Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
16

Zeichenforderung der Pharisäer und der Sadduzäer

Mk 8,11-12; Lk 12,54-56

161Die Pharisäer und die Sadduzäer kamen zu Jesus, um ihn auf die Probe zu stellen. Sie forderten ihn auf, ihnen mit einem Zeichen vom Himmel zu beweisen, ´dass er von Gott gesandt war`. 2Er aber gab ihnen zur Antwort:16,2 AL(1) ohne den Rest von Vers 2 und ohne Vers 3. »Am Abend, wenn der Himmel sich rot färbt, sagt ihr: ›Das Wetter wird schön.‹ 3Und am Morgen, wenn der Himmel sich rot färbt und trüb aussieht, sagt ihr: ›Heute gibt es schlechtes Wetter.‹ Das Aussehen des Himmels könnt ihr beurteilen, aber die Zeichen der Zeit16,3 W der Zeiten. zu verstehen – dazu seid ihr nicht in der Lage. 4Und nun verlangt diese Generation, die doch böse ist und sich von Gott abgewandt hat16,4 W die doch böse und ehebrecherisch/bundesbrüchig ist., auch noch ein Zeichen! Es wird ihr kein Zeichen gegeben werden, nur das des ´Propheten` Jona.« Damit ließ er sie stehen und ging weg.

Der Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer

Mk 8,14-21

5Bei der Überfahrt auf die andere Seite des Sees hatten die Jünger vergessen, Brot mitzunehmen. 6»Nehmt euch in Acht!«, sagte Jesus zu ihnen. »Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!« 7Da überlegten sie hin und her und meinten: »Das sagt er sicher, weil wir kein Brot mitgenommen haben.« 8Als Jesus merkte, was sie beschäftigte, sagte er: »Ihr Kleingläubigen, warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? 9Versteht ihr denn immer noch nichts? Erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote und die fünftausend Menschen und daran, wie viele Körbe mit Resten ihr damals eingesammelt habt? 10Oder an die sieben Brote und die viertausend Menschen und daran, wie viele Körbe mit Resten ihr da eingesammelt habt? 11Warum versteht ihr denn nicht, dass ich von etwas anderem als von Brot geredet habe? Vor16,11 Od geredet habe, als ich zu euch sagte: Vor. dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer sollt ihr euch hüten!« 12Da begriffen die Jünger, dass er nicht gemeint hatte, sie sollten sich vor dem Sauerteig hüten, den man zum Brotbacken verwendet, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

Das Bekenntnis des Petrus

Mk 8,27-30; Lk 9,18-21

13Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: »Für wen halten die Leute den Menschensohn?« – 14»Manche halten dich für Johannes den Täufer«, antworteten sie, »manche für Elia und manche für Jeremia oder einen der anderen Propheten.« – 15»Und ihr«, fragte er, »für wen haltet ihr mich?« 16Simon Petrus antwortete: »Du bist der Messias16,16 Od Christus. Ebenso in Vers 20., der Sohn des lebendigen Gottes!«

17Darauf sagte Jesus zu ihm: »Glücklich bist du zu preisen, Simon, Sohn des Jona; denn nicht menschliche Klugheit16,17 W nicht Fleisch und Blut. hat dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18Deshalb sage ich dir jetzt: Du bist Petrus16,18 »Fels«., und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und das Totenreich mit seiner ganzen Macht wird16,18 W und die Tore des Totenreichs werden. nicht stärker sein als sie. 19Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf der Erde bindest, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde löst, das wird im Himmel gelöst sein.« 20Dann schärfte Jesus den Jüngern ein, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Jesus kündigt zum ersten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mk 8,31-33; Lk 9,22

21Danach redete Jesus mit seinen Jüngern zum ersten Mal offen darüber, dass er nach Jerusalem gehen und dort von den Ältesten, den führenden Priestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden müsse; er werde getötet werden und drei Tage danach16,21 Bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag, an dem Jesus stirbt, mitgerechnet. Nach der bei uns üblichen Zählung handelt es sich um den zweiten Tag danach. Ebenso in Kapitel 17,23; 20,19; 27,63. auferstehen.

22Da nahm ihn Petrus beiseite und versuchte mit aller Macht, ihn davon abzubringen16,22 W und begann ihn zurechtzuweisen.. »Niemals16,22 Od Gott bewahre dich davor., Herr!«, sagte er. »Auf keinen Fall darf16,22 Od wird. so etwas mit dir geschehen!« 23Aber Jesus wandte sich um und sagte zu Petrus: »Geh weg von mir16,23 W Geh hinter mich., Satan! Du willst mich zu Fall bringen. Was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich!16,23 W Du bist mir ein Anstoß. Denn du denkst nicht die Dinge Gottes, sondern die der Menschen.«

Anforderungen der Nachfolge

Mk 8,34–9,1; Lk 9,23-27

24Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wenn jemand mein Jünger sein16,24 W Wenn jemand hinter mir hergehen. will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen16,24 Od verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen, dann wird er mein Nachfolger sein.. 25Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. 26Was16,26 W Denn was. nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt16,26 W zu gewinnen, aber sein Leben / seine Seele einzubüßen.? Oder was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben16,26 Od für seine Seele. geben? 27Denn der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und wird jedem nach seinem Tun vergelten. 28Ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben16,28 W werden den Tod nicht schmecken., bis sie den Menschensohn in seiner Königsherrschaft16,28 Od in seinem Reich. kommen sehen.«

17

Drei Jünger werden Zeugen der Herrlichkeit Jesu

Mk 9,2-8; Lk 9,28-36

171Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und stieg mit ihnen auf einen hohen Berg, wo sie allein waren. 2Dort veränderte sich vor ihren Augen sein Aussehen. Sein Gesicht begann zu leuchten wie die Sonne, und seine Kleider wurden strahlend weiß wie das Licht. 3Auf einmal erschienen Mose und Elia; die Jünger sahen, wie die beiden mit Jesus redeten17,3 W erschienen ihnen Mose und Elia, mit Jesus redend.. 4Da ergriff Petrus das Wort. »Herr«, sagte er zu Jesus, »wie gut ist es, dass wir hier sind! Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen17,4 Od drei Zelte aufschlagen., eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« 5Während er noch redete, kam plötzlich eine leuchtend helle Wolke und warf ihren Schatten auf sie17,5 Od und hüllte sie ein., und aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Freude, und auf ihn sollt ihr hören!« 6Die Stimme versetzte die Jünger so sehr in Schrecken, dass sie sich zu Boden warfen, mit dem Gesicht zur Erde. 7Jesus aber trat zu ihnen, berührte sie und sagte: »Steht auf! Ihr braucht euch nicht zu fürchten.« 8Und als sie aufblickten, sahen sie niemand mehr außer Jesus.

Jesus und Elia

Mk 9,9-13

9Während sie den Berg hinunterstiegen, sagte Jesus zu den drei Jüngern: »Sprecht mit niemand über das, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist!«

10Da fragten ihn die Jünger: »Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass zuerst Elia kommen muss?« 11Jesus antwortete: »Es stimmt, Elia kommt, und er wird alles wiederherstellen. 12Aber ich sage euch: Elia ist bereits gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm gemacht, was sie wollten. Genauso wird auch der Menschensohn durch sie zu leiden haben.« 13Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

Heilung eines besessenen Jungen

Mk 9,14-29; Lk 9,37-42

14Als sie zu der Menschenmenge zurückgekehrt waren, kam ein Mann zu Jesus, warf sich vor ihm auf die Knie 15und sagte: »Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist Epileptiker und leidet furchtbar; oft fällt er sogar ins Feuer oder ins Wasser. 16Ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, doch sie konnten ihn nicht heilen.«

17»Was seid ihr nur für eine ungläubige und verkehrte Generation!«, erwiderte Jesus. »Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir her!« 18Dann trat Jesus dem Dämon mit Macht entgegen, und der Dämon verließ den Kranken. Von diesem Augenblick an war der Junge gesund.

19Später, als die Jünger mit Jesus allein waren, fragten sie ihn: »Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?« – 20»Wegen eures Kleinglaubens«, antwortete er. »Ich sage euch: Selbst wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ›Rücke von hier nach dort!‹, und er wird dorthin rücken. Nichts wird euch unmöglich sein.17,20 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 21 an: Diese Art von Dämonen wird durch nichts anderes ausgetrieben als durch Gebet und Fasten.«

Jesus kündigt zum zweiten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mk 9,30-32; Lk 9,43-45

22Als Jesus mit seinen Jüngern in Galiläa zusammen war17,22 AL(2) Als Jesus sich mit seinen Jüngern in Galiläa aufhielt., sagte er zu ihnen: »Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen gegeben werden, 23und sie werden ihn töten; doch drei Tage danach17,23 W doch am dritten Tag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 16,21. wird er auferstehen.« Da wurden die Jünger sehr traurig.

Die Tempelsteuer

24Als Jesus und seine Jünger nach Kafarnaum kamen, traten die Männer, die die Tempelsteuer17,24 W Doppeldrachme. Siehe die Sacherklärungen unter »Denar«. einzogen, an Petrus heran und fragten: »Zahlt euer Meister eigentlich keine Tempelsteuer?« – 25»Doch!«, erwiderte Petrus.

Als er dann ins Haus kam, fragte ihn Jesus, noch ehe er etwas von dem Vorfall erzählen konnte17,25 W fragte ihn Jesus, ihm zuvorkommend.: »Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Erde Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?« – 26»Von den anderen Leuten«, erwiderte Petrus.

Da sagte Jesus zu ihm: »Also sind die Söhne davon befreit. 27Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh an den See und wirf die Angel aus. Nimm den ersten Fisch, den du fängst17,27 W der heraufkommt (d. h. den du heraufziehst)., und öffne ihm das Maul. Du wirst darin ein Vierdrachmenstück17,27 Siehe die Sacherklärungen unter »Denar«. finden. Nimm es und bezahle damit die Tempelsteuer17,27 W und gib es ihnen. für mich und für dich!«

18

Anweisungen für das Leben in der Gemeinde (Kapitel 18)

Selbsterniedrigung statt Selbsterhöhung

Mk 9,33-37; Lk 9,46-48

181In jener Zeit18,1 W Stunde. kamen die Jünger zu Jesus und fragten: »Wer ist eigentlich der Größte im Himmelreich?« 2Jesus rief ein Kind, stellte es in ihre Mitte 3und sagte: »Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen. 4Darum: Wer sich selbst erniedrigt und wie dieses Kind wird, der ist der Größte im Himmelreich. 5Und wer solch ein Kind um meinetwillen18,5 W aufgrund von meinem Namen. aufnimmt, der nimmt mich auf.«

Warnung vor Verführung

Mk 9,42-48; Lk 17,1-3a

6»Wer aber einen von diesen gering Geachteten18,6 W von diesen Kleinen/Geringen. Ebenso in den Versen 10 und 14., die an mich glauben, zu Fall bringt, der käme noch gut weg, wenn man ihm einen Mühlstein18,6 W einen Eselsmühlstein (ein großer Mühlstein, der mit Hilfe eines Esels bewegt wurde). um den Hals hängen und ihn damit in der Tiefe des Meeres versenken würde. 7Wehe der Welt wegen der Dinge, durch die Menschen zu Fall kommen! Es ist zwar unausweichlich, dass solche Dinge geschehen, doch wehe dem Menschen, der daran schuld ist!

8Und wenn es deine Hand oder dein Fuß sind, durch die du zu Fall kommst, dann hau sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, du gehst verstümmelt oder als Krüppel ins Leben ein, als dass du beide Hände oder beide Füße behältst und ins ewige Feuer geworfen wirst. 9Und wenn es dein Auge ist, durch das du zu Fall kommst, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser, du gehst einäugig ins Leben ein, als dass du beide Augen behältst und ins Feuer der Hölle geworfen wirst.«

Das Gleichnis vom verirrten Schaf

Lk 15,3-7

10»Hütet euch davor, auf einen von diesen gering Geachteten herabzusehen! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel haben jederzeit Zugang zu meinem Vater18,10 W Ihre Engel im Himmel sehen ständig das Angesicht meines Vaters. im Himmel.18,10 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 11 an: Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu retten, was verloren ist.

12Was meint ihr: Wenn jemand hundert Schafe hat und eins von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf der Bergweide zurück und macht sich auf den Weg, um das verirrte Schaf zu suchen? 13Und ich sage euch: Wenn er es findet, freut er sich über das eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 14Genauso ist es bei eurem Vater im Himmel: Er will nicht, dass auch nur einer von diesen gering Geachteten verloren geht.«

Die Verantwortung für den Bruder

Lk 17,3b

15»Wenn dein Bruder sündigt18,15 AL(1) gegen dich sündigt., dann geh zu ihm und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. 16Hört er nicht auf dich, dann geh mit einem oder zwei anderen noch einmal zu ihm, denn ›jede Sache soll aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen entschieden werden‹18,16 5. Mose 19,15.. 17Will er auch auf diese nicht hören, dann bring die Sache vor die Gemeinde. Will er auch auf die Gemeinde nicht hören, dann soll er in deinen Augen ´wie ein gottloser Mensch` sein, wie ein Heide oder ein Zolleinnehmer.

18Ich sage euch: Alles, was ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.

19Und noch etwas sage ich euch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde darin eins werden, um etwas zu bitten – was immer es auch sei18,19 Wegen der Verse 15 und 18 denken manche hier vor allem an Gemeindeangelegenheiten. –, dann wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden. 20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.«

Uneingeschränkte Bereitschaft, dem Bruder zu vergeben

Lk 17,4

21Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er immer wieder gegen mich sündigt? Siebenmal?« – 22»Nein«, gab Jesus ihm zur Antwort, »nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal18,22 Od siebzigmal siebenmal.

Das Gleichnis vom Schuldner, der Barmherzigkeit erfährt, aber selbst nicht gewährt

23»Darum ´hört dieses Gleichnis`: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der mit den Dienern, die seine Güter verwalteten,18,23 W mit seinen Dienern. abrechnen wollte. 24Gleich zu Beginn brachte man einen vor ihn, der ihm zehntausend Talente18,24 Ein Millionenbetrag. Um ein Talent (eine Geldeinheit – etwa 6000 Denare) zu verdienen, hätte ein Tagelöhner 20 Jahre arbeiten müssen (bei einem Tageslohn von einem Denar, siehe Kapitel 20,2). schuldete. 25Und weil er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und seinem ganzen Besitz zu verkaufen und mit dem Erlös die Schuld zu begleichen. 26Der Mann18,26 W Diener. Ebenso in Vers 28. warf sich vor ihm nieder und bat auf den Knien: ›Hab18,26 AL(2) Herr, hab. Geduld mit mir! Ich will dir alles zurückzahlen.‹ 27Da hatte der Herr Mitleid mit seinem Diener; er ließ ihn frei, und auch die Schuld18,27 W das Darlehen. erließ er ihm.

28Doch kaum war der Mann zur Tür hinaus, da traf er einen anderen Diener18,28 W einen seiner Mitdiener., der ihm hundert Denare18,28 Ein vergleichsweise sehr geringer Betrag. schuldete. Er packte ihn ´an der Kehle`, würgte ihn und sagte: ›Bezahle, was du mir schuldig bist!‹ 29Da warf sich der Mann18,29 W sein Mitdiener. vor ihm nieder und flehte ihn an: ›Hab Geduld mit mir! Ich will es dir zurückzahlen‹. 30Er aber wollte nicht darauf eingehen, sondern ließ ihn auf der Stelle ins Gefängnis werfen, ´wo er so lange bleiben sollte,` bis er ihm die Schuld zurückgezahlt hätte.

31Als das die anderen Diener18,31 W die Mitdiener. sahen, waren sie entsetzt. Sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles. 32Da ließ sein Herr ihn kommen und sagte zu ihm: ›Du böser Mensch18,32 W Diener.! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. 33Hättest du da mit jenem anderen Diener18,33 W mit deinem Mitdiener. nicht auch Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?‹ 34Und voller Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er ihm alles zurückgezahlt hätte, was er ihm schuldig war.

35So wird auch mein Vater im Himmel jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt.«