Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Frauen im Kreis der Jünger Jesu

81In der nun folgenden Zeit zog Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Überall verkündete8,1 W predigte und verkündete. er die Botschaft vom Reich Gottes. Dabei begleiteten ihn die Zwölf 2sowie einige Frauen, die von bösen Geistern und von Krankheiten ´geplagt gewesen waren und` durch ihn Heilung gefunden hatten: Maria aus Magdala8,2 W Maria, genannt die Magdalenerin., aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte, 3Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, sowie Susanna und viele andere. Alle diese Frauen dienten Jesus und seinen Jüngern mit dem, was sie besaßen.

Das Gleichnis von der Saat, die auf viererlei Boden fällt

Mt 13,1-9; Mk 4,1-9

4Die Menschen scharten sich in großer Zahl um Jesus, und von Ort zu Ort wurden es mehr, die mit ihm gingen8,4 Od und von allen Orten kamen sie zu ihm.. Da erzählte er ihnen folgendes Gleichnis:

5»Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg8,5 Od an den Wegrand. Ebenso in Vers 12., wo es zertreten und von den Vögeln8,5 W von den Vögeln des Himmels. aufgepickt wurde. 6Einiges fiel auf felsigen Boden. Die Saat ging zwar auf, verdorrte aber bald, weil die nötige Feuchtigkeit fehlte. 7Einiges fiel mitten ins Dornengestrüpp. Die Dornbüsche wuchsen mit der Saat in die Höhe und erstickten sie. 8Und einiges fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfache Frucht.«

Jesus schloss mit dem Ausruf: »Wer Ohren hat und hören kann, der höre!«

Erklärung des Gleichnisses von der Saat

Mt 13,10-23; Mk 4,10-20

9Die Jünger fragten Jesus, was dieses Gleichnis bedeute. 10Da sagte er: »Euch ist es von Gott gegeben, die Geheimnisse seines Reiches8,10 W Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes. zu verstehen; den Übrigen jedoch werden sie nur in Gleichnissen verkündet. Denn

›sie sollen sehen und doch nicht sehen,

sie sollen hören und doch nichts verstehen.‹8,10 Jesaja 6,9.

11Das Gleichnis bedeutet Folgendes:

Die Saat ist das Wort Gottes. 12Bei einigen, die es hören, ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Teufel kommt und nimmt das Wort wieder aus ihrem Herzen weg, sodass8,12 Od damit. sie nicht glauben und daher auch nicht gerettet werden. 13Bei anderen ist es wie mit der Saat, die auf felsigen Boden fällt. Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es mit Freuden auf. Aber sie sind wie Pflanzen ohne Wurzeln; zunächst glauben sie, doch wenn eine Zeit der Prüfung8,13 Od Versuchung. kommt, wenden sie sich wieder ab. 14Wieder bei anderen ist es wie mit der Saat, die ins Dorngestrüpp fällt. Sie hören das Wort, doch im Lauf der Zeit wird es von den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden, die das Leben bietet, verdrängt8,14 W doch im Lauf der Zeit werden sie (od doch dann gehen sie davon und werden)von den Sorgen … erstickt., sodass keine Frucht reifen kann. 15Bei anderen jedoch ist es wie mit der Saat, die auf guten Boden fällt. Mit aufrichtigem und bereitwilligem Herzen8,15 W Mit gutem und edlem Herzen. hören sie das Wort; sie halten daran fest, lassen sich nicht entmutigen und bringen Frucht.«

Der Vergleich mit der Lampe

Mt 5,15-16; Mk 4,21-24

16»Niemand zündet eine Lampe an und verbirgt sie dann unter einem Gefäß oder stellt sie unter das Bett. Im Gegenteil: Man stellt sie auf einen Lampenständer, damit jeder, der hereinkommt, Licht hat und sehen kann8,16 W der hereinkommt, das Licht sieht.. 17So gibt es auch nichts Geheimes, was geheim bleibt; alles wird offenbar werden. Und es gibt nichts Verborgenes, was verborgen bleibt; alles soll öffentlich bekannt gemacht werden8,17 W soll bekannt gemacht werden und ans Licht kommen.. 18Achtet also darauf, wie ihr ´mit dem umgeht, was ihr` hört! Denn wer hat, dem wird gegeben; aber wer nicht hat, dem wird auch das genommen, was er zu haben meint.«

Die wahren Verwandten Jesu

Mt 12,46-50; Mk 3,31-35

19Einmal kamen Jesu Mutter und seine Brüder8,19 Od Geschwister. Ebenso in den Versen 20 und 21. und wollten ihn sprechen8,19 W seine Brüder zu ihm.. Doch wegen der Menschenmenge konnten sie nicht bis zu ihm durchkommen. 20Man teilte ihm mit: »Deine Mutter und deine Brüder stehen vor dem Haus und möchten dich sehen.« 21Doch Jesus erwiderte8,21 Od ließ ihnen ausrichten.: »Meine Mutter und meine Brüder sind alle, die das Wort Gottes hören und danach handeln.«

Der Sturm auf dem See

Mt 8,23-27; Mk 4,35-41

22Eines Tages stieg Jesus mit seinen Jüngern ins Boot und sagte zu ihnen: »Wir wollen über den See ans andere Ufer fahren!«8,22 W fahren!« Und sie fuhren ab. 23Während der Fahrt schlief Jesus ein. Plötzlich brach auf dem See ein schwerer Sturm los8,23 W Da kam ein Sturmwind auf den See herunter.; das Boot füllte sich mit Wasser, und sie waren in großer Gefahr. 24Die Jünger stürzten zu Jesus und weckten ihn. »Meister, Meister«, schrien sie, »wir sind verloren!« Jesus stand auf8,24 Od wachte auf. und wies den Wind und die Wellen in ihre Schranken. Da legte sich der Sturm, und es wurde ganz still. 25»Wo bleibt euer Glaube?«, fragte Jesus seine Jünger. Sie aber sagten voll Furcht und Staunen zueinander: »Wer ist nur dieser Mann? Er befiehlt sogar dem Wind und dem Wasser, und sie gehorchen ihm.«

Heilung eines Besessenen

Mt 8,28-34; Mk 5,1-20

26Sie legten im Gebiet der Gerasener8,26 AL(1) Gadarener. AL(1) Gergesener. an, auf der Seite des Sees, die Galiläa gegenüberliegt. 27Als Jesus aus dem Boot stieg und an Land ging, lief ihm ein Mann aus der ´nahegelegenen` Stadt entgegen, der von Dämonen besessen war. Er trug schon lange keine Kleider mehr und lebte abseits von den Häusern in den Grabhöhlen. 28Als er Jesus sah, schrie er auf und warf sich vor ihm auf den Boden. Er rief mit lauter Stimme: »Was willst du von mir, Jesus, Sohn Gottes, des Allerhöchsten8,28 Od Jesus, Sohn des höchsten Gottes.? Ich flehe dich an: Quäle mich nicht!«

29Denn Jesus war dem bösen Geist mit dem Befehl entgegengetreten8,29 Denn Jesus war im Begriff, dem bösen (w unreinen) Geist zu befehlen., den Mann zu verlassen. Der Besessene war schon seit langer Zeit in der Gewalt des Dämons8,29 Od war schon viele Male von dem Dämon überwältigt worden.; man hatte ihn zwar an Händen und Füßen gefesselt, um ihn in sicherem Gewahrsam halten zu können, doch er hatte die Ketten immer wieder zerrissen und war von dem Dämon an einsame Orte getrieben worden.

30Nun fragte ihn Jesus: »Wie heißt du?« – »Legion8,30 Legion: eigentlich die größte römische Heereseinheit (etwa 6000 Mann); hier im übertragenen Sinn die große Zahl der Dämonen.«, antwortete er; denn es waren viele Dämonen in ihn gefahren. 31Diese flehten Jesus an, sie nicht in den Abgrund zu schicken.

32Nicht weit von dort weidete am Berg eine große Herde Schweine. Die Dämonen baten Jesus, in die Schweine fahren zu dürfen. Er erlaubte es ihnen, 33und sie verließen den Mann und fuhren in die Schweine. Da stürzte sich die ganze Herde den Abhang hinunter in den See und ertrank.

34Als die Schweinehirten das sahen, liefen sie davon und berichteten alles in der Stadt und in den Dörfern8,34 Od und auf den Gehöften / auf den Feldern.. 35Die Leute machten sich auf den Weg, um mit eigenen Augen zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und fanden den Mann, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, zu seinen Füßen sitzen, bekleidet und bei klarem Verstand. Da bekamen sie es mit der Angst zu tun. 36Die Augenzeugen berichteten ihnen, wie der Besessene geheilt8,36 Od gerettet. worden war. 37Daraufhin forderte die ganze Bevölkerung von Gerasa und der Umgegend8,37 W die ganze Menge der Umgegend der Gerasener (aL(1) Gadarener; aL(1) Gergesener). Jesus auf, ihr Gebiet zu verlassen, so sehr hatte die Angst sie gepackt.

Als Jesus ins Boot stieg, um zurückzufahren, 38bat ihn der Mann, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bei ihm bleiben zu dürfen. Aber Jesus schickte ihn zurück. 39»Geh wieder zu deiner Familie8,39 W in dein Haus.«, sagte er, »und erzähle dort, was Gott für dich getan hat!« Da ging der Mann fort und verkündete in der ganzen Stadt, was Jesus für ihn getan hatte.

Heilung einer kranken Frau und Auferweckung eines Kindes

Mt 9,18-26; Mk 5,21-43

40Als Jesus ans andere Ufer zurückkam, empfing ihn eine große Menschenmenge; alle hatten auf ihn gewartet. 41Da kam ein Mann namens Jairus, der Vorsteher der Synagoge. Er warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen, 42weil sein einziges Kind, ein Mädchen von etwa zwölf Jahren, im Sterben lag.

Auf dem Weg dorthin wurde Jesus von der Menge, die sich um ihn drängte, fast erdrückt. 43Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an schweren Blutungen litt. Alles, was sie besaß, hatte sie für die Ärzte ausgegeben8,43 AL(1) ohne Alles, was sie besaß, hatte sie für die Ärzte ausgegeben., doch niemand hatte sie heilen können. 44Diese Frau drängte sich von hinten an Jesus heran und berührte den Saum8,44 Od eine Quaste (siehe 4. Mose 15,37-41). seines Gewandes. Im selben Augenblick hörten die Blutungen auf. 45»Wer hat mich berührt?«, fragte Jesus. Alle beteuerten, sie seien es nicht gewesen, und Petrus meinte8,45 AL(2) und Petrus und die, die bei ihm waren, meinten.: »Meister, die Leute drängen sich ja von allen Seiten um dich herum!« 46Doch Jesus beharrte darauf: »Irgendjemand hat mich berührt; ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.« 47Der Frau war jetzt klar, dass sie nicht unbemerkt geblieben war8,47 Od dass es sich nicht verheimlichen ließ.. Zitternd trat sie vor und warf sich vor Jesus nieder. Dann erzählte sie vor allen Leuten, warum sie ihn berührt hatte und wie sie im selben Augenblick geheilt worden war. 48»Meine Tochter«, sagte Jesus zu ihr, »dein Glaube hat dich gerettet8,48 Od hat dich gesund gemacht.. Geh in Frieden!«

49Während Jesus noch mit ihr redete, kam jemand vom Haus des Synagogenvorstehers. »Deine Tochter ist gestorben«, sagte der Mann zu Jairus. »Bemühe den Meister nicht länger!« 50Jesus hörte das. »Du brauchst dich nicht zu fürchten!«, sagte er zu dem Synagogenvorsteher. »Glaube nur, und sie wird gerettet werden.« 51Er ging in das Haus, ließ aber niemand zu dem Mädchen mit hinein außer Petrus, Johannes und Jakobus sowie den Vater und die Mutter des Kindes. 52Das Haus war voller Menschen, die um das Mädchen weinten und trauerten.8,52 W 52 Alle weinten und schlugen sich ´an die Brust` um sie. »Hört auf zu weinen!«, sagte Jesus. »Sie ist nicht tot, sie schläft nur.« 53Da lachten sie ihn aus, denn sie wussten sehr wohl, dass sie gestorben war. 54Jesus aber ergriff sie bei der Hand und rief: »Kind, steh auf!« 55Da wurde sie wieder lebendig8,55 W Da kehrte ihr Geist zurück.; sie stand sofort auf, und Jesus ordnete an, ihr etwas zu essen zu geben. 56Die Eltern konnten kaum fassen, was geschehen war. Doch Jesus verbot ihnen, jemand etwas davon zu erzählen.

9

Die Aussendung der zwölf Jünger

Mt 10,1.5-14; Mk 6,6-13

91Jesus rief die zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben9,1 W Vollmacht über alle Dämonen. und die Kranken zu heilen. 2Er sandte sie aus mit dem Auftrag, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen. 3»Nehmt nichts mit auf den Weg«, sagte er zu ihnen, »keinen Wanderstab, keine Vorratstasche, kein Brot und kein Geld; auch soll keiner zwei Hemden bei sich haben. 4Wenn jemand euch in seinem Haus aufnimmt9,4 W Wenn ihr in ein Haus hineingeht., dann bleibt bei ihm, bis ihr die Ortschaft wieder verlasst. 5Wenn euch aber in einer Stadt die Leute nicht aufnehmen, dann verlasst den Ort und schüttelt den Staub von euren Füßen als Hinweis auf das Gericht, das sie erwartet9,5 W von euren Füßen zu einem Zeugnis gegen sie.

6Die Jünger machten sich auf den Weg und zogen von Dorf zu Dorf. Überall verkündeten sie die Botschaft ´vom Reich Gottes` und heilten die Kranken.

Herodes hört von Jesus

Mt 14,1-2; Mk 6,14-16

7Der Tetrarch Herodes9,7 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 3,1. erfuhr von all diesen Dingen. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn die einen sagten, Johannes sei von den Toten auferstanden, 8andere waren der Ansicht, Elia sei auf die Erde zurückgekommen9,8 W sei erschienen., und wieder andere meinten, einer der alten Propheten sei auferstanden. 9»Johannes habe ich doch selbst enthaupten lassen«, überlegte Herodes. »Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt?« Darum wollte er Jesus unbedingt sehen.

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-13

10Als die Apostel zu Jesus zurückkamen, berichteten sie ihm alles, was sie getan hatten. Danach nahm Jesus sie mit sich und zog sich ´in die Nähe` der Stadt Betsaida zurück, um mit ihnen allein zu sein. 11Aber die Leute merkten es9,11 Od erkannten sie. Od erfuhren davon. und folgten ihm in großen Scharen. Jesus wies sie nicht ab, sondern9,11 W Jesus empfing sie freundlich und. sprach zu ihnen über das Reich Gottes; und alle, die Heilung nötig hatten, machte er gesund.

12Als es auf den Abend zuging, kamen die Zwölf zu ihm und sagten: »Schick die Leute fort, dann können sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen und dort übernachten und etwas zu essen bekommen. Hier sind wir ja an einem einsamen Ort.« 13Jesus erwiderte: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« – »Wir haben fünf Brote und zwei Fische, mehr nicht«, entgegneten sie. »Oder sollen wir uns etwa auf den Weg machen und für alle diese Leute Essen kaufen?« 14(Es waren etwa fünftausend Männer dabei.)

Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Sorgt dafür, dass sich die Leute in Gruppen von je etwa fünfzig lagern.« 15Die Jünger taten, was Jesus ihnen gesagt hatte. Als alle sich gesetzt hatten, 16nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann zerteilte er die Brote und die Fische und ließ sie durch die Jünger an die Menge verteilen. 17Und alle aßen und wurden satt. Am Schluss wurde aufgesammelt, was sie9,17 W was sie an Stücken. übrig gelassen hatten – zwölf Körbe voll.

Das Bekenntnis des Petrus. Jesus kündigt zum ersten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 16,13-20; Mk 8,27-30

18Als Jesus sich einmal zum Gebet zurückgezogen hatte und nur seine Jünger bei ihm waren, fragte er sie: »Für wen halten mich die Leute?« – 19»Die einen halten dich für Johannes den Täufer«, antworteten sie, »andere halten dich für Elia, und wieder andere sagen, einer der alten Propheten sei auferstanden.« – 20»Und ihr«, fragte er, »für wen haltet ihr mich?« Petrus antwortete: »Für den von Gott gesandten Messias.9,20 W Für den Messias/Christus Gottes.«

21Doch Jesus schärfte ihnen mit allem Nachdruck ein, niemand etwas davon zu sagen. 22»´Denn` der Menschensohn wird vieles erleiden müssen«, sagte er, »und wird von den Ältesten, den führenden Priestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden und drei Tage danach9,22 Bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag, an dem Jesus stirbt, mitgerechnet. Nach der bei uns üblichen Zählung handelt es sich um den zweiten Tag danach. Ebenso in Kapitel 18,33; 24,7.46. auferstehen.«

Anforderungen der Nachfolge

Mt 16,24-28; Mk 8,34–9,1

23Nun wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wenn jemand mein Jünger sein9,23 W Wenn jemand hinter mir hergehen. will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz täglich auf sich nehmen und mir nachfolgen9,23 Od verleugnen und sein Kreuz täglich auf sich nehmen; dann wird er mein Nachfolger sein.. 24Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. 25Was9,25 W Denn was. nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er dabei sich selbst ins Verderben stürzt9,25 ins Verderben stürzen: im Griechischen dasselbe Wort wie verlieren (Vers 24). oder unheilbar Schaden nimmt9,25 Od oder zerstört.? 26Denn wer nicht zu mir und meinen Worten steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit seines Vaters und der heiligen Engel kommt. 27Glaubt mir9,27 W Ich sage euch in Wahrheit.: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben9,27 W werden den Tod nicht schmecken., bis sie das Reich Gottes gesehen haben.«

Drei Jünger werden Zeugen der Herrlichkeit Jesu

Mt 17,1-8; Mk 9,2-9

28Etwa acht Tage, nachdem Jesus das gesagt hatte, nahm er Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. 29Während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichts, und seine Kleider wurden strahlend weiß. 30-31Auf einmal erschienen zwei Männer in himmlischem Glanz9,30-31 W in Herrlichkeit. und redeten mit Jesus; es waren Mose und Elia. Sie sprachen mit ihm über das Ende, das ihm in Jerusalem bevorstand, und wie sich damit sein Auftrag erfüllen würde9,30-31 W über seinen Lebensausgang, der sich bald in Jerusalem erfüllen würde..

32Der Schlaf hatte Petrus und seine Gefährten überwältigt. Als sie aufwachten, sahen sie9,32 Od 32 Petrus und seine Gefährten wurden vom Schlaf fast überwältigt; doch sie hielten sich wach und sahen. Jesus in seinem himmlischen Glanz9,32 W sahen sie seine Herrlichkeit. und die beiden Männer, die bei ihm standen. 33Als diese im Begriff waren, von ihm wegzugehen, sagte Petrus zu Jesus: »Meister, wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen9,33 Od drei Zelte aufschlagen., eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« Doch Petrus wusste selbst nicht, was er da sagte.

34Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Als die Wolke sie ganz einhüllte, fürchteten sich die Jünger. 35Und aus der Wolke sprach eine Stimme: »Dies ist mein Sohn, mein Auserwählter; auf ihn sollt ihr hören!« 36Als die Stimme aufgehört hatte zu reden, war nur noch Jesus da.

Die Jünger schwiegen über das, was sie erlebt9,36 W gesehen. hatten; sie erzählten in jener Zeit niemand etwas davon.

Heilung eines besessenen Jungen

Mt 17,14-18; Mk 9,14-27

37Als Jesus mit den drei Jüngern am nächsten Tag den Berg hinunterstieg, kam ihm eine große Menschenmenge entgegen. 38Ein Mann aus der Menge rief: »Meister, ich flehe dich an, hilf meinem Sohn; er ist mein einziges Kind! 39Immer wieder wird er von einem ´bösen` Geist gepackt. Dann schreit er plötzlich auf, wird von dem Geist hin und her gezerrt, und Schaum tritt ihm vor den Mund. Der Geist lässt fast nicht wieder von ihm ab9,39 Od lässt ihn kaum je einmal in Ruhe.; er richtet sein Leben noch völlig zugrunde. 40Ich habe deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, doch sie konnten es nicht.«

41»Was seid ihr nur für eine ungläubige und verkehrte Generation!«, erwiderte Jesus. »Wie lange soll ich noch bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her!« 42Sowie der Junge in die Nähe Jesu kam, warf ihn der Dämon zu Boden und riss ihn hin und her. Aber Jesus trat dem bösen9,42 W unreinen. Geist mit Macht entgegen, heilte den Jungen und gab ihn seinem Vater zurück. 43Alle waren überwältigt von der Größe Gottes.

Jesus kündigt zum zweiten Mal sein Leiden an

Mt 17,22-23; Mk 9,30-32

Die Leute waren voller Staunen über alles, was Jesus tat. Er aber sagte zu seinen Jüngern: 44»Prägt euch gut ein, was ich euch jetzt sage: Der Menschensohn9,44 Prägt euch alle diese Dinge ein, denn der Menschensohn. wird in die Hände der Menschen gegeben werden.« 45Doch sie konnten mit dieser Aussage nichts anfangen. Was damit gemeint war, war ihnen verborgen; sie begriffen es nicht, wagten9,45 Od war ihnen verborgen, denn sie sollten es noch nicht begreifen; sie wagten. aber auch nicht, ihn danach zu fragen.

Die Frage nach der Rangordnung unter den Jüngern

Mt 18,1-5; Mk 9,33-37

46Unter den Jüngern kam die Frage auf, wer von ihnen wohl der Größte sei. 47Jesus wusste, was in ihren Herzen vorging. Er nahm ein Kind, stellte es neben sich 48und sagte: »Wer dieses Kind um meinetwillen9,48 W aufgrund von meinem Namen. aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wirklich groß ist der, der unter euch allen der Geringste ist.«

Wer nicht gegen euch ist, der ist für euch

Mk 9,38-40

49Johannes sagte9,49 Od sagte daraufhin. zu Jesus: »Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt.« 50Doch Jesus gab ihm zur Antwort: »Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.«

Ein samaritanisches Dorf verweigert Jesus die Gastfreundschaft

51Als die Zeit näher rückte, in der Jesus die Erde verlassen und in den Himmel zurückkehren sollte9,51 W Als die Tage sich erfüllten, in denen er hinaufgenommen werden sollte., machte er sich entschlossen auf den Weg nach Jerusalem.

52Er schickte Boten voraus; diese kamen in ein Dorf in Samarien und wollten dort eine Unterkunft für ihn besorgen. 53Aber weil er auf dem Weg nach Jerusalem war, wollte man ihn nicht aufnehmen. 54Als seine Jünger Jakobus und Johannes das hörten9,54 W sahen., sagten sie: »Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet9,54 AL(1) vernichtet, wie es auch Elia getan hat.55Da wandte sich Jesus zu ihnen um und wies sie streng zurecht.9,55 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier die Verse 55b und 56a an: Er sagte: »Ihr wisst nicht (od Wisst ihr nicht), welcher Geist euch bestimmt (od bestimmen soll). 56 Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, um das Leben der Menschen zu vernichten, sondern um es zu retten.« 56Sie übernachteten dann in einem anderen Dorf.9,56 W Und sie gingen in ein anderes Dorf.

Kosten der Nachfolge

Mt 8,19-22

57Als sie weitergingen, wurde Jesus von einem Mann angesprochen. »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst«, sagte er. 58Jesus erwiderte: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel9,58 W die Vögel des Himmels. ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann9,58 W wo er den Kopf hinlegen kann.

59Zu einem anderen sagte Jesus: »Folge mir nach!« Er aber antwortete: »Herr9,59 AL(1) ohne Herr., erlaube mir, zuerst noch ´nach Hause` zu gehen und mich um das Begräbnis meines Vaters zu kümmern9,59 W und meinen Vater zu begraben.60Jesus erwiderte: »Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes!«

61Wieder ein anderer sagte: »Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir, dass ich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehme.« 62Jesus erwiderte: »Wer die Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht brauchbar für das Reich Gottes.«

10

Die Aussendung der zweiundsiebzig Jünger

Mt 10,5-15; 11,20-24; 10,40

101Danach bestimmte der Herr zweiundsiebzig10,1 AL(1) siebzig. Ebenso in Vers 17. andere Jünger und schickte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, die er später selbst aufsuchen wollte. 2Er sagte zu ihnen: »Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt. 3Geht nun! Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. 4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Sandalen10,4 kein zweites Paar Sandalen.. Haltet euch unterwegs nicht mit langen Begrüßungen auf.10,4 W Grüßt niemand unterwegs.

5Wenn ihr ein Haus betretet, sagt als Erstes: ›Friede sei mit diesem Haus!‹ 6Wenn dort jemand bereit ist, den Frieden zu empfangen, den ihr bringt, wird der Frieden auf ihm bleiben10,6 W Wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Frieden auf ihm ruhen.; wenn aber nicht, wird der Frieden zu euch zurückkehren. 7Bleibt in dem Haus, in dem man euch aufnimmt. Esst und trinkt, was man euch dort gibt; denn wer arbeitet, hat Anrecht auf seinen Lohn. Geht nicht von Haus zu Haus, um eine andere Unterkunft zu suchen.

8Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, dann esst, was man euch anbietet. 9Heilt die Kranken, die dort sind, und verkündet den Bewohnern der Stadt: ›Das Reich Gottes ist zu euch gekommen10,9 W ist nahe zu euch gekommen..‹ 10Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und man euch nicht aufnimmt, dann geht durch ihre Straßen und ruft: 11›Selbst den Staub, der sich in eurer Stadt an unsere Füße geheftet hat, wischen wir ab, damit ihr gewarnt seid10,11 W wischen wir gegen euch ab.. Aber das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist gekommen10,11 Od ist nahe. ist euch nahe gewesen. W ist/war nahe gekommen..‹ 12Ich sage euch: Sodom wird es am Tag des Gerichts10,12 W an jenem Tag. noch erträglich gehen im Vergleich zu solch einer Stadt.

13Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – die Menschen dort hätten sich längst in Sacktuch ´gehüllt`10,13 Od längst auf Matten aus Sacktuch. und in Asche gesetzt und wären ´zu Gott` umgekehrt. 14Tyrus und Sidon – so viel steht fest – wird es im Gericht noch erträglich gehen im Vergleich zu euch. 15Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel emporgehoben werden? Ins Totenreich10,15 AL(2) Kafarnaum, wenn du auch zum Himmel emporgehoben worden bist – ins Totenreich. musst du hinunter10,15 AL(1) wirst du hinuntergestürzt werden.!

16Wer auf euch hört, hört auf mich, und wer euch ablehnt, lehnt mich ab. Wer aber mich ablehnt, lehnt den ab, der mich gesandt hat.«

Die Freude der Jünger und die Freude Jesu

Mt 11,25-27; 13,16-17

17Die zweiundsiebzig Jünger kehrten voller Freude zurück. »Herr«, sagten sie, »sogar die Dämonen müssen uns gehorchen, wenn wir uns auf deinen Namen berufen!« 18Da sagte Jesus zu ihnen: »Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19Es ist wahr10,19 W Seht., ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch10,19 Od und er wird euch nicht im Geringsten / in keiner Hinsicht. schaden können. 20Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.«

21Nun10,21 W In derselben Stunde. begann Jesus, im Heiligen Geist vor Freude zu jubeln; er rief: »Ich preise dich, Vater, du Herr über Himmel und Erde, dass du das alles den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hast du es gewollt, und dafür preise ich dich.10,21 Od Ja, Vater, das hast du getan, weil du es so gewollt hast. W Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. 22Alles hat mir mein Vater übergeben. Niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater; und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn – und die, denen der Sohn es offenbaren will.«

23Dann wandte sich Jesus wieder zu den Jüngern, nahm sie beiseite und sagte10,23 Od zu den Jüngern – er war ja mit ihnen allein – und sagte.: »Glücklich zu preisen sind die10,23 W sind die Augen., die das sehen, was ihr seht! 24Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige hätten gern gesehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen; sie hätten gern gehört, was ihr hört, und haben es nicht gehört.«

Das Liebesgebot und das Beispiel des barmherzigen Samaritaners

Mt 22,34-40; Mk 12,28-34

25Ein Gesetzeslehrer wollte10,25 W stand auf und wollte. Jesus auf die Probe stellen. »Meister«, fragte er, »was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen10,25 W zu erben.26Jesus entgegnete: »Was steht im Gesetz? Was liest du dort?« 27Er antwortete: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe10,27 W Seele., mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand!‹10,27 5. Mose 6,5. Und: ›Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!‹10,27 3. Mose 19,18.« – 28»Du hast richtig geantwortet«, sagte Jesus. »Tu das, und du wirst leben.«

29Der Gesetzeslehrer wollte sich verteidigen10,29 W sich rechtfertigen.; deshalb fragte er: »Und wer ist mein Mitmensch?«

30Daraufhin erzählte Jesus folgende Geschichte: »Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinunter. Unterwegs wurde er von Wegelagerern überfallen. Sie plünderten ihn bis aufs Hemd aus10,30 W Sie zogen ihn aus., schlugen ihn zusammen und ließen ihn halbtot liegen; dann machten sie sich davon. 31Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab. Er sah den Mann liegen, machte einen Bogen um ihn und ging weiter. 32Genauso verhielt sich ein Levit, der dort vorbeikam und den Mann liegen sah; auch er machte einen Bogen um ihn und ging weiter. 33Schließlich kam ein Reisender aus Samarien dort vorbei. Als er den Mann sah, hatte er Mitleid mit ihm. 34Er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in ein Gasthaus und versorgte ihn mit allem Nötigen. 35Am nächsten Morgen nahm er zwei Denare aus seinem Beutel und gab sie dem Wirt. ›Sorge für ihn!‹, sagte er. ›Und sollte das Geld nicht ausreichen, werde ich dir den Rest bezahlen, wenn ich auf der Rückreise hier vorbeikomme.‹«

36»Was meinst du?«, fragte Jesus den Gesetzeslehrer. »Wer von den dreien hat an dem, der den Wegelagerern in die Hände fiel, als Mitmensch gehandelt?« 37Er antwortete: »Der, der Erbarmen mit ihm hatte und ihm geholfen hat.« Da sagte Jesus zu ihm: »Dann geh und mach es ebenso!«

Maria und Martha

38Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo ihn eine Frau mit Namen Martha in ihr Haus einlud. 39Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte ihm10,39 W seinem Wort. zu. 40Martha hingegen machte sich viel Arbeit, um für das Wohl ihrer Gäste zu sorgen.10,40 W Martha hingegen war völlig in Anspruch genommen von dem vielen Dienst. Schließlich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte: »Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit10,40 W den Dienst. allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!« – 41»Martha, Martha«, erwiderte der Herr, »du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, 42aber notwendig ist nur eines10,42 AL(2) aber notwendig ist nur wenig – eigentlich nur eines.. Maria hat das Bessere10,42 Od das Beste. W das gute Teil. gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.«