Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
5

Die Berufung der ersten Jünger

Mk 1,16-20; Joh 1,35-51

51Eines Tages stand Jesus am See Gennesaret; eine große Menschenmenge drängte sich um ihn und wollte das Wort Gottes hören5,1 Od und hörte der Verkündigung von Gottes Wort zu.. 2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. 3Jesus stieg in das Boot, das Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit auf den See hinauszufahren. So konnte er im Boot sitzen und von dort aus zu den Menschen sprechen5,3 W die Menschenmengen zu lehren..

4Als er aufgehört hatte zu reden, wandte er sich an Simon und sagte: »Fahr jetzt weiter hinaus auf den See; werft dort eure Netze zum Fang aus!« 5Simon antwortete: »Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und haben nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.« 6Das taten sie dann auch, und sie fingen eine solche Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen begannen. 7Deshalb winkten sie den Fischern5,7 W den Gefährten/Arbeitskollegen. im anderen Boot, sie sollten kommen und mit anpacken. Zusammen füllten sie die beiden Boote, bis diese schließlich so voll waren, dass sie zu sinken drohten.

8Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie und sagte: »Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.« 9Denn ihm und allen, die bei ihm ´im Boot` waren, war der Schreck in die Glieder gefahren, weil sie solch einen Fang gemacht hatten, 10und genauso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die zusammen mit Simon Fischfang betrieben5,10 W die Simons Gefährten/Teilhaber waren.. Doch Jesus sagte zu Simon: »Du brauchst dich nicht zu fürchten. Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein.« 11Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und schlossen sich ihm an5,11 Od und folgten ihm nach..

Heilung eines Aussätzigen

Mt 8,1-4; Mk 1,40-45

12In einer der Städte, durch die Jesus kam, war ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Als er Jesus sah, warf er sich vor ihm nieder und flehte ihn an: »Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.« 13Da streckte Jesus die Hand aus und berührte ihn. »Ich will es«, sagte er, »sei rein!« Im selben Augenblick verschwand der Aussatz. 14Jesus verbot dem Geheilten, mit jemand darüber zu sprechen. »Geh statt dessen zum Priester«, befahl er, »zeig dich ihm und bring das Opfer für deine Reinigung dar, wie Mose es vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen5,14 W ein Zeugnis. für sie sein.«

15Jesus wurde immer bekannter5,15 W Doch die Rede über ihn verbreitete sich umso mehr.; die Menschen strömten in Scharen herbei, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16Er aber zog sich5,16 Od zog sich immer wieder. in die Einsamkeit zurück, um zu beten.

Heilung eines Gelähmten

Mt 9,2-8; Mk 2,1-12

17Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern Galiläas und aus Judäa und5,17 Od Galiläas und Judäas und aus. Jerusalem gekommen waren. Die Kraft des Herrn war durch ihn wirksam, sodass Heilungen geschehen konnten.5,17 W Die Kraft des Herrn war da, damit/sodass er heilte. 18Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie versuchten, ihn ins Haus hineinzutragen, um ihn vor Jesus niederzulegen. 19Doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie keinen Weg fanden, den Kranken zu ihm zu bringen. Da stiegen sie auf das Dach des Hauses, deckten einige Ziegel ab und ließen den Gelähmten samt seiner Bahre mitten in den Raum hinunter, genau vor Jesus. 20Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: »Mein Freund5,20 W Du Mensch., deine Sünden sind dir vergeben!«

21Das erregte den Widerspruch der Schriftgelehrten und Pharisäer.5,21 W Die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen sich Gedanken zu machen. »Wer ist dieser Mensch, der solche Gotteslästerungen ausspricht?«, fragten sie sich. »Niemand kann Sünden vergeben außer Gott.« 22Jesus wusste, was sie dachten. »Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?«, fragte er sie. 23»Was ist leichter – zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf und geh umher!‹? 24Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!« 25Sofort stand der Mann auf, nahm vor ihren Augen die Bahre, auf der er gelegen hatte, und ging, Gott lobend und preisend, nach Hause. 26Da gerieten alle außer sich vor Staunen und priesen Gott; voll Ehrfurcht sagten sie: »Heute haben wir unglaubliche Dinge erlebt.«

Die Berufung des Zolleinnehmers Levi

Mt 9,9; Mk 2,13-14

27Als Jesus danach weiterging und am Zollhaus vorbeikam, sah er dort einen Zolleinnehmer sitzen, einen Mann namens Levi. Jesus sagte zu ihm: »Folge mir nach!« 28Da stand Levi auf, ließ alles zurück und folgte Jesus.

Jesu Gemeinschaft mit Zolleinnehmern und Sündern

Mt 9,10-13; Mk 2,15-17

29Levi gab Jesus zu Ehren in seinem Haus ein großes Fest. Zusammen mit Jesus und seinen Jüngern5,29 W Zusammen mit ihnen. nahmen zahlreiche Zolleinnehmer und andere ´Leute von zweifelhaftem Ruf` an dem Essen teil. 30Die Pharisäer und ihre Anhänger unter den Schriftgelehrten5,30 W und ihre Schriftgelehrten. waren darüber empört und stellten die Jünger zur Rede. »Wie könnt ihr nur zusammen mit Zolleinnehmern und Sündern essen und trinken?«, sagten sie. 31Jesus selbst gab ihnen die Antwort: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen; ich bin gekommen, um Sünder zur Umkehr zu rufen.«

Junger Wein gehört nicht in alte Schläuche

Mt 9,14-17; Mk 2,18-22

33Daraufhin sagten sie zu Jesus: »Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Gebete, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger jedoch ´fasten nicht, sondern` essen und trinken.« 34Jesus entgegnete ihnen: »Könnt ihr etwa bei einer Hochzeit die Gäste5,34 W die Söhne des Hochzeitssaales / des Brautzimmers (d. h. die dem Bräutigam besonders nahe stehenden Hochzeitsgäste). fasten lassen, während der Bräutigam noch bei ihnen ist? 35Es kommt allerdings eine Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen sein wird; dann5,35 W dann, in jenen Tagen. werden sie fasten.«

36Jesus gebrauchte noch einen Vergleich; er sagte: »Niemand schneidet ein Stück Stoff aus einem neuen Kleid und flickt damit ein altes; sonst ist das neue Kleid zerschnitten, und zu dem alten passt das herausgeschnittene Stück ja gar nicht. 37Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen; der Wein würde auslaufen, und auch die Schläuche wären nicht mehr zu gebrauchen. 38Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche. 39Aber niemand, der vom alten Wein getrunken hat, will vom jungen etwas wissen. ›Der alte ist besser5,39 Od gut.‹, sagt er.«

6

Jesus ist Herr über den Sabbat

Mt 12,1-8; Mk 2,23-28

61An einem Sabbat6,1 AL(2) Am zweitersten Sabbat (Bedeutung unklar; gemeint ist vielleicht der Sabbat, der auf den Sabbat der Passawoche folgte). ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen die Körner. 2Da sagten einige der Pharisäer: »Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!« 3Jesus entgegnete ihnen: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter Hunger hatten? 4Wie er ins Haus Gottes ging, die geweihten Brote nahm, davon aß und auch seinen Begleitern davon gab, obwohl doch niemand außer den Priestern davon essen darf?« 5Und Jesus fügte hinzu: »Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.«

Jesus heilt am Sabbat

Mt 12,9-14; Mk 3,1-6

6An einem anderen Sabbat, als Jesus in die Synagoge ging und lehrte, war dort ein Mann, dessen rechte Hand verkrüppelt war. 7Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten Jesus aufmerksam; sie wollten sehen, ob er am Sabbat heilen würde. Sie hofften nämlich, einen Vorwand zu finden, um ihn anklagen zu können. 8Jesus wusste, was sie dachten. »Steh auf und komm nach vorn6,8 W komm in die Mitte.!«, sagte er zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand. Der Mann stand auf und trat vor. 9Nun wandte sich Jesus zu den Schriftgelehrten und Pharisäern6,9 Od zu den Anwesenden. W zu ihnen. und sagte: »Ich frage euch: Was ist richtig6,9 W erlaubt. – am Sabbat Gutes zu tun oder Böses? Einem Menschen das Leben zu retten oder ihn ins Verderben zu stürzen6,9 Od oder ihn zugrunde gehen zu lassen.10Er sah sie alle der Reihe nach an. Dann befahl er dem Mann: »Streck deine Hand aus!« Der Mann tat es, und seine Hand war geheilt. 11Da wurden sie von sinnloser Wut gepackt und berieten miteinander, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

Die zwölf Apostel

Mt 10,1-4; Mk 3,13-19

12In jener Zeit zog sich Jesus auf einen Berg6,12 Od ins Bergland. auf den Berg. zurück, um zu beten. Die ganze Nacht verbrachte er im Gebet6,12 W im Gebet zu Gott.. 13Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte zwölf von ihnen aus, die er Apostel nannte. Es waren:

14Simon, dem er auch den Namen Petrus gab,

dessen Bruder Andreas,

Jakobus,

Johannes,

Philippus,

Bartholomäus,

15Matthäus,

Thomas,

Jakobus, der Sohn des Alphäus,

Simon, den man den Zeloten nannte,

16Judas, der Sohn des Jakobus,

und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

Jesus lehrt und heilt

Mt 4,23-25

17Dann stieg Jesus mit ihnen den Berg hinunter bis zu einem ebenen Platz, wo sich eine große Schar seiner Jünger und eine große Menschenmenge aus dem ganzen jüdischen Land6,17 Od aus ganz Judäa., aus Jerusalem und aus dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon um ihn versammelte. 18Sie waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Auch die von bösen6,18 W unreinen. Geistern Geplagten fanden Heilung. 19Jeder versuchte, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle gesund machte.

Die Bergpredigt (Verse 20-49)

Wer glücklich zu preisen ist und wer nicht

Mt 5,2-12

20Jesus blickte seine Jünger an und sagte:

»Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr arm seid;

denn euch gehört das Reich Gottes.

21Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt hungert;

denn ihr werdet satt werden.

Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt weint;

denn ihr werdet lachen.

22Glücklich zu preisen seid ihr, wenn ihr6,22 W wenn ihr von den Menschen. um des Menschensohnes willen gehasst und ausgestoßen werdet und wenn man euch um seinetwillen beschimpft und euren Namen in den Schmutz zieht6,22 W euren Namen als böse verwirft.. 23Freut euch, wenn das geschieht; tanzt und springt vor Freude! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso haben es ja ihre Vorfahren mit den Propheten gemacht.

24Doch weh euch, die ihr reich seid;

denn ihr habt euren Trost ´damit schon` erhalten.

25Weh euch, die ihr jetzt satt seid;

denn ihr werdet hungern.

Weh euch, die ihr jetzt lacht;

denn ihr werdet trauern und weinen.

26Und weh euch, wenn alle Leute gut von euch reden! Genauso haben es ja ihre Vorfahren mit den falschen Propheten gemacht.«

Liebe zu den Feinden. Grundregeln für das Verhalten gegenüber anderen

Mt 5,38-42

27»Aber euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; 28segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch Böses tun6,28 Od die euch beschimpfen.. 29Schlägt dich jemand auf die eine Backe, dann halt ihm auch die andere hin, und nimmt dir jemand den Mantel, dann lass ihm auch das Hemd. 30Gib jedem, der dich bittet, und wenn dir jemand etwas nimmt, dann fordere es nicht zurück. 31Handelt allen Menschen gegenüber so, wie ihr es von ihnen euch gegenüber erwartet.

32Wenn ihr die liebt, die euch Liebe erweisen, verdient ihr dafür etwa besondere Anerkennung? Auch die Menschen, die nicht nach Gott fragen,6,32 W Auch die Sünder. Entsprechend in den beiden nächsten Versen. lieben die, von denen sie Liebe erfahren. 33Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, verdient ihr dafür besondere Anerkennung? So handeln doch auch die, die nicht nach Gott fragen. 34Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr ebenfalls etwas erwarten könnt6,34 Od von denen ihr es zurückerwarten könnt., verdient ihr dafür besondere Anerkennung? Auch bei denen, die nicht nach Gott fragen, leiht einer dem anderen in der Hoffnung auf eine entsprechende Gegenleistung6,34 Od in der Hoffnung, die volle Summe zurückzubekommen.. 35Nein, gerade eure Feinde sollt ihr lieben! Tut Gutes und leiht6,35 Od sollt ihr lieben; ihnen sollt ihr Gutes tun! Leiht., ohne etwas zurückzuerwarten6,35 ohne je die Hoffnung aufzugeben. AL(1) ohne jemand zu enttäuschen / ohne an jemand zu verzweifeln.. Dann wartet eine große Belohnung auf euch, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.«

Warnung vor selbstgerechtem Urteilen

Mt 7,1-5; Mk 4,24

37»Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Sprecht frei, und ihr werdet freigesprochen werden.6,37 Od Verzeiht, und es wird euch verziehen werden. 38Gebt, und es wird euch gegeben werden. Ein volles Maß wird man euch in den Schoß schütten, ein reichliches Maß, bis an den Rand gefüllt und überfließend. Denn das Maß, das ihr verwendet, wird auch bei euch verwendet werden.«

39Jesus gebrauchte noch einen Vergleich; er sagte: »Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen? 40Ein Jünger steht nicht über seinem Meister; wenn er alles von ihm gelernt hat, ist er ´höchstens` so weit gekommen wie dieser6,40 Od wird er wie dieser sein..

41Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? 42Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Bruder, halt still! Ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge sitzt‹ – und bemerkst dabei den Balken im eigenen Auge nicht? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, herausziehen.«

Der Vergleich mit dem guten und mit dem schlechten Baum

Mt 7,16-20; 12,33-35

43»Ein guter6,43 Od nützlicher. Od gesunder. Baum trägt keine schlechten6,43 Od schädlichen. Früchte, und ebenso wenig trägt ein schlechter6,43 Od kranker. Baum gute Früchte. 44Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von Dornbüschen pflückt man keine Feigen, und von Gestrüpp erntet man keine Trauben. 45Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil sein Herz mit Gutem erfüllt ist6,45 W hervor aus dem guten Schatz des Herzens.. Ein böser Mensch dagegen bringt Böses hervor, weil sein Herz mit Bösem erfüllt ist. Denn wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so redet er.6,45 W hervor aus dem bösen ´Schatz`. Denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.«

Der Vergleich mit dem Hausbau

Mt 7,21.24-29

46»Warum nennt ihr mich immerfort ›Herr‹6,46 W nennt ihr mich ›Herr, Herr‹., wenn ihr doch nicht tut, was ich sage? 47Wisst ihr, wem der gleicht, der zu mir kommt, meine Worte hört und danach handelt? Ich will es euch sagen6,47 W zeigen.. 48Er gleicht einem Mann, der ein Haus baut und dabei tief ausschachtet und das Fundament auf felsigen Grund legt. Wenn dann Hochwasser kommt und die Flutwellen gegen das Haus schlagen, können sie es nicht erschüttern, so gut ist es gebaut. 49Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem Mann, der ein Haus baut, ohne auszuschachten6,49 W der ein Haus auf die Erde baut. und ohne ein Fundament zu legen. Sobald die Flutwellen dagegen schlagen, stürzt es in sich zusammen und wird völlig zerstört6,49 Od zusammen. Was für ein schreckliches Ende! W zusammen, und der Einsturz jenes Hauses ist groß.

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Der Hauptmann von Kafarnaum

Mt 8,5-13

71Das Volk hörte allem zu, was Jesus sagte. Als er seine Rede beendet hatte, ging er nach Kafarnaum. 2Der Hauptmann ´einer dort stationierten Einheit` hatte einen Diener, den er sehr schätzte; dieser war schwer krank und lag im Sterben. 3Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige Älteste der jüdischen Gemeinde7,3 W der Juden. zu ihm; sie sollten ihn bitten, zu kommen und seinem Diener das Leben zu retten7,3 Od und seinen Diener zu heilen.. 4Die Männer gingen zu Jesus und baten ihn inständig, mit ihnen zu kommen. »Er ist es wert, dass du ihm diese Bitte erfüllst«, sagten sie. 5»Er liebt unser Volk und hat uns sogar die Synagoge gebaut.«

6Jesus machte sich mit ihnen auf den Weg. Doch als er nicht mehr weit vom Haus des Hauptmanns entfernt war, schickte dieser ihm einige Freunde entgegen und ließ ihm ausrichten: »Herr, bemühe dich nicht! Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. 7Deshalb hielt ich mich auch nicht für würdig, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, und mein Diener wird gesund. 8Ich bin ja selbst dem Befehl eines anderen unterstellt und habe meinerseits Soldaten unter mir. Wenn ich zu einem von ihnen sage: ›Geh!‹, dann geht er, und wenn ich zu einem sage: ›Komm!‹, dann kommt er; und wenn ich zu meinem Diener sage: ›Tu das und das!‹, dann tut er es.«

9Jesus staunte über den Mann, als er das hörte. Er wandte sich um und sagte zu der Menge, die ihm folgte: »Ich versichere euch: Solch einen Glauben habe ich in ganz Israel nicht gefunden.«

10Als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, zu ihm zurückkamen, stellten sie fest, dass der Diener wieder gesund war.

Auferweckung eines Toten in Nain

11Bald darauf7,11 AL(1) Am nächsten Tag. zog Jesus in die Stadt Nain weiter, begleitet von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge. 12Als er sich dem Stadttor näherte, kam ihm ein Trauerzug entgegen7,12 W wurde ein Toter herausgetragen.. Der Tote war der einzige Sohn einer Witwe gewesen. Zahlreiche Menschen aus dem Ort begleiteten die Mutter ´zum Grab`. 13Als der Herr die Frau sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl. »Weine nicht!«, sagte er zu ihr. 14Er trat näher und berührte die Bahre. Die Träger blieben stehen, und Jesus sagte zu dem Toten: »Junger Mann, ich befehle dir: Steh auf!« 15Da richtete sich der Tote auf und fing an zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.

16Alle waren voller Ehrfurcht; sie priesen Gott und sagten: »Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten. Gott hat sich seines Volkes angenommen!« 17Die Nachricht von diesem Ereignis7,17 Od Diese Ansicht über Jesus. verbreitete sich im ganzen jüdischen Land7,17 Od in ganz Judäa.; sogar in allen umliegenden Gebieten sprach man von Jesus.

Ist Jesus der Messias? Die Frage des Johannes und die Antwort Jesu

Mt 11,2-6

18Durch seine Jünger erfuhr auch Johannes von all diesen Dingen. Er rief zwei von ihnen zu sich 19und gab ihnen den Auftrag, zum Herrn zu gehen und ihn zu fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?« 20Die beiden kamen zu Jesus und sagten: »Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: ›Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?‹« 21Dabei wurden sie Zeugen, wie Jesus viele Kranke und Leidende und von bösen Geistern Geplagte heilte7,21 W 21 In jener Stunde heilte er viele von Krankheiten und Leiden und bösen Geistern. und vielen Blinden das Augenlicht schenkte.

22Er gab den Boten zur Antwort: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt7,22 W werden rein gemacht., Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet. 23Und glücklich zu preisen ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.«

Jesus und Johannes der Täufer

Mt 11,7-19

24Als die Boten des Johannes wieder gegangen waren, wandte sich Jesus an die Menge und fing an, zu ihnen über Johannes zu sprechen. »Was wolltet ihr euch eigentlich ansehen, als ihr zu ihm in die Wüste hinausgingt?«, fragte er sie. »Ein Schilfrohr, das sich im Wind hin- und herbewegt? 25Nein? Was wolltet ihr denn sonst dort draußen sehen? Einen Mann in feiner Kleidung? Ihr wisst doch: Leute, die vornehme Kleider tragen und im Überfluss leben, sind in den Königspalästen zu finden. 26Was wolltet ihr also sehen, als ihr hinausgingt? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt einen Propheten gesehen, und noch mehr als das. 27Johannes ist der, über den es in der Schrift heißt:

›Ich sende meinen Boten vor dir her;

er wird dir vorangehen und dein Wegbereiter sein.‹7,27 Maleachi 3,1.

28Ich sage euch: Unter allen Menschen, die je geboren wurden,7,28 W Unter den von Frauen Geborenen. gibt es keinen Größeren als Johannes; und doch ist selbst der Geringste im Reich Gottes größer als er.

29Alle, die Johannes zuhörten – das ganze Volk und sogar die Zolleinnehmer –, gaben Gott ´in seinem Urteil` Recht; sie haben sich von Johannes taufen lassen. 30Nur die Pharisäer und die Gesetzeslehrer machten den Plan zunichte, den Gott für sie hatte; sie haben sich nicht von Johannes taufen lassen.7,30 Andere sehen in den Versen 29 und 30 nicht einen Teil der Rede Jesu, sondern einen Einschub des Berichterstatters und übersetzen: 29 Alle, die Jesus zuhörten …, gaben Gott darin Recht; sie hatten sich ja alle von Johannes taufen lassen. 30 … sie hatten sich ja auch nicht von Johannes taufen lassen.

31Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Welches Bild trifft auf sie zu? 32Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: ›Wir haben euch auf der Flöte ´lustige Lieder` gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder angestimmt, und ihr habt nicht geweint.‹ 33So ist es doch: Johannes der Täufer ist gekommen, hat gefastet7,33 W hat kein Brot gegessen. und keinen Wein getrunken, und schon habt ihr gesagt: ›Er ist von einem bösen Geist besessen.‹ 34Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt ´wie jedermann`, und da sagt ihr: ›Was für ein Schlemmer und Säufer, dieser Freund der Zolleinnehmer und Sünder!‹ 35Und doch hat die Weisheit Gottes Recht; das zeigt sich an all denen, die sie angenommen haben.7,35 W Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt (worden) durch alle ihre Kinder.«

Der Pharisäer und die Sünderin vor Jesus

36Ein Pharisäer hatte Jesus zu sich zum Essen eingeladen, und Jesus war gekommen und hatte am Tisch Platz genommen7,36 W und hatte sich zu Tisch gelegt.. 37In jener Stadt lebte eine Frau, die für ihren unmoralischen Lebenswandel bekannt war7,37 W die eine Sünderin war.. Als sie erfuhr, dass Jesus im Haus des Pharisäers zu Gast war, nahm sie ein Alabastergefäß voll Salböl und ging dorthin. 38Sie trat von hinten an das Fußende des Polsters, auf dem Jesus Platz genommen hatte,7,38 W Sie trat von hinten an seine Füße heran. und brach in Weinen aus; dabei fielen ihre Tränen auf seine Füße. Da trocknete sie ihm die Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.

39Als der Pharisäer, der Jesus eingeladen hatte, das sah, dachte er: »Wenn dieser Mann wirklich ein Prophet wäre, würde er die Frau kennen, von der er sich da berühren lässt; er wüsste, was für eine sündige Person das ist.«

40Da wandte sich Jesus zu ihm. »Simon«, sagte er, »ich habe dir etwas zu sagen.« Simon erwiderte: »Meister, bitte sprich!« – 41»Zwei Männer hatten Schulden bei einem Geldverleiher«, begann Jesus. »Der eine schuldete ihm fünfhundert Denare, der andere fünfzig. 42Keiner der beiden konnte seine Schulden zurückzahlen. Da erließ er sie ihnen. Was meinst du: Welcher von den beiden wird ihm gegenüber wohl größere Dankbarkeit empfinden7,42 W wird ihn mehr lieben.43Simon antwortete: »Ich nehme an, der, dem er die größere Schuld erlassen hat.« – »Richtig7,43 W Du hast richtig geurteilt.«, erwiderte Jesus.

44Dann wies er auf die Frau7,44 W Dann wandte er sich zu der Frau. und sagte zu Simon: »Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gereicht; sie aber hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt und mit ihrem Haar getrocknet. 45Du hast mir keinen Kuss zur Begrüßung gegeben; sie aber hat, seit ich hier bin, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. 46Du hast meinen Kopf nicht einmal mit gewöhnlichem Öl7,46 W mit Olivenöl. gesalbt, sie aber hat meine Füße mit kostbarem Salböl gesalbt. 47Ich kann dir sagen, woher das kommt. Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben worden, darum hat sie mir viel Liebe erwiesen.7,47 W 47 Darum sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben worden, denn sie hat viel geliebt. – denn gibt hier nicht an, warum der Frau vergeben wurde, sondern woran man erkennen kann, dass ihr vergeben wurde. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.« 48Und zu der Frau sagte Jesus: »Deine Sünden sind dir vergeben.«

49Die anderen Gäste fragten sich7,49 Od fragten einander.: »Wer ist dieser Mann, der sogar Sünden vergibt?« 50Jesus aber sagte zu der Frau: »Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!«