10,35-42

20Da kam die Frau20,20 W die Mutter der Söhne. des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und warf sich vor ihm nieder; sie wollte ihn um etwas bitten. 21»Was möchtest du?«, fragte er. Sie antwortete ihm: »Erlaube20,21 W Sage. doch, dass meine beiden Söhne in deinem Reich neben dir sitzen, der eine an deiner rechten Seite und der andere an deiner linken Seite.« 22Jesus entgegnete: »Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet. Könnt ihr den ´bitteren` Kelch trinken, den ich trinken werde?« – »Das können wir!«, erklärten sie. 23Da sagte Jesus zu ihnen: »Meinen Kelch werdet ihr zwar auch trinken; aber darüber zu verfügen, wer an meiner rechten und an meiner linken Seite sitzen wird, das steht nicht mir zu. Wer dort sitzen wird, das hat mein Vater bestimmt.«

Herrschen oder dienen?

24Die übrigen zehn Jünger hatten dem Gespräch zugehört20,24 Od hörten dem Gespräch zu. und ärgerten sich über die beiden Brüder. 25Da rief Jesus sie alle zusammen und sagte: »Ihr wisst, dass die Herrscher über die Völker sich als ihre Herren aufführen und dass die Völker die Macht der Großen zu spüren bekommen. 26Bei euch soll es nicht so sein. Im Gegenteil: Wer unter euch groß werden will, soll den anderen dienen20,26 W soll euer Diener sein.; 27wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an den anderen bereit sein20,27 W soll euer Diener/Sklave sein.. 28Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.«

Heilung von zwei Blinden bei Jericho

Mk 10,46-52; Lk 18,35-43

29Als Jesus mit seinen Jüngern von Jericho weiterzog20,29 W Als sie von Jericho weiterzogen., folgte ihm eine große Menschenmenge. 30Zwei Blinde, die am Straßenrand saßen, hörten, dass Jesus vorbeikam, und riefen: »Herr20,30 AL(1) Jesus. Vergleiche Markus 10,47; Lukas 18,38., du Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns!« 31Die Leute fuhren sie an, sie sollten still sein. Doch die Blinden schrien nur noch lauter: »Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns!« 32Jesus blieb stehen und rief die beiden zu sich. »Was möchtet ihr von mir?20,32 W Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?«, fragte er. 33»Herr«, antworteten sie, »wir möchten sehen können20,33 W ´wir möchten,` dass unsere Augen geöffnet werden.34Da ergriff ihn tiefes Mitgefühl; er berührte ihre Augen, und im selben Augenblick konnten sie sehen20,34 Od wieder sehen.. Von da an folgten sie Jesus nach.

21

Der Einzug in Jerusalem

Mk 11,1-11; Lk 19,28-40; Joh 12,12-19

211Als sie nicht mehr weit von Jerusalem entfernt waren und in die Nähe von Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger voraus. 2Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Gleich ´beim Ortseingang` werdet ihr eine Eselin finden, die angebunden ist, und bei ihr ein Fohlen. Bindet sie beide los und führt sie zu mir. 3Und sollte jemand etwas zu euch sagen, dann antwortet: ›Der Herr braucht die Tiere.‹ Dann wird man sie sofort mit euch gehen lassen.21,3 Od die Tiere; er wird sie nachher sofort zurückbringen lassen.« 4Das geschah, weil sich erfüllen sollte, was durch den Propheten vorausgesagt worden war:

5›Sagt der Tochter Zion:

Dein König kommt zu dir.

Er ist sanftmütig, und er reitet auf einem Esel,

auf21,5 W Esel, und (zwar) auf. einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.‹21,5 Jesaja 62,11; Sacharja 9,9.

6Die beiden Jünger machten sich auf den Weg und führten alles so aus, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte. 7Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Mäntel über die Tiere, und Jesus setzte sich darauf. 8Scharen von Menschen breiteten ihre Mäntel auf dem Weg aus; andere hieben Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. 9Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen:

»Gepriesen sei der Sohn Davids!21,9 W Hosanna dem Sohn Davids! – Hos(i)anna: Hebräischer Ausdruck mit der Bedeutung Hilf doch! (z. B. Psalm 118,25), der zu einem Ausruf des Lobpreises wurde.

›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹21,9 Psalm 118,26.

Gepriesen sei Gott in der Höhe!21,9 W Hosanna in der Höhe!«

10So zog Jesus in Jerusalem ein. Die ganze Stadt geriet in Aufregung, und alle fragten: »Wer ist dieser Mann?« 11Die Menge, ´die Jesus begleitete,` antwortete: »Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.«

Jesus im Tempel

Mk 11,15-19; Lk 19,45-48

12Jesus ging in den Tempel und wies alle hinaus, die dort Handel trieben oder etwas kauften. Er warf die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um 13und sagte zu ihnen: »Es heißt in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein21,13 W ein Haus des Gebetes genannt werden. Jesaja 56,7..‹21,13 Jesaja 56,7. Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!«

14Während er im Tempel war, kamen Blinde und Lahme zu ihm, und er heilte sie. 15Aber die Wunder, die er tat, und der Jubel der Kinder, die im Tempel riefen: »Gepriesen sei der Sohn Davids!«, erregten den Unwillen der führenden Priester und der Schriftgelehrten. 16»Hörst du eigentlich, was die da rufen?«, sagten sie zu ihm. »Gewiss«, erwiderte Jesus. »Habt ihr nie das Wort gelesen: ›Unmündigen und kleinen Kindern hast du dein Lob in den Mund gelegt‹21,16 Psalm 8,3.17Damit ließ er sie stehen, verließ die Stadt und ging nach Betanien. Dort übernachtete er.

Die Verfluchung des Feigenbaums

Mk 11,12-14.20-25

18Als Jesus früh am nächsten Morgen nach Jerusalem zurückkehrte, hatte er Hunger, 19und als er am Straßenrand einen Feigenbaum sah, ging er hin, fand aber nichts als Blätter daran. Da sagte er zu dem Baum: »Nie wieder sollst du Früchte tragen!« Und augenblicklich verdorrte der Baum.

20Die Jünger sahen es voller Staunen. »Wie konnte der Feigenbaum so plötzlich verdorren?«, fragten sie. 21Jesus antwortete: »Ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur das tun, was mit dem Feigenbaum geschehen ist; ihr könnt dann sogar zu diesem Berg hier sagen: ›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹, und es wird geschehen. 22Wenn ihr betet und im Glauben um etwas bittet, werdet ihr es erhalten, was immer es auch sei.«

Die Frage nach der Vollmacht Jesu

Mk 11,27-33; Lk 20,1-8

23Jesus ging wieder in den Tempel. Während er dort lehrte, kamen die führenden Priester und die Ältesten des ´jüdischen` Volkes zu ihm und fragten: »Woher nimmst du dir das Recht, das alles zu tun?21,23 W In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?«

24»Ich will euch eine Gegenfrage stellen«, erwiderte Jesus. »Wenn ihr mir darauf antwortet, werde ich euch sagen, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln. 25Die Taufe des Johannes – woher stammte sie? Vom Himmel oder von Menschen?« Sie überlegten miteinander hin und her: »Wenn wir antworten: ›Vom Himmel‹, wird er sagen: ›Warum habt ihr Johannes dann nicht geglaubt?‹ 26Antworten wir aber: ›Von Menschen‹, dann müssen wir uns vor dem Volk fürchten; denn alle sind der Ansicht, dass Johannes ein Prophet war.« 27Schließlich gaben sie Jesus zur Antwort: »Wir wissen es nicht.« Da erwiderte er: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«

Das Gleichnis von den zwei Söhnen

28»Was sagt ihr ´zu folgender Geschichte`? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zu dem einen21,28 Od zu dem älteren. W zu dem ersten. und sagte: ›Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!‹ – 29›Ich will aber nicht‹, erwiderte dieser. Später bereute er seine Antwort und ging doch. 30Der Vater wandte sich mit derselben Bitte auch an den anderen Sohn. ›Selbstverständlich, Vater21,30 W Ich (d. h. Ja), Herr.‹, erwiderte dieser, aber dann ging er doch nicht. 31Wer von den beiden hat nun getan, was der Vater wollte?« – »Der erste«, antworteten sie.21,31 AL(1) 29 ›Selbstverständlich, Vater‹, erwiderte dieser, aber dann ging er doch nicht. 30 Der Vater wandte sich mit derselben Bitte auch an den zweiten (Od jüngeren) Sohn. ›Ich will aber nicht‹, erwiderte dieser. Später bereute er seine Antwort und ging doch. 31 Wer von den beiden hat nun getan, was der Vater wollte?« – »Der zweite«, antworteten sie.

Da sagte Jesus zu ihnen: »Ich versichere euch: Die Zolleinnehmer und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr21,31 W kommen vor euch ins Reich Gottes.. 32Denn Johannes ist gekommen und hat euch den Weg der Gerechtigkeit gezeigt21,32 ist in Übereinstimmung mit Gottes Willen zu euch gekommen. W ist zu euch gekommen auf/mit dem Weg der Gerechtigkeit., und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zolleinnehmer und die Huren dagegen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und trotzdem wart ihr nicht einmal nachträglich bereit, eure Haltung zu ändern21,32 seine Haltung ändern: im Griechischen derselbe Ausdruck wie bereuen in Vers 21,29. und ihm zu glauben.«

Das Gleichnis von den Weinbergpächtern

Mk 12,1-12; Lk 20,9-19

33»Hört noch ein anderes Gleichnis! Ein Gutsbesitzer legte einen Weinberg an, umgab ihn mit einem Zaun, hob auf dem Gelände eine Grube zum Keltern des Weins aus und baute einen Wachtturm. Dann verpachtete er den Weinberg21,33 W Dann verpachtete er ihn an Weinbauern. und verreiste. 34Als die Zeit der Weinlese kam, schickte er seine Diener zu den Pächtern, um seinen Anteil am Ertrag21,34 Od um den Ertrag. abholen zu lassen. 35Doch die Pächter packten seine Diener; einen verprügelten sie, einen anderen schlugen sie tot, und wieder einen anderen steinigten sie. 36Da schickte der Gutsherr andere Diener, eine größere Zahl als beim ersten Mal; aber mit denen machten sie es genauso.

37Zuletzt schickte er seinen Sohn zu ihnen, weil er sich sagte: ›Er ist mein Sohn, vor ihm werden sie Achtung haben.‹ 38Doch als die Pächter den Sohn sahen, sagten sie zueinander: ›Das ist der Erbe. Kommt, wir bringen ihn um, dann gehört das Erbe uns21,38 W dann bringen wir sein Erbe an uns.!‹ 39Und sie packten ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und brachten ihn um.

40Was wird nun der Besitzer des Weinbergs mit diesen Pächtern machen, wenn er zurückkommt?« 41Sie antworteten: »Ein böses Ende wird er diesen bösen Leuten bereiten, und den Weinberg wird er an andere21,41 W an andere Weinbauern. verpachten, die ihm zur gegebenen Zeit den Ertrag abliefern.«

42Da sagte Jesus zu ihnen: »Habt ihr jenes Wort in der Schrift nie gelesen:

›Der Stein, den die Bauleute für unbrauchbar erklärten,

ist zum Eckstein geworden.

Das hat der Herr getan,

und es ist etwas Wunderbares in unseren Augen21,42 Das hat der Herr getan; es ist ein Wunder, und wir haben es mit eigenen Augen gesehen. Vom Herrn her ist er das geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen. Psalm 118,22.23.21,42 Psalm 118,22.23.?

43Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die rechten Früchte21,43 W das seine Früchte (die des Reiches Gottes). hervorbringt. 44Wer auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert, und der, auf den der Stein fällt, wird von ihm zermalmt.21,44 AL(1) ohne Vers 44.«

45Als die führenden Priester und die Pharisäer diese Gleichnisse hörten, war ihnen klar, dass sie damit gemeint waren. 46Sie hätten Jesus am liebsten festgenommen, aber sie hatten Angst vor dem Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt.

22

Das Gleichnis von der Einladung zum Hochzeitsfest

Lk 14,16-24

221Jesus fuhr fort, ihnen Gleichnisse zu erzählen. Er sagte: 2»Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest vorbereitet hatte. 3Er sandte seine Diener aus, um die, die zum Fest eingeladen waren, rufen zu lassen. Doch sie wollten nicht kommen. 4Daraufhin sandte der König andere Diener aus und ließ den Gästen sagen: ›Ich habe das Festessen zubereiten lassen, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!‹ 5Aber sie kümmerten sich nicht darum, sondern wandten sich ihrer Feldarbeit oder ihren Geschäften zu. 6Einige jedoch packten die Diener des Königs, misshandelten sie und brachten sie um.

7Da wurde der König zornig. Er schickte seine Truppen und ließ die Mörder töten und ihre Stadt niederbrennen. 8Dann sagte er zu seinen Dienern: ›Das Hochzeitsfest ist vorbereitet, aber die Gäste, die ich eingeladen hatte, waren es nicht wert, ´daran teilzunehmen`. 9Darum geht hinaus auf die Straßen22,9 W Straßenausgänge. Gemeint sind wohl entweder die Stadttore oder die Weggabelungen/Straßenkreuzungen außerhalb der Siedlungen. und ladet alle zur Hochzeit ein, die ihr dort antrefft.‹ 10Die Diener gingen auf die Straßen und holten alle herein, die sie fanden, Böse ebenso wie Gute, und der Hochzeitssaal füllte sich mit Gästen.

11Als der König eintrat, um zu sehen, wer an dem Mahl teilnahm, bemerkte er einen, der kein Festgewand22,11 W Hochzeitsgewand. Ebenso im nächsten Vers. anhatte. 12›Mein Freund‹, sagte er zu ihm, ›wie bist du ohne Festgewand hier hereingekommen?‹ Der Mann wusste darauf nichts zu antworten. 13Da befahl der König seinen Dienern: ›Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.‹

14Denn viele sind gerufen22,14 Od berufen., aber nur wenige sind auserwählt.«

Die Frage nach der Berechtigung der kaiserlichen Steuer

Mk 12,13-17; Lk 20,20-26

15Daraufhin kamen die Pharisäer zusammen und berieten, wie sie Jesus zu einer Äußerung verleiten könnten, die sich gegen ihn verwenden ließe22,15 Od wie sie Jesus mit einer Fangfrage in die Falle locken könnten. W wie sie ihn mit einem Wort in der Schlinge fangen könnten.. 16Sie schickten ihre Schüler in Begleitung der Anhänger des Herodes zu ihm und ließen ihm folgende Frage vorlegen: »Meister, wir wissen, dass es dir nur um die Wahrheit geht. Wenn du lehrst, wie man nach Gottes Willen leben soll, lässt du dich allein von der Wahrheit leiten22,16 W Du lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. und fragst nicht, was die Leute dazu sagen; denn du lässt dich von keinem Menschen beeinflussen, wie angesehen er auch sein mag. 17So sag uns nun: Ist es nach deiner Meinung richtig22,17 W erlaubt., dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?«

18Aber Jesus durchschaute ihre böse Absicht. »Ihr Heuchler«, sagte er, »warum stellt ihr mir eine Falle? 19Zeigt mir die Münze, mit der ihr die Steuer bezahlt22,19 W die Steuermünze.!« Sie reichten ihm einen Denar. 20»Wessen Bild und Name ist darauf?22,20 W Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?«, fragte er. 21Sie antworteten: »´Das Bild und der Name` des Kaisers.« Da sagte Jesus zu ihnen: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört!« 22Über diese Antwort waren sie so verblüfft, dass sie Jesus in Ruhe ließen und weggingen.

Die Frage nach der Auferstehung der Toten

Mk 12,18-27; Lk 20,27-40

23Auch aus den Reihen der Sadduzäer, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, kamen an jenem Tag einige zu Jesus und legten ihm eine Frage vor. 24»Meister«, sagten sie, »Mose hat Folgendes bestimmt: ›Wenn ein Mann kinderlos stirbt, soll sein Bruder die Witwe heiraten22,24 W soll sein Bruder mit dessen Frau die Schwagerehe eingehen. und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹22,24 5. Mose 25,5. 25Nun lebten da unter uns sieben Brüder. Der erste heiratete, starb jedoch kinderlos und hinterließ darum seine Frau seinem Bruder. 26Aber auch dieser ´starb kinderlos`, ebenso der dritte, und so ging es weiter bis zum siebten. 27Zuletzt starb auch die Frau. 28Wie ist es nun bei der Auferstehung? Wem von den sieben gehört sie dann? Sie alle waren schließlich mit ihr verheiratet gewesen.«

29Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt. 30Denn nach der Auferstehung heiraten die Menschen nicht mehr22,30 W heiraten sie nicht und werden auch nicht verheiratet., sondern sind wie die Engel22,30 AL(1) Engel Gottes. im Himmel.

31Was nun die Auferstehung der Toten überhaupt betrifft: Habt ihr jenes Wort, das Gott zu euch sagt, nie gelesen: 32›Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‹22,32 2. Mose 3,6.? Gott ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden!«

33Die ganze Menschenmenge, die Jesus zugehört hatte, war tief beeindruckt von seiner Lehre.

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Mk 12,28-34

34Die Pharisäer hatten gehört, dass22,34 Od hatten mit angehört, wie. Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, und waren daraufhin ´zur Beratung`22,34 Od ´bei ihm`. zusammengekommen. 35Nun versuchte einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, Jesus eine Falle zu stellen. Er fragte ihn: 36»Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?« 37Jesus antwortete: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe22,37 W Seele. und mit deinem ganzen Verstand!‹22,37 5. Mose 6,5. 38Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39Ein zweites ist ebenso wichtig: ›Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!‹22,39 3. Mose 19,18. 40Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern.22,40 W An diesen beiden Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.«

Der Messias – Davids Sohn oder Davids Herr?

Mk 12,35-37; Lk 20,41-44

41Während die Pharisäer versammelt waren, stellte Jesus ihnen die Frage: 42»Was denkt ihr über den Messias22,42 Od Christus. Ebenso in Vers 45.? Wessen Sohn ist er?« – »Er ist der Sohn Davids«, antworteten sie. 43Da sagte Jesus: »Wie kommt es dann, dass David, geleitet vom Heiligen Geist,22,43 W dass David in dem / durch den Geist. ihn ›Herr‹ nennt? David sagt nämlich:

44›Der Herr sprach zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite,

bis ich deine Feinde unter deine Füße gelegt habe.‹22,44 Psalm 110,1.

45Wenn der Messias also von David ›Herr‹ genannt wird, wie kann er dann Davids Sohn sein?«

46Keiner konnte ihm darauf eine Antwort geben. Und von diesem Tag an wagte niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen.