Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
10

Die zwölf Apostel

Mk 3,13-19; Lk 9,1; 6,12-16

101Dann rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht, böse Geister auszutreiben und alle Kranken und Leidenden10,1 W Vollmacht über unreine Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Leiden / jede Schwachheit. zu heilen.

2Die Namen der zwölf Apostel sind:

Simon, auch Petrus genannt, an erster Stelle,

und sein Bruder Andreas;

Jakobus, der Sohn des Zebedäus,

und sein Bruder Johannes;

3Philippus

und Bartholomäus;

Thomas

und Matthäus, der Zolleinnehmer;

Jakobus, der Sohn des Alphäus,

und Thaddäus10,3 AL(2) und Labbäus mit dem Beinamen Thaddäus.;

4Simon, der Zelot10,4 W Kananäus (aramäisch für Zelot).,

und Judas Iskariot, der Jesus verriet.

Jesu Rede bei der Aussendung seiner Jünger (Verse 5-42)

Der Auftrag der Apostel

Mk 6,7-13; Lk 9,2-6; 10,4-12

5Diese Zwölf sandte Jesus mit folgendem Auftrag aus: »Setzt euren Fuß nicht auf heidnisches Gebiet und betretet keine samaritanische Stadt, 6sondern geht zu den verlorenen Schafen des Volkes10,6 W des Hauses. Israel. 7Geht und verkündet: ›Das Himmelreich ist nahe.‹ 8Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Was ihr umsonst bekommen habt, das gebt umsonst weiter. 9Steckt euch kein Gold10,9 Od Nehmt kein Gold an. W Besorgt euch kein Gold., kein Silber und kein Kupfergeld in euren Gürtel; 10´besorgt euch` auch keine Vorratstasche für unterwegs, kein zweites Hemd, keine Sandalen10,10 kein zweites Paar Sandalen. und keinen Wanderstab. Denn wer arbeitet, hat Anrecht auf seinen Lebensunterhalt.

11Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, dann sucht jemand, der es wert ist, ´euch aufzunehmen`. Bleibt bei ihm, bis ihr jenen Ort wieder verlasst. 12Wenn ihr das Haus betretet, grüßt die Bewohner ´und wünscht ihnen Frieden`. 13Sind sie es wert, so soll der Frieden, den ihr bringt, bei ihnen einziehen10,13 W so soll euer Frieden auf sie kommen.. Sind sie es jedoch nicht wert, so soll euer Frieden zu euch zurückkehren. 14Wenn man euch nicht aufnimmt und sich eure Botschaft nicht anhören will, dann verlasst jenes Haus oder jene Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen. 15Ich sage euch: Sodom10,15 W Dem Land von Sodom. und Gomorra wird es am Tag des Gerichts noch erträglich gehen im Vergleich zu solch einer Stadt.«

Gefahren und Anforderungen des Auftrags

Mk 13,9-13; Lk 12,2-9.11-12; 21,12-17

16»Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid darum klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.

17Nehmt euch in Acht vor den Menschen! Sie werden euch in ihren Synagogen vor Gericht stellen und auspeitschen.10,17 W Sie werden euch den Synedrien (den Synagogengerichten) ausliefern und euch in ihren Synagogen auspeitschen. 18Man wird euch um meinetwillen vor Machthaber und Könige führen, und ihr sollt vor ihnen und vor allen Völkern10,18 W und vor den (nichtjüdischen) Völkern. meine Zeugen sein. 19Wenn man euch vor Gericht stellt10,19 W euch ausliefert., dann macht euch keine Sorgen, wie ihr reden und was ihr sagen sollt. Denn wenn es so weit ist, wird euch eingegeben, was ihr sagen müsst. 20Nicht ihr seid es, die dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. 21Menschen werden ihre nächsten Angehörigen dem Henker ausliefern: der Bruder den Bruder10,21 W 21 Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern. und der Vater sein Kind; und auch Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellen und sie töten lassen. 22Um meines Namens willen werdet ihr von allen Menschen gehasst werden. Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 23Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, dann flieht in eine andere! Ich sage euch: Noch bevor ihr mit den Städten Israels zu Ende seid, wird der Menschensohn kommen.

24Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Diener nicht über seinem Herrn. 25Der Jünger muss zufrieden sein, wenn es ihm ergeht wie seinem Meister, und der Diener, wenn es ihm ergeht wie seinem Herrn. Hat man schon den Hausherrn Beelzebul10,25 Ein anderer Name für den Satan. genannt, dann wird man seine Leute10,25 W seine Hausgenossen. erst recht so nennen.

26Fürchtet euch also nicht vor den Menschen! Denn nichts, was verborgen ist, bleibt verborgen; alles wird offenbart werden. Und nichts, was geheim ist, bleibt geheim; alles wird bekannt gemacht werden. 27Was ich euch im Dunkeln sage, das sagt am hellen Tag weiter, und was euch ins Ohr geflüstert wird, das verkündet in aller Öffentlichkeit10,27 W das verkündet auf den Dächern.. 28Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten ´können` – die Seele können sie nicht töten. Fürchtet vielmehr den, der Leib und Seele dem Verderben in der Hölle preisgeben kann. 29Denkt doch einmal an die Spatzen! Zwei von ihnen kosten nicht mehr als einen Groschen, und doch fällt kein einziger Spatz auf die Erde, ohne dass euer Vater es zulässt10,29 W ohne euren Vater.. 30Und bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. 31Seid darum ohne Furcht! Ihr seid mehr wert als eine noch so große Menge Spatzen.

32Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. 33Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.«

Bedingungen der Nachfolge

Lk 12,51-53; 14,26-33; 17,33

34»Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35Ich bin gekommen, um ›den Sohn10,35 W den Menschen. mit seinem Vater zu entzweien, die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36die eigenen Angehörigen werden zu Feinden‹10,36 Micha 7,6..

37Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein10,37 W ist meiner nicht wert. Ebenso in der zweiten Vershälfte und im nächsten Vers., und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein. 38Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein. 39Wer sein Leben erhalten10,39 W finden. will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.«

Der Lohn derer, die den Boten Jesu helfen

Mk 9,41; Lk 10,16

40»Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. 41Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. 42Und wer einem von diesen gering Geachteten10,42 W von diesen Kleinen/Geringen. auch nur einen Becher kaltes Wasser zu trinken gibt, einfach weil er ´mein` Jünger ist, der wird – das versichere ich euch – nicht ohne Lohn bleiben10,42 W nicht seinen Lohn verlieren.

11

111Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Anweisungen gegeben und seine Rede beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten Galiläas11,1 W in ihren Städten. zu lehren und ´Gottes gute Botschaft` zu verkünden.

Ist Jesus der Messias? Die Frage des Johannes und die Antwort Jesu

Lk 7,18-23

2Johannes hörte im Gefängnis vom Wirken Christi. Er schickte einige seiner Jünger zu ihm 3und ließ ihn fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?«

4Jesus gab ihnen zur Antwort: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht: 5Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt11,5 W werden rein gemacht., Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet. 6Und glücklich zu preisen ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.«

Jesus und Johannes der Täufer

Lk 7,24-35; 16,16

7Als die Männer wieder gegangen waren, wandte sich Jesus an die Menge und fing an, zu ihnen über Johannes zu sprechen. »Was wolltet ihr euch eigentlich ansehen, als ihr zu ihm in die Wüste hinausgingt?«, fragte er sie. »Ein Schilfrohr, das sich im Wind hin- und herbewegt? 8Nein? Was wolltet ihr denn sonst dort draußen sehen? Einen Mann in feiner Kleidung? Ihr wisst doch: Die feingekleideten Leute sind in den Palästen der Könige zu finden. 9Was wolltet ihr also sehen, als ihr hinausgingt? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt einen Propheten gesehen, und noch mehr als das. 10Johannes ist der, über den es in der Schrift heißt:

›Ich sende meinen Boten vor dir her;

er wird dir vorangehen und dein Wegbereiter sein.‹11,10 Maleachi 3,1.

11Ich sage euch: Unter allen Menschen, die je geboren wurden,11,11 W Unter den von Frauen Geborenen. hat es keinen Größeren gegeben als Johannes den Täufer; und doch ist selbst der Geringste im Himmelreich größer als er. 12Von der Zeit an, als Johannes der Täufer auftrat, bis zum heutigen Tag bricht sich das Himmelreich mit Gewalt Bahn, und Menschen11,12 Od bis zum heutigen Tag wird dem Himmelreich Gewalt angetan; Menschen. versuchen mit aller Gewalt, es an sich zu reißen11,12 Bahn; die, die es mit ganzer Entschiedenheit erstreben, reißen es an sich. Bahn, und Gewalttätige entreißen es ´denen, die hineingehen wollen`.. 13Denn alle Propheten und das Gesetz kündigten ´das Himmelreich` an, bis Johannes kam. 14Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Er ist Elia, dessen Kommen vorausgesagt ist.11,14 Maleachi 3,23.

15Wer Ohren hat11,15 AL(1) hat und hören kann., der höre!

16Mit wem soll ich die Menschen dieser Generation vergleichen? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und ihren Spielgefährten zurufen: 17›Wir haben euch auf der Flöte ´lustige Lieder` gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder angestimmt, und ihr habt nicht getrauert11,17 W habt euch nicht ´an die Brust` geschlagen..‹ 18So ist es doch: Johannes ist gekommen, hat gefastet und keinen Wein getrunken11,18 W hat weder gegessen noch getrunken., und schon hat es geheißen: ›Er ist von einem bösen Geist besessen.‹ 19Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt ´wie jedermann`, und da heißt es: ›Was für ein Schlemmer und Säufer, dieser Freund der Zolleinnehmer und Sünder!‹ Und doch hat die Weisheit Gottes Recht; das zeigt sich an dem, was sie bewirkt.11,19 W Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt (worden) durch ihre Werke (aL(2) durch ihre Kinder; vergleiche Lukas 7,35).«

Jesu Urteil über die Städte von Galiläa

Lk 10,13-15

20Dann ging Jesus mit den Städten ins Gericht, in denen er die meisten Wunder getan hatte. Er klagte sie an, weil sie nicht ´zu Gott` umgekehrt waren: 21»Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – die Menschen dort hätten sich längst in Sacktuch gehüllt11,21 Od auf Matten aus Sacktuch gesetzt. und Asche auf den Kopf gestreut11,21 Od und in Asche gesetzt. und wären zu Gott umgekehrt11,21 W die Menschen dort wären längst in Sacktuch und Asche umgekehrt.. 22Ich versichere euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts noch erträglich gehen im Vergleich zu euch. 23Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel emporgehoben werden? Ins Totenreich11,23 AL(2) Kafarnaum, wenn du auch zum Himmel emporgehoben worden bist – ins Totenreich. musst du hinunter11,23 AL(1) wirst du hinuntergestürzt werden.! Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind – es würde heute noch stehen. 24Ich versichere euch: Sodom11,24 W Dem Land von Sodom. wird es am Tag des Gerichts noch erträglich gehen im Vergleich zu dir.«

Jesus preist seinen Vater

Lk 10,21-22

25Zu der Zeit rief Jesus aus: »Ich preise dich, Vater, du Herr über Himmel und Erde, dass du das alles den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. 26Ja, Vater, so hast du es gewollt, und dafür preise ich dich.11,26 Od Ja, Vater, das hast du getan, weil du es so gewollt hast. W Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. 27Alles hat mir mein Vater übergeben. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater kennt ihn; und auch den Vater kennt niemand, nur der Sohn – und die, denen der Sohn es offenbaren will.«

Jesu Einladung

28»Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen11,28 W ich werde euch Ruhe geben.. 29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig11,29 Od sanftmütig. und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. 30Denn das Joch, das ich auferlege, drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.«

12

Jesus ist Herr über den Sabbat

Mk 2,23-28; Lk 6,1-5

121In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Felder. Seine Jünger waren hungrig und fingen an, Ähren abzureißen und die Körner zu essen. 2Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: »Was deine Jünger da tun, ist am Sabbat nicht erlaubt!« 3Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter Hunger hatten? 4Wie er ins Haus Gottes ging und wie sie die geweihten Brote aßen12,4 AL(1) und die geweihten Brote aß., die doch weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern nur die Priester?12,4 1. Samuel 21,2-7. 5Und habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester auch am Sabbat im Tempel ´Dienst tun`?12,5 Siehe z. B. 4. Mose 28,9.10 und vergleiche Johannes 7,22.23. Sie übertreten also die Sabbatvorschriften und werden trotzdem nicht schuldig. 6Und ich sage euch: Hier ist einer, der mehr ist als12,6 W Hier ist mehr als. Ebenso in den Versen 41 und 42. der Tempel! 7Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: ›Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer‹12,7 Hosea 6,6., dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt. 8Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.«

Jesus heilt am Sabbat

Mk 3,1-6; Lk 6,6-11

9Daraufhin ging Jesus weiter; er suchte die Synagoge jenes Ortes auf. 10Dort war ein Mann mit einer verkrüppelten Hand. Jesus wurde gefragt: »Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?« Man suchte nämlich einen Vorwand, um ihn anklagen zu können. 11Jesus erwiderte: »Angenommen, jemand von euch hat ein Schaf12,11 Od hat nur ein einziges Schaf., und es fällt am Sabbat in eine Grube – würde er es da nicht sofort herausziehen12,11 W nicht packen und aufrichten.? 12Nun ist aber doch ein Mensch viel mehr wert als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.« 13Dann befahl er dem Mann: »Streck deine Hand aus!« Der Mann streckte die Hand aus, und sie war wieder heil wie die andere.

14Die Pharisäer jedoch fassten, als sie die Synagoge verließen, den Plan12,14 Die Pharisäer jedoch verließen die Synagoge und fassten den Plan., Jesus zu beseitigen.

Jesus, der Diener Gottes

Mk 3,7-12; Lk 6,17-19

15Jesus wusste12,15 erfuhr. W erkannte., ´was sie vorhatten`. Deshalb zog er sich von dort zurück. Scharen von Menschen folgten ihm, und er heilte alle Kranken. 16Er ermahnte sie jedoch nachdrücklich, kein Aufsehen um seine Person zu machen12,16 W ihn nicht offenbar zu machen.. 17So erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja vorausgesagt worden war:

18»Seht, das ist mein Diener, den ich erwählt habe,

den ich liebe und an dem ich Freude habe12,18 W und an dem meine Seele Freude hat..

Ich will meinen Geist auf ihn legen,

und er wird den Völkern das Recht verkünden12,18 Od das Gericht ankündigen. Od das Urteil verkünden..

19Er wird nicht streiten und lärmen,

er wird nicht ´wie ein Marktschreier` auf den Straßen zu hören sein.

20Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,

und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

So wird er schließlich dem Recht zum Sieg verhelfen.

21Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.«12,21 Jesaja 42,1-4.

Jesus und Beelzebul. Die Sünde gegen den Heiligen Geist

Mk 3,22-30; Lk 11,14-23

22Ein Besessener, der blind und stumm war, wurde zu Jesus gebracht. Jesus heilte ihn, und der Mann12,22 W der Stumme. AL(2) der Blinde und Stumme. konnte ´wieder` reden und sehen. 23Die Menge war außer sich vor Staunen, und alle fragten sich: »Ist er denn etwa der Sohn Davids?«

24Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: »Wisst ihr, wie der die Dämonen austreibt? Er tut es12,24 W »Dieser treibt die Dämonen nicht aus, wenn nicht. mit Hilfe von Beelzebul12,24 Ein anderer Name für den Satan., dem Obersten der Dämonen!«

25Jesus wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: »Jedes Reich, das mit sich selbst im Streit liegt, geht zugrunde, und keine Stadt oder Familie12,25 W Haus/Hausgemeinschaft., in der man miteinander im Streit liegt, wird bestehen bleiben. 26Wenn nun der Satan den Satan austreibt, liegt er mit sich selbst im Streit. Wie kann sein Reich da bestehen? 27Und wenn ich die Dämonen tatsächlich mit Hilfe von Beelzebul austreibe, mit wessen Hilfe treiben dann eure eigenen Leute12,27 W Söhne. sie aus? Sie selbst sind es daher, die über euch das Urteil sprechen werden. 28Wenn ich die Dämonen nun aber mit der Hilfe von Gottes Geist austreibe, dann ist doch das Reich Gottes zu euch gekommen.

29Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Besitz rauben, wenn er den Starken nicht vorher fesselt? Dann allerdings kann er sein Haus ausrauben.

30Wer nicht auf meiner Seite steht, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. 31Darum sage ich euch: Jede Sünde, ja sogar jede Gotteslästerung kann den Menschen vergeben werden; wenn aber jemand den ´Heiligen` Geist lästert, wird ihm nicht vergeben werden. 32Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, kann vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden.

33Wenn ein Baum gut12,33 Od nützlich. Od gesund. ist, sind auch seine Früchte gut. Ist ein Baum jedoch schlecht12,33 Od krank. W 33 Entweder macht den Baum gut, dann sind auch seine Früchte gut. Oder macht den Baum schlecht., dann sind auch seine Früchte schlecht12,33 Od schädlich.. An den Früchten erkennt man den Baum. 34Ihr Schlangenbrut! Wie solltet ihr auch Gutes reden können, wo ihr doch böse seid? Denn wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so redet er.12,34 W Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. 35Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil sein Herz mit Gutem erfüllt ist12,35 W hervor aus dem guten Schatz.. Ein böser Mensch dagegen bringt Böses hervor, weil sein Herz mit Bösem erfüllt ist12,35 W hervor aus dem bösen Schatz.. 36Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben. 37Denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen werden12,37 Od wirst du für gerecht erklärt werden., und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.«

Das Zeichen des Propheten Jona

Lk 11,16.29-32

38Da sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: »Meister, wir möchten ein Zeichen von dir sehen!« 39Er aber gab ihnen zur Antwort: »Ein Zeichen verlangt diese Generation, die doch böse ist und sich von Gott abgewandt hat12,39 W die doch böse und ehebrecherisch/bundesbrüchig ist.! Aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden, nur das des Propheten Jona. 40Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte in der Tiefe12,40 W im Herzen. der Erde sein.

41Im Gericht werden die Leute12,41 Od die Männer. von Ninive gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf Jonas Predigt hin umgekehrt – und hier ist einer, der mehr ist als Jona! 42Im Gericht wird auch die Königin aus dem Süden gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören – und hier ist einer, der mehr ist als Salomo!«

Über die Rückkehr böser Geister

Lk 11,24-26

43»Wenn ein böser12,43 W unreiner. Geist einen Menschen verlassen hat, zieht er durch öde Gegenden12,43 W durch wasserlose Orte. und sucht einen Ruheplatz, findet aber keinen. 44Dann12,44 Od einen Ruheplatz. Findet er aber keinen, 44 dann. sagt er sich: ›Ich will wieder in mein Haus gehen, das ich verlassen habe.‹ Er kehrt zurück und findet das Haus leer, sauber und aufgeräumt. 45Daraufhin12,45 Od das ich verlassen habe.‹ Findet er nun bei seiner Rückkehr das Haus leer, sauber und aufgeräumt, 45 dann. geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen in das Haus ein und wohnen dort. Damit steht es am Ende schlimmer um diesen Menschen als am Anfang. Genauso wird es auch dieser bösen Generation ergehen.«

Die wahren Verwandten Jesu

Mk 3,31-35; Lk 8,19-21

46Während Jesus noch zu der Menge redete, waren seine Mutter und seine Brüder12,46 Od Geschwister. Ebenso in den Versen 47 bis 49. gekommen. Sie standen vor dem Haus und wollten ihn sprechen. 47Einer ´aus der Menge` sagte zu Jesus: »Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sprechen!« 48Jesus wandte sich zu dem, der ihm diese Nachricht brachte, und erwiderte: »Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?« 49Dann wies er mit der Hand auf seine Jünger und fuhr fort: »Seht, das sind meine Mutter und meine Brüder! 50Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«