Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
12

Jesus ist Herr über den Sabbat

Mk 2,23-28; Lk 6,1-5

121In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Felder. Seine Jünger waren hungrig und fingen an, Ähren abzureißen und die Körner zu essen. 2Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: »Was deine Jünger da tun, ist am Sabbat nicht erlaubt!« 3Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter Hunger hatten? 4Wie er ins Haus Gottes ging und wie sie die geweihten Brote aßen12,4 AL(1) und die geweihten Brote aß., die doch weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern nur die Priester?12,4 1. Samuel 21,2-7. 5Und habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester auch am Sabbat im Tempel ´Dienst tun`?12,5 Siehe z. B. 4. Mose 28,9.10 und vergleiche Johannes 7,22.23. Sie übertreten also die Sabbatvorschriften und werden trotzdem nicht schuldig. 6Und ich sage euch: Hier ist einer, der mehr ist als12,6 W Hier ist mehr als. Ebenso in den Versen 41 und 42. der Tempel! 7Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: ›Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer‹12,7 Hosea 6,6., dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt. 8Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.«

Jesus heilt am Sabbat

Mk 3,1-6; Lk 6,6-11

9Daraufhin ging Jesus weiter; er suchte die Synagoge jenes Ortes auf. 10Dort war ein Mann mit einer verkrüppelten Hand. Jesus wurde gefragt: »Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?« Man suchte nämlich einen Vorwand, um ihn anklagen zu können. 11Jesus erwiderte: »Angenommen, jemand von euch hat ein Schaf12,11 Od hat nur ein einziges Schaf., und es fällt am Sabbat in eine Grube – würde er es da nicht sofort herausziehen12,11 W nicht packen und aufrichten.? 12Nun ist aber doch ein Mensch viel mehr wert als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.« 13Dann befahl er dem Mann: »Streck deine Hand aus!« Der Mann streckte die Hand aus, und sie war wieder heil wie die andere.

14Die Pharisäer jedoch fassten, als sie die Synagoge verließen, den Plan12,14 Die Pharisäer jedoch verließen die Synagoge und fassten den Plan., Jesus zu beseitigen.

Jesus, der Diener Gottes

Mk 3,7-12; Lk 6,17-19

15Jesus wusste12,15 erfuhr. W erkannte., ´was sie vorhatten`. Deshalb zog er sich von dort zurück. Scharen von Menschen folgten ihm, und er heilte alle Kranken. 16Er ermahnte sie jedoch nachdrücklich, kein Aufsehen um seine Person zu machen12,16 W ihn nicht offenbar zu machen.. 17So erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja vorausgesagt worden war:

18»Seht, das ist mein Diener, den ich erwählt habe,

den ich liebe und an dem ich Freude habe12,18 W und an dem meine Seele Freude hat..

Ich will meinen Geist auf ihn legen,

und er wird den Völkern das Recht verkünden12,18 Od das Gericht ankündigen. Od das Urteil verkünden..

19Er wird nicht streiten und lärmen,

er wird nicht ´wie ein Marktschreier` auf den Straßen zu hören sein.

20Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,

und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

So wird er schließlich dem Recht zum Sieg verhelfen.

21Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.«12,21 Jesaja 42,1-4.

Jesus und Beelzebul. Die Sünde gegen den Heiligen Geist

Mk 3,22-30; Lk 11,14-23

22Ein Besessener, der blind und stumm war, wurde zu Jesus gebracht. Jesus heilte ihn, und der Mann12,22 W der Stumme. AL(2) der Blinde und Stumme. konnte ´wieder` reden und sehen. 23Die Menge war außer sich vor Staunen, und alle fragten sich: »Ist er denn etwa der Sohn Davids?«

24Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: »Wisst ihr, wie der die Dämonen austreibt? Er tut es12,24 W »Dieser treibt die Dämonen nicht aus, wenn nicht. mit Hilfe von Beelzebul12,24 Ein anderer Name für den Satan., dem Obersten der Dämonen!«

25Jesus wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: »Jedes Reich, das mit sich selbst im Streit liegt, geht zugrunde, und keine Stadt oder Familie12,25 W Haus/Hausgemeinschaft., in der man miteinander im Streit liegt, wird bestehen bleiben. 26Wenn nun der Satan den Satan austreibt, liegt er mit sich selbst im Streit. Wie kann sein Reich da bestehen? 27Und wenn ich die Dämonen tatsächlich mit Hilfe von Beelzebul austreibe, mit wessen Hilfe treiben dann eure eigenen Leute12,27 W Söhne. sie aus? Sie selbst sind es daher, die über euch das Urteil sprechen werden. 28Wenn ich die Dämonen nun aber mit der Hilfe von Gottes Geist austreibe, dann ist doch das Reich Gottes zu euch gekommen.

29Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Besitz rauben, wenn er den Starken nicht vorher fesselt? Dann allerdings kann er sein Haus ausrauben.

30Wer nicht auf meiner Seite steht, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. 31Darum sage ich euch: Jede Sünde, ja sogar jede Gotteslästerung kann den Menschen vergeben werden; wenn aber jemand den ´Heiligen` Geist lästert, wird ihm nicht vergeben werden. 32Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, kann vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden.

33Wenn ein Baum gut12,33 Od nützlich. Od gesund. ist, sind auch seine Früchte gut. Ist ein Baum jedoch schlecht12,33 Od krank. W 33 Entweder macht den Baum gut, dann sind auch seine Früchte gut. Oder macht den Baum schlecht., dann sind auch seine Früchte schlecht12,33 Od schädlich.. An den Früchten erkennt man den Baum. 34Ihr Schlangenbrut! Wie solltet ihr auch Gutes reden können, wo ihr doch böse seid? Denn wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so redet er.12,34 W Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. 35Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil sein Herz mit Gutem erfüllt ist12,35 W hervor aus dem guten Schatz.. Ein böser Mensch dagegen bringt Böses hervor, weil sein Herz mit Bösem erfüllt ist12,35 W hervor aus dem bösen Schatz.. 36Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben. 37Denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen werden12,37 Od wirst du für gerecht erklärt werden., und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.«

Das Zeichen des Propheten Jona

Lk 11,16.29-32

38Da sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: »Meister, wir möchten ein Zeichen von dir sehen!« 39Er aber gab ihnen zur Antwort: »Ein Zeichen verlangt diese Generation, die doch böse ist und sich von Gott abgewandt hat12,39 W die doch böse und ehebrecherisch/bundesbrüchig ist.! Aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden, nur das des Propheten Jona. 40Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte in der Tiefe12,40 W im Herzen. der Erde sein.

41Im Gericht werden die Leute12,41 Od die Männer. von Ninive gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf Jonas Predigt hin umgekehrt – und hier ist einer, der mehr ist als Jona! 42Im Gericht wird auch die Königin aus dem Süden gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören – und hier ist einer, der mehr ist als Salomo!«

Über die Rückkehr böser Geister

Lk 11,24-26

43»Wenn ein böser12,43 W unreiner. Geist einen Menschen verlassen hat, zieht er durch öde Gegenden12,43 W durch wasserlose Orte. und sucht einen Ruheplatz, findet aber keinen. 44Dann12,44 Od einen Ruheplatz. Findet er aber keinen, 44 dann. sagt er sich: ›Ich will wieder in mein Haus gehen, das ich verlassen habe.‹ Er kehrt zurück und findet das Haus leer, sauber und aufgeräumt. 45Daraufhin12,45 Od das ich verlassen habe.‹ Findet er nun bei seiner Rückkehr das Haus leer, sauber und aufgeräumt, 45 dann. geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen in das Haus ein und wohnen dort. Damit steht es am Ende schlimmer um diesen Menschen als am Anfang. Genauso wird es auch dieser bösen Generation ergehen.«

Die wahren Verwandten Jesu

Mk 3,31-35; Lk 8,19-21

46Während Jesus noch zu der Menge redete, waren seine Mutter und seine Brüder12,46 Od Geschwister. Ebenso in den Versen 47 bis 49. gekommen. Sie standen vor dem Haus und wollten ihn sprechen. 47Einer ´aus der Menge` sagte zu Jesus: »Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sprechen!« 48Jesus wandte sich zu dem, der ihm diese Nachricht brachte, und erwiderte: »Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?« 49Dann wies er mit der Hand auf seine Jünger und fuhr fort: »Seht, das sind meine Mutter und meine Brüder! 50Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«

13

Gleichnisse vom Himmelreich (Kapitel 13,1-53)

131Später an jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich ans Ufer des Sees, ´um zu lehren`. 2Die Menschenmenge, die sich um ihn versammelte, war so groß, dass er sich in ein Boot setzte; so konnte er zu der ganzen Menge reden, die am Ufer stand13,2 W dass er in ein Boot stieg und sich setzte, und die ganze Menge stand am Ufer.. 3Er sprach über vieles zu ihnen, und er gebrauchte dazu Gleichnisse.

Das Gleichnis von der Saat, die auf viererlei Boden fällt

Mk 4,2-9; Lk 8,5-8

»Hört zu!«, begann er. »Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. 4Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg13,4 Od an den Wegrand. Ebenso in Vers 19.. Da kamen die Vögel und pickten es auf. 5Einiges fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenig Erde hatte, ging sie rasch auf. 6Als dann aber die Sonne höher stieg, wurden die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln hatten, verdorrten sie. 7Einiges fiel ins Dornengestrüpp, und die Dornbüsche überwucherten und erstickten die Saat. 8Einiges jedoch fiel auf guten Boden und brachte Frucht – zum Teil hundertfach, zum Teil sechzigfach, zum Teil dreißigfach.

9Wer Ohren hat, der höre!«

Warum Jesus Gleichnisse verwendet

Mk 4,10-12.25; Lk 8,9-10.18; 10,23-24

10Die Jünger kamen zu Jesus und fragten ihn: »Warum verwendest du Gleichnisse, wenn du zu den Leuten redest?« 11Er antwortete: »Euch ist es ´von Gott` gegeben13,11 Od »Weil es euch ´von Gott` gegeben ist., die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen ist es nicht gegeben. 12Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 13Das13,13 Od Folgendes. ist der Grund, warum ich in Gleichnissen zu ihnen rede. Sie sehen und sehen doch nicht, sie hören und hören doch nicht und verstehen auch nichts. 14An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas:

›Hört zu – ihr werdet doch nichts verstehen.

Seht hin – ihr werdet doch nichts erkennen.

15Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt,

ihre Ohren sind verstopft,

und ihre Augen halten sie geschlossen.

Sie wollen13,15 Od sollen. mit ihren Augen nichts sehen,

mit ihren Ohren nichts hören

und mit ihrem Herz nichts verstehen

und wollen13,15 Od sollen. nicht umkehren,

sodass ich sie heilen könnte.‹13,15 Jesaja 6,9.10 (nach der Septuaginta).

16Ihr aber seid glücklich zu preisen! Denn eure Augen sehen, und eure Ohren hören.13,16 W 16 Aber eure Augen sind glücklich zu preisen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17Ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte sehnten sich danach, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen; sie sehnten sich danach, zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.«

Erklärung des Gleichnisses von der Saat

Mk 4,13-20; Lk 8,11-15

18»Ich will euch nun das Gleichnis vom Bauern erklären13,18 W hören lassen., der die Saat ausstreut. 19Wenn jemand die Botschaft vom Himmelreich hört und nicht versteht, ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Böse kommt und raubt, was ins Herz dieses Menschen gesät worden ist. 20Ein anderer Teil der Saat fällt auf felsigen Boden. Das bedeutet: Jemand hört das Wort und nimmt es sofort mit Freuden auf, 21aber er ist ein unbeständiger Mensch, eine Pflanze ohne Wurzeln. Sobald er wegen des Wortes in Bedrängnis gerät oder sogar verfolgt wird, wendet er sich wieder davon ab. 22Wieder ein anderer Teil der Saat fällt ins Dornengestrüpp. Das bedeutet: Jemand hört das Wort, doch die Sorgen dieser Welt und die Verlockungen des Reichtums ersticken es, und es bleibt ohne Frucht. 23Ein Teil der Saat jedoch fällt auf guten Boden. Das bedeutet: Jemand hört das Wort und versteht es und bringt dann auch Frucht – einer hundertfach, ein anderer sechzigfach und wieder ein anderer dreißigfach.«

Das Gleichnis vom Unkraut im Weizenfeld

24Jesus erzählte der Menge noch ein anderes Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Eines Nachts, als alles schlief, kam sein Feind, säte Unkraut13,25 Das griechische Wort zizánion bezeichnet wahrscheinlich den Lolch, eine schädliche Pflanze, die während des Wachstums ähnlich aussieht wie der Weizen. zwischen den Weizen und machte sich davon. 26Als dann die Saat aufging und Ähren ansetzte13,26 W und Frucht brachte., kam auch das Unkraut zum Vorschein.

27Da gingen die Arbeiter13,27 W die Diener. Ebenso im nächsten Vers. zum Gutsherrn und fragten: ›Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt jetzt dieses Unkraut?‹ – 28›Ein Feind von mir hat das getan‹, gab er zur Antwort. Die Arbeiter fragten: ›Möchtest du, dass wir hingehen und das Unkraut ausreißen und einsammeln?‹ – 29›Nein‹, entgegnete der Gutsherr, ›ihr würdet mit dem Unkraut auch13,29 W ihr würdet sonst beim Einsammeln des Unkrauts zugleich mit ihm. den Weizen ausreißen. 30Lasst beides miteinander wachsen, bis die Zeit der Ernte da ist. Dann werde ich zu den Erntearbeitern sagen: Reißt zuerst das Unkraut aus, sammelt es ein und bündelt es, um es zu verbrennen; und dann bringt den Weizen in meine Scheune!‹«

Das Gleichnis vom Senfkorn

Mk 4,30-32; Lk 13,18-19

31Jesus erzählte der Menge ein weiteres Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann13,31 W das ein Mensch nimmt und. auf sein Feld sät. 32Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner. Aber was daraus wächst, ist größer als alle anderen Gartenpflanzen. Ein Baum wird daraus, auf dem die Vögel13,32 W die Vögel des Himmels. sich niederlassen und in dessen Zweigen sie nisten.«

Das Gleichnis vom Sauerteig

Lk 13,20-21

33Jesus erzählte ihnen noch ein Gleichnis: »Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt ´eine Hand voll` davon, mengt ihn unter einen halben Sack13,33 W unter drei Sata. Drei Sata sind ungefähr 22 Liter, nach anderer Berechnung ungefähr 40 Liter. Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert.«

Die Gleichnisse in Jesu Verkündigung

Mk 4,33-34

34Das alles sagte Jesus der Menge, indem er Gleichnisse gebrauchte; er sprach ausschließlich in Gleichnissen zu ihnen. 35So erfüllte sich, was durch den Propheten vorausgesagt worden war:

»Ich will in Gleichnissen reden;

ich will verkünden, was seit der Erschaffung der Welt verborgen war.«13,35 Psalm 78,2.

Erklärung des Gleichnisses vom Unkraut im Weizenfeld

36Dann trennte sich Jesus von der Menge und ging ins Haus. Dort wandten sich seine Jünger an ihn und baten ihn: »Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!«

37Jesus antwortete: »Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. 38Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Himmelreichs, das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 39Der Feind, der das Unkraut sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Erntearbeiter sind die Engel. 40Das Unkraut wird eingesammelt und verbrannt, und so wird es auch am Ende der Welt sein: 41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere zu Fall gebracht und die ein gesetzloses Leben geführt haben, 42und werden sie in den Feuerofen werfen, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben. 43Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne.

Wer Ohren hat, der höre!«

Die Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der Perle

44»Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war und von einem Mann entdeckt wurde. Der Mann freute sich so sehr, dass er, nachdem er den Schatz wieder vergraben hatte, alles verkaufte, was er besaß, und dafür den Acker kaufte.

45Mit dem Himmelreich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46Als er eine besonders wertvolle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte dafür diese eine Perle.«

Das Gleichnis vom Fischernetz

47»Mit dem Himmelreich ist es auch wie mit einem Netz, das auf dem See13,47 W wie mit einem Schleppnetz, das in den See / ins Meer. ausgeworfen wird und mit dem man Fische aller Art fängt. 48Wenn es voll ist, ziehen die Fischer es ans Ufer, setzen sich hin und lesen die Fische aus. Die guten legen sie in Körbe, aber die ungenießbaren werfen sie weg. 49So wird es auch am Ende der Welt sein. Die Engel werden kommen und die Bösen aussondern; sie werden sie von den Gerechten trennen 50und in den Feuerofen werfen, dorthin, wo es nichts gibt als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben.«

Das Gleichnis vom Schriftgelehrten des Himmelreichs

51»Habt ihr das alles verstanden?«, ´fragte Jesus seine Jünger.` »Ja!«, erwiderten sie. 52Da sagte er zu ihnen: »Dann wisst: Jeder Schriftgelehrte, der in der Schule des Himmelreichs ausgebildet ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Schatz Neues und Altes hervorholt.«

53Als Jesus diese Gleichnisrede beendet hatte, zog er weiter.

Jesus in seiner Heimatstadt

Mk 6,1-6; Lk 4,16-30

54Jesus ging in seine Heimatstadt und lehrte dort in der13,54 W in ihrer. Synagoge. Erstaunt fragten die Leute: »Woher hat der Mann solche Weisheit? Woher hat er die Kraft, Wunder zu tun? 55Ist er denn nicht der Sohn des Zimmermanns13,55 Das griechische Wort kann auch allgemeiner den Bauhandwerker bezeichnen, der mit Holz und Stein arbeitet.? Ist nicht Maria seine Mutter, und sind nicht Jakobus, Josef13,55 AL(2) Joses., Simon und Judas seine Brüder? 56Leben nicht auch alle seine Schwestern hier unter uns? Woher hat er nur das alles?« 57So kam es, dass Jesus bei ihnen auf Ablehnung stieß13,57 W dass sie Anstoß an ihm nahmen..

Da sagte Jesus zu ihnen: »Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt13,57 Od Heimat. und in seiner eigenen Familie.« 58Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

14

Herodes hört von Jesus

Mk 6,14-16; Lk 9,7-9

141In jener Zeit hörte auch der Tetrarch Herodes14,1 Gemeint ist Herodes Antipas. Siehe die Anmerkung in Apostelgeschichte 13,1. vom Wirken Jesu. 2»Das ist ´niemand anders als` Johannes der Täufer«, sagte er zu seinen Leuten. »Er ist von den Toten auferstanden, deshalb gehen solche Wunderkräfte von ihm aus.«

Der Tod Johannes’ des Täufers

Mk 6,17-29

3Herodes hatte Johannes nämlich festnehmen, in Fesseln legen und ins Gefängnis werfen lassen. Der Anlass dazu war Herodias gewesen, die Frau von Philippus, dem Bruder des Herodes. ´Herodes hatte sie Philippus weggenommen,` 4worauf Johannes zu ihm gesagt hatte: »Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen.« 5Herodes hätte ihn am liebsten umgebracht, fürchtete sich aber vor dem Volk, denn es hielt Johannes für einen Propheten.

6Doch dann kam der Geburtstag des Herodes. Die Tochter der Herodias tanzte vor den Gästen14,6 W tanzte in der Mitte., und Herodes war so begeistert von ihr, 7dass er mit einem Schwur versprach, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. 8Da sagte sie, von ihrer Mutter angestiftet: »Lass mir auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers herbringen!« 9Der König war bestürzt; doch weil er vor seinen Gästen einen Eid geschworen hatte, befahl er, den Wunsch des Mädchens zu erfüllen. 10Er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten, 11und der Kopf wurde auf einer Schale hereingetragen und dem Mädchen gegeben, das ihn seiner Mutter überreichte.

12Daraufhin kamen die Jünger des Johannes, holten den Toten und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm, was geschehen war.

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zuessen

Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13

13Als Jesus das hörte, zog er sich zurück; er fuhr mit dem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. Doch es sprach sich herum, dass er wegfuhr, und aus den ´umliegenden` Ortschaften gingen ihm die Leute auf dem Landweg nach. 14Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, und er heilte die Kranken.

15Gegen Abend kamen die Jünger zu ihm und sagten: »Wir sind hier an einem einsamen Ort, und es ist schon spät. Schick die Leute fort, dann können sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.« 16Jesus erwiderte: »Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt doch ihr ihnen zu essen!« – 17»Wir haben hier aber nur fünf Brote und zwei Fische«, entgegneten sie. 18»Bringt sie mir her!«, sagte Jesus. 19Nachdem er angeordnet hatte, die Leute sollten sich im Gras lagern, nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann brach er die Brote in Stücke und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Menge. 20Und alle aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was übrig geblieben war – zwölf Körbe14,20 Das griechische Wort für Korb ist hier und in Kapitel 16,9 kóphinos, in Kapitel 15,37 und 16,10 dagegen spyrís. Über einen möglichen Bedeutungsunterschied ist nichts Sicheres bekannt. voll. 21Etwa fünftausend Männer hatten an der Mahlzeit teilgenommen, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet.

Jesus geht auf dem Wasser

Mk 6,45-52; Joh 6,16-21

22Nun drängte Jesus die Jünger, unverzüglich ins Boot zu steigen und ihm ans andere Ufer vorauszufahren; er wollte inzwischen die Leute entlassen, damit sie nach Hause gehen konnten. 23Als das geschehen war, stieg er auf einen Berg, um ungestört14,23 W um für sich allein. beten zu können. Spät am Abend war er immer noch dort, ganz allein. 24Das Boot befand sich schon weit draußen auf dem See14,24 W Das Boot war schon viele Stadien vom Land entfernt (1 Stadion: etwa 180 Meter). AL(1) Das Boot war schon mitten auf dem See (vergleiche Markus 6,47). und hatte schwer mit den Wellen zu kämpfen, weil ein starker Gegenwind aufgekommen war.

25Gegen Ende der Nacht14,25 W In der vierten Nachtwache, d. h. zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens. kam Jesus zu den Jüngern; er ging auf dem See. 26Als sie ihn auf dem Wasser gehen sahen, wurden sie von Furcht gepackt. »Es ist ein Gespenst!«, riefen sie und schrien vor Angst. 27Aber Jesus sprach sie sofort an. »Erschreckt nicht!14,27 W Habt Mut!«, rief er. »Ich bin’s. Ihr braucht euch nicht zu fürchten.« 28Da sagte Petrus: »Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!« – 29»Komm!«, sagte Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. 30Doch als er merkte, wie heftig der Sturm war, fürchtete er sich. Er begann zu sinken. »Herr«, schrie er, »rette mich!« 31Sofort streckte Jesus seine Hand aus und hielt ihn fest. »Du Kleingläubiger«, sagte er, »warum hast du gezweifelt?« 32Dann stiegen beide ins Boot, und der Sturm legte sich. 33Und alle, die im Boot waren, warfen sich vor Jesus nieder und sagten: »Du bist wirklich Gottes Sohn.«

Heilungen in Gennesaret

Mk 6,53-56

34Sie fuhren auf die andere Seite des Sees und legten bei Gennesaret an. 35Die Bewohner des Ortes erkannten Jesus und benachrichtigten die ganze umliegende Gegend. Daraufhin brachte man alle Kranken zu ihm 36und bat ihn, er möge sie doch wenigstens den Saum14,36 Od eine Quaste (siehe 4. Mose 15,37-41). seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.