Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
4

Die Versuchung Jesu

Mt 4,1-11; Mk 1,12-13

41Erfüllt mit dem Heiligen Geist, verließ Jesus die Jordangegend. Vierzig Tage war er, vom Geist geführt, in der Wüste 2und wurde4,2 Od Er war, vom Geist geführt, in der Wüste 2 und wurde vierzig Tage lang. vom Teufel versucht. Während jener ganzen Zeit aß er nichts, sodass er am Ende sehr hungrig war.

3Da sagte der Teufel zu ihm: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl diesem Stein hier, er soll zu Brot werden.« 4Aber Jesus gab ihm zur Antwort: »Es heißt in der Schrift: ›Der Mensch lebt4,4 W wird/soll … leben. nicht nur von Brot.‹4,4 5. Mose 8,3.«

5Der Teufel führte ihn an eine hochgelegene Stelle4,5 W führte ihn hinauf., zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde 6und sagte: »Alle diese Macht und Herrlichkeit will ich dir geben. Denn mir ist das alles übergeben, und ich gebe es, wem ich will. 7Du brauchst mich nur anzubeten, und alles gehört dir.« 8Aber Jesus entgegnete: »Es heißt in der Schrift: ›Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten; ihm allein sollst du dienen.‹4,8 5. Mose 6,13.«

9Der Teufel führte ihn auch nach Jerusalem, stellte ihn auf einen Vorsprung des Tempeldaches4,9 auf den Rand der Tempelmauer. und sagte: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich von hier hinunter! 10Denn es heißt in der Schrift:

›Er wird seine Engel schicken4,10 W Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben.,

damit sie dich behüten.

11Sie werden dich auf ihren Händen tragen,

damit du mit deinem Fuß nicht an einen Stein stößt.‹4,11 Psalm 91,11.12.«

12Jesus erwiderte: »Es heißt aber auch: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‹4,12 5. Mose 6,16.«

13Nachdem der Teufel alles versucht hatte, um Jesus zu Fall zu bringen4,13 W Nachdem der Teufel jede Versuchung beendet hatte., ließ er ihn für einige Zeit4,13 Od bis zu einer günstigen Gelegenheit. in Ruhe.

Jesu erstes öffentliches Wirken in Galiläa

Mt 4,12-17; Mk 1,14-15

14Erfüllt mit der Kraft des Geistes, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Bald sprach man in der ganzen Gegend von ihm. 15Er lehrte in den4,15 W in ihren. Synagogen und wurde von allen hoch geachtet.

Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret

Mt 13,54-58; Mk 6,1-6a

16So kam Jesus auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war. Am Sabbat ging er, wie er es gewohnt war, in die Synagoge. Er stand auf, um ´aus der Schrift` vorzulesen, 17und man reichte ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er rollte sie auf und las4,17 W fand. die Stelle, an der es heißt:

18»Der Geist des Herrn ruht auf mir,

denn der Herr hat mich gesalbt.

Er hat mich gesandt mit dem Auftrag,

den Armen gute Botschaft zu bringen4,18 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hinzu: und die zu heilen, deren Herz zerbrochen ist.,

den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen,

und den Blinden, dass sie sehen werden,

den Unterdrückten die Freiheit zu bringen,

19und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen.«4,19 Jesaja 61,1.2; 58,6.

20Jesus rollte die Buchrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn gespannt an. 21Er begann zu reden. »Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt«, sagte er zu ihnen. »Ihr seid Zeugen.«4,21 W erfüllt vor euren Ohren«, sagte er zu ihnen.

22Alle waren von ihm beeindruckt und staunten über seine Worte. Sie mussten zugeben, dass das, was er sagte, ihm von Gott geschenkt war.4,22 Od und staunten über die Botschaft von Gottes Gnade, die er ihnen verkündete. W 22 Alle legten Zeugnis für ihn ab (od stimmten ihm zu) und staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen. »Aber ist er denn nicht der Sohn Josefs?«, fragten sie.

23Da sagte Jesus zu ihnen: »Ihr werdet mir sicher das Sprichwort vorhalten: ›Arzt, hilf dir selbst!‹ und werdet sagen: ›Wie wir gehört haben, hast du in Kafarnaum große Dinge getan. Nun, dann tu sie auch hier in deiner Vaterstadt!‹«

24»Ich sage euch«, fuhr Jesus fort, »kein Prophet gilt etwas in seiner Vaterstadt. 25Im Übrigen erinnere ich euch an Folgendes4,25 W 25 Wahrheitsgemäß sage ich euch / Wahrhaftig, ich sage euch.: Es gab in Israel viele Witwen, als es in den Tagen Elias drei Jahre und sechs Monate nicht regnete4,25 W als in den Tagen Elias der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war. und im ganzen Land eine große Hungersnot herrschte. 26Und doch wurde Elia zu keiner von ihnen geschickt, sondern zu einer Witwe in Sarepta im Gebiet von Sidon. 27Und zur Zeit des Propheten Elisa gab es in Israel viele Aussätzige. Aber nicht einer von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.«

28Als die Leute in der Synagoge das hörten, packte sie alle die Wut. 29Sie sprangen auf, zerrten Jesus zur Stadt hinaus und führten ihn an einen Abhang des Hügels, auf dem ihre Stadt erbaut war; dort wollten sie ihn hinunterstürzen. 30Jesus aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging fort.

Austreibung eines bösen Geistes in der Synagoge von Kafarnaum

Mk 1,21-28

31Jesus ging hinunter nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und sprach4,31 W lehrte. dort am Sabbat zu den Menschen. 32Sie waren von seiner Lehre tief beeindruckt, denn er redete mit Vollmacht.

33In der Synagoge war auch ein Mann, der einen bösen Geist hatte, einen Dämon4,33 W der einen Geist, einen unreinen Dämon, hatte.. Er schrie mit lauter Stimme: 34»Was4,34 W »Ach (Lass uns in Ruhe)! Was. willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zugrunde zu richten?4,34 Du bist gekommen, um uns zugrunde zu richten! Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!« – 35»Schweig!«, befahl ihm Jesus. »Verlass diesen Mann!« Da warf der Dämon den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihm noch etwas antun zu können.

36Furcht und Staunen ergriff alle, und sie sagten zueinander: »Was für eine Vollmacht und Kraft hat sein Wort! Er befiehlt den bösen Geistern4,36 W Was ist das für ein Wort?! Denn mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern. auszufahren, und sie fahren aus.« 37Bald gab es in der ganzen Gegend keinen Ort mehr, an dem man nicht von Jesus sprach.

Weiteres Wirken Jesu in Kafarnaum

Mt 8,14-17; Mk 1,29-34

38Von der Synagoge aus ging Jesus4,38 Od Jesus verließ die Synagoge und ging. in das Haus Simons. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber, und man bat Jesus, ihr zu helfen. 39Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber, sie zu verlassen. Das Fieber verschwand, und sofort stand sie auf und sorgte für das Wohl Jesu und seiner Begleiter4,39 W stand sie auf und diente ihnen..

40Als die Sonne unterging, brachten alle Leute ihre Kranken zu Jesus – Menschen mit den verschiedensten Leiden. Er legte jedem Einzelnen von ihnen die Hände auf und heilte sie. 41Von vielen fuhren auch Dämonen aus; diese schrien: »Du bist der Sohn Gottes!« Aber Jesus trat ihnen mit Nachdruck entgegen und verbot ihnen zu reden; denn sie wussten, dass er der Messias4,41 Od Christus. war.

Jesu Botschaft soll alle erreichen

Mk 1,35-39

42Bei Tagesanbruch verließ Jesus ´das Haus4,42 Od die Stadt.` und ging an einen einsamen Ort. Doch die Leute suchten ihn, bis sie ihn gefunden hatten. Sie wollten ihn festhalten und verhindern, dass er von ihnen wegging. 43Aber er sagte zu ihnen: »Ich muss auch den anderen Städten die Botschaft vom Reich Gottes verkünden, denn dazu bin ich gesandt worden.« 44Von da an verkündete er die Botschaft vom Reich Gottes überall in den Synagogen des jüdischen Landes4,44 Od in den Synagogen von Judäa (aL(2) von Galiläa)..

5

Die Berufung der ersten Jünger

Mk 1,16-20; Joh 1,35-51

51Eines Tages stand Jesus am See Gennesaret; eine große Menschenmenge drängte sich um ihn und wollte das Wort Gottes hören5,1 Od und hörte der Verkündigung von Gottes Wort zu.. 2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. 3Jesus stieg in das Boot, das Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit auf den See hinauszufahren. So konnte er im Boot sitzen und von dort aus zu den Menschen sprechen5,3 W die Menschenmengen zu lehren..

4Als er aufgehört hatte zu reden, wandte er sich an Simon und sagte: »Fahr jetzt weiter hinaus auf den See; werft dort eure Netze zum Fang aus!« 5Simon antwortete: »Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und haben nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.« 6Das taten sie dann auch, und sie fingen eine solche Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen begannen. 7Deshalb winkten sie den Fischern5,7 W den Gefährten/Arbeitskollegen. im anderen Boot, sie sollten kommen und mit anpacken. Zusammen füllten sie die beiden Boote, bis diese schließlich so voll waren, dass sie zu sinken drohten.

8Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie und sagte: »Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.« 9Denn ihm und allen, die bei ihm ´im Boot` waren, war der Schreck in die Glieder gefahren, weil sie solch einen Fang gemacht hatten, 10und genauso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die zusammen mit Simon Fischfang betrieben5,10 W die Simons Gefährten/Teilhaber waren.. Doch Jesus sagte zu Simon: »Du brauchst dich nicht zu fürchten. Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein.« 11Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und schlossen sich ihm an5,11 Od und folgten ihm nach..

Heilung eines Aussätzigen

Mt 8,1-4; Mk 1,40-45

12In einer der Städte, durch die Jesus kam, war ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Als er Jesus sah, warf er sich vor ihm nieder und flehte ihn an: »Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.« 13Da streckte Jesus die Hand aus und berührte ihn. »Ich will es«, sagte er, »sei rein!« Im selben Augenblick verschwand der Aussatz. 14Jesus verbot dem Geheilten, mit jemand darüber zu sprechen. »Geh statt dessen zum Priester«, befahl er, »zeig dich ihm und bring das Opfer für deine Reinigung dar, wie Mose es vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen5,14 W ein Zeugnis. für sie sein.«

15Jesus wurde immer bekannter5,15 W Doch die Rede über ihn verbreitete sich umso mehr.; die Menschen strömten in Scharen herbei, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16Er aber zog sich5,16 Od zog sich immer wieder. in die Einsamkeit zurück, um zu beten.

Heilung eines Gelähmten

Mt 9,2-8; Mk 2,1-12

17Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern Galiläas und aus Judäa und5,17 Od Galiläas und Judäas und aus. Jerusalem gekommen waren. Die Kraft des Herrn war durch ihn wirksam, sodass Heilungen geschehen konnten.5,17 W Die Kraft des Herrn war da, damit/sodass er heilte. 18Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie versuchten, ihn ins Haus hineinzutragen, um ihn vor Jesus niederzulegen. 19Doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie keinen Weg fanden, den Kranken zu ihm zu bringen. Da stiegen sie auf das Dach des Hauses, deckten einige Ziegel ab und ließen den Gelähmten samt seiner Bahre mitten in den Raum hinunter, genau vor Jesus. 20Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: »Mein Freund5,20 W Du Mensch., deine Sünden sind dir vergeben!«

21Das erregte den Widerspruch der Schriftgelehrten und Pharisäer.5,21 W Die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen sich Gedanken zu machen. »Wer ist dieser Mensch, der solche Gotteslästerungen ausspricht?«, fragten sie sich. »Niemand kann Sünden vergeben außer Gott.« 22Jesus wusste, was sie dachten. »Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?«, fragte er sie. 23»Was ist leichter – zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf und geh umher!‹? 24Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!« 25Sofort stand der Mann auf, nahm vor ihren Augen die Bahre, auf der er gelegen hatte, und ging, Gott lobend und preisend, nach Hause. 26Da gerieten alle außer sich vor Staunen und priesen Gott; voll Ehrfurcht sagten sie: »Heute haben wir unglaubliche Dinge erlebt.«

Die Berufung des Zolleinnehmers Levi

Mt 9,9; Mk 2,13-14

27Als Jesus danach weiterging und am Zollhaus vorbeikam, sah er dort einen Zolleinnehmer sitzen, einen Mann namens Levi. Jesus sagte zu ihm: »Folge mir nach!« 28Da stand Levi auf, ließ alles zurück und folgte Jesus.

Jesu Gemeinschaft mit Zolleinnehmern und Sündern

Mt 9,10-13; Mk 2,15-17

29Levi gab Jesus zu Ehren in seinem Haus ein großes Fest. Zusammen mit Jesus und seinen Jüngern5,29 W Zusammen mit ihnen. nahmen zahlreiche Zolleinnehmer und andere ´Leute von zweifelhaftem Ruf` an dem Essen teil. 30Die Pharisäer und ihre Anhänger unter den Schriftgelehrten5,30 W und ihre Schriftgelehrten. waren darüber empört und stellten die Jünger zur Rede. »Wie könnt ihr nur zusammen mit Zolleinnehmern und Sündern essen und trinken?«, sagten sie. 31Jesus selbst gab ihnen die Antwort: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen; ich bin gekommen, um Sünder zur Umkehr zu rufen.«

Junger Wein gehört nicht in alte Schläuche

Mt 9,14-17; Mk 2,18-22

33Daraufhin sagten sie zu Jesus: »Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Gebete, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger jedoch ´fasten nicht, sondern` essen und trinken.« 34Jesus entgegnete ihnen: »Könnt ihr etwa bei einer Hochzeit die Gäste5,34 W die Söhne des Hochzeitssaales / des Brautzimmers (d. h. die dem Bräutigam besonders nahe stehenden Hochzeitsgäste). fasten lassen, während der Bräutigam noch bei ihnen ist? 35Es kommt allerdings eine Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen sein wird; dann5,35 W dann, in jenen Tagen. werden sie fasten.«

36Jesus gebrauchte noch einen Vergleich; er sagte: »Niemand schneidet ein Stück Stoff aus einem neuen Kleid und flickt damit ein altes; sonst ist das neue Kleid zerschnitten, und zu dem alten passt das herausgeschnittene Stück ja gar nicht. 37Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen; der Wein würde auslaufen, und auch die Schläuche wären nicht mehr zu gebrauchen. 38Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche. 39Aber niemand, der vom alten Wein getrunken hat, will vom jungen etwas wissen. ›Der alte ist besser5,39 Od gut.‹, sagt er.«

6

Jesus ist Herr über den Sabbat

Mt 12,1-8; Mk 2,23-28

61An einem Sabbat6,1 AL(2) Am zweitersten Sabbat (Bedeutung unklar; gemeint ist vielleicht der Sabbat, der auf den Sabbat der Passawoche folgte). ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen die Körner. 2Da sagten einige der Pharisäer: »Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!« 3Jesus entgegnete ihnen: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter Hunger hatten? 4Wie er ins Haus Gottes ging, die geweihten Brote nahm, davon aß und auch seinen Begleitern davon gab, obwohl doch niemand außer den Priestern davon essen darf?« 5Und Jesus fügte hinzu: »Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.«

Jesus heilt am Sabbat

Mt 12,9-14; Mk 3,1-6

6An einem anderen Sabbat, als Jesus in die Synagoge ging und lehrte, war dort ein Mann, dessen rechte Hand verkrüppelt war. 7Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten Jesus aufmerksam; sie wollten sehen, ob er am Sabbat heilen würde. Sie hofften nämlich, einen Vorwand zu finden, um ihn anklagen zu können. 8Jesus wusste, was sie dachten. »Steh auf und komm nach vorn6,8 W komm in die Mitte.!«, sagte er zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand. Der Mann stand auf und trat vor. 9Nun wandte sich Jesus zu den Schriftgelehrten und Pharisäern6,9 Od zu den Anwesenden. W zu ihnen. und sagte: »Ich frage euch: Was ist richtig6,9 W erlaubt. – am Sabbat Gutes zu tun oder Böses? Einem Menschen das Leben zu retten oder ihn ins Verderben zu stürzen6,9 Od oder ihn zugrunde gehen zu lassen.10Er sah sie alle der Reihe nach an. Dann befahl er dem Mann: »Streck deine Hand aus!« Der Mann tat es, und seine Hand war geheilt. 11Da wurden sie von sinnloser Wut gepackt und berieten miteinander, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

Die zwölf Apostel

Mt 10,1-4; Mk 3,13-19

12In jener Zeit zog sich Jesus auf einen Berg6,12 Od ins Bergland. auf den Berg. zurück, um zu beten. Die ganze Nacht verbrachte er im Gebet6,12 W im Gebet zu Gott.. 13Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte zwölf von ihnen aus, die er Apostel nannte. Es waren:

14Simon, dem er auch den Namen Petrus gab,

dessen Bruder Andreas,

Jakobus,

Johannes,

Philippus,

Bartholomäus,

15Matthäus,

Thomas,

Jakobus, der Sohn des Alphäus,

Simon, den man den Zeloten nannte,

16Judas, der Sohn des Jakobus,

und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

Jesus lehrt und heilt

Mt 4,23-25

17Dann stieg Jesus mit ihnen den Berg hinunter bis zu einem ebenen Platz, wo sich eine große Schar seiner Jünger und eine große Menschenmenge aus dem ganzen jüdischen Land6,17 Od aus ganz Judäa., aus Jerusalem und aus dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon um ihn versammelte. 18Sie waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Auch die von bösen6,18 W unreinen. Geistern Geplagten fanden Heilung. 19Jeder versuchte, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle gesund machte.

Die Bergpredigt (Verse 20-49)

Wer glücklich zu preisen ist und wer nicht

Mt 5,2-12

20Jesus blickte seine Jünger an und sagte:

»Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr arm seid;

denn euch gehört das Reich Gottes.

21Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt hungert;

denn ihr werdet satt werden.

Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt weint;

denn ihr werdet lachen.

22Glücklich zu preisen seid ihr, wenn ihr6,22 W wenn ihr von den Menschen. um des Menschensohnes willen gehasst und ausgestoßen werdet und wenn man euch um seinetwillen beschimpft und euren Namen in den Schmutz zieht6,22 W euren Namen als böse verwirft.. 23Freut euch, wenn das geschieht; tanzt und springt vor Freude! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso haben es ja ihre Vorfahren mit den Propheten gemacht.

24Doch weh euch, die ihr reich seid;

denn ihr habt euren Trost ´damit schon` erhalten.

25Weh euch, die ihr jetzt satt seid;

denn ihr werdet hungern.

Weh euch, die ihr jetzt lacht;

denn ihr werdet trauern und weinen.

26Und weh euch, wenn alle Leute gut von euch reden! Genauso haben es ja ihre Vorfahren mit den falschen Propheten gemacht.«

Liebe zu den Feinden. Grundregeln für das Verhalten gegenüber anderen

Mt 5,38-42

27»Aber euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; 28segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch Böses tun6,28 Od die euch beschimpfen.. 29Schlägt dich jemand auf die eine Backe, dann halt ihm auch die andere hin, und nimmt dir jemand den Mantel, dann lass ihm auch das Hemd. 30Gib jedem, der dich bittet, und wenn dir jemand etwas nimmt, dann fordere es nicht zurück. 31Handelt allen Menschen gegenüber so, wie ihr es von ihnen euch gegenüber erwartet.

32Wenn ihr die liebt, die euch Liebe erweisen, verdient ihr dafür etwa besondere Anerkennung? Auch die Menschen, die nicht nach Gott fragen,6,32 W Auch die Sünder. Entsprechend in den beiden nächsten Versen. lieben die, von denen sie Liebe erfahren. 33Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, verdient ihr dafür besondere Anerkennung? So handeln doch auch die, die nicht nach Gott fragen. 34Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr ebenfalls etwas erwarten könnt6,34 Od von denen ihr es zurückerwarten könnt., verdient ihr dafür besondere Anerkennung? Auch bei denen, die nicht nach Gott fragen, leiht einer dem anderen in der Hoffnung auf eine entsprechende Gegenleistung6,34 Od in der Hoffnung, die volle Summe zurückzubekommen.. 35Nein, gerade eure Feinde sollt ihr lieben! Tut Gutes und leiht6,35 Od sollt ihr lieben; ihnen sollt ihr Gutes tun! Leiht., ohne etwas zurückzuerwarten6,35 ohne je die Hoffnung aufzugeben. AL(1) ohne jemand zu enttäuschen / ohne an jemand zu verzweifeln.. Dann wartet eine große Belohnung auf euch, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.«

Warnung vor selbstgerechtem Urteilen

Mt 7,1-5; Mk 4,24

37»Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Sprecht frei, und ihr werdet freigesprochen werden.6,37 Od Verzeiht, und es wird euch verziehen werden. 38Gebt, und es wird euch gegeben werden. Ein volles Maß wird man euch in den Schoß schütten, ein reichliches Maß, bis an den Rand gefüllt und überfließend. Denn das Maß, das ihr verwendet, wird auch bei euch verwendet werden.«

39Jesus gebrauchte noch einen Vergleich; er sagte: »Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen? 40Ein Jünger steht nicht über seinem Meister; wenn er alles von ihm gelernt hat, ist er ´höchstens` so weit gekommen wie dieser6,40 Od wird er wie dieser sein..

41Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? 42Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Bruder, halt still! Ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge sitzt‹ – und bemerkst dabei den Balken im eigenen Auge nicht? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, herausziehen.«

Der Vergleich mit dem guten und mit dem schlechten Baum

Mt 7,16-20; 12,33-35

43»Ein guter6,43 Od nützlicher. Od gesunder. Baum trägt keine schlechten6,43 Od schädlichen. Früchte, und ebenso wenig trägt ein schlechter6,43 Od kranker. Baum gute Früchte. 44Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von Dornbüschen pflückt man keine Feigen, und von Gestrüpp erntet man keine Trauben. 45Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil sein Herz mit Gutem erfüllt ist6,45 W hervor aus dem guten Schatz des Herzens.. Ein böser Mensch dagegen bringt Böses hervor, weil sein Herz mit Bösem erfüllt ist. Denn wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so redet er.6,45 W hervor aus dem bösen ´Schatz`. Denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.«

Der Vergleich mit dem Hausbau

Mt 7,21.24-29

46»Warum nennt ihr mich immerfort ›Herr‹6,46 W nennt ihr mich ›Herr, Herr‹., wenn ihr doch nicht tut, was ich sage? 47Wisst ihr, wem der gleicht, der zu mir kommt, meine Worte hört und danach handelt? Ich will es euch sagen6,47 W zeigen.. 48Er gleicht einem Mann, der ein Haus baut und dabei tief ausschachtet und das Fundament auf felsigen Grund legt. Wenn dann Hochwasser kommt und die Flutwellen gegen das Haus schlagen, können sie es nicht erschüttern, so gut ist es gebaut. 49Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem Mann, der ein Haus baut, ohne auszuschachten6,49 W der ein Haus auf die Erde baut. und ohne ein Fundament zu legen. Sobald die Flutwellen dagegen schlagen, stürzt es in sich zusammen und wird völlig zerstört6,49 Od zusammen. Was für ein schreckliches Ende! W zusammen, und der Einsturz jenes Hauses ist groß.