Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
13

Gleichnisse vom Himmelreich (Kapitel 13,1-53)

131Später an jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich ans Ufer des Sees, ´um zu lehren`. 2Die Menschenmenge, die sich um ihn versammelte, war so groß, dass er sich in ein Boot setzte; so konnte er zu der ganzen Menge reden, die am Ufer stand13,2 W dass er in ein Boot stieg und sich setzte, und die ganze Menge stand am Ufer.. 3Er sprach über vieles zu ihnen, und er gebrauchte dazu Gleichnisse.

Das Gleichnis von der Saat, die auf viererlei Boden fällt

Mk 4,2-9; Lk 8,5-8

»Hört zu!«, begann er. »Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. 4Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg13,4 Od an den Wegrand. Ebenso in Vers 19.. Da kamen die Vögel und pickten es auf. 5Einiges fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenig Erde hatte, ging sie rasch auf. 6Als dann aber die Sonne höher stieg, wurden die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln hatten, verdorrten sie. 7Einiges fiel ins Dornengestrüpp, und die Dornbüsche überwucherten und erstickten die Saat. 8Einiges jedoch fiel auf guten Boden und brachte Frucht – zum Teil hundertfach, zum Teil sechzigfach, zum Teil dreißigfach.

9Wer Ohren hat, der höre!«

Warum Jesus Gleichnisse verwendet

Mk 4,10-12.25; Lk 8,9-10.18; 10,23-24

10Die Jünger kamen zu Jesus und fragten ihn: »Warum verwendest du Gleichnisse, wenn du zu den Leuten redest?« 11Er antwortete: »Euch ist es ´von Gott` gegeben13,11 Od »Weil es euch ´von Gott` gegeben ist., die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen ist es nicht gegeben. 12Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 13Das13,13 Od Folgendes. ist der Grund, warum ich in Gleichnissen zu ihnen rede. Sie sehen und sehen doch nicht, sie hören und hören doch nicht und verstehen auch nichts. 14An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas:

›Hört zu – ihr werdet doch nichts verstehen.

Seht hin – ihr werdet doch nichts erkennen.

15Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt,

ihre Ohren sind verstopft,

und ihre Augen halten sie geschlossen.

Sie wollen13,15 Od sollen. mit ihren Augen nichts sehen,

mit ihren Ohren nichts hören

und mit ihrem Herz nichts verstehen

und wollen13,15 Od sollen. nicht umkehren,

sodass ich sie heilen könnte.‹13,15 Jesaja 6,9.10 (nach der Septuaginta).

16Ihr aber seid glücklich zu preisen! Denn eure Augen sehen, und eure Ohren hören.13,16 W 16 Aber eure Augen sind glücklich zu preisen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17Ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte sehnten sich danach, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen; sie sehnten sich danach, zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.«

Erklärung des Gleichnisses von der Saat

Mk 4,13-20; Lk 8,11-15

18»Ich will euch nun das Gleichnis vom Bauern erklären13,18 W hören lassen., der die Saat ausstreut. 19Wenn jemand die Botschaft vom Himmelreich hört und nicht versteht, ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Böse kommt und raubt, was ins Herz dieses Menschen gesät worden ist. 20Ein anderer Teil der Saat fällt auf felsigen Boden. Das bedeutet: Jemand hört das Wort und nimmt es sofort mit Freuden auf, 21aber er ist ein unbeständiger Mensch, eine Pflanze ohne Wurzeln. Sobald er wegen des Wortes in Bedrängnis gerät oder sogar verfolgt wird, wendet er sich wieder davon ab. 22Wieder ein anderer Teil der Saat fällt ins Dornengestrüpp. Das bedeutet: Jemand hört das Wort, doch die Sorgen dieser Welt und die Verlockungen des Reichtums ersticken es, und es bleibt ohne Frucht. 23Ein Teil der Saat jedoch fällt auf guten Boden. Das bedeutet: Jemand hört das Wort und versteht es und bringt dann auch Frucht – einer hundertfach, ein anderer sechzigfach und wieder ein anderer dreißigfach.«

Das Gleichnis vom Unkraut im Weizenfeld

24Jesus erzählte der Menge noch ein anderes Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Eines Nachts, als alles schlief, kam sein Feind, säte Unkraut13,25 Das griechische Wort zizánion bezeichnet wahrscheinlich den Lolch, eine schädliche Pflanze, die während des Wachstums ähnlich aussieht wie der Weizen. zwischen den Weizen und machte sich davon. 26Als dann die Saat aufging und Ähren ansetzte13,26 W und Frucht brachte., kam auch das Unkraut zum Vorschein.

27Da gingen die Arbeiter13,27 W die Diener. Ebenso im nächsten Vers. zum Gutsherrn und fragten: ›Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt jetzt dieses Unkraut?‹ – 28›Ein Feind von mir hat das getan‹, gab er zur Antwort. Die Arbeiter fragten: ›Möchtest du, dass wir hingehen und das Unkraut ausreißen und einsammeln?‹ – 29›Nein‹, entgegnete der Gutsherr, ›ihr würdet mit dem Unkraut auch13,29 W ihr würdet sonst beim Einsammeln des Unkrauts zugleich mit ihm. den Weizen ausreißen. 30Lasst beides miteinander wachsen, bis die Zeit der Ernte da ist. Dann werde ich zu den Erntearbeitern sagen: Reißt zuerst das Unkraut aus, sammelt es ein und bündelt es, um es zu verbrennen; und dann bringt den Weizen in meine Scheune!‹«

Das Gleichnis vom Senfkorn

Mk 4,30-32; Lk 13,18-19

31Jesus erzählte der Menge ein weiteres Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann13,31 W das ein Mensch nimmt und. auf sein Feld sät. 32Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner. Aber was daraus wächst, ist größer als alle anderen Gartenpflanzen. Ein Baum wird daraus, auf dem die Vögel13,32 W die Vögel des Himmels. sich niederlassen und in dessen Zweigen sie nisten.«

Das Gleichnis vom Sauerteig

Lk 13,20-21

33Jesus erzählte ihnen noch ein Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt ´eine Hand voll` davon, mengt ihn unter einen halben Sack13,33 W unter drei Sata. Drei Sata sind ungefähr 22 Liter, nach anderer Berechnung ungefähr 40 Liter. Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert.«

Die Gleichnisse in Jesu Verkündigung

Mk 4,33-34

34Das alles sagte Jesus der Menge, indem er Gleichnisse gebrauchte; er sprach ausschließlich in Gleichnissen zu ihnen. 35So erfüllte sich, was durch den Propheten vorausgesagt worden war:

»Ich will in Gleichnissen reden;

ich will verkünden, was seit der Erschaffung der Welt verborgen war.«13,35 Psalm 78,2.

Erklärung des Gleichnisses vom Unkraut im Weizenfeld

36Dann trennte sich Jesus von der Menge und ging ins Haus. Dort wandten sich seine Jünger an ihn und baten ihn: »Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!«

37Jesus antwortete: »Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. 38Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Himmelreichs, das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 39Der Feind, der das Unkraut sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Erntearbeiter sind die Engel. 40Das Unkraut wird eingesammelt und verbrannt, und so wird es auch am Ende der Welt sein: 41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere zu Fall gebracht und die ein gesetzloses Leben geführt haben, 42und werden sie in den Feuerofen werfen, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben. 43Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne.

Wer Ohren hat, der höre!«

Die Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der Perle

44»Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war und von einem Mann entdeckt wurde. Der Mann freute sich so sehr, dass er, nachdem er den Schatz wieder vergraben hatte, alles verkaufte, was er besaß, und dafür den Acker kaufte.

45Mit dem Himmelreich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46Als er eine besonders wertvolle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte dafür diese eine Perle.«

Das Gleichnis vom Fischernetz

47»Mit dem Himmelreich ist es auch wie mit einem Netz, das auf dem See13,47 W wie mit einem Schleppnetz, das in den See / ins Meer. ausgeworfen wird und mit dem man Fische aller Art fängt. 48Wenn es voll ist, ziehen die Fischer es ans Ufer, setzen sich hin und lesen die Fische aus. Die guten legen sie in Körbe, aber die ungenießbaren werfen sie weg. 49So wird es auch am Ende der Welt sein. Die Engel werden kommen und die Bösen aussondern; sie werden sie von den Gerechten trennen 50und in den Feuerofen werfen, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.«

Das Gleichnis vom Schriftgelehrten des Himmelreichs

51»Habt ihr das alles verstanden?«, ´fragte Jesus seine Jünger.` »Ja!«, erwiderten sie. 52Da sagte er zu ihnen: »Dann wisst: Jeder Schriftgelehrte, der in der Schule des Himmelreichs ausgebildet ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Schatz Neues und Altes hervorholt.«

53Als Jesus diese Gleichnisrede beendet hatte, zog er weiter.

Jesus in seiner Heimatstadt

Mk 6,1-6; Lk 4,16-30

54Jesus ging in seine Heimatstadt und lehrte dort in der13,54 W in ihrer. Synagoge. Erstaunt fragten die Leute: »Woher hat der Mann solche Weisheit? Woher hat er die Kraft, Wunder zu tun? 55Ist er denn nicht der Sohn des Zimmermanns13,55 Das griechische Wort kann auch allgemeiner den Bauhandwerker bezeichnen, der mit Holz und Stein arbeitet.? Ist nicht Maria seine Mutter, und sind nicht Jakobus, Josef13,55 AL(2) Joses., Simon und Judas seine Brüder? 56Leben nicht auch alle seine Schwestern hier unter uns? Woher hat er nur das alles?« 57So kam es, dass Jesus bei ihnen auf Ablehnung stieß13,57 W dass sie Anstoß an ihm nahmen..

Da sagte Jesus zu ihnen: »Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt13,57 Od Heimat. und in seiner eigenen Familie.« 58Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

14

Herodes hört von Jesus

Mk 6,14-16; Lk 9,7-9

141In jener Zeit hörte auch der Tetrarch Herodes14,1 Gemeint ist Herodes Antipas. Siehe die Anmerkung in Apostelgeschichte 13,1. vom Wirken Jesu. 2»Das ist ´niemand anders als` Johannes der Täufer«, sagte er zu seinen Leuten. »Er ist von den Toten auferstanden, deshalb gehen solche Wunderkräfte von ihm aus.«

Der Tod Johannes’ des Täufers

Mk 6,17-29

3Herodes hatte Johannes nämlich festnehmen, in Fesseln legen und ins Gefängnis werfen lassen. Der Anlass dazu war Herodias gewesen, die Frau von Philippus, dem Bruder des Herodes. ´Herodes hatte sie Philippus weggenommen,` 4worauf Johannes zu ihm gesagt hatte: »Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen.« 5Herodes hätte ihn am liebsten umgebracht, fürchtete sich aber vor dem Volk, denn es hielt Johannes für einen Propheten.

6Doch dann kam der Geburtstag des Herodes. Die Tochter der Herodias tanzte vor den Gästen14,6 W tanzte in der Mitte., und Herodes war so begeistert von ihr, 7dass er mit einem Schwur versprach, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. 8Da sagte sie, von ihrer Mutter angestiftet: »Lass mir auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers herbringen!« 9Der König war bestürzt; doch weil er vor seinen Gästen einen Eid geschworen hatte, befahl er, den Wunsch des Mädchens zu erfüllen. 10Er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten, 11und der Kopf wurde auf einer Schale hereingetragen und dem Mädchen gegeben, das ihn seiner Mutter überreichte.

12Daraufhin kamen die Jünger des Johannes, holten den Toten und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm, was geschehen war.

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zuessen

Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13

13Als Jesus das hörte, zog er sich zurück; er fuhr mit dem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. Doch es sprach sich herum, dass er wegfuhr, und aus den ´umliegenden` Ortschaften gingen ihm die Leute auf dem Landweg nach. 14Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, und er heilte die Kranken.

15Gegen Abend kamen die Jünger zu ihm und sagten: »Wir sind hier an einem einsamen Ort, und es ist schon spät. Schick die Leute fort, dann können sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.« 16Jesus erwiderte: »Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt doch ihr ihnen zu essen!« – 17»Wir haben hier aber nur fünf Brote und zwei Fische«, entgegneten sie. 18»Bringt sie mir her!«, sagte Jesus. 19Nachdem er angeordnet hatte, die Leute sollten sich im Gras lagern, nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann brach er die Brote in Stücke und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Menge. 20Und alle aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was übrig geblieben war – zwölf Körbe14,20 Das griechische Wort für Korb ist hier und in Kapitel 16,9 kóphinos, in Kapitel 15,37 und 16,10 dagegen spyrís. Über einen möglichen Bedeutungsunterschied ist nichts Sicheres bekannt. voll. 21Etwa fünftausend Männer hatten an der Mahlzeit teilgenommen, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet.

Jesus geht auf dem Wasser

Mk 6,45-52; Joh 6,16-21

22Nun drängte Jesus die Jünger, unverzüglich ins Boot zu steigen und ihm ans andere Ufer vorauszufahren; er wollte inzwischen die Leute entlassen, damit sie nach Hause gehen konnten. 23Als das geschehen war, stieg er auf einen Berg, um ungestört14,23 W um für sich allein. beten zu können. Spät am Abend war er immer noch dort, ganz allein. 24Das Boot befand sich schon weit draußen auf dem See14,24 W Das Boot war schon viele Stadien vom Land entfernt (1 Stadion: etwa 180 Meter). AL(1) Das Boot war schon mitten auf dem See (vergleiche Markus 6,47). und hatte schwer mit den Wellen zu kämpfen, weil ein starker Gegenwind aufgekommen war.

25Gegen Ende der Nacht14,25 W In der vierten Nachtwache, d. h. zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens. kam Jesus zu den Jüngern; er ging auf dem See. 26Als sie ihn auf dem Wasser gehen sahen, wurden sie von Furcht gepackt. »Es ist ein Gespenst!«, riefen sie und schrien vor Angst. 27Aber Jesus sprach sie sofort an. »Erschreckt nicht!14,27 W Habt Mut!«, rief er. »Ich bin’s. Ihr braucht euch nicht zu fürchten.« 28Da sagte Petrus: »Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!« – 29»Komm!«, sagte Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. 30Doch als er merkte, wie heftig der Sturm war, fürchtete er sich. Er begann zu sinken. »Herr«, schrie er, »rette mich!« 31Sofort streckte Jesus seine Hand aus und hielt ihn fest. »Du Kleingläubiger«, sagte er, »warum hast du gezweifelt?« 32Dann stiegen beide ins Boot, und der Sturm legte sich. 33Und alle, die im Boot waren, warfen sich vor Jesus nieder und sagten: »Du bist wirklich Gottes Sohn.«

Heilungen in Gennesaret

Mk 6,53-56

34Sie fuhren auf die andere Seite des Sees und legten bei Gennesaret an. 35Die Bewohner des Ortes erkannten Jesus und benachrichtigten die ganze umliegende Gegend. Daraufhin brachte man alle Kranken zu ihm 36und bat ihn, er möge sie doch wenigstens den Saum14,36 Od eine Quaste (siehe 4. Mose 15,37-41). seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

15

Menschliche Vorschriften und Gottes Gebot

Mk 7,1-23

151Da kamen einige Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem zu Jesus und sagten: 2»Warum missachten deine Jünger die Vorschriften, die uns von den Vorfahren her überliefert sind15,2 W deine Jünger die Überlieferungen der Ältesten/Alten. Das Leben eines gesetzestreuen Menschen zur Zeit Jesu wurde von mündlich überlieferten Vorschriften der großen jüdischen Gesetzeslehrer geregelt. Diese Vorschriften gingen über das alttestamentliche Gesetz hinaus, galten aber neben ihm als verbindliche Norm.?15,2 Das Leben eines gesetzestreuen Menschen zur Zeit Jesu wurde von mündlich überlieferten Vorschriften der großen jüdischen Gesetzeslehrer geregelt. Diese Vorschriften gingen über das alttestamentliche Gesetz hinaus, galten aber neben ihm als verbindliche Norm. Zum Beispiel waschen sie sich vor dem Essen15,2 W waschen sie sich, wenn sie Brot essen. nicht die Hände.« 3Jesus entgegnete ihnen: »Und ihr, warum missachtet ihr Gottes Gebot euren Vorschriften zuliebe15,3 W eurer Überlieferung zuliebe. Ebenso in Vers 6.? 4Gott hat zum Beispiel gesagt: ›Ehre Vater und Mutter!‹15,4 2. Mose 20,12; 5. Mose 5,16. und: ›Wer Vater oder Mutter verflucht15,4 Od Wer verächtlich über Vater oder Mutter redet., soll mit dem Tod bestraft werden.‹15,4 2. Mose 21,17; 3. Mose 20,9. 5Ihr dagegen lehrt, man könne zu seinem Vater oder zu seiner Mutter sagen: ›Alles, was dir eigentlich von mir als Unterstützung zusteht, erkläre ich zur Opfergabe‹; 6dann brauche man seine Eltern15,6 W seinen Vater. AL(1) seinen Vater oder seine Mutter. nicht mehr zu unterstützen15,6 W zu ehren.. Damit habt ihr euren eigenen Vorschriften zuliebe das Wort15,6 AL(2) Gebot/Gesetz. Gottes außer Kraft gesetzt. 7Ihr Heuchler! Was Jesaja prophezeit hat, trifft genau auf euch zu15,7 W Treffend hat Jesaja über euch prophezeit.:

8›Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,

aber ihr Herz ist weit von mir entfernt.

9Ihr ganzer Gottesdienst ist wertlos,

denn ihre Lehren sind nichts als Gebote von Menschen.‹15,9 Nach Jesaja 29,13.«

10Dann rief Jesus die Menge zu sich und sagte: »Hört zu, damit ihr versteht, was ich sage!15,10 W Hört zu und versteht! 11Nicht das, was der Mensch durch den Mund in sich aufnimmt, macht ihn ´in Gottes Augen` unrein. Unrein machen ihn vielmehr die Worte, die aus seinem Mund herauskommen.«

12Daraufhin kamen die Jünger zu Jesus und sagten: »Weißt du, dass die Pharisäer an diesem Wort15,12 W dass die Pharisäer, als sie dieses Wort hörten. Anstoß genommen haben?« 13Er antwortete: »Jede Pflanze, die nicht mein Vater im Himmel gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. 14Lasst sie! Sie sind blinde Blindenführer, und wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube.«

15Da bat ihn Petrus: »Erkläre uns jenen Ausspruch15,15 W jenes Gleichnis. ´über das, was unrein macht`!« – 16»Habt auch ihr noch immer nichts begriffen?«, erwiderte Jesus. 17»Versteht ihr denn nicht, dass alles, was man durch den Mund in sich aufnimmt, in den Magen gelangt und dann wieder ausgeschieden wird? 18Was jedoch aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und diese Dinge sind es, die den Menschen unrein machen. 19Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord15,19 Od böse Gedanken, nämlich Mord., Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Aussagen, Verleumdungen15,19 Od Gotteslästerungen.. 20Das ist es, was den Menschen ´in Gottes Augen` unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.«

Der Glaube einer Nichtjüdin

Mk 7,24-30

21Jesus machte sich wieder auf den Weg und zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. 22Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend und rief: »Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem Dämon furchtbar gequält.« 23Aber Jesus gab ihr keine Antwort. Schließlich drängten ihn seine Jünger: »Erfüll ihr doch die Bitte15,23 Od Schick sie doch fort. W Entlass sie., sie hört ja nicht auf, hinter uns herzuschreien!« 24Er aber entgegnete: »Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Volkes15,24 W des Hauses. Israel gesandt.« 25Da kam die Frau näher, warf sich vor Jesus nieder und bat: »Herr, hilf mir!« 26Jesus wehrte ab: »Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.« – 27»Das stimmt, Herr«, erwiderte sie, »aber immerhin fressen die Hunde die Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen.« 28Da sagte Jesus zu ihr: »Frau, dein Glaube ist groß! Was du willst, soll15,28 W soll dir. geschehen.« Von diesem Augenblick an war ihre Tochter gesund.

Jesus heilt viele Kranke

Mk 7,37

29Jesus zog weiter und kam an den Galiläischen See15,29 Ein anderer Name für den See Gennesaret.. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. 30Die Menschen strömten in Scharen herbei und brachten Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere Kranke zu ihm. Sie legten sie vor seinen Füßen nieder, und er heilte sie. 31Die Leute staunten, als sie sahen, dass Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme umhergingen und Blinde sehen konnten, und sie priesen den Gott Israels.

Jesus gibt noch einmal einer großen Menschenmenge zu essen

Mk 8,1-10

32Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: »Mir tun diese Menschen leid. Seit drei Tagen sind sie nun schon bei mir und haben nichts zu essen. Ich will sie nicht hungrig nach Hause gehen lassen, sonst könnten sie unterwegs vor Erschöpfung zusammenbrechen.« 33Die Jünger erwiderten: »Wo sollen wir denn in dieser einsamen Gegend genug Brot hernehmen, um eine so große Menge satt zu machen?« 34Doch Jesus fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr?« – »Sieben«, antworteten sie, »dazu ein paar kleine Fische.« 35Da forderte er die Menge auf, sich auf dem Boden zu lagern. 36Er nahm die sieben Brote und die Fische und dankte Gott dafür. Dann zerteilte er die Brote und die Fische und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Menge. 37Und alle aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was15,37 W was an Stücken. übrig geblieben war – sieben Körbe voll. 38Viertausend Männer hatten an der Mahlzeit teilgenommen, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet.

39Als Jesus die Leute dann entlassen hatte, ´damit sie nach Hause gehen konnten,` stieg er ins Boot und fuhr in die Gegend von Magadan15,39 AL(2) Magdala..